Kommentare zu Liegerädern

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Erschreckst du nicht, wenn du auf einmal ein Auto neben oder vor dir siehst? Fragt mich ein alter Bekannter und beharrt ganz hartnäckig darauf, dass das so sein muss.??? Vielleicht weil wir als Liegeradler im Schlafmodus unterwegs sind? Ich versteh Sowas nicht. Dabei ist es genau umgekehrt. Autofahrer schlafen und erschrecken sich viel eher.
 
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Mal was Neues:
Ich hatte einen Bus mit meinem Peer Gynt im Innenraum nach Marburg überführt und kurbelte nach Dienstschluss ganz gemütlich auf der gut gefüllten Lahnpromenade Richtung Heimat. Mir kam eine junge Familie entgegen. Der zugehörige Dreikäsehoch beim Anblick des PG: "Also, so ein Rad hab ich noch nie gesehen." Beim Näherkommen korrigierte er sich: "Also, so ein kaputtes Rad habe ich noch nie gesehen!"
Ich musste natürlich schallend lachen.
Ich nehme an, er hatte das kleine Vorderrad des Langliegers gesehen, dahinter die Pedalerie, noch weiter dahinter "den Hauptteil" meiner edlen Physis. Und obendrein fehlte der Lenker auf dem gut erkennbaren Lenkkopf, dafür saß seitlich an der Gabel das Geröhr des Lowriders. Alles sehr seltsam.
Seine Einschätzung war also gemäß kindlicher Logik verständlich. Und irgendwie süß. :)
 
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Auf unserer Reise mit dem Zox-Tandem kamen auch Kommentare, die ich vorher noch nie gehört hatte:
bezogen auf die Länge: "Strechtlimousine"
"Schönes langes Sofa"

Beim Cafetrinken in einem großzügigen weiträumigen Gartenlokal beobachteten wir männliche Teilnehmer einer Lehrergruppe, die sich um unser Tandem gruppierten, und dabei gestenreich die Technik kommentierten. Wir hatten sie ob der großen Entfernung nicht gehört, aber das Beobachten war aufschlußreich
 
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Mal wieder eine kleine Auswahl von eher ungewöhnlichen Kommentaren. Die üblichen "Cooles (geiles) Rad!" oder "Mama, was ist das für ein komisches(lustiges)Rad?", sind Alltag und für mich nach über 30 Jahren und mehr als 600 000 km auf dem Liegerad nicht mehr der Erwähnung wert, die vergesse ich schon fast schneller wieder als ich sie gehört habe. Okay, das kann auch am Alter liegen. :)

Kommentar 1:
Ich fahre gerade in Truchtlaching auf Alzbrücke zu, als mir drei junge Buschen in Badehosen entgegenkommen. Gerade als ich vorbeifahre, meint einer: "Dein Radl, des musst du aufstellen!"
Offensichtlich war es ihm nicht hoch genug. Ich grinste bloß und verkniff mir jegliche Entgegnung. In dieser Form noch nie gehört.

Kommentar 2:
Ich muss an einer kleinen Seitenstraße etwas abbremsen, da einige Arbeiter damit beschäftigt sind, neben der Straße Kabel zu verlegen. Einer sieht mich und meint trocken: "Du hast deine Flagge verloren!"
Da konnte ich ebenfalls bloß grinsen und den Kopf schütteln, weil ich mit so einer Bemerkung wirklich nicht gerechnet hätte. Manche Kommentare überraschen eben selbst alte Hasen.

Kommentar 3:
Ich überhole auf einer Tour zwei Frauen, vermutlich Mutter und Tochter. Die Jüngere ruft mir nach: "Von dem Rad wäre ich schon längst heruntergefallen!" Ich winkte nur lachend ab und meinte "Halb so wild."
Hinterher überlegte ich, ob ihre Bemerkung vielleicht eine unterschwellige Aufforderung gewesen sein könnte, ihr eine Probefahrt anzubieten. Egal, ist jetzt sowieso zu spät. Außerdem war ich an dem Tag mit dem Dino Langlieger unterwegs und mit dem hätte sich ihre Befürchtung womöglich bewahrheitet, denn als anfängerfreundlich würde ich das alte Radius jetzt nicht unbedingt bezeichnen.

Kommentar 4:
Auf dem Salzachradweg zwischen Salzburg und Oberndorf überholt mich ein eher kurz gewachsener, aber muskulöser Mountainbiker mit einem Affenzahn und ausladenden Bewegungen des Oberkörpers. Offensichtlich ist er im Intervallmodus unterwegs, denn kurz darauf passiere ich ihn wieder, als er neben dem Weg steht. Das Spiel wiederholt sich dann noch einige Mal, er prescht voraus, wartet, usw. Als ich ihn dann das letzte Mal wartend treffe, dreht er sich um und meint: "Ah, da Gmiatliche(Gemütliche)!" Und fügt hinzu: "Do büst aba dös Zül(Ziel) von jädm Lostwogn(Lastwagen)!"
Ich schüttle nur den Kopf und entgegne: "Kann man nicht sagen." Auf weitere Diskussionen lasse ich mich nicht ein, die haben erfahrungsgemäß wenig Sinn.

Ganz grundsätzlich fällt mir in der letzten Zeit auf, dass das ernsthafte Interesse an Liegerädern wieder spürbar zunimmt, eine Weile war das ja ziemlich abgeflaut. Ich treffe jetzt wieder immer öfter andere Radfahrer, die ganz gezielte Fragen zu Liegerädern stellen: Wie fährt es sich? Ist es gut für den Rücken? Gefährlich im Verkehr? Etc..., kennt ihr ja alle. Kürzlich traf ich auch einen alten Bekannten auf Tour, mit dem ich ein längeres Gespräch über die Vor-und Nachteile von Liegerädern hatte und der sich ganz verwundert zeigte, dass ich auch noch nach Jahrzehnten damit unterwegs bin. Klang ganz so, als hätte er es damals für einen vorübergehenden Spleen von mir gehalten. Naja, vielleicht haben ihm meine Erfahrungen zu denken gegeben. Da gibt es bestimmt noch etliche andere mehr, die Liegeräder für eine vorübergehende Modererscheinung halten, wobei ich diese Ansicht natürlich nicht teilen kann, zumindest nicht für mich. :D
 
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Kommt uns (mit Kettwiesel und Baron) ein Paar mit zwei Hunden entgegen:
Sie: Ich bin Autofahrerin und hab jetzt mal eine Frage - wäre ein Fähnchen nicht angebracht?
Ich: Ein Fähnchen - um den Luftwiderstand zu erhöhen?
Sie: Nein, damit man Sie nicht übersieht.
Ich: Sehen Sie denn Ihren Hund? Auf ihn deutend.
Sie: Ja schon, aber ...
Ich: Ist schon recht, haben sie stehen gelassen und sind weiter gefahren.
 
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Gestern fuhr ich mit der Cheetah auf der Suche nach meiner Zieladresse relativ langsam an der Schule am Rathaus Lichtenberg in Berlin vorbei. Laute Frage aus dem Fenster: "Kann man damit fahren?"

Und vorhin am Weißen See, als wir gerade auf Cheetah und Baron lagen, Arme herunterhängend, Blick in den Himmel bzw. in die Baumkronen gerichtet: "Sind das nun Fahrräder oder Liegeräder?" :LOL: Das war schon eher einer Antwort würdig, ich habe mich für "Im Moment eigentlich Schlafräder." entschieden.
 
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Auf unserer Reise mit dem Zox-Tandem kamen auch Kommentare,
ich zitiere mich mal selber.
Wir sind in der Potsdamer Innenstadt angekommen, und ich suche in einer Fußgänger-Fahrrad-Zone nach dem weiteren Weg.
Ein älteres Ehepaar spricht uns mit dem üblichen "bequem, Balance halten...."an.
Da wir sowieso stehen, biete ich der Dame ein Probesitzen auf dem Stokerplatz an, was sie auch dankend annimmt.
Als sie sitzt, sage ich: "So, jetzt fahren wir los", später: "Jetzt treten nur Sie" bzw. "jetzt trete nur ich". So habe wir eine kleine Runde auf dem Platz gedreht. Die Frau war total begeistert: "Ich könnte weit mit Ihnen fahren!"
Meine Frau unterhielt sich derweil mit ihrem Mann. "Meine Frau macht alles mit, was ich da schon erlebt habe!"
Die Begeisterung war, zumindest bei ihr, zu spüren!
Michael
 
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heute mal ein schriftlicher Kommentar :D
IMG_4175-1.jpg

es geht um diese Lüsterklemme:
1632230052420.png
und der vorgeschlagene Ersatz wurde dazu genutzt die Nachricht zu befestigen und ist oben im Bild links am Rad zu sehen.
Leider ist in diesem einen konkreten Fall die Lüsterklemme tatsächlich besser geeignet.
 
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Wow, das sind in dreißig Jahren jeden Tag, wirklich jeden Tag, 110 Minuten und knapp 55km auf dem Liegerad bei einem 30er Schnitt.
Respekt.
Haha, danke für die Einschätzung, aber einen 30er Schnitt schaffe ich nicht (mehr). Zu alt und bequem(ich), zu hügelig(die Gegend) und zu schwer(meine Räder und ich). Realistisch ist eher ein 20er Schnitt, im Winter noch weniger. Ich sage immer, dass ich im Jahr so etwa 1000-1100 Stunden auf dem Rad liege. Das halte ich für gar nicht mal so extrem, entspricht es doch in etwa der Zeit, die ein Durchschnittbürger vor dem Fernsehgerät verbringt. Da halte ich meine Alternative für gesünder, abwechslungsreicher und geistig anspruchsvoller. :D
Gerade recherchiert, die Zahlen sind sogar etwas höher als ich dachte, kaum glaublich:
Im Jahr 2017 lag die durchschnittliche tägliche Fernsehdauer der Gesamtbevölkerung bei 221 Minuten. Zehn Jahre zuvor hatte sie noch bei 208 Minuten gelegen. Den höchsten Wert der Sehdauer wies dabei mit 316 Minuten die Altersgruppe über 50 Jahren auf (2007: 275 Minuten). (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1525/umfrage/durchschnittliche-fernsehdauer-pro-tag/)

Zum Thema des Threads: Vorige Woche traf ich auf dem Salzachradweg kurz vor Laufen ein junges Pärchen auf Rädern und mit Hund. An einer Stelle mit eher grobem Kiesbelag hatten sie gestoppt und die Frau hielt den Hund am Halsband fest. Reine Vorsichtsmaßnahme, er sah keineswegs so aus, als ob er sich auf mich stürzen wollte. Ich passiere sie freundlich grüßend auf meinem oben gelenkten Dino mit dem patentierten Chopper-Feeling, als der Mann mir nachruft: "Das ist ja eine geile Kiste!" Da konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. :)
Und am selben Tag in der Salzburger Fußgängerzone(Radfahren erlaubt) ein kleines Mädchen, das sehr richtig bemerkte: "Der muss ja nach vorne treten!"
Als eine Art nonverbalen Kommentar habe ich in der letzten Zeit zweimal den Daumen nach oben bekommen, einmal von einem Passanten, einmal aus dem Auto heraus.
 
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Ich konnte neulich den Kommentar eines kleinen Mädchens gleich recyceln.
Als ich mich gerade zum Losfahren auf die Cheetah gelegt hatte, meinte es "Mama, das ist ein Hinlegerad!" Einige 100 Meter weiter wechselte der Untergrund von Asphalt auf Kies, gleich danach kam eine Kurve, ich hatte runtergebremst, und prompt fragte ein MTB-Fahrer hinter mir, wieso ich so langsam werde. "Slicks greifen auf Kies nicht gut, und ich will nicht, dass das Liegerad zum Hinlegerad wird."
 
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Wegen einer Reifenpanne müssen mein Troytec und ich heute am Sonntagnachmittag den Heimweg leider mit der U-Bahn antreten. Wir stehen also so gut es eben geht im U-Bahnwagen, darauf bedacht, dass andere auch einigermaßen gut an uns vorbeigehen können. Ok, ein kleiner Ausweichschlenker ist nötig, aber geht halt nicht anders. Zwei oder drei Fahrgästen gelingt das auch problemlos, meine entschuldigenden Gesten werden jeweils mit "absolut kein Problem"-Gesten beantwortet. Ist ja auch kaum was los in der U-Bahn, wir stören also nicht wirklich. Dann aber kommt einer an, deutet aufs Troytec und sagt:

"brabbel brabbel brabbel verboten"

Ich weiß zwar nicht genau, was der Typ meint, aber das eine ungute Triggerwort habe ich verstanden. Also kontere ich unverzüglich mit einem energischen

"NEIN!!"

Er bleibt stehen, funkelt mich an und läßt einen längeren Sermon ab...

"brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel brabbel"

...und geht schließlich weiter. Ich habe kein Wort verstanden. Deswegen hat mich die ganze Geschichte auch in keinster Weise aufgeregt - schon erstaunlich, Wahnsinn!:giggle: Das erste Mal, dass ich diese FFP2-Masken geradezu liebe! :love:

:LOL::LOL:

(Eigentlich weiß ich noch nicht mal, ob das nun ein Kommentar speziell zum Liegerad war oder sonst irgendwas und ob mein Posting in diesem Thread überhaupt korrekt ist... ;))

PS Ok, noch ein kleiner Nachschlag, damit mein Posting garantiert on-topic ist. Nach dem Aussteigen erstmal ein Frustkaffee (Tourabbruch wg. Reifenpanne) im Strassencafé bei mir daheim ums Eck. Ich sitze also auf der Café-Terasse, da kommt eine ca. 6-jährige angeschossen, baut sich vor mir auf: "Dich kenne ich" - "Ja? Woher?" - "Du fährst immer mit...." (sieht mein Troytec in der Ecke stehen, zeigt drauf) "...so Rädern". Hach, wie nett...:giggle::giggle:
 
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"brabbel brabbel brabbel verboten"
Ha, das erinnert mich an eine Begegnung mit einer älteren Radlerin auf der Wasserburger Landstraße zwischen Trudering und Berg am Laim. Sie kommt mir auf dem Ein-Richtungs-Radweg in ziemlich torkelnder Fahrweise entgegen und ruft schon von weitem: "Des is ja verboten!"
Ich schüttelte nur den Kopf, ohne mich auf eine Diskussion einzulassen, was denn nun genau verboten sei und dass eventuell sie selbst es sei, die nicht so ganz regelkonform unterwegs war. :)
 
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in ziemlich torkelnder Fahrweise

Begegnung mit einer älteren Radlerin
ähnliches ist mir vor ein paar Wochen am Rheinradweg von Bonn wenige Kilometer flussaufwärts passiert: der Radweg war an dieser Stelle zwischen 50 und 60cm breit (für beide Seiten): eine Gruppe von Ü50 e-bikerinnen, in sehr sportlichen Aufzügen und ebeso unverhältnismässig schnell, da deutlich hin und her torkelnd und natürlich auch noch in der Mitte des Weges, kam mir eine Gruppe von e-bike Fahrerinnen entgegen. Nach der (gezwungenermassen ) eng-abstandigen Begegnung entfuhr mit ein "Mann oh Mann", die Damen hinter der Hauptwackel-Lead Fahrerin haben dann geballt "gegoscht" (habe keine Wort verstanden, war vielleicht auch besser so). In solchen Situationen wünsch ich mir für jede(n) e-bike FahrerIn praktische Fahrübungen im Verkehrskindergarten, bis eine strassensichere Balancierfähigkeit, die Kenntnis der Basis Verkehrsregeln (z.B. rechts vor links) und bewusste Rundumsicht sichergestellt ist.
 
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