Pony4 - Quad-Serie mit hohem Sitz und Ladefreude

Die Kindertransport-Box scheint ein sehr praktikabler Anwendungszweck für das Pony zu sein. Auch der Laderaum hinter dem Kindersitz erscheint sehr alltagstauglich und bietet im Gegensatz zu dem typischen Kindertransport im Long-John-Lastenrad sogar eine Trennung von Laderaum und Kindertransport. Nach dem Video ist das Fahren auf „unbefestigten Wegen“ auch kein Problem. Das sieht sehr komfortabel aus und auch der kleine Mann scheint sichtlich seinen Spaß zu haben.

Die Integration des Markennamens in verschiedene Einsatzgebiete eines Ponys finde ich ebenfalls sehr gelungen.

PONY4Familiy
PONY4Dog
PONY4Work
PONY4Commute
PONY4Travel
PONY4Fun

Das macht Lust auf mehr…

Am Ende des Videos würde ich mir als unbedarfter Kunde jedoch weitere Fragen stellen:

- Wie verhält es sich mit einem solchen Pony im Ortsumfeld im Verkehr?
- Gibt es eine Regen-Option wie bei den Long-John-Lastenrädern, sodass das Kind oder sogar der Fahrer trocken bleibt?
- Wie schließe ich das Fahrzeug an?
- Kann man das Fahrzeug in einem Fahrradkeller bekommen?

Hier ist der Marketing-Film IMHO schon ein wenig zu dicht an der Autowerbung, die ja auch gerne die große Freiheit auf leeren Straßen präsentiert und den tatsächlichen Alltag eher ausschweigt. Wenn ich dann auf die Pony4 Seite gehe, dann wird dort abseits des BLOGs vor allem auf technische Belange eingegangen. Hier ist aus meiner Sicht dann Ausbaupotential um die potentiellen Kunden der sich für den Alltagsnutzen interessiert weiter zu informieren.

Aber im Ganzen ein tolles Video, danke fürs Teilen.
 
Klar muss man jede Zielgruppe entsprechend abholen. Die Frage ist aber wie so häufig: wessen Alltag genau?

Das Video ist tatsächlich authentisch, insofern jene Nutzerin im provinziellen, französischen Nirgendwo wohnt und vom Bauernhof über Feldwege ins nächste Dorf fährt. Fahrradkeller, Stadtverkehr, Anschließen oder gar Regen... das sind keine Alltagsprobleme dort.

Ich weiß nicht ob wir alle hypothetischen Fragen für alle hypothetischen Zielgruppen vorab beantworten können - das könnte nen Endlos-FAQ werden. Ebenso weiß ich nicht, ob wir auf der Serien-Plattform wiederum für alle erweiterten (eigentlich fahrraduntypischen) Bedarfe wie Überdachung oder Abschließen eine vorgefertigte Katalog-Lösung anbieten können. In diesem Spezialradfeld kommt man nicht umhin, ins persönliche Beratungsgespräch zu gehen und rund um die Testfahrt zu erörtern, was wie möglich ist. Die Serienproduktion muss sich dabei auf die Kerne fokussieren; darüber hinausgehender, konkreter (nicht spekulativer) Individualismus geht über Velomo oder lokale Bastler-Kompetenzen.

Deine 4 Fragen kannst du eigentlich auf alle Trikes oder Cargobikes anwenden und Rückschlüsse ziehen, was wozu geeignet ist, bzw. wie relevant das für Einzelne vs. Übliche ist.
  • Fahrradkeller kann man ab einer bestimmten Sperrgutklasse knicken. Falten geht hier freilich nicht; via Hinterläufe stabil über die Treppe ziehen hingegen schon, und mit <80cm Breite kommt man auch durch Standardtüren.
  • Abschließen geht immer irgendwo (Spiralschluss zum Hauptrahmen oder Blattfedern).
  • Dächer - keine Serienlösung geplant. 99,99% aller Fahrräder sind aber offene Konzepte und das Pony will kein VeloCar werden. Über Individualbau lässt sich was machen, z.B. PV-Dächer überziehen - siehe das vorletzte Video. Aber für Dach-Konzepte würde ich ansonsten die QV-Plattform bevorzugen.
  • Im Stadtverkehr ist es ein typisches Lastenrad - mit <80cm Breite radwegtauglich. Die Augenhöhe ist wesentlich verkehrstauglicher als alle sonstigen Liegeräder. Ansonsten als Fully-Quad natürlich ungleich sicherer und komfortabler als das Meiste, was sonst so als Lastenrad durch die Kieze gurkt.
VG Steffen
 
Das Thema Ab- und Anschließen halte ich für wichtig, insbesondere, da ja unsere Räder immer wertvoller werden. Das Pony Anschließen dürfte deutlich schwieriger werden als bei meinem HiTrike - und das ist manchmal schon schwierig. Nicht weil ich das Spiralschloss z.B. zwischen den Blattfedern durchziehen muss, sondern weil einfach kein Platz nahe einer Stange o.ä. verfügbar ist und die üblichen Fahrradständer scheiden hier an meinem Wohnort fast immer aus, da für Ups konstruiert und meist sehr stark belegt.
Ich meine, dass für das Pony ein Abschließen ausreichen sollte, man kann es kaum "mal schnell in einen PKW" laden und wegfahren. Dafür eine wirklich gute durchdachte Lösung zu haben, die vom Hersteller (gerne mit Unterstützung oder Zuhilfenahme von Serienprodukten der Fahrradschlosszunft) angeboten wird, wäre zumindest mir "ein paar Euro" wert. Es sollte schnell und einfach gehen, tendenziell ähnlich unkompliziert wie bei einem Auto.
 
Hallo Steffen,

mir ging es darum, dass Ihr im Wettbewerb zu den anderen Lastenfahrrädern steht und sich der potentielle Käufer, insbesondere weil es die Pony4 nicht im Laden zu sehen gibt, anhand von Informationen auf Euren Webseiten und Video-Veröffentlichung ein Bild machen muss. Technisch interessierte Spezialrad-Freunde werden mit der Webseite sicherlich gut bedient. Für den potentiellen Käufer der sich die Frage stellt, ob für Ihn eine Pony4 oder z. B. ein klassisches Long-John-Lastenrad die bessere Wahl ist, wird dann vermutlich eher zum Long-John-Lastenrad tendieren, da er hier mehr Informationen / Beratung bekommt und die Chance größer ist jemanden zu treffen der ein solches Fahrzeug im Einsatz hat (bei mir in der Familie gibt es alleine 4 Longjohns in den Familien meiner Cousins im Einsatz).

Kurz noch zu den Hintergründen meiner Fragen:

Eine Überdachung der Kinder sehe ich gefühlt bei jedem zweiten Long-John-Lastenrad welches für den Kindertransport eingesetzt wird. Diese schützen neben den Kindern häufig auch den Fahrer vor dem Regen von vorne. Aufgrund der Menge an solchem Zubehör im Einsatz schätze ich diese Funktion als durchaus kaufentscheidend für diese Zielgruppe ein.

Die Darstellung des einfachen und sicheren Abschließen ist vor allem dafür relevant, weil man Lastenräder ja wie Du selber sagst nicht gut in den Keller bekommt. Hier ist es umso wichtiger, dass ein solches Lastenrad auch über Nacht gut gesichert draußen stehen kann.

Im Stadt-Umfeld, welches aus meiner Sicht das größte Verkaufspotential für Lastenräder darstellt, ist häufig auch das Überwinden einiger Treppenstufen relevant um das Fahrrad von der Straße, durch den Hausflur in den Hinterhof zu bekommen um das Diebstahl-Risiko weiter zu verringern. Wenn soetwas als einfach möglich ist da die Doppelräder ein seitliche Kippen verhindern dann hätte das ggf. einen großen Mehrwert gegenüber anderen Lastenrädern. Vermutlich wäre hier ein “Griff“ am Tretlager-Ausleger sinnvoll.

In der Stadt stellt sich dann auch die Frage der Fahrbarkeit im Umfeld des Stadtverkehrs. Mir als Mango-Fahrer ist bekannt, dass ich auch mit einem Mehrspurer in der Stadt fahren kann wenn der Wendekreis eng genug ist. Wenn ein potentieller Käufer aber noch nie Kontakt mit einem Mehrspurer hatte, dann mögen hier Befürchtungen bestehen. Auch mit der Liegerrad-Position mögen viele fremdeln.

Ich wollte nur Anregungen geben, was aus meiner Sicht vielleicht noch thematisiert werden sollte.
 
@energiesparer - ich hab das durchaus als konstruktive Anregung gelesen und wollte das keinesfalls abcanceln. Die zielgruppenspezifische, emotionale Ansprache müssen wir noch Schritt für Schritt aufbauen, und nehmen dafür Hinweise natürlich gerne auf. Wobei genau bzgl. dieses Videos die "Studie" tatsächlich junge Mütter befragen sollte, nicht unser Altherrenforum :D.

Es bleibt schwierig, mit einem kleinen Spezialradteam alle Hypothesen aller potentiellen Märkte vorwegzunehmen oder zu bedienen, weil dann das Produkt auswächst in Ballast & Entwicklungskostenrucksack... gerade in Detail und Anbauvielfalt. Am Ende macht es sogar relativ wenig Sinn, auf Massenmärkte zu schielen und direkt Long-Johns etc. mit diesen und jenen Gimmicks Konkurrenz machen zu wollen. So sehr das Pony auch ein Serienprodukt sein will, so bleiben wir doch Nische und müssen (wie der gesamte Liegeradmarkt) reaktiv auf die Kunden warten, die selbst zur Überzeugung gelangen, dass Standard-Ups auf 2- oder 3 Schlappen für sie nix sind... und dann im Kern eine stabile, alternative Plattform suchen, und den Rest der Details dann aushandeln.
 
Mir gefällt das Pony ja vom Konzept her sehr gut. Will es mir auf der Spezi unbedingt mal näher anschauen, ob es nicht die richtige Mischung aus meinem bisherigen HP Scorpion und meinem Tern GSD wäre. Nur eine Drehmomentsteuerung beim Motor vermisse ich und weiß noch nicht, ob ich mir da mit dem Wechsel von Neodrives / Bosch einen Gefallen tun würde. Aber es gibt ja auf der Spezi auch Anbieter, die HPV / Azub auf Bosch umbauen. Vielleicht auch ein Ansatz für das Pony.

Wie groß ist denn die Nische für den kleinen Galopper? Gibt's da eine Aussage zu den Stückzahlen, die bereits laufen? Oder fällt das unter das Betriebsgeheimnis? ;)
 
Ich glaube auch, dass die Lastenradfraktion mit Dach und vorne eh nicht so euerer mögliche Markt sein wird

Meine 2Cents:
- Gedanken machen und per Video zeigen, wie man ein schnell Abschliessen mit Geringer Sicherheit und ein gutes Festschliessen hinbekommt. Das schnelle Abschliessen reicht dann meist beim Bäcker oder am Spielplatz, daheim muss man es natürlich Nachts besser festmachen.
- als Nutzer von Kinderanhänger und FollowMe-Kupplung (tausende Kilometer / auch Winter) muss ich sagen, dass das ganze Dachgedöns doch massiv überschätzt wird. Es erzeugt doch viele Probleme und hindert die Flexibilität
- der große Vorteil ist bei euch, die saubere Trennung Gepäck und Kinderbereich ....(in dem Video).
 
Ich würde @energiesparer beipfLichten, die meisten Lastenräder hier sind auf Kindertransport ausgerichtet, und eine Überdachung der Box nicht selten. Mein Harry Vs Larry mit Ladefläche und Fahrerbag (und ohne Motor) erscheint die Ausnahme. Hier ein Link zu den Modellen der Fjordbeweger. Die Meisten Räder sind für den Kindertransport vorbereitet.
 
Ich habe heute das Pony mal belastet, sechs Kisten Wasser ergibt eine satte Straßenlage.

Endlich ein Lastenrad was leicht und handlich ist und sich super komfortabel über längere Strecken fahren lässt.
Und eine feine Erweiterung des vielseitigen Leihradangebotes. https://dasallrad.org/ (es muß noch eingepflegt werden)
Fast 200 km bin ich bisher gefahren und habe mich sofort wohl gefühlt damit.
Es ist ein langes Fahrgestell und hat als Sonderausstattung eine 10 cm breitere Achse.
Deswegen passte es zusammengebaut nicht in die Serienkiste, es war aber kein Problem die beigelegte Achse mit den paar Schrauben zu befestigen.
Hinterräder drauf schrauben, Sitz einstellen und festmachen, Tretlagermast einschieben und einstellen, Stecker für den Motor stecken, Kette drauf, Lenkhebel festschrauben und schon konnte die erste Runde gedreht werden.
Die Ausstattung passt gut mit Rohloff, Tretlagermotor von Bafang, Kurbeln mit 2 Gewinden für 170 mm und 155mm Kurbelkreis, Klickpedal von Shimano.
Ein rundum gelungenes Spasszeug!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe die Beiträge, die hier OT sind, gelöscht und zwei neue Threads zu den von @stan verlinkten Fahrzeugen aufgemacht. Bitte führt die Diskussion dort.
 
Ach so eine Spezi ist schon prima, heute konnte ich ein Pony fahren. Ohne Motor ging es auf die Testrunde, etwas Sorgen hatte ich weil ich doch sehr steil gesessen habe und für gewöhnlich mein Steißbein meckert, hat es aber nicht, komisch aber der Sitzt passt mir gut. Das Tretlager unter Sitzhöhe war auch mein erster Versuch und auch das passt. Also draußen mal Offroad abgebogen und geschaut wie es auf Schotter klettern kann, auch gut nur ganz wenig durchdrehen vom Hinterrad. Ein wirklich gelungenes Gesamtpaket (y)
 
Ach so eine Spezi ist schon prima, .... wirklich gelungenes Gesamtpaket (y)
habe vieles getestet, von allen offenen Fahrzeugen fand ich das Pony das geilste Gefährt. Hat mich direkt 45 Jahre zurück katapultiert: als ich 8 oder 9 war. Ich fuhr Mittage lang auf'm Kettcar -mit oder ohne Hänger- im Hinterhof, rangieren, fahren, ...Spaß haben. Das Pony ist der reinste Jungbrunnen :love:
 
Vorstellung Pony4 mit Solardach und erweitertem Regenschutz

Hier nun der zweite Teil zur Weiterentwicklung meines Pony4 zur Anregung für Deinen Umbau. Ich hatte noch einen zweiten Akku und habe mich entschlossen, beide Akkus unter die Ladefläche zu bauen. In diesem Zusammenhang habe ich den Spritzschutz der vorderen Schutzbleche verlängert damit es unter der Landefläche nicht allzu nass wird. In dem schwarzen Schaltkasten hinter dem Sitz verbirgt sich ein DC-DC Wandler auf 12 Volt und ein USB Ladegerät fürs Handy. (Umgelötete Autosteckdose). Auf den Schaltkasten sehe ich die Spannung der beiden Akkus, kann den Strom (12Volt) einschalten und entscheiden, welchen Akku ich nutze und welcher durch das Solardach geladen wird.
Zum erweiterten Regenschutz habe ich eine Tasche genäht und mit Klettband unter der Verkleidung angebracht. Der Regenschutz ist mit Gummibändern innerhalb der Verkleidung nach unten gespannt. Nicht vor Regen geschützt sind die Unterarme. Daher befinden Sich in der Tasche auch zwei Stulpen, die ich bei starkem Regen über die Unterarme ziehen kann. Der Regenschutz besteht aus Ripstopp Nylon.
Den Grundrahmen für das Solardach habe ich mit Alusteck gebaut. Die Stützen sind aus 25mm Alurohren aus dem Baumarkt. Als Fahrlicht nutze ich ca. 10 cm lange Stücke von wasserdichten LED Streifen. Den Rest sieht man hoffentlich ganz gut auf den Bildern.
 

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