Wie unterscheiden sich DF und Evo KS ?

Dieses Thema im Forum "Velomobile" wurde erstellt von Vanilla, 21.08.2016.

  1. Michael Beyss

    Michael Beyss gewerblich

    Beiträge:
    209
    Ort:
    47638 Straelen
    @Delta Hotel -- Heisst dein "Ja" das es sich um Innegra handelt, oder was meinst du damit?!
     
  2. Delta Hotel

    Delta Hotel

    Beiträge:
    4.866
    Alben:
    1
    Ort:
    31139
    Hm wen habe ich denn zitiert?

    Ich meine nicht Innegra.
     
  3. Michael Beyss

    Michael Beyss gewerblich

    Beiträge:
    209
    Ort:
    47638 Straelen
    Du hast mich zitiert, kannst und magst du mir eine Bezugsquelle nennen? Wenn ja auch gerne per PN.

     
  4. DanielDüsentrieb

    DanielDüsentrieb gewerblich

    Beiträge:
    12.522
    es gibt Inegra das ist polyprobulen, Wir setzten selbstgewebtes bzw angefertigtes polyamid ein.
    Morgen bin ich sowieso in Straelen, wenn Du möchtest komme ich vorbei
     
  5. Michael Beyss

    Michael Beyss gewerblich

    Beiträge:
    209
    Ort:
    47638 Straelen
    Ok, komm vorbei!
     
  6. Christoph Moder

    Christoph Moder

    Beiträge:
    1.141
    Alben:
    1
    Velomobil:
    DF
    Liegerad:
    Eigenbau
    Nachdem ich jetzt sowohl Ks als auch DF besitze, kann ich einen Vergleich machen:

    Daten:
    • Maße (laut Spezifikation, nicht nachgemessen): Das DF ist 3 cm höher, angeblich minimal schmäler, und 4 cm kürzer
    • Gewicht: auch ziemlich ähnlich; tendenziell ist das DF geringfügig schwerer, aber weniger als 1 kg
    Fahrverhalten:
    Grundsätzlich fühlen sich beide sehr ähnlich an.
    Kann ich bestätigen; ich fühle mich über den Schultern besser gehalten.

    Gepäck:
    Ja, da gibt es einen massiven Unterschied:
    • Wegen der Einarm-Schwinge beim DF ist der gesamte Platz auf der linken Seite neben dem Hinterradkasten frei für Gepäck.
    • Zudem ist der Radkasten komplett geschlossen, statt einen Schlitz zu haben, durch den die Nabe nach außen ragt. D.h. das Gepäck dort bleibt auch absolut sauber, während beim Ks durch den Schlitz für die Nabe Straßendreck eindringt.
    • Das DF hat auf der Ketten-Seite ebenso eine Ablage wie das Ks. Während sie beim Ks flach ist, hat sie beim DF vorne eine Vertiefung, was dort die Gepäck-Kapazität noch einmal erhöht. Beim Ks ist der Bereich unter der Gepäckablage kaum nutzbar.
    • Wegen des Tillers beim DF sind die Arme weiter oben, dadurch kann man neben dem Sitz auch noch Gepäck unterbringen – sowohl hinten, wo beim Ks die Ellenbogen sind, als auch vorne, wo beim Ks die Panzerlenkhebel sind.
    • Die Kette ist komplett verkleidet, d.h. es gibt eine Kettenverkleidung von der hinteren Umlenkrolle bis zur Schwinge. Damit kann man auch den Platz unter dem Sitz sinnvoll nutzen, ohne Angst haben zu müssen, dass das Gepäck in Kontakt mit der Kette kommt.
    • Mit einer Wartungsklappe vorne kann man sogar noch den Platz vor den Radkästen nutzen, und z.B. Ersatzreifen oder andere Dinge, die man selten braucht, unterbringen. Ist zwar ein Aufwand, die Klappe aufzuschrauben; aber besser, als in das umgedrehte VM robben zu müssen und womöglich in der Dunkelheit nur mit Funzel und ohne direkte Sicht das Gepäck holen bzw. so verstauen zu müssen, dass es nicht von den Beinen berührt wird.
    Beim K/Ks gab es ja mindestens drei verschiedene (gefederte) Schwingen:
    • eine Fachwerkkonstruktion aus Carbon-Rohren, mit Rovings verbunden; muss wohl sehr viel Arbeit beim Bau gewesen sein
    • eine massive einteilige Schwinge, vermutlich Positiv-Bauweise; ist sehr stabil, aber der Querbalken ist ziemlich dick, so dass die Kette die Schwinge oft berührt; diese habe ich
    • eine Fachwerkkonstruktion aus einer Form; hier gibt es jeweils ein Rohr unten und eines oben, so ist dazwischen Platz für die Kette; allerdings ist der Dämpfer nur am oberen Rohr befestigt, das dafür etwas unterdimensioniert ist und brechen kann
    Bei meiner ist auf der linken Seite zumindest neben der Schwinge ca. 10 cm Platz, was für eine schmale Tasche reicht. Aber erstens berührt diese dann die sich bewegende Schwinge, und zweitens dringt dort Straßenstaub ein, d.h. die Tasche muss wasserdicht sein.

    Lenkung:

    Vorteile Tiller (DF):
    • mehr Platz für Gepäck
    • mechanisch gekoppelte Bremsen sind kein Problem (d.h. getrennte Bremsen, aber Hebel mechanisch verbunden)
    • die Bremse ist wahlweise mit beiden Händen bedienbar
    • im Sommer kann man die Ellenbogen raushängen lassen (Doppel-Manta-Haltung); bei der Panzerlenkung hat man da keine Chance

    Vorteile Panzerlenkung (Ks):
    • tieferer Schwerpunkt
    • man kann in der Kurve gezielt auf der Außenseite bremsen, dann blockiert das Rad auf der Innenseite nicht
    • man kann sich mit den Armen in Kurven an der Karosserie abstützen; beim Tiller sind die Arme zu weit innen, man braucht Schulterpolster

    Sitz:

    Ks-Sitz:
    • versteift durch zwei Längsrippen
    • oben und unten durch Klett am Fahrzeugboden bzw. an der Gepäckablage befestigt
    • => im Prinzip ein Brett, das im 45°-Winkel im VM liegt
    • => torsionssteif; verdreht sich nicht, sondern kippt nur komplett
    • der Sitz hält ziemlich fest auf dem Klett, wenn er durch den Druck des Fahrers ordentlich in dieses hineingepresst wurde; man braucht schon Kraft, um ihn aus dem Klett rauszureißen
    • das Klett vorne hält nicht sonderlich gut auf dem Fahrzeugboden, sondern löst sich irgendwann durch Belastung und Feuchtigkeit ab, d.h. die Haltekraft am anderen Klettstreifen ist irgendwann größer als die Klebekraft am Boden
    • der Sitz ist sehr tief, liegt mit dem Klett auf der Unterseite der Sitzfläche direkt auf dem Boden auf, d.h. die Sitzfläche ist nur wenige Millimeter über dem Fahrzeugboden
    • es gibt keine definierte Position für den Sitz, sondern man muss ihn mit Augenmaß auf das Klettband ausrichten => wenn man den Sitz herausnimmt und wieder einsetzt, bekommt man ihn kaum auf die exakt gleiche Position
    • der Sitz befindet sich sehr knapp über der Kette; d.h. wenn er etwas zu weit nach hinten rutscht, sägt sich die Kette durch
    • => daher habe ich irgendwann das Klett vorne entfernt, und kleine Metallwinkel auf den Boden geschraubt, an denen ich den Sitz einhängen kann; so kann er nicht nach hinten rutschen, und die Position beim Einsetzen ist genau definiert
    • der Sitz ist in Querrichtung nicht gekrümmt, hat keine Vertiefung für die Wirbelsäule; ist für mich aber trotzdem ausreichend komfortabel, auch ohne Sitzmatte
    • man kann die Sitzneigung kaum verändern; diese wird von den horizontal abgeschnittenen Kanten bestimmt => um den Sitz steiler zu stellen, musste ich die Kanten entsprechend abschleifen
    DF-Sitz:
    • vorne sehr breit, links und rechts durch Schrauben am Radkasten befestigt
    • hinten ist er recht schmal und liegt mit seiner gekrümmten Kante auf dem Alu-Haltebügel auf
    • => im Prinzip eine Carbon-Hängematte, nicht drucksteif, sondern hält nur auf Zug
    • => nicht torsionssteif; wenn man ihn hinten einseitig belastet, rutscht er vom Bügel und verdreht sich
    • die Schrauben wirken als Gelenk; da der Sitz hinten nur aufliegt, kann er problemlos hochgeklappt werden
    • der Sitz ist nicht ganz so tief, weil sich die Schraublöcher an den Radkästen in einer bestimmten Höhe befinden, und man die Löcher im Sitz nicht ganz oben bohren kann, damit auch die Beilagscheibe noch hinter das Loch passt => der Sitz ist ca. gute 2 cm über dem Fahrzeugboden
    • der Sitz ist in Querrichtung leicht gekrümmt, d.h. er bietet zwar kaum echten Seitenhalt, aber hält den Körper mehr als der Ks-Sitz
    • man kann die Sitzneigung problemlos verändern, indem man den Haltebügel hinten anpasst; komplette Freiheit hat man da nicht, weil der Sitz sich nur auf einer Kreisbahn bewegen kann, aber indem man den Bügel kürzer/länger macht, die Neigung des Oberteils verändert oder das Oberteil umdreht, kann man die Neigung relativ gut anpassen
    Haube:
    • Maße: Die Ks-Haube ist ein Stück kürzer (70 cm statt 80 cm); während der untere, breite Bereich ähnlich ist, ist die DF-Haube hinten noch weit über die Hutze gezogen.
    • Form: Die DF-Haube verläuft im vorderen Bereich deutlich flacher. Dadurch kann man nicht so nah an der Scheibe sitzen, zumindest wenn der Kopf nicht weit unten ist. Zudem kann man bei der DF-Haube das Visier nicht so weit öffnen.
    • Sicht: Die Sicht nach vorne ist bei der Ks-Haube besser; man kann weiter nach oben schauen – vermutlich, weil ich im Ks einfach näher an der Scheibe gesessen bin. Außerdem ist das bei Regen/Schnee angenehmer, weil die Tropfen dann unschärfer gesehen werden.
    • => Jetzt verstehe ich, warum bei 3Wheels4France kein DF-Fahrer mit Haube fahren wollte. Aus dem Ks habe ich ausreichend gesehen und konnte aus der Haube heraus fotografieren, das würde bei der DF-Haube nicht so gut gehen.
    • Beim DF kann man hervorragend schräg nach hinten schauen; dieser Schulterblick funktioniert im Ks nur dann, wenn der Sitz nicht hinten an der Gepäckablage anliegt, sondern man weiter vorne sitzt.
    • Passform: Während die Ks-Haube nur locker aufliegt und klappert, sitzt die DF-Haube richtig satt in der Sicke um die Cockpit-Öffnung. Und die Befestigung mittels Haken am Cockpit-Rand ist beim DF auch eleganter und flexibler beim Ks.
    • Wasserdichtigkeit: Hier ist die DF-Haube deutlich besser; in geschlossenem Zustand dringt fast kein Wasser ein, und selbst bei etwas geöffnetem Visier sorgt die Regenrinne dafür, dass nur wenig Regen eindringt. In einem bei Regen geparkten Ks gibt es dagegen Pfützen.
    • Belüftung: Die ist im Ks besser; vermutlich, weil die Luft direkter ohne Regenrinne nach innen geleitet wird. Bei wenig geöffnetem Visier strömt die Luft innen nach oben am Visier entlang, das deshalb wenig beschlägt. Das DF-Visier beschlägt deutlich stärker, weil die Luft nicht so sehr an der Scheibe entlangströmt.
    Fazit: Ich würde mir eine Ks-Haube wünschen, aber in DF-Verarbeitungsqualität und DF-Passform.
    Ja, das war beim Ks ein Ärgernis: Wasser sammelt sich vorne, und wenn es dann ohne Haube schnell bergab geht, schiebt der Fahrtwind einen Wasserschwall auf den Schoß.

    Sonstige Unterschiede:
    • Belüftung: Beim Ks gibt es nur ein Belüftungsloch vorne, während beim DF die Luft durch den Tretlagermast geleitet wird. Das hat zwei Vorteile; erstens landet die Luft dort, wo sie gebraucht wird, nämlich am Oberkörper – beim Ks werden die Füße am besten gekühlt, was im Winter lästig ist. Zweitens dringt kein Regenwasser in den Innenraum ein.
    • Verstellbarkeit: Im Velomobil ist ja die Position der Füße ziemlich eingeschränkt; damit man nicht an der Karosserie anstößt, müssen sie mittig in der Höhe sein. Beim DF kann man das Tretlager auf einem Schlitten in Längsrichtung verstellen, so dass es immer in der Mitte bleibt; beim Ks ist nur die Neigung des Auslegers verstellbar, dadurch kann man aber nur wenige cm ausgleichen, und auch nur, wenn man keine Riesenfüße hat. Mit einem teleskopisch verstellbaren Ausleger, wie @Jack-Lee einen gebaut hat, wäre das lösbar. Trotzdem ist der Verstellmechanismus im DF intuitiver und auch zuverlässiger; mit der Verstellstange im Ks hatte ich andauernd Probleme.
    • Kettenverlauf: Beim DF ist die vordere Umlenkrolle vor statt hinter der Lenkbrücke. Dadurch muss die Kette stärker umgelenkt werden und muss länger sein (bei mir 8 Glieder). Dafür verläuft die Kette vorne steiler nach oben, d.h. verläuft weiter entfernt von den Beinen, man macht sich die Unterschenkel nicht so leicht dreckig und kann dort auf ein Kettenrohr verzichten. Zudem gibt es vermutlich weniger Probleme bei der Führung am Lenkgestänge vorbei.
    • Ausstieg: Beim Ks hatte ich mir angewöhnt, mich mit den Füßen an der Lenkbrücke nach hinten/oben zu drücken; das geht beim DF deutlich schlechter. Ich schiebe mich jetzt auf den Pedalen nach hinten, und klicke dann erst aus.
    • Verarbeitungsqualität: Bei beiden Fahrzeugen ist das Carbon optisch tadellos verarbeitet. Beim DF stimmen aber zudem auch sämtliche Abstände, während beim Ks die Kette am Radkasten schliff, anscheinend weil er etwas schief eingebaut worden ist. Aber der Hauptunterschied sind die Komponenten; hier sieht man beim DF, dass jedes kleinste Detail sehr sorgfältig und durchdacht gemacht ist, während ich beim Ks im Laufe der Zeit praktisch alles überarbeiten musste.
    • Auslieferungszustand: Hier geht der Punkt ganz eindeutig an das DF. Meines war sofort fahrfertig (bis auf die Montage des Sitzes); die Spur war richtig eingestellt, sogar der Scheinwerfer war richtig eingestellt; zudem waren Extras dabei, wie z.B. Werkzeug (Inbus für Wartungsklappe und Hinterradachse, Luftpumpe) und ein paar unübliche Ersatzteile (Schrauben für Wartungsklappen und Vorderräder) und sogar ein fertig installierter und eingestellter Tacho. Beim Ks war nichts mitgeliefert, aber es war auch z.B. die Spur massiv verstellt, die Kette schliff an mehreren Stellen, die Kettenlinie war falsch (Tretlagermast schief eingebaut), und der Wendekreis war auf die eine Seite riesig, weil die Lenkhebel unterschiedlich gebaut waren, so dass sie bei korrekter Einstellung nicht parallel stehen, wenn man geradeaus fährt.
    • Informationen: Hier ist bei beiden Herstellern das Problem, dass auf der Webseite zu wenige technische Informationen zu finden ist, und man deshalb öfters nachfragen muss. Aber Intercitybike antwortet schnell auf E-Mails und bekommt klare Antworten, während man bei Beyss oft keine Antwort bekommt, sondern anrufen muss.
    Ja. Das passiert aber nur bei tieferen Pfützen, nicht bei normaler regennasser Straße.
    Das ist inzwischen behoben.

    Änderung in der Serie beim DF:
    Ergänzung:
    • geschlossene Schwinge: früher war sie hinten offen (= wie ein Rohr), heute läuft sie spitz zu; u.a. sollte damit das Problem der sich lösenden Steckachs-Hülse gelöst sein, zudem ist hinten die Dämpferaufnahme integriert, statt oben auf das Rohr geklebt zu sein
    • Schaltung: 11-fach statt 10-fach
    • Kettenverkleidung unter dem Sitz
     
    Jupp, gero, Seppsen_rp und 11 anderen gefällt das.
  7. Christoph Moder

    Christoph Moder

    Beiträge:
    1.141
    Alben:
    1
    Velomobil:
    DF
    Liegerad:
    Eigenbau
    Hier noch ein Nachtrag aus einem anderen Thread:
    --- Beitrag zusammengeführt, 15.03.2019 um 17:58 Uhr ---
    Und noch ein Nachtrag:
    • Feststellbremse: Da das DF einen Tiller-Lenker mit gemeinsamem Bremsgriff hat, wirkt die Feststellbremse auf beide Vorderräder; beim Ks ist auf der linken Seite ein Schalthebel, der als Feststellbremshebel für die linke Vorderradbremse dient.
     
    Jupp und labella-baron gefällt das.


  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden