Auch wenn der Beitrag schon älter ist, sind die die Dichtheitsprobleme bei Rohloff seit langem bekannt und nach wie vor aktuell. Bzw. werden offenbar vom Hersteller auch ignoriert bzw. billigend in Kauf genommen ohne bisher eine substanzielle Lösung anzubieten. Notfalls durch Umkonstruktion der Nabe, denn per se sind Getriebegehäuse sehr wohl dicht zu bekommen.
Mein Eindruck als langjähriger Rohloff-Fahrer, der auch mehrere Naben im Einsatz hat: es ist reines Glückspiel, ob eine Nabe leckt oder dicht ist. So habe ich selbst 5 Naben (3 an Straßenrädern, 1 am Fatbike, 1 am MTB) im Einsatz, die sind komplett dicht. Nicht ein Tropfen Öl kommt irgendwo raus und das seit Jahren, obwohl ich meine Naben meist "überfüllt" fahre mit etwa 30-40ml Öl.
Zudem habe ich leider auch Naben, die ich nur durch nachträglichen Austausch der Simmerringe, der Dichtfläche auf der linken seite sowie der Papierdichtung gegen eine etwas dickere dicht bekam. Zu guter letzt Teflonband auf den M4-Senkkopfschrauben der Achsplatte sowie auf den Antreiber rechts (M34x6 P1-Gewinde) aufgebracht habe. Irgendwann kam dann kein Öl mehr heraus.
Leider habe ich auch zwei Naben (am Stadtrad und weiterem Straßenrad), wo ich es gar nie schaffte (seit Jahren der Versuche), die dicht zu bekommen.
Eine Vermutung ist, dass die Ursache bei Fertigungstoleranzen zu suchen sein könnte - potenzial gibt es da genug. Speziell was diese hauchdünne Papierdichtung auf der linken Seite anbelangt, denn auf dieser Seite ölt die Nabe - wenn sie ölt - am ehesten. Effektiv reichen da irgendwo 0,1-0,3mm Spaltmaß. Aber auch die Dichtfläche zwischen dem Nabengehäuse und dem Radialwellendichtring ist ein heißer Kandidat, denn die effektive Fläche ist gerade mal 3mm breit und Rohloff verwendet einen Simmerring ohne Gummierung am Aussenring, sodass eben blanker Stahl auf Aluminium trifft für die Abdichtung. Beide sind weder ideal glatt und es könnte hier zu Kapillareffekten kommen, wodurch eben das Öl rauskommt. Rohloff empfiehlt hier das Aufbringen von Schraubensicherungslack beim Einbau der Simmerringe - aber ob das der Weisheit letzter Schluss ist?
Bei jenen Naben, die bei mir eine Leckage haben, ist es ein großer Tropfen nach etwa 2-3h Fahrt. Deutlich mehr als ein "leichter Schmierfilm" Jedes Mal. Über die Zeit kommt auch etwas zusammen bzw. tritt doch eines an Öl auch aus. Das habe ich bei den komplett dichten Naben nicht.
Und dann bleibt noch die Achse, die offenbar innen Bohrungen hat, wo das Öl austreten kann und dann auf die Schnellspannachse läuft bzw. über diese ihren Weg nach aussen findet.
Moin Moin, ich bin neu hier und auch mittlerweile frustrierter Rohloff Besitzer. Meine Nabe mit Scheibenbremse ölt aus dem Lager wie nichts gutes. Die Nabe war deswegen bereits 1 Mal bei Rohloff. Es wurden die Papierdichtungen getauscht. Das Problem besteht also weiterhin. Der Händler schwört auf Rohloff und sagt das Problem sei gelöst. Meine Bremsscheibe schwimmt aber… ich soll beobachten, zu viel Öl…normalerweise gibt sich das von alleine usw. Ich habe die Nabe jetzt eine ganze Zeit trocken gefahren ( ca. 3 Jahre ) aber weit unter 1000km. Ohne Öl läuft die Nabe nicht, sie wird schwergänig, Freilauf funktioniert nicht mehr. Nach dem Ölwechsel läuft sie spürbar besser! Nur brennst das Rad nicht mehr gescheit mit Öl auf der Scheibe.
Das ist besonders ärgerlich bei der Rohloff, weil eben das Öl auf die Scheibe wandert mit entsprechender Auswirkung und man es den ganzen Bereich fast nur mit Hochdruckreiniger fettfrei/sauber bekommt ohne gleich mal eine Stunde mit Lappen + Entfetter & Putzen zu verbringen aufgrund der vielen Ecken/Kanten, speichenlöchern usw.
Mittlerweile kann man sowohl die
Simmerringe als auch
das Werkzeug online finden/kaufen ohne den Rohloff Service in Anspruch nehmen zu müssen. Gebrauchsanweisung für den Wechsel gibt es online als Video. Kostet verhältnismäßig wenig, denn das Werkzeug ist eine Einmal-Investition und kann x-fach wieder verwendet werden, während man die Nabe zum Tausch vermutlich im Leben mehrmals an Rohloff schicken muss und jedes Mal zahlt.
Meine Beobachtung ist auch, dass die originalen Simmerringe von Rohloff eine offenbar schwächere Wurmfeder (oder leiert die so rasch aus?) drinnen haben, als dies gleichartige Simmerringe, die man online kaufen kann, besitzen. Die sitzen strammer auf den Dichtflächen von Ritzelträger bzw. linkem Achsstummel.
Ich überlege das Rad auf Kettenschaltung umzubauen, wären da nicht die Spezial Ausfallenden am Maßrahmen. Ich weis nicht was ich machen soll! Neue Rohloff? Wieder so viel Geld riskieren? Reparatur Versuch Nummer 2? Wer garantiert mir die Dichtheit? Neues Rad und ein 5k€ Rad in die Ecke stellen?
Kurzum kann ich den Post vom Ersteller des Beitrages sehr gut nachvollziehen.
Was hast du gemacht? Fährst du Jahre später noch Rohloff? Hast du die Nabe dicht bekommen? Falls ja, wie?
Wenn die Nabe per Kraftschluss gehalten werden muss (z.B. bei horizontalen Ausfallenden), dann schreibt Rohloff die Schraubachsversion vor, weil dort im Prinzip auf beiden Seiten nur die Achsstummel an den Ausfallenden festgeschraubt werden, während bei der Version für Spannachse die gesamte Nabe zusammengedrückt wird. Deswegen kann erstere einigermaßen viel Anzugsmoment ab, letztere nicht gar so viel.
Es besteht nur bei horizonal
in Fahrtrichtung stehenden Ausfallenden dieses Problem. Bei jenen, wo das Rad nach hinten rausgenommen wird (ein Klassiker sind hier manche Fixie Räder), ist sogar das gegenteil der Fall: der Kettenzug zieht die Nabe ins Ausfallende rein. Gefahr ist immer dann, wenn die Kettenzugkräfte die Nabe aus dem Ausfallende ziehen wollen.
Ich habe einen Kunden verloren weil der Rohloff „Service“ in Form der berühmt berüchtigten Frau Rohloff dem Kunden Dinge erzählt hat die er mangels technischem Verständnis nicht ansatzweise verstanden hat.
Sie wusste ja gar nicht mit welchen technischen Analphabeten sie da spricht.
Ich hätte es gewusst und ihm das für ihn verständlich aufgearbeitet.
So hat er dann den vermeintlichen Fehler auf mich projiziert.
Danke für solchen Service.
Mich würde es freuen wenn Rohloff das lassen würde.
Tun sie aber gar nicht, drum verstehe ich diesen Post auch nicht. Hatte letzten Monat noch die Anfrage ob ich dass was Rohloff ihm vorgeschlagen hat auch umsetzen könne (Umbau auf Scheibenbremse)
Auch diese Frage hätte ich lieber als Erster selber beantwortet.
Andere Firmen verweisen da konsequenter auf ihre Fachhändler … sorgen allerdings auch für Schulungen … und das man sie regelmäßig macht
Tja, Fr. Rohloff war ein eigenes Kapitel.

Wer sie mal am Telefon erleben durfte...
Gerade was diesen Simmerring-Tausch anbelangt, ist es schon seltsam, dass nicht Mal Fachhändler das Werkzeug und die Dichtungen bekommen. Zumal sie es ja jahrelang aber bekamen. Erst Anfang der 2010er Jahre stellte Rohloff den Verkauf an Händler ein, soweit ich informiert bin. Einerseits hat Rohloff ab Beginn den Fachhandel gestärkt und eine klare Verkaufsstrategie über diesen gelebt, aber zugleich spricht man diesem jegliche Kompetenz ab im Hinblick auf (einfache) Reparaturen wie einem Simmerringtausch.
Das ist kein Gerücht, sondern wurde von Frau Rohloff vor etwa 20 Jahren zu meinem Händler gesagt, als meine Speedhub ihr Öl erbrochen hatte. Das hat sie nach der Reparatur (Gewährleistung, weder Garantie noch Kulanz) nie wieder gemacht. Je nach Resonanzfähigkeit des Rahmens kann man auch hören, wenn man nennenswert Öl verloren hat. Da meine Speedhubs in meinen recht schweren Fahrrädern mit jedem Ölstand dieselbe Geräuschkulisse produzieren, fahre ich nur noch mit halber Ölmenge. Das senkt die Gefahr des Verlustes und spart Kosten.
Das Öl hat in jedem Getriebe zahlreiche Funktionen - nicht nur der Geräuschdämpfung. Gerade der Punkt Schmierung der ganzen Zahnräder ist zentral um den Verschleiß dieser zu reduzieren. Blanker Stahl, der gegeneinander abgleitet, verschleißt nun mal ohne Schmierung schneller. Das ist das Prinzip von Zahnrädern. Zudem hat die Rohloff nicht nur 1 Zahnradpaar verbaut, sondern eine ganze Menge.
Mich würde interessieren, ob schon jemand versucht hat, die Rohloff mit Fett statt Öl zu fahren? Also einfach auf die Zahnräder und die beiden äußeren Wälzlager Fett aufbringt und der rest bleibt trocken? Funktioniert das?
wäre bei dem Alter der Nabe schon länger fällig zu werden, nämlich nach einem Jahr. Zwei Gründe: Beim Einfahren entsteht Metallabrieb, der mit dem Öl entfernt wird. Somit sollte zumindest der erste Wechsel auch pünktlich erfolgen. Zweitens kann Wasser in der Nabe kondensieren, das sollte auch nicht ewig darin bleiben.
Meine Beobachtung ist, dass die ersten 10.000-15.000km der Abrieb höher ist, als später. Das sieht man beim Ölwechsel bzw. den darin enthaltenen Metallpartikeln usw.
Verschleißteile sind: Simmeringe, Spannrollen des Kettenspanners, Ritzel/Carrier, Schaltzüge, Seilzug der internen Seilzugführung, Schaltgriffgummi und Bremsscheiben. (...)
Das ist insofern interessant, als dass Simmerringe per se für 10^7-10^9 Umdrehungen ausgelegt sind als industrielle Normteile. Umgerechnet aufs Rad wären das mindestens 20.000km am 28" Laufrad - und weit mehr. Wie viele Leute fahren das in 6 Monaten oder 2 Jahren? Am Fahrrad hat man verhältnismäßig sehr geringe Belastungen auf diese Dichtringe - weder temperaturseitig noch von der Drehzahl, den Medien oder sonst wie. Ausser, dass Rohloff bekanntlich zu weiche Dichtflächen verbaut, wodurch sich diese einlaufen/Kerben bilden, was aber ein anderes Thema ist. Dann kann die Dichtfunktion auch nicht gewährleistet sein.
Außerdem gilt bei Gewährleistung in den ersten 6 Monaten ab Kauf die Beweislastumkehr meines Wissens - kurzum muss der Händler beweisen, dass das Produkt mangelfrei ausgeliefert wurde bzw. man geht von einem Mangel zum Kaufzeitpunkt rechtlich bereits aus. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber das ist sogar geltendes EU-Recht und dürfte auch in DE in nationales übernommen worden sein. Da wird es schwierig sein, Dichtringe davon auszuklammern, wenn schon nach kurzer Zeit die Nabe zu lecken beginnt.
Mich wundert zudem, warum die Wälzlager in der Aufzählung oben nicht aufscheinen - sind das doch ebenfalls "klassische" Verschleißteile - gerade in der Fahrradbranche.
Die Gewährleistungsabwicklung erfolgt ausschließlich über den Fachhandel. Hierbei ist zu beachten, dass die ausgefüllte Service-Karte (oder Registrierung) im Gewährleistungsfall mitgeschickt werden muss. Bei Komplettfahrrädern, welche mit Rohloff Produkten serienmäßig ausgestattet sind, erfolgt die Gewährleistungsabwicklung der Rohloff Produkte vom Fachhändler direkt über die Firma Rohloff. Die regelmäßige Einhaltung des Services gemäß unserer Angaben sichert den Gewährleistungsanspruch und erhält den Wert Ihrer Rohloff SPEEDHUB 500/14 langfristig.
Inwiefern es rechtlich möglich ist, einen grundsätzlichen Rechtsanspruch (Gewährleistung) an eine verpflichtende Registrierung zu koppeln (oder der Servicekarte, die ev. sogar leer ist, weil die Nabe schon nach kurzer Zeit zu lecken beginnt) um diesen durchzusetzen, ist mir im Detail nicht bekannt. Müssten Juristen in diesem Gebiet aber wissen.