Liegerad Ergonomie

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Also ich hab jetzt vielleicht 2000 Gewöhnungskilometer auf nem Bacchettanachbau und habe genau das Problem, dass die Beine brennen, aber die Pumpe nicht läuft; ich komme nicht außer Atem. Und die Beine werden viel schneller müde. Vor allem die Oberschenkel. Wenn ich mich zu nem ziemlich anstrengenden "runden Tritt" zwinge, dann komm ich außer Puste. Aber nie so wie aufm Rennrad. Danach aufm Rennrad, wenn ich mich tief über den Lenker beuge, fahre ich fast ohne Oberschenkeleinsatz mehr aus der rückwärtigen Muskulatur, die dann noch ziemlich unverbraucht erscheint. Auch, wenn ich aufm Liegerad schon total fertig war. Ich vermute, dass es auch damit was zu tun hat, welche Muskelgruppen in welchem Umfang beansprucht werden.
 
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Warum fahrt Ihr dann Liegerad, @Jack-Lee und @Finder ?
Ich fahr damit, weil es sich besser anfühlt. Zuerst in Peergynt-Position, dann 0 Überhöhung, als nächstes 12 cm.
Mann muss ja nicht im Handstand fahren, wenn der Kreislauf das nicht mag.
Rätselnde Grüße, Krischan
 
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@Krischan : Gute Frage. Initial wegen dem Speed, dann kam der Komfort hinzu. Mit dem VM dann schlussendlich die Wetterunabhängigkeit und die täglich mögliche Fahrtstrecke.

@Finder : Das gilt es heraus zu finden. Ich merke nach harten Intervallen auf dem RR auch, dass der untere Rücken ganz schön gegenhalten/arbeiten musste. Hab ich auf dem LR nicht. Wenn es aber nur die Muskeln sind, würden die sich irgendwann adaptieren und gut ist. Diese sind ja bei mir weit weg vom "physikalischen Maximum" und daher, auf längere Sicht, nicht die Limitierung.

@all : Ich glaube es wird ein essentieller Bestandteil werden, dass möglichst viele Leute einen kleinen Test auf dem Ergometer fahren. Werde das in der Planung mit einfließen lassen (also gut per Post versendbar...)
 
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Moin,
Mir geht es ähnlich wie Jack-Lee.
Auf dem "Fitnessrad" bin ich schneller (weniger bequem) als auf meinem Grasshopper.. (ok, voll gefederte Reisekutsche).. Beim Fitnessrad komme ich gefühlt leicht äug Geschwindigkeit, was ich auf dem Lieber richtig Verstrampeln muss..
Gruß
Christoph
PS trotzdem fahre ich Liege, wenn ich längere Fahrten mache..
 
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Vielleicht ist das Ergebnis schlussendlich ja auch : Man muss spezifische Muskelgruppen deutlich stärker ausprägen.
Ich bin auf dem Rennrad zwar eher ein "Stampfer", ziehe aber vergleichsweise stark und trete relativ gleichmäßig -> nutze viele Muskelgruppen gleichzeitig. Auf dem Liegerad geht die ganze Leistung gefühlt über eine einzige Muskelpartie (Musculus vastus medialis). Bisher hat das Krafttraining in dem Bereich aber nur unmerklich angeschlagen.
 
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Ich kenne das problem das die Beine schreien das es weh tut, die Lungen aber so arbeiten als wurde ich im Park rum wandern nur aus meiner anfangszeit. Wenn das jetzt mal passiert ist es meist logisch. Denn vortag eilig nach hause geracet ohne warming up/cooling down, ( lactat aufbau) oder wenn noch ein bisschen krankheit im Körper anwesend ist.

Moglich das auch langere Liegerad pausen die Entsprechende muskulatur wieder verschwinden/abnehmen lasst.

Trotzdem bleibt es leute geben fur die diese extrem Position nicht passend scheint. Auf Bentrider gibt es haufen weise Leute die behaupten das ein Niedriges Tretlager fur sie besser ist. Nur mit mangelnde angewohnung kann ich es mir nicht erklaren. Die algemeine körperliche Fittheit scheint auch nicht entscheidend zu sein.

Ubrigens sind die meisten Rennradler auf ihren TT rad auch nicht in der lage so viel leistung zu bringen als auf denn normalen Rennrad. Wegen die bessere Aerodynamik sind die TT Rader trotzdem schneller Es scheint aber so zu sein das die Optimale Ergonomie aus Leistungsperspective, nicht fur jeden mit denn Optimale Körperposition fur die Aerodynamik ubereinstimmt. . Es scheint mir logisch das Rad zu fahren auf demm die summe Leistung - Wiederstand das beste resulat gibt.

Grusse, Jeroen
 
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Auf Bentrider gibt es haufen weise Leute die behaupten das ein Niedriges Tretlager fur sie besser ist. Nur mit mangelnde angewohnung kann ich es mir nicht erklaren. Die algemeine körperliche Fittheit scheint auch nicht entscheidend zu sein.
Ich vermute eine beginnende Venenklappeninsuffizienz zumindest als eine Ursache.
 
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Bisher hat das Krafttraining in dem Bereich aber nur unmerklich angeschlagen.
Genau so wie man nicht von heute auf morgen ein schneller Rennradfahrer wird, ist es eben auch mit dem Liegerad bzw. dem Velomobil (damit liegt man ja auch). Bis die Muskelgruppen aufgebaut und die Motorik derselben stimmig läuft sind einige Jahre Training selbstverständlich, das gilt für das RR und eben auch für das LR. Besonders der lockere Tritt ist bei einem Umstieg auf ein LR ein Problempunkt. Verkrampftes Fahren behindert immer auch eine gute Durchblutung. Auch die richtige Trittweite, also der Abstand Schritt zum Pedal ist gegenüber dem RR unterschiedlich und muss erst mal gefunden werden. Erst wenn all diese Faktoren stimmen ist ein Vergleich RR zum LR erst aussagekräftig.

Die freie Atmung am LR hängt auch mit der Lenkerposition zusammen, liegt der Lenker vorne ist die Atmung anders als wenn der Lenker unter dem Sitz (Peer Gynt) montiert ist. Ähnlich gilt bei Tiller- und Panzerlenkung.

Bin 1989 erstmals auf einem Liegerad (Peer Gynt) gefahren und erinnere mich noch gut, dass ich einige Zeit üben musste, bis mein Tritt rund und ich dauerhaft schneller als mit dem RR fahren konnte.

In den Bergen ist ein Rennrad bzw. MTB immer im Vorteil, da die Durchblutung mit dem LR beim Treten mit den Füßen nach oben einfach ungünstiger sein muss. Ab wieviel Prozent Steigung dies nun zutrifft ist abhängig von vielen Faktoren wie z.B. Sitzposition, Tretwinkel, Geometrie und Gewicht des Fahrzeuges (besonders beim Velomobil) usw.
und auch der körperlichen Verfassung. Der Wiegetritt bietet eine gute Abwechslung auf dem Rennrad und ist mit dem LR auch nicht machbar.

Auf der Geraden und bei mäßigen Steigungen hat ein LR und ein Velomobil seine Stärken, bergab sowieso.
 
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Vielleicht gibt es wirklich geeignetere und ungeeignete für s Liegerad, könnte es aber auch nicht so genau erklären warum...
Musste grad an schlafradler und bernhardB. denken, der eine hat mit RR und anschließend mit der Liege Superzeiten beim Schauinslandkönig gefahren, bernhard ebenso und er hatte auch für einen Anfänger sehr gute Schnitte mit seinem Eigenbau tretRoller gemacht...sind solche Leute dann einfach für alles hpv Sportlerische sehr gut ?
Bei anderen Sportarten kann es immerhin leichter physikalisch etc. erklärt werden, so wird aus einem 2 Meter Mann nie ein guter Kunst Turner und aus einem bob Anschubser kein Ballett Tänzer...
 
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@VTom : Muskelaufbau geht echt schnell, gerade wenn mans mit Aufbau der Ausdauerleistung oder gar Anpassung von Sehnen und Gelenken vergleicht.
Eine Steigerung z.B. beim Kreuzheben von 70kg auf 110kg ist binnen weniger Monate zu erreichen (zu Beginn). Ich hatte zwar lange Liegerad"pause", aber mein Körper sollte nach über 70tkm auf div. Liegerädern die koordination schon hinbekommen und schnell adaptieren. Die restlichen geometrischen Einstellunge sind zwar aktuell so, dass es sich gemütlich anfühlt und ich keine Probleme bzgl. Knieproblemen usw. bekomme, aber ich habe da nicht genug experimentiert um genau sagen zu können, wie es sich auf die Leistung auswirkt. Das soll ja jetzt geändert werden (Thema des Threads...).

@HFKLR : Dieser Verdacht drängt sich mir auch auf. Weil eben auch die Erfahrungsberichte im Forum diesbezüglich sehr weit auseinander gehen. Von "Ich bring mehr Leistung auf dem Liegerad", bis "ich bring mehr Leistung auf dem Rennrad", unabhängig des Trainingszustandes. Das dürfte aber keine/kaum mechanische Ursachen haben (z.B. Größe/Proportionen), da es in Bernhard beispielsweise ziemlich meiner Statur entspricht und sehr gute Leistungen abliefert.
 

dendrocopos

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Die Idee,
Bewegungen als bewegliches Drahtmodell nachbauen
finde ich zwar gut, aber du solltest bedenken, dass es selbst bei gleicher Haltung auf RR und LR eine andere Position ist, das die Gravitation einfach ganz anders wirkt. Ein bestimmter Winkel der Beine auf dem Rennrad kann gut funktionieren, beim LR sind die Beine aber nach "oben", und daher schwerer.
 
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Klar, ich bin da auf nem anderen Nivau unterwegs. Aber es geht ja um die Differenz zwischen RR und LR. Und mit 245W FTP bei 59kg war ich zumindest "damals" auf ähnlichem Nivau unterwegs. Trotzdem gab es auch zu dem Zeitpunkt haargenau die gleichen Probleme!
Das hat, meiner Ansicht nach, nichts mit dem Trainingspensum zu tun.

@roland65 : Wie oben gesagt; wenn Training das "Problem" wäre, wäre es nicht immer gleich auffällig, egal ob 500km im Jahr oder 12000km.

@dendrocopos : Ja, die Gravitation wirkt anders, was eventuell die Stützmuskulatur anders belastet. Grundsätzlich ist das ganze biomechanisch aber sehr ähnlich. Ein gravierender Unterschied ist aber die "festgenagelte" Hüfte, welche sich auf dem RR recht frei bewegen kann.
 

roland65

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@Jack-Lee - Du bist da zu ernst. :whistle: Ich fahre das Rad, das mir gerade Spaß macht und wechsle je nach Lust und Bedarf rel. viel zwischen VM, MBB, RR, Gravel-MTB und Lasten-Quad. ;) Aufrecht (also UP) gibt es definierte Druckpunkte, nennen sich Sitzbeinhöcker, die gut belastet sein sollten und rel. wenig Probleme bereiten - außer man ist länger nur LR oder VM gefahren. :giggle: Der Trainingseffekt mit einem schnellen Rad ist eh meist geringer, als auf einem langsamen - zu viele Rollpassagen. Beim LR wird flach liegend spürbarer das Darmbein-Kreuzbein-Gelenk belastet = einige Nerven und das Gelenk selber können mit Problemen reagieren. Die Durchblutung der Beine ist ja mehrfach geregelt, orthostatischer Druck, Gewebehormone, Sauerstoffsättigung, aber eben auch durch Nervenimpulse - schau mal eine Extremität nach Schlaganfall an.
Je nach genetischer Anlage (z.B. auch Gefäßverläufe im Beckenbereich) kann das System nicht auf jede Situation reagieren und es ist denkbar, dass sich das eben im recumbent butt oder Minderdurchblutung äußert. Ich würde bei mir vmtl. mit Elektrotherapie versuchen das zu verbessern, aber damit muss man sich schon sehr gut auskennen und Profigeräte nutzen, ist also keine Option für die Masse.

Mal so von meiner Seite fantasiert. ;)
 

spz

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Du bist da zu ernst. :whistle:
Genau das habe ich auch schon einige Zeit gedacht.

Ein gezieltes Training ist ja nicht schlecht, aber für mich hört sich das alles ziemlich verkrampft an.
Auch ich mach nicht nur lockere Ausfahren mit dem Rad und mag es regelmäßig die Komfortzone zu verlassen,
obwohl ich nicht mehr der Jüngste bin und leistungsmäßig eher im unteren Bereich herum kreuche, es macht mir
halt Spaß :cool:(während es mir dauerhaft überhaupt keinen Spaß macht mit 20 km/h rum zu rollen und nach einer
Stunde die erste Pause zu machen, vom dem ein oder anderen "Socialride" mal abgesehen, aber das ist dann ja
mehr eine Wanderung und keine Radausfahrt).
Dabei
fahre das Rad, das mir gerade Spaß macht
und habe mich schon zu Triathlonzeiten am besten gefühlt, wenn ich Abwechslung hatte. Zu der Zeit musste
ich auch einsehen, dass manche Sachen einfach nicht gehen und sich nicht erzwingen lassen. Wäre damals
gerne 100km gelaufen, aber ich habe einfach nicht das "Fahrwerk" um eine entsprechendes Trainingspensum
zu absolvieren. Also habe ich mich irgendwann von der Idee verabschiedet. D.h. wenn es bei dir mit der liegenden
Position nicht wirklich gut klappt, schau dass du das machst was dir Freude bereitet und bei dem du dich gut fühlst
und investiere mehr Zeit in die Bewegung als in die Grundlagenforschung (wäre zumindest meine Vorgehensweise).
Vielleicht erledigt sich dann das ein oder andere Problem auch von selbst (wenn ich mir deine Schilderungen so
anschaue bist du ja mehr ein Freund von intensiv als extensiv, vielleicht ist ja auch das ein Problem :unsure:?).
Mit dem RR kommst du ja nach eigener Aussage gut klar, also warum nicht schwerpunktmäßig dabei bleiben? Wenn
es dir zu langsam ist musst du dir halt Strecken suchen, die das etwas egalisieren (mir fällt da der ein oder andere
Radmarathon ein) und selbst PBP geht ja ganz offensichtlich auf aufrecht :sneaky:.
 
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