Querlenker Velocar gesucht

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Habe mal eben einen solchen einfachen Querlenker (mit Designspark Mechanical) konstruiert, den man mit Alu realisieren könnte - nicht Gewichts-optimal, aber sehr viel einfacher herzustellen und "Prozess-sicherer" (@Jack-Lee) als verschweisste Rohr-Dreiecke.
Die Schwenkachse liegt dann in dem Bolzen links, den man praktisch z.B. in Messing-Buchsen lagern mag, für höhere Präzision.

Die Lösung mit den Blattfedern dürfte für echtes 'Gelände' nicht so optimal sein - oder welchen Federweg hat man da erreicht?

Warum empfiehlst du Messing-Buchsen? Ich dachte an die von https://www.igus.de/product/20455.
 
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Servus,
nimm GFK. Wenns einfach und billig sein soll : FR4 Platten (daraus werden z.B. Leiterplatten hergestellt). Bei einer Spurbreite von 80cm nimmst du ca. 7-8mm Plattendicke, wenn der "Dreieckslenker" im mittleren Teil etwa 12-15m breite hat. Das ist dann sportlich straff, aber noch gut bequem und sehr belastbar.

Gruß,
Patrick
Vielen Dank für deine ausführliche und professionelle Beratung! Sehr nett von dir :) Ich suche mal passende Anbieter raus.
 
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Und du brauchst bei Blattfedern innen am Rahmen keine Gelenke! Das ist ja der Witz des ganzen und erspart ne Menge Arbeit. Auch braucht man nicht so genau fertigen, da man nachträglich den Nachlauf der Vorderräder zueinander einfach mit dem verdrehen der Blattfedern zueinander einstellen kann. Hat nen Grund warum wir zu Beginn von Velomo schnell auf die Blattfedern kamen... Auch mit wenig Mitteln, finanziell wie werkzeugmäßig realisierbar und trotzdem sehr gut in der Funktion. Bei den meisten Untergründen arbeitet so eine Federung besser, als eine "klassische" mit Dreieckslenker und Luftfederelement, einfach weil das Losbrechmoment nahe 0 ist. Es werden schon viel kleinere, hochfrequente Unebenheiten raus gefiltert. Und wenn man mehr Dämpfung braucht, kann man nackte Öldämpfer nachrüsten. Das machen wir beim Pony Lastenquad und den größeren Velomobilkonstruktionen, sowie bei Modellen mit weicher Federung mit viel Federweg.

Ps. Bei Lohnfertigern die Wasserstrahlschneiden anbieten, kann man sich die gewünschten Federn einfach aus dem Plattenmaterial ausschneiden lassen. Aber der Fertiger sollte Erfahrung mit Faserverbundwerkstoffen haben, damit er nicht das Material delaminiert.
 
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Und du brauchst bei Blattfedern innen am Rahmen keine Gelenke! Das ist ja der Witz...
Klaro, aber wenn man Querlenker haben will, dann wäre eine solche Platte mit Drehachse eine mögliche Bauweise.
Grund wäre ggf. ein größerer Federweg fürs Gelände.
Daher meine Frage nach dem gewünschten Federweg - weil daraus andere Konstruktions-Entscheidungen folgen.
 
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Aus GFK aber dennoch nicht, da du mit der Konstruktion einfach die Platte delaminierst...
Mit ner GFK Blattfeder kann man auch prima 10cm+ Federwege realisieren.
 
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Und du brauchst bei Blattfedern innen am Rahmen keine Gelenke! Das ist ja der Witz des ganzen und erspart ne Menge Arbeit. Auch braucht man nicht so genau fertigen, da man nachträglich den Nachlauf der Vorderräder zueinander einfach mit dem verdrehen der Blattfedern zueinander einstellen kann. Hat nen Grund warum wir zu Beginn von Velomo schnell auf die Blattfedern kamen... Auch mit wenig Mitteln, finanziell wie werkzeugmäßig realisierbar und trotzdem sehr gut in der Funktion. Bei den meisten Untergründen arbeitet so eine Federung besser, als eine "klassische" mit Dreieckslenker und Luftfederelement, einfach weil das Losbrechmoment nahe 0 ist. Es werden schon viel kleinere, hochfrequente Unebenheiten raus gefiltert. Und wenn man mehr Dämpfung braucht, kann man nackte Öldämpfer nachrüsten. Das machen wir beim Pony Lastenquad und den größeren Velomobilkonstruktionen, sowie bei Modellen mit weicher Federung mit viel Federweg.

Ps. Bei Lohnfertigern die Wasserstrahlschneiden anbieten, kann man sich die gewünschten Federn einfach aus dem Plattenmaterial ausschneiden lassen. Aber der Fertiger sollte Erfahrung mit Faserverbundwerkstoffen haben, damit er nicht das Material delaminiert.
Das Pony4 gehört zu meinen Favoriten. Schön und funktionell.

Vielen Dank für die ausführlichen Infos vom Experten.
Ich habe sie mal zu meinem Vergleich aufgenommen und werde auch Carbon abwägen.

Ich muss sagen, das einzige was noch bleibt, ist die Ermüdungserscheinung. Nach der 10.000 Biegung, wie viel % geben die nach. Das ist so Art Qualitätseinschränkungsgedanke bei mir. Deswegen nehme ich auch nochmal Carbon näher in den Blick.
 
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Faserverbundwerkstoffe ermüden viel langsamer als zb Stahl und halten viel viel länger als mechanische Konstruktionen wie Lager oder Federbeine.
GFK Blattfedern in Trucks halten etwa 3-5x länger als welche aus Stahl. Wenn man das Material nicht überlastet, halten die Federn länger als das restliche Rad.
 
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Faserverbundwerkstoffe ermüden viel langsamer als zb Stahl und halten viel viel länger als mechanische Konstruktionen wie Lager oder Federbeine.
GFK Blattfedern in Trucks halten etwa 3-5x länger als welche aus Stahl. Wenn man das Material nicht überlastet, halten die Federn länger als das restliche Rad.
Da bin ich jetzt Sprachlos!^^ Ist ne Aussage mit der ich sehr gut leben kann :D

Ich muss noch mal mit meinem Maschinenbaufreund sprechen ^^
 
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Sturzänderung ist relativ egal, wichtiger ist, eine Sturzänderung zu verhindern. Das geht durch antiparallele Federn und/oder einen kürzeren Federarm oben
 
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Ach, es geht um eine Konstruktion mit Doppel-Blattfedern?
Das war mir aus den bisherigen Beiträgen hier nicht klar.
Gibt es ein Foto, wie das exemplarisch aussehen kann, oder Zeichnung?
 
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Verbaut Velomo serienmäßig an eigentlich allen Rädern. Bei Quads auch hinten. Beim angefügten Rendering sieht man den Aufbau aber besser.
 

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Verbaut Velomo serienmäßig an eigentlich allen Rädern .. Rendering sieht man den Aufbau ..
Ok, das ist eine elegante Konstruktion mit wenigen Bauteilen.
Beim Doppel-Querlenker lassen sich durch optimierte Geometrie der Anlenkpunkte einige Parameter optimieren, z.B. der Rollcenter - siehe das oben verlinkte YT-Video von dem Indischen Motorsport-Freund. Das stelle ich mir bei dieser Konstruktion schwierig vor, weil es keine klar definierten Drehachsen gibt. Ist aber vielleicht für die geplante Anwendung auch hinnehmbar.
 
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Es gibt keine definierten Achsen, ja, aber man kann durch die Form bestimmen wo es sich hauptsächlich biegt und einen guten Kompromiss konstruieren.
 
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Schön das das Thema hier so aktiv ist :)

Kleines Update meinerseits. 3D mit Kunstkopf komm nicht in Frage. Das stärke was bedruckbar ist, ist von Mark3D und hat trotzdem nur ein Bruchteil von gutem Alu (30-40% im Vergleich von Alu). Für einen Prototypen vielleicht OK, aber die Kosten sind ähnlich wie Guss.

*Ich habe alles mir bekannte was auf dem Mark ist (für Industire-3D-Drucker ab 4.500€) vergleichen von den Datenblättern und auch mit Herstellern kommuniziert. Man bekommt es mit einer sehr hohen Fülldichte ab 60-70% vielleicht hin, aber dann ist es sogar teurer als Guss.

Ich versuche gerade die 3D Zeichnung Kostentechnisch zu optimieren und spiele mit Alu-Guss. Dem günstigen Aluminium 6082.

Blattfedern sind noch nicht aus dem Spiel! :)
 
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Alu-Guss .. ookay .. welche Stückzahlen peilst du denn an?
Für EInzelstücke kann man nach Indien gehen, guckst du Juhtjub 'Metal Casting Aluminum for the Livelihood' - 3,7 Millionen Views.
Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass die gezeigten Dienstleister Legierungs-Wünsche berücksichtigen :)

@Jack-Lee, das Bild von eurer Vorderachse hat mich nachdenklich gemacht .. die Bauteil-Sparsamkeit ist wirklich cool.
Im Verhältnis dazu habe ich bei dem Dreel bisher sehr viel Mechanik-lastiger gearbeitet - siehe Foto.
Nun möchte ich eine Variante mit Blattfedern konstruieren, wesentliche Unterschiede zu eurem Fahrzeug:
- Leiterrahmen, der (etwas) seitlichen Aufprall-Schutz bietet
- Bodenfreiheit >10cm, Federweg +/-3cm > Straßenbetrieb
Die tragende Struktur verläuft rechts und links des Fahrers, die Radaufhängungen sitzen da dran, die Blattfeder wäre dann etwa 20cm lang.
Das GFK müsste nun einiges dünner sein als bei euch, um bei dem kurzen Hebel einen solchen Federweg zu erreichen - ist es dann noch stabil genug zur Aufnahme der anderen Kräfte?
 

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