LR MBB 2.0 mit Holz-Heckverschalung

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Wie schon angekündet nun mein neues Projekt:
Ich möchte eine verbesserte Version meines 1. MBB's bauen. Dies baute ich vorwiegend aus alten Veloteilen zusammen und spendierte ihm ein Heck/Gepäckkoffer in "Skin on Frame" Technik. Mit dem Velo bin ich schon von Zürich in die Vogesen und zurück gefahren. Inkl. allem was ich zum Übernachten im Freien benötige.
Die Geometrie hat sich für mich ziemlich bewährt.

MBB 1.0
MBB 2020.JPG

Die Idee für das 2.0 ist nun folgende:
  • Heckverschalung plus Sitz komplett in Holzbauweise und an einem Stück. Dafür möchte ich den Grossteil mit Zederstreifen, 5mm dick, formen. Das ganze wird dann aussen noch dünn mit Glasmatte und Epoxidharz verstärkt. Vor allem um die Oberfläche härter zu machen und das ganze langlebiger.
    Heckverschalung.jpg
  • Der Rahmen möchte ich entweder aus neuen Rohren aus dem konventionellen Velorahmenbau zusammen hartlöten oder ev. den Teil hinter dem Steuerlager aus Holz verleimen. Weiss noch nicht ob ich genug Mut für das Material Holz beim Rahmen habe. Ich möchte mit dem Velo eine längere Reise in Europa machen.
    Der Steuerlager Winkel würde ich bei 65° Grad mit ca. 12cm Nachlauf konstruieren. (Hatte beim 1.0 67° bei 10 cm Nachlauf)
  • Wenn möglich möchte ich die Heckverschalung inkl. Sitz ein wenig federn. Ich stelle mir dabei vor unter dem Gesäss ein Gelenk anzubringen und die Heckverschalung vom Hinterradlager aus federnd abzustützen. Damit möchte ich vor allem auf Kieswegen ein wenig weniger Geräusche und wenig mehr Komfort. Die Konstruktion der Feder habe ich noch nicht zu Ende gedacht. Vermutlich möchte ich etwas mit Elastomer Stücken machen. Die sollen Hoch und Runter federn. Denkt ihr das bringt etwas? Bin offen für Vorschläge!
    Heckverschalung2.jpg
  • Da ich unterwegs meist im Freien unter einem Tarp übernachte wünsche ich mir zudem das "Holzteil" ganz leicht vom Velo trennen zu können um es danach als gemütlichen Liegestuhl unter dem Tarp nutzen zu können. Ich lese am Abend gerne noch ein wenig, mache das aber nicht gerne im Liegen!
  • Am liebsten würde ich noch eine Art Ständer einbauen um das Velo auch mal ohne offiziellen Veloständer stehen lassen zu können. Wäre froh um Ideen!
  • Da ich durch die hohe Sitzposition, die ich aber genau so haben möchte, bei sehr steilen Strecken mit dem Vorderrad durchrutsche, habe ich mir einen Add-e für das Hinterrad bestellt. So kann ich den wenn nötig zur Hilfe nehmen. Wenn nicht, beeinträchtigt er das Fahrverhalten gar nicht.
  • Was ich sicher auch noch integrieren werde ist ein Regenschutz für die Beine. Da habe ich schon eine Möglichkeit bei dem 1.0 getestet, welche gut funktioniert.
    IMG_9651.jpeg
Natürlich würde ich mich wieder über Kommentare, Verbesserungsideen, technisches Knowhow und weitere ähnliche Ideen freuen.
Mit lieben Grüssen
Michael
 
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Schon begonnen habe ich mit der hinteren Radverschalung.
Aus Zeder habe ich Bettchen geschnitten und auf der Kreissäge zugeschnitten.
IMG_0622.JPGIMG_0623.JPG
Dann habe ich sie Stück für Stück in einer Form zusammengeleimt.
IMG_0626.JPG
Als nächstes habe ich Ahornfurnier zugeschnitten und in einer Form verleimt.
IMG_0646.JPGIMG_0647.JPG
Fortsetzung folgt... langsam, denn ich möchte den Bau geniessen...
 
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Hi Michael,

bei der Federung solltest Du mit bedenken, dass dies auch die Abstützung für deinen Körper ist.
Wenn der nun bei jedem Tritt in die Pedale nachgibt, wird das Ergebnis ein ineffizienter Antrieb, der deutlich Kraft kostet.

Wahrscheinlich wird dies bei Dauerleistung in der Ebene nicht so relevant, weil die Abstützung dann vor allem gegen die Hüfte geht.
So bald Du aber auch mit den Schultern ordentlich gegen den Sitz drückst, wird der Sitz (= die Abstützung des Antriebs) in Deiner aktuellen Skizze sehr weich...
(Du kannst ja beobachten, ab welchen Belastungen (Steigungen), Du oben ordentlich Druck auf den Sitz weitergibst.)

Kennst Du die Hinterradfederung von Zox?
Die würde das Thema vermutlich besser lösen und ist recht einfach gebaut.
(Und wenn Du die für Steigungen sperren willst, drehst Du unten die Schraube/Mutter am Dämpfer so locker, dass sie mit Körpergewicht bereits auf Anschlag geht.)
1639547025790.png
Bildquelle: Beitrag von Knarf https://www.velomobilforum.de/forum...-26-travel-kennt-das-jemand.39576/post-723598

Gruß, Harald
 
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Fur die Birdy und Brompton gibt es elastomer federelemente, fur das Ice trike auch. Die lösung am ICE bietet die beste moglichkeiten damit rum zu spielen. Die krafte auf das federelement werden grosser wenn es naher am drehpunkt Rahmen/schwinge sitzt. Mit ein Moduflex Mit elasomer sehr nah am drehpunkt hab ich schlechte erfahrungen. Die resonanzfrequenz wurde auf viele Wege mit Steinbelag getroffen. Dann schwingt sich das ganze immer mehr auf.

Bei Velomobile wird momantan auch viel mit Cellasto elastomere gemacht, Kuck mal nach bilder vom Alpha 7. Da ist aber fast kein hebelverhaltnis.

Federelement nah am Schwingendrehpunkt vergrossert denn federweg, wegen die hebel verhaltnisse. 1cm komprimieren ist mehr als 1 cm federweg an der Radachse. Auch die krafte die da an die stutzpunkte auftreten sind damit hoher, und die ganze Konstruction muss deswegen schwerer gebaut werden.

Den Sitz und Verschalung bieten selber schon ein sehr Starken Kasten, an demm mann einiges befestigen kann. Bei mein Holzvelomobil hab ich zwei Igus stehlager Glaub estm-25 im einsatz. Ein 25mm Alu rohr dient als lagerwelle. Die stehlager werden mit 2x m8 bolzen in zwei Escheholzleisten geschraubt. Diese sind bei mir etwa 10x25 mm querschnitt. Es gibt von Igus auch Flanschlager fur seitliche befestigung, was sich im deinen Fall vielleicht besser anbietet.

Könnte mir vorstellen das denn Sitz und die Heckverkleidung so etwa im Gurtelbereich vom Fahrer, mit etwas mehr Holz verstarkt wurde, und das dan von unter/hinten die schwinge dort rein gesteckt und befestigt wird. ( Edit das geht dan nicht so gut zusammen mit das abnehmen vom sitz.

Metal hat pro mm2 eine sehr hohe belastbarkeit, aber pro mm3 ein sehr hohes gewicht. Holz hatt pro mm2 eine niedrige belastbarkeit, aber pro mm3 ein sehr geringes gewicht, in verhaltniss zu metal. Fur 100 gramm material kriegt mann in Metal nur wenige mm3, in Holz aber wesentlich mehr mm3. Weil mann mehr material furs gewicht kriegt, kompensiert das die geringere "leistung" wesentlich.

Das fuhrt aber zu umgekehrte bauweisen. In Metal sollte mann moglichst wenig benutzen, da es dann immer noch stark genug ist, und sonnst zu schwer wird. In Holz kann mann sehr viel nutzen, und muss es auch weil es sonnst die belastungen nicht tragen kann.

Fast jeder kennt wohl situationen wo sich ne Metal-Holz verbindung sich mit der Zeit lose wackelt, oder spiel entwickelt. Die belastung wird zu gross, fur die wenige tragende mm Holz. Lösung ist das was die belastung auf eine viel grossere oberflache Holz verteilt. Das kann ein blech sein, ein gewindeteil ins Holz, eine unterlegscheibe usw.

Holz allein kann schon viel, wenn man es materialgerecht einsetzt. Wenn mann Holz als Sandwichkern nutzt mit Glas oder gar Carbonfaser lassen sich noch leichtere und starke sachen bauen.
 
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Kennst Du die Hinterradfederung von Zox?
Die würde das Thema vermutlich besser lösen und ist recht einfach gebaut.
(Und wenn Du die für Steigungen sperren willst, drehst Du unten die Schraube/Mutter am Dämpfer so locker, dass sie mit Körpergewicht bereits auf Anschlag geht
Gruß, Harald
Hoi Harald
danke für deine Hinweise! Das Zox kannte ich nicht. Funktioniert die Federung dort so:
Federung Zox.jpg
Ich möchte den Rahmen eher leicht bauen. Ich denke aus diesem Grund kommt diese Federung eher nicht in Frage obwohl das eine coole Lösung ist.
Liebe Grüsse
Michael
 
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Bei Velomobile wird momantan auch viel mit Cellasto elastomere gemacht, Kuck mal nach bilder vom Alpha 7. Da ist aber fast kein hebelverhaltnis.

Den Sitz und Verschalung bieten selber schon ein sehr Starken Kasten, an demm mann einiges befestigen kann. Bei mein Holzvelomobil hab ich zwei Igus stehlager Glaub estm-25 im einsatz. Ein 25mm Alu rohr dient als lagerwelle. Die stehlager werden mit 2x m8 bolzen in zwei Escheholzleisten geschraubt. Diese sind bei mir etwa 10x25 mm querschnitt. Es gibt von Igus auch Flanschlager fur seitliche befestigung, was sich im deinen Fall vielleicht besser anbietet.

Könnte mir vorstellen das denn Sitz und die Heckverkleidung so etwa im Gurtelbereich vom Fahrer, mit etwas mehr Holz verstarkt wurde, und das dan von unter/hinten die schwinge dort rein gesteckt und befestigt wird. ( Edit das geht dan nicht so gut zusammen mit das abnehmen vom sitz.
Vielen Dank für die vielen Hinweise! Ich denke die Cellasto Elastomere die bei Alpha 7 verwendet werden könnten bei mir passen. Muss noch herausfinden wo ich solche bestellen kann. In der Schweiz habe ich auf die Schnelle keinen Lieferanten gefunden.

Die Igus Lager sind auch ein guter Tipp. Die kannte ich noch nicht. Werde ich in Betracht ziehen.

Für die leicht entfernbare Befestigung der Federelemente habe ich schon eine Idee. Werde später mal eine Zeichnung dazu machen.

Deine Hinweise zum Material Holz kenne ich zum Teil schon. Ich denke um auch den Rahmen aus Holz machen zu können müsste ich Versuche anstellen. Ich weiss noch nicht ob ich da der Einfachheit halber einfach einen leichten Stahlrahmen machen werde.
 
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Hi Michael,

die Zox Prinzipskizze passt, so war's gemeint.

Dass dies schwerer wird, als 2 Abstützungen Deines Aero-Koffers?
Ich denke aber nicht, dass dies viel auslösen würde. Wo nicht viel dran ist, kann auch nicht viel Gewicht sein...

Für ein Rad, das effizient und schnell fährt, ist mir die stabile Abstützung des Rückens wichtiger als 0,x kg mehr.

Gruß, Harald
 
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Die Zox methode ist sehr leicht. Ist ein 40x40 aussenrohr, und innen etwas kleiner. Im innenrohr dann vermutlich ein querrohrchen mit bronze gleitlager und eine halte buchse fur denn bolzen der federung. Etwa 15cm mehr rohr als wenn die Hinterbau direct angeschweisst wurde. Viel einfacher und leichter geht nicht.

Auch denn Sitz und verkleidung kann noch zusatzliche steifheit bringen, wenn mann die geschickt form gibt, und befestigt. Mach aus denn hinteren rahmenteil ein dreieck, wobei denn Sitz die vordere seite vom nach oben stehenden scharfen Dreieck ist. Mit etwas mehr aufwand kann die konstruktion darauf ausgelegt werden das es denn ganzen tragenden konstruction ist. Nur unten 4 befestigungspunkte am Rahmen hatt.
 
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Nachdem ich die ganze Werkstatt aufgeräumt, ausgemistet und geputzt habe gibt es endlich wieder mal Fortschritte zu sehen.
Ich habe aus Styrodur eine Form für den Sitz gebaut und mit Ahornfurnier den Sitz verleimt. Im Moment erst 4 Lagen, zwei kommen in einem zweiten Schritt noch dazu. Beim Verleimen der "Schutzbleche" aus Holz musste ich lernen was ich eigentlich schon wusste, dass immer auf beiden Seiten gleich viele Furniere neu hinzugefügt werden sollten. Sonst verzieht sich das Teil beim Trocknen.
IMG_0752.JPG IMG_0753.JPG

IMG_0894.JPG IMG_0895.JPG
 
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Sieht gut aus. Kriegt der Sitz dann noch eine weitere verstarkung, oder bleibt es bei die Furnier schichten? Kann mir vorstellen das da noch irgendwie Rippen an gebaut werden?
 
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Hallo Tiefliger
auf jeden Fall liegt der Sitz auf der ganzen Länge an der Aussenkante auf und ist dort festgeleimt. Ich werde dann testen wie stabil das ist und noch Rippen hinzufügen wenn nötig. Ev. gibt es noch eine Klappe für den Zugang in die Box. Werde ich dann sehen.
 
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Nachdem ich ohne aktuelles Foto etwas am Holzsitz inkl. Heckgepäckverschalung weitergearbeitet habe, bin ich nun bei einem Freund vorbei, der selber Velorahmen baut. Von ihm habe ich folgende Teile um mit dem Rahmenbau zu beginnen.

RahmenteileMBB.JPG
Die Teile in unbearbeitetem Zustand wiegen 3.5 kg. Es kommt noch einiges vom 38 mm Rohr weg, welches ca. 1.6 mm dick ist.
Findet ihr das schwer? Ist, so denke ich, alles eher auf der sicheren Seite.
Freue mich nun auf das Hartlöten. Ich werde aber vorher noch einige Lehren machen müssen, damit alles im richtigen Winkel zueinander passt.
 
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Hoi Krischan
Ich verbaue ca. 70cm davon. Denkst du 1mm Wandstärke würde bei meiner Konstruktionsart reichen?
Ich wohne in der Schweiz und denke bei Tennant zu bestellen ist mir eher zu aufwändig und zu teuer.
Liebe Grüsse
Michael
 
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Ich hab mal die folgende ganz grobe Berechnung gelernt. Verdoppelt mann die Wandstarke, verdoppelt sich auch die Steifheit. Verdoppelt mann denn Diameter, vervierfacht sich die Steifheit.

Bei das Bauproject Highracer, geht 60x1 als Hauptrohr. Bei M5 geht 54x? als Hauptrohr. Ich hatte noch ein alteren M5 lowracer mit 50mm rohr, und der verwindete sich Spurbar. Ich kenne kaum Liegerader bei demm so dunnes Rohr als Hauptrohr genutzt wird. Grosseren Rohrdiameter bei geringen Wandstarke ist oft leichter.

Bei MBB machen die Kettenkrafte kaum was mit denn hinteren Rahmen, da könnte es passen. Wenn vorne ungefedert ein Dreiecksrahmen wirkt, passt es wahrscheinlich auch.
 
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IMG_20220311_150632.jpg
Der Rahmen meiner Solidarität-mit-der-Ukraine-Evil-Cat Baujahr 1995 ist aus 50x1-Rohr, laut Angaben des Vorbesitzers CroMo.

Ich mag jetzt nicht der sensibelste Fahrer sein, aber ich bin schon kräftig, 188 cm, 92 kg, und merke beim Fahren eigentlich keine Verwindung. Liegt's an der Kettenführung nah am Rahmen?

Gruß

Fetzer
 
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