EC-Velomo-tion Quad-Cargo-Velomobil

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Dann frage ich mich, warum selbst hier im armen Ostdeutschland der "normale Kunde" sich immer das teuerste, gerade noch bezahlbare KFZ kauft.
Eine Erklärung hat uns mal ne vor vielen Jahren aus Polen Zugewanderte am Stettiner Haff (Hinterland) gegeben: Hauptsache vor der Bude nen dicken Schlitten, in der Bude sieht man dann, wofür kein Geld mehr da war. Über dem üblichen Geltungskonsum oder conspicuos consumption muss man auch erstmal drüberstehen, auch in dörflichen Strukturen.

Witzigerweise ist das in bestimmten (eher städtischen) Milieus sogar ne Chance für Lastis und VCs: Auf ökologisches Bewusstsein ausgerichteter Geltungskonsum ist mit jedem KFZ schwierig.
Wenngleich E-PKW natürlich versprechen, (scheinbar) beides unter einen Hut zu bringen - Greenwashing und ökonomischer Status.
 
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Hallo zusammen,

@Suncat : Dann frage ich mich, warum selbst hier im armen Ostdeutschland der "normale Kunde" sich immer das teuerste, gerade noch bezahlbare KFZ kauft. Hier ist die SUV Dichte teils höher als in München, auch wenns aus Ermangelung an Geld kein AMG oder Porsche ist, sondern nur Toyota oder Dacia...
Hauptsache vor der Bude nen dicken Schlitten, in der Bude sieht man dann, wofür kein Geld mehr da war.
Ja kann man so sagen (y)
Das Auto ist im Vergleich das billigste, sehr gut sichtbare Statussymbol ( eine Villa oder Schloss ist teuerer ) was man kaufen kann. Viele Menschen glauben wirklich noch sie wären was besonderes wenn sie ein dickes Auto haben. Sehr oft ist das Auto weit über dem was sie sich tatsächlich leisten können ( merkt man im Werkstattbereich ganz besonders wenn mal eben eine Reparatur für 3500,-€ fällig ist :eek:) Aber der Nachbar hat doch auch so ein dickes Ding vor der Tür, da muss ich doch auch .... kann man nicht immer verstehen. Was der Nachbar fährt ist mir egal, ich fahre das was mir gefällt und ich mir leisten kann. ( einen koreanischen Kleinwagen)
Nun kommt aber die neue Generation ins Spiel , die " ich habe gar kein Auto" :ROFLMAO: und auch keinen Führerschein! Aber ein teures Handy :p Die sind Hipp - Stylisch - Toll- Umwelt- und genau auf die geht z.B. Podbike/ Frikar oder auch das Bio Hybrid drauf zu und zeigt ihnen eine neue Art vom Mobilität. Schaut euch die Werbevideos an , junge hippe Stadtmenschen mit Handy, welches man mit dem Bike verbinden kann, als Navi oder zum Steuern/ Einstellen/freischalten oder was auch immer. ( auch eine Kundengruppe für DAS Quadvelo ;))
Ich habe mir die Fahrzeug auch angeschaut, auf den ersten Blick -COOL - aber auch nur auf den ersten Blick. Bio Hybrid, 120kg Leergewicht !! , kein Direktantrieb, nur 50km Reichweite mit einem Akku usw. Was bitte soll man mit der Gurke ? In der Stadt fahren ? 2 Erwachsene mit zusammen 150kg Gewicht + 120kg fürs Fahrzeug und das den Berg hoch ? Kann ich mir nicht vorstellen . Und wenn der Akku leer ist, was dann ? Stehen lassen?
Oder das Frikar , jo sieht gut aus , bissi wie Flugzeug mit der Glaskanzel- GEIL- Flugzeug wollte ich als Kind schon haben. Und im Sommer ? 35°C im Schatten und 60°C im Frikar ? Ach ne Scheibe raus und .... und ...und... ja verda... wohin damit ? Hinter den Sitz geht gerade nicht, da sitzt ein Kind aus der Nachbarschaft . Dazu das gleiche Problem wie beim Bio , Akku leer, stehste doof da o_O
Quadvelo , Direktantrieb ? Kann man das auch mit leerem Akku fahren? Kann man die Türen auch mitnehmen oder gibt es für den Sommer eine Folie als Türersatz ? Kann man die Heckklappe ( hat es überhaupt eine?) rausnehmen ? So könnte man ohne Türen fahren und der Fahrtwind bremst nicht da er hinten raus kann.
Ich bin mal gespannt welche Fahrzeuge wirklich auf den Markt kommen und vor allem welches davon brauchbar ist und einen guten Nutzenfaktor hat .
 
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Meine Vermutung ist, das es schwer wird hpv oder andere Mikromobilität zu etablieren, wenn man nur auf den Nutzen und nicht auch auf Lifestyle und Spaß abhebt. Die meisten von uns würden wohl mit dem guten alten Omafiets und Anhänger prima auskommen,(ok die Langstreckenpendler brauchen vielleIcht einen Randonneur)

Niemand braucht DI2 zum Überleben. Und kaum einer ein VM. Trotzdem absolut großartige Fahrzeuge! Ich finde das @BuS velomo Konzept durchaus interessant, aber für reine Nützlichkeit gibt es für mich günstigere Alternativen. Meine Fahrräder sind vielleicht 50 % Nützlich, und 50 % Spaß am Fahren. Und dieses Spaßfaktor sollte man nicht unterschätzen.

Und warum nicht mit urbaner Jugend werben? (wer von uns alten Säcken will denn als alter Sack angesprochen werden?) Wenn man noch den Eindruck erweckt, seine erweiterte Kundenbasis verachtet, wird’s doppelt schwer. Wär mir erstmal gleich recht ob der Käufer des Rades einen Tesla, Porsche oder VM hat. Aber 500 Stück ist ja der falsche Anreiz.

Trotzdem viel Glück und Erfolg! Jede Alternative ist hoch willkommen.
 
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Vielleicht ist mein Ironiedetektor falsch angesprungen, oder eben nicht, Ich finde es aber wirklich schade, das es kaum werbende Informationen zu finden ist, und in Fäden wie diesem so ein negativer Grundton vorherrscht. Niemand wird gerne mit dem Holzhammer belehrt, und schon gar nicht zum Kauf animiert. Frikar will ein junges ökologisches Lebensgefühl verkaufen Und weckt Interesse, Irgendwas in der Art würde auch diesem technisch durchaus einleuchtendem Konzept gut tun.Das Ziel muss eine auskömmliche Stückzahl sein! Für Bus Velomo, Partner und die Umwelt.
 
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Das hier lesen doch keine normalen Menschen. Da kann dann auch von uns rumgenölt werden ohne dem netten Fahrrad zu schaden. Die Fahrzeug Vorstellung für die Allgemeinheit kann hier doch gar nicht Stattfinden.
 

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Vielleicht ist mein Ironiedetektor falsch angesprungen
Jop, bei der Zahl ging es nur darum, welcher Maßstab Velomo besser trifft... und da sind es die 100 Unikate, nicht die 500er Serie. Dass ich damit nicht die Masse abhole, sondern Supersonderspezial- und "Luxus"-Interessen bediene, ja klar - aber als fernöstlich abgeschiedener Einzelhandwerker ist das auch das Beste, was ich leisten kann. Für Serienprodukte ist die Kapital-, Produktions- und v.a. Verkaufsstruktur die entscheidende Größe - und da hat Velomo nix zu bieten, sondern muss sich wenn dann kooperative Kapazitäten wie Pony4 und Quadvelo suchen...*

Frikar will ein junges ökologisches Lebensgefühl verkaufen Und weckt Interesse,
Ja, denn die sind wie alle diese Startups primär Verkäufer (bei Investoren, Fördermittelstellen und Vorbestellern)... und erst sekundär Entwickler - das zieht sich seit 6-7 Jahren. Quadvelo ist fern dieser Selbstvermarktungswelt seit 2-3 Jahren mit 1,5 Mann in der Entwicklungsphase und muss irgendwann demnächst eine komplette Marketing-Stelle einrichten, um auf die Ebene der Mitbewerber zu kommen. Nur werde das nicht ich sein - dazu bin ich persönlich ungeeignet... sondern baue lieber zum Spaß die nächsten Unikate wie den Roadster oder das Buggy-Fat-Quad auf die Plattform.

PS: * implizit gebe ich immer Stellengesuche aus, ob irgendein anderer Unternehmergeist mit eher Finanz- und Vertriebsbackround rund um eine meiner singulären Schöpfungen oder Basistechnologien ein Serienprojekt hochziehen will. Die Leitungen sind offen...
 
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Dann verstehe ich Dein (und Anderer) ätzen gegen die Verkaufsprofis nicht, Die Zielen auf den (relativen) Massenmark, Du auf die Spezialnische, Ich schätze unser Vertriebsteam sehr, denn die sorgen dafür, das ich einen Job habe.
 
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Und um mal wieder on Topic zu gehen, wie ist es eigentlich um Motoren und Elektrik/ Akku Flexibilität bestell?, Ein Grund, warum ich Fahrräder so schätze: Auch meine STM, die ich mir vor Jahren wegen Rückenschmerzen gekauft habe kann ich jetzt wieder aus selbigen Anlass reaktiveren, Funzt einfach.

Meine Sorgen bei einem Pedelec ist, das nach ein paar Jahren die Technik überholt, pleite, oder sonstwass ist und ich dann mit dem Rad dastehe. (Die Bus Velomo Konzepte erscheinen mir da flexibler als z. Bsp. Frikar). Wie ist das angedacht?
 

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Dann verstehe ich Dein (und Anderer) ätzen gegen die Verkaufsprofis nicht
Das missverstehst du. Das sind sachliche Anmerkungen gegen Schaumschlägereien von Verkaufsprofis. Der "negative Grundton" ist dabei nur, dass diejenigen, die gewisse Erfahrungswerte mit der Materie haben, diesen Marketing-Heils-Versprechen nicht auf den Leim gehen und nüchtern die Diskrepanz zwischen Schein und Sein herausstellen wollen... sowohl technisch als auch bzgl. einiger großspuriger Businesspläne.
 
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