Rekordversuch Deutschland Süd-Nord 2022

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Bei einem Faden mit dieser Überschrift kann man sich entweder lächerlich machen oder zum Helden werden. Beides ist nicht das Ziel;).

Vorüberlegung:
Ich mag große Distanzen als Durchquerungen schon immer. Zu Beginn der 90er mit dem MTB über die Alpen (was damals noch nicht normal war), dann mit dem Tourenrad die Grenzen Europas in alle Richtungen ausgereizt, später Durch Argentinien und Chile bis Feuerland und wieder in den Norden. Mir ging es dabei vor allem um die Strecke, unterwegs zu sein, aber auch immer mit einem gewissen sportlichen Ehrgeiz. Die Beine waren meist gut, der Kopf kann auch ziemlich effizient abschalten. Im patagonischen Sturm auf dem UP nicht die schlechteste Eigenschaft.
Nun fahre ich seit ein paar Jahren Langstrecke auf dem Rad, seit drei Jahren mit dem VM. Irgendwie war so ein Gedanke immer da, gleichzeitig war er weit weg. Ich hätte mich leistungsmäßig nicht so eingeschätzt, eine reale Chance zu haben. Nach einem Jahr gezieltem Training sehe ich das realistischer. Natürlich gibt es mehrere Personen, die das genauso angehen können und dabei wahrscheinlich schneller wären. Aber so ein Rekordversuch ist mehr als nur einfach mal losfahren und so bleibt der Kreis dann doch eher klein.
In der zweiten Jahreshälfte 2021 kamen ein paar unterstützende Umstände dazu. Dazu werde ich erst im Verlaufe der kommenden Zeit mehr sagen können. Man merkt ja, wenn sich Rahmenbedingungen ändern und ein Unterfangen realistischer machen. Insgesamt finde ich, dass der Rekordgedanke etwas eingeschlafen ist. Eine kleine und feine „Wiederbelebung“ fände ich gut. Da es aktuelle keine konkreten Planungen vom HPV für ein Rekordwochenende o.ä. gibt, wähle ich die Road Variante.
Ich kann das Unterfangen indirekt auch für meinen Job nutzen und würde es gerne mit dem Thema Klimaschutz verbinden. Mit der Idee lässt sich auch etwas Reichweite außerhalb der VM Szene erreichen. Aber diese Idee werde ich noch einmal umfassend darstellen. Aktuell ist es noch zu früh dafür.

Konkretes Vorhaben:

Im September/Oktober 2022 möchte ich den Rekord Deutschland Süd-Nord von Roland angehen (1070 Km in 32 Stunden 59 Minuten). Roland war der erste, der diese Strecke angegangen ist und eine fabelhafte Rekordzeit für dieses Distanz hält.
Ein kleines Team hatte schon bei ersten Sondierungen nicht gleich mit einer laxen Handbewegung davon Abstand genommen. Die Regeln habe ich mir eingehend durchgelesen und halte die Umsetzung für realistisch und finanzierbar.

Wie weiter?
Das Trainingsziel für das kommende Jahr ist nun auf jeden Fall klar. Jetzt geht es darum, die ganzen organisatorischen Hürden zu nehmen und vorzubereiten, die Detailplanung zu beginnen und sich so gut wie möglich auf die Unwägbarkeiten solch einer Unternehmung einzurichten. Ich werde hier über den Verlauf der Vorbereitungen informieren.
Über Anregungen und Unterstützungsangebote freue ich mich!
 
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Restpekt. Auch bei dem, was du bisher so gefahren bist. Aber du meinst sicher 23 h 59 min, oder?
(PS: In Patagonien wäre mir alleine beim Gedanken daran sicher der Schädel abgefroren. So ganz ohne Haare. Nicht so wie bei dir. ;) )
 

roland65

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Du hast meine volle Unterstützung. Wenn unser 2. Trainingsjahr nach Plan so klappt, wie unser erstes, dann bist Du da gut dabei. Im ersten hätte ich das zu früh gefunden, aber inzwischen kannst Du auch hohe Lasten recht gut einteilen. Mit der Vorbereitung und der dann richtigen Einteilung war HHB ja auch sehr zielführend.
 
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Finde ich ein tolles Projekt. Respekt das du versuchst den Rekord zu verbessern. Soll der Rekord denn mit dem Milan SL gemacht werden oder ist hier auch etwas anderes geplant? Ist man bei diesem Rekord denn auch wirklich die Zeit untwegs oder gibt es auch vorgeschrieben Pausen?

Gruß
Daniel
 
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Soll der Rekord denn mit dem Milan SL gemacht werden
aktuell ja. Bin ja sehr zufrieden damit, ich bin mit dem SL gut eingefahren und der Oldie ist ja auch immer noch schnell. Ich will jetzt keine Bewertung oder einen Vergleich hier heranziehen. In ein Snoek passe ich nicht, alles andere dürfte auf sehr ähnlichem Niveau sein.
Ist man bei diesem Rekord denn auch wirklich die Zeit untwegs oder gibt es auch vorgeschrieben Pausen?
@Sunny Werner hat es schon erklärt. Entscheidend ist die Gesamtzeit incl. Pausen. Wie man sich das einteilt, ist einem selbst überlassen. Setzt natürlich voraus, dass man so lange wach bleiben kann, um durchzufahren.
 
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Aktuell würde ich aber sagen, dass mir Mai/Juni zu früh ist.
Würde ich auch denken ....über Winter trainieren um im Mai/Juni richtig fit zu sein ist knapp ...dann lieber bis Mai/Juni die Grundlagen und über den Sommer Juni , Juli , August die Höchstform anstreben/erreichen.....und im September explodieren.....zum anderen....tolle Aktion die du da vor hast !!!!!
 
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In ein Snoek passe ich nicht, alles andere dürfte auf sehr ähnlichem Niveau sein.
Hier geht es ja auch um Langstrecke und nicht um ein kurzes schnelles Rennen. Auf Langstrecke dürften die schnellen Velomobile auf ähnlichem Niveau sein. Da ist dann ja wichtiger das man sich wohl fühlt und das man 30± Stunden konstant Leistung abgeben kann. Werde das Thema sehr interessiert verfolgen. Wenn es mir möglich ist und noch Hilfe benötigt wird unterstützte ich gerne.

Gruß
Daniel
 
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Aktuell würde ich aber sagen, dass mir Mai/Juni zu früh ist.
Schade, dann kannst du Pfingsten 5./6.6. nicht nutzen. Wäre kein schlechter Termin, weil 2 "Sonntage" aufeinander folgen und du so gut wie keine LKW auf den Straßen hast. Insbesondere im Oktober musst du zusätzlich mit zahlreichen, übergroßen Erntefahrzeuge wie Mais-Vollernter und Transportgespannen auf den Straßen rechnen.
Aber so what, alles geht eben nicht! Trotzdem respekt, super Projekt (y)
Ich unterstütze gern soweit es passt - zumindest durch Anfeuern an der Strecke, wenn du sie rechtzeitig veröffentlichst.
Gruß
Benno
 
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Roland hatte immer auf Termine mit diesen 2 Sonntagen geschaut, weil ihn dann weniger Fahrzeuge ausbremsen konnten. Als das beim 2. Versuch de-S-N nicht ging, "durfte" er eine ganze Kolonne Erntefahrzeuge auf einer Bundestraße überholen - wenn da was gekommen wäre, wäre er darin gefangen gewesen.
Mehr arbeitsfreie Tage hilft auch sehr, ein Team zusammenzubekommen.

Gruß,

Tim
 
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Im Dunkeln ist aber schwierig zu navigieren
Braunschweig liegt ja eigentlich an einer interessanten Stelle auf dem Weg. Böte es sich da nicht an, die Nachtstrecke um BS (also auf Höhe Braunschweigs) herum zu legen, so daß Du sie bei Trainingsfahrten (auch tagsüber) üben kannst, um Dich dann, wenn's drauf ankommt, besser zurecht zu finden?

...Mike
 
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