Höhenmessung - Probleme - Erfahrungen - Grenzen - Genauigkeit

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Angeregt durch den Beitrag im Ausfahrten-Bilder-Thema hier ein extra Thread für Informationen rund um die Höhenmessung mit im Handel befindlichen Geräten wie Fahrradcomputern, Smartphones, Sportuhren und Navigationsgeräten.

Ich hoffe auf eine rege Diskussion und die Erfahrung der Nutzer, welche Geräte sehr gut, weniger gut oder gar nicht geeignet sind.

Es sollte grundsätzlich erwähnt werden, ob die Höhe (aktuelle, Auf- und Abstieg summiert) barometrisch oder mit GPS gemessen wird und welcher Online-Dienst für die Berechnung oder Darstellung verwendet wird (Garmin, Strava, Komoot, Suunto, usw.).

Nach meiner Erfahrung gibt es im Bereich der gemessenen Daten beim Radfahren oder Bergsteigen keine Datenart, die so unterschiedliche Ergebnisse liefert und darüber hinaus äußerst schwierig zu vergleichen ist. Nicht nur, weil die verschiedenen Geräte mit anderen Filtern messen, sondern auch weil die Online-Dienste die Daten noch nach ihren Basisdaten neu berechnen.

Zudem kann der Nutzer die Daten durch Unwissenheit oder mit Absicht gut manipulieren und der Online-Dienst, der die Daten darstellt, wird das entsprechend als Datenbasis darstellen. Oft zur Verwunderung der Betrachter, die gerne einen fairen Vergleich hätten, den aber nicht bekommen.

Soviel zum Start. ;)

fluxx.
 
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Erst einmal: Du vermischt hier zwei Dinge:
  • Höhenmessung
  • Berechnung der Höhenmeter
Es sollte grundsätzlich erwähnt werden, ob die Höhe (aktuelle, Auf- und Abstieg summiert) barometrisch oder mit GPS gemessen wird
Rein barometrisch dürfte selten sein; ich schätze, die üblichen GPS-Tachos verwenden beides. Und da ist dann natürlich die Frage, wie die Daten kombiniert werden.

Ich hatte mal die Höhendaten meines Wahoo Elemnt gezeichnet; die Erkenntnis war, dass die Profile von der Form her identisch aussehen, aber in der Höhe verschoben sind. Das spricht dafür, dass die Höhe ausschließlich barometrisch gemessen wird. Allerdings wird die Höhe nicht direkt nach dem Einschalten angezeigt, sondern ca. 1–2 Minuten später. Spricht dafür, dass erst einmal die GPS-Höhe ermittelt wird (was dauert, weil man dafür mehr Satelliten braucht, und es trotzdem ungenau ist), und das als Basishöhe für den barometrischen Höhenmesser genommen wird.
Nach meiner Erfahrung gibt es im Bereich der gemessenen Daten beim Radfahren oder Bergsteigen keine Datenart, die so unterschiedliche Ergebnisse liefert und darüber hinaus äußerst schwierig zu vergleichen ist. Nicht nur, weil die verschiedenen Geräte mit anderen Filtern messen, sondern auch weil die Online-Dienste die Daten noch nach ihren Basisdaten neu berechnen.
Ich habe mal eine eigene Höhenmeterberechnung geschrieben; als Vorlage habe ich irgend einen Referenzcode genommen, der die Glättung macht. Und damit erhalte ich ziemlich sinnvolle Werte, die gut zu dem passen, was andere Dienste und der Tacho anzeigen. D.h. hier könnte man mal die Glättungsparameter vergleichen.

BRouter etc. ist dabei übrigens ein schlechter Vergleich, weil dort SRTM-Daten genommen werden. Das sind Radar-Höhenmessungen aus dem Space Shuttle, und dabei erscheinen natürlich Waldränder wie Geländestufen. Nicht so toll, aber es gibt eben global keine besseren freien Höhendaten.
 
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Höhenmessung und Berechnung der Höhenmeter hängen doch direkt zusammen. Stimmt die Höhenmessung nicht, stimmen auch die gefahrenen Höhenmeter nicht. Was ist hier nicht korrekt?

Voraussetzung für mich ist eine stimmige aktuelle Starthöhe, die manuell ins Gerät eingegeben wird. Eine GPS-Messung für die Bestimmung der Ausgangshöhe ist eine gängige, aber nicht genaue Methode. Kann man sehr gut nachvollziehen, wenn man ein Gerät nimmt, das über GPS misst und eines, das über Barometer misst.

Bei der heutigen Technik ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass man hier so vorgeht, wahrscheinlich orientiert man sich am Nutzer, der möglichst wenig selber vorbereiten und stattdessen einfach sein Gerät starten soll.

Es ist doch problemlos möglich, dass man bei barometrisch messenden Geräten sogar Luftdruckänderungen (starker Abfall des Luftdrucks vor Gewittern oder Schlechtwetterfronten) herausnimmt und mit der aktuellen Höhe abgleicht. Ausgangshöhe und Endhöhe bei einer Rundfahrt von A nach A sind dann identisch und die Höhenmessung sowie die Addition der Höhenmeter korrekt.

Macht nur Suunto, soweit ich das bisher testen konnte.

fluxx.
 
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Ein sehr spannendes Thema. Ich fahre mit dem Sigma BC 14.16. Der hat ein Barometer, welches ich bei mittelprächtiger Wetterlage auf die Höhe von Nemberch eingestellt habe. Luftdruckschwankungen führe ich nicht nach. Zum Navigieren nehme ich das Samsung S7 mit Barometer und Locus Map. Bei den vielfältigen Einstellmöglichkeiten der App habe ich alles angewählt. Die beiden Geräte stimmen ziemlich überein.
 
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Höhenmessung und Berechnung der Höhenmeter hängen doch direkt zusammen. Stimmt die Höhenmessung nicht, stimmen auch die gefahrenen Höhenmeter nicht. Was ist hier nicht korrekt?
Jein:
  • Wenn die Messung der absoluten Höhe falsch ist, aber die relative Höhe richtig, dann können auch die Höhenmeter richtig berechnet werden.
  • Wenn die Messung der relativen Höhe falsch ist, kann man natürlich keine sinnvollen Höhenmeter ermitteln.
  • Selbst wenn die Höhenmessung grundsätzlich richtig ist, aber stark schwankt, kommen auf ebener Strecke hohe Höhenmeter-Zahlen heraus. Außer, man glättet diese Daten entsprechend stark, aber vernichtet damit in den Daten vielleicht ein paar reale kurze Rampen.
Man muss also richtig messen und richtig glätten.
 
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Betrachter, die gerne einen fairen Vergleich hätten

wieder eine Zielgruppe, zu der ich nicht gehöre ;)

Die aufgezeichneten Höhenmeter, die jedes kleine Hügelmeterchen addieren, sind für mich ohne Bedeutung.
Lustig, zugegeben, wer´s mag.

Mir ist auch die absolute Starthöhe egal. Ob ich nun von 100 auf 500 m geklettert bin oder von 120 auf 520 m ist für mich derselbe Energieaufwand.

Einzig auf das Höhenprofil schaue ich mal, aber wie gesagt, die absoluten Daten ändern am Höhenprofil auch nichts.

Bliebe noch der
starker Abfall des Luftdrucks vor Gewittern oder Schlechtwetterfronten

Der naturgemäß, und da oute ich mich gerne, nicht vorkommt, wenn ich fahre.

Irgendwo ist hier noch Popcorn .....
 
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...nein, iss doch kein Popcorn Thema, iss halt 'nur' ganz interessant, was die Einzelnen hier so für Erfahrungen gemacht haben:
Ich zeichne meine Touren (Wandern + Radfahren) mit Komoot auf meinem Samsung S7 auf - und vergleiche sie, wann immer sich die Möglichkeit ergibt, mit den Aufzeichnungen meines 'Wanderkumpels', der mit Komoot auf einem Iphone mitschneidet:
Da ergeben sich deutliche Unterschiede, das Iphone zeigt eklatant mehr Höhenmeter an.
Die Vermutung ist, dass mein gut 3 Jahre altes S7 einen anderen und somit auch unsensibleren Sensor hat als sein relativ neues Iphone.
Mein Gefühl und meine Erfahrung sagen mir, dass das Iphone wohl näher an der Wirklichkeit liegt, aber ich habe keinerlei Beweise für diese These!
Gruß, heppo
 
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Ich denke mal, dass es keine ernsthaften Angaben zu den Sensoren der Smartphones gibt.
M.W. sind sowohl GPS als auch Barometer-Sensor als „Zugabe“ in irgendeinem All-In-One-Chip enthalten.
Auflösung der Sensoren und/oder unterschiedliche Loggingeinstellungen führen da schnell zu Differenzen in der Höhenmeter-Akkumulation.
 
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Wenn man den bei wechselnden Wetterverhältnissen alle 5 Minuten kalibriert;)
Gestern hatten wir innerhalb von Stunden ein stark fallenden Luftdruck, kommt ja nicht so oft vor. Ich war 3 Stunden mit dem Rad unterwegs und hatte nach der Runde die identische Höhe wie vor der Runde. Das Gerät übernimmt die Kalibrierung und erkennt, ob sich Luftdruck oder Höhe ändert. Kein Problem also.

fluxx.
 
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Man muss also richtig messen und richtig glätten.
Das sollte ja ein gutes Gerät standardmäßig von selber machen. Wenn die Hersteller mit 3-Meter-Filtern arbeiten, die dynamisch zurückgesetzt werden, dann kommt man sehr genau an die von Strava korrigierten Höhendaten hin. Und Strava hat da in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet.

fluxx.
 
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Gestern hatten wir innerhalb von Stunden ein stark fallenden Luftdruck, kommt ja nicht so oft vor. Ich war 3 Stunden mit dem Rad unterwegs und hatte nach der Runde die identische Höhe wie vor der Runde. Das Gerät übernimmt die Kalibrierung und erkennt, ob sich Luftdruck oder Höhe ändert. Kein Problem also.

fluxx.
Das verwundert mich jetzt.
 
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Ich nutze einen Rox11 mit ausgeschaltetem GPS. Finde die angezeigten Werte stimmig auch im Vergleich mit
Mitfahrern.
Extreme Abweichung zu Teasi Navi (GPS) und Angabe bRouter. Anzeige Teasi 2460hm, Rox 1840hm.
Angabe bRouter 890hm, Rox 1280hm.
Mir kommt es nicht auf das letzte Quentchen Genauigkeit an, möchte aber die Rampen zwischendurch
gewürdigt sehen!

Gruss Markus
 
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Was verwundert dich?
Die automatische Kalibrierung.
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Die automatische Kalibrierung.
Funktioniert einwandfrei, sogar auf dem Schreibtisch. Die Uhr zeigt auch nach einer Woche noch die korrekte Höhe an, wenn die mal nur rumliegt. Andere Geräte ändern die Höhe mit den Luftdruckänderungen und müssen dann kalibriert werden.

Und in den letzten 12 Stunden hat sich ja einiges getan. Die 374 m für meine Heimathöhe stehen seit Montag auf der Uhr, auch nach den täglichen Fahrten mit vielen Höhenmetern.

fluxx.

IMG_20210313_090610.jpgIMG_20210313_090618.jpg
 
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