Ancora un giro: Die große Velomobiltour 2021

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In San Gimignano solltet ihr unbedingt Eis essen gehen. Bei Sergio Dondoli an der Piazza della Cisterna gibt es angeblich immer noch das beste Eis der Welt. (Ich war vor 20 Jahren dort. Damals war es das beste Eis der Welt :love::love::love:!)
Schöne Grüße,
Thomas
 
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Was ist nicht alles über die Cinque Terre und die wunderschöne Natur der Gegend geschrieben worden? Malerische fünf Dörfer am Wasser vor einer steilen Bergkulisse, die kaum mit dem Auto oder dem Fahrrad zu erreichen sind, sondern besser mit dem Boot. Die topographische Karte zeigt warum, denn dieses Bergland ist zerklüftet, mit steilen Hängen und wenigen Straßenverbindungen. Neben der Magie der entlegenen Dörfer am Meer ist es vor allem dieses wilde Hinterland, das die Menschen anzieht: Der Naturpark ist ein Wanderparadies für alle die, die es anstrengend mögen. Die anderen können die Dörfer mit dem Zug anfahren -- die Regionalbahn aus La Spezia hält in jedem der fünf Orte.

Manarola_Cinque-Terre_Ligurien_Italien-1200x700.jpg


Wir entdecken diese Gegend von oben, auf der Höhenstraße, die uns Einblicke in die Berggegend wie Ausblicke übers Meer gestatten wird. Zum Warmfahren an diesem 13. Tag der Tour lockt ein kleiner Ausflug zum Frühstück nach Pisa (der sich für Stadtneurotiker natürlich auch abkürzen lässt) und dann rollt es sich schön flach ein Richtung La Spezia, links irgendwo das Meer, rechts in einiger Entfernung die Berge. Ab Viareggio sind wir dann ziemlich direkt am Meer, vom Wasser nur durch die Kette der privaten Badestrände, die Bagno, getrennt -- da muss man schon lange suchen bis sich eine Lücke findet, in der man zum Wasser vorstoßen kann. Eine habe ich hier gefunden: Oasi WWF Duni di Forte dei Marmi.

bagno.png


Sei's drum, die touristische Seite des Küstenlebens gehört zum Italienerlebnis dazu. Wir arbeiten uns durch Bettenburglandschaften und Gewerbeparks und deren Verkehrsgewusel weiter nach Le Spezia, Hafenstadt und wichtige Basis der italienischen Kriegsmarine. Nach den ersten 75 Flachkilometern kommen wir vor La Spezia ein wenig ins Klettern, und könnten eine Rast irgendwo in der Stadt gebrauchen, denn der Nachmittag hat es in sich.

Die allermeisten der 1442 Höhenmeter werden wir nachmittags genießen, raus aus La Spezia und rein in die Berge der Cinque Terre. Das Höhenprofil des Tages spricht diesbezüglich eine klare Sprache:

Profil T13.png


Es wird anstrengend, doch es lohnt sich. Die Höhenstraße führt entlang der Berghänge zur rechten mit immer wieder weitem Blick aufs Meer zur linken Seite. Von den berühmten Dörfern sehen wir so gut wie nichts, denn die liegen weit unten am Wasser. Die Straße erfordert gewisse Nervenstärke und ordentliches Licht, denn es gibt Tunnel (zumindest einen habe ich gesehen, und wo einer ist könnten auch mehrere sein). Dank der Kletterei wird es ausgesprochen pittoresk. Hier zwei willkürlich rausgezogene Bilder aus Street View, das erste gerade am Ausgang des Tunnels den ich gefunden hatte:

Höhenstrasse.png


Das andere ist am Monte di Santa Croce, hier nehmen wir ein Stück Nebenstraße, einspurig statt wie sonst zwei:

Hoehen 2.png


Einige Kilometer nach diesem Berg ist der höchste Punkt erreicht und es geht die letzten 10 km abwärts, knappe 600 Höhenmeter wollen stilvoll vernichtet werden. Den Tag beschließt die triumphale Einfahrt nach Levanto, einem Städtchen ebenfalls am Meer, doch jenseits der Cinque Terre, und alle, die uns einfahren sehen, wissen was wir gleistet haben um dahin zu kommen.
Am folgenden Tag ist Ruhetag, und es wäre nicht eine meiner Touren, wenn ich für diesen Tag nicht auch etwas Besonderes vorgesehen hätte. Dazu im nächsten Beitrag mehr.
 
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Am folgenden Tag ist Ruhetag, und es wäre nicht eine meiner Touren, wenn ich für diesen Tag nicht auch etwas Besonderes vorgesehen hätte....

was auch immer das sein wird, ich werde mir (nicht nur für diesen Tag) bequeme Laufschuhe einpacken und die Gegend erkunden. Ruhetage werden im Allgemeinen völlig überbewertet, aber aufs VM kann ich angesichts der vergangenen und vor allem kommenden Tage vermutlich gut verzichten...
 
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was auch immer das sein wird, ich werde mir (nicht nur für diesen Tag) bequeme Laufschuhe einpacken und die Gegend erkunden. Ruhetage werden im Allgemeinen völlig überbewertet, aber aufs VM kann ich angesichts der vergangenen und vor allem kommenden Tage vermutlich gut verzichten...
Heißt das, du fährst auch mit?
Schöne Grüße
Hansi
 
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Samstag, unser 14. Tag, ein Ruhetag. Einige werden möglicherweise die Zeit nutzen, ihr Hinterrad rauszureissen -- auf zurückliegenden Touren war das jedenfalls beliebte Ruhetagsablenkung; 2017 in Frankreich noch übertroffen von Experimenten mit Dichtmilch und Tubeless-Reifen.

Wer etwas anderes möchte, und dennoch das Velomobil nicht ganz stehen lassen kann, denen empfehle ich einen Ausflug nach Fremura, einige Buchten weiter nordwestlich. Man muss aber nicht klettern, sondern rollt die 6 km von Levanto nach Fremura gemütlich über die alte Bahnstrecke, in der Karte als feine rote Doppellinie zu erkennen.

rail trail Levanto.png


Der Weg führt durch (kühle!) Tunnel und bietet zwischendurch immer wieder malerische Ausblicke, und Zugang zu kleinen Buchten und Stränden. Das werde ich mir nicht entgehen lassen.

pista-ciclabile-levanto-gallerie-ferroviarie_evid-1.jpg


Wer mag, könnte auch in die andere Richtung aufbrechen, nach Monterosso. Dorthin soll der Bahnradweg erweitert werden, derzeit gibt es nur einen Wanderpfad über die Berge, der gute Schuhe und Trittsicherheit erfordert. Zurück nach Levanto kommt man bequem mit dem Zug.
 
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Zwei Wochen liegen nun hinter uns, nun, da es in die dritte Tourwoche geht. Wir sind eingefahren und eingespielt, so dass alle die Abwechslung des letzten Woche genießen können. Das Programm ist absolut ausgewogen: einen Tag klettern, einen Tag ausruhen, dann wieder klettern und am nächsten Tag entspannen, das gleiche nochmal und dann noch die Schlussetappe nach Rosenheim -- so sieht es aus.

Doch der Reihe nach. Der 15. Tag ist simpel: zuerst hoch, von Meereshöhe auf etwa 1100 Meter, mit einem ersten Zwischenhügel zum Aufwärmen, nach wieder runter, denn heute überqueren wir den Apennin (siehe Karte und Profil unten). Für die Berge habe ich eine schöne kleine Straße ausgesucht; nach meinen Recherchen sollte die Überquerung gut zu fahren sein. In der zweiten Hälfte, am Taro, wird es nicht ganz so lauschig werden – mehr Verkehr und schnellere Straßen. Dennoch werden wir Spaß haben, und bei unter 150 km auch nicht zu lang unterwegs sein. Wer will kann deshalb gern auch einen Abstecher nach Parma machen, gewissermaßen das natürliche Ziel dieser Route; dort gibt es nur keinen Campingplatz, so dass ich uns etwas weiter nordwestlich untergebracht habe.

Karte u Profil  T15.jpeg
 
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Was, schon der 16. Tag, und gerade erst den Apennin überquert?
Wie wollen wir denn am 21. nachmittags um 3 wieder in Rosenheim sein?

Nicht nervös werden, wir liegen gut in der Zeit. Also weiter im betreuten Reisen, auf zu Tag 16.
Gestern haben wir den Apennin gelassen überquert – da ist heute noch einmal ein wenig herumrollen in der Po-Ebene angesagt. 124 Höhenmeterchen auf 156 Kilometerchen, das sagt eigentlich schon alles. Das südliche Alpenvorland sparen wir uns für morgen auf.
Wir kehren in die Po-Ebene zurück, die wir an den Tagen 3 und 4 schon kennengelernt haben. Das ist ein typisches Stück Italien, touristisch jedoch viel weniger bereist als die Berge in Norden und Süden, die Küsten oder die Toskana. Heute haben wir Zeit, uns zwischen Parma, Cremona und Pavia ein wenig umzuschauen.
Es gibt einen touristischen Radweg immer entlang des Flusses mit seinen zahlreichen Windungen – dafür muss man allerdings nervenstärker sein als ich uns einschätze. Eher glaube ich, dass der ein oder andere HHB-Anwandlungen verspüren wird als nur am Po zu kreuzen ...

Neben der "offiziellen Route" des Tages bieten sich zwei Alternativen an: einmal der Abstecher nach Parma am morgen zum Kaffee oder Frühstück, etwa 50 flache km mehr als die 156 offiziellen km, Oder die Abkürzung direkt nach Piacenza über die SS9 in Findenza. Das sieht so aus wie auf dem Bild unten und ihr könnt 40 von den 156 km abziehen.

T16 - SS9.png


Ich empfehle natürlich die normale Route, habe aber auch viel Verständnis für den Wunsch, Parma zu sehen. Ich selbst habe vor etlichen Jahren eine Überdosis Parma erhalten, als ich ein langes Wochenende dort war und vom italienischen Außenministerium bei wirklich jeder Gelegenheit mit geschnittenem Parmaschinken und aus riesigen Laiben gebrochenem Parmigiano vollgestopft wurde in deren Bemühen, die europäische Lebensmittelagentur anstelle der Finnen zu ergattern ... hier eine Ansicht von der Provinzstraße 10 zwischen Cremona und Piacenza, bestes Velomobilgeläuf wie man sieht, es wird Verkehr geben, aber nicht übermäßig viel, da häufig größere Straßen parallel verlaufen.

T16 - SP10.png



Piacenza lohnt den Besuch; wir kommen ohnehin mitten durch, und man könnte irgendwo einen leichten Lunch zu sich nehmen, denn 90 km sind schon hinter uns kaum dass wir es bemerkt haben. Raus aus der Stadt weiter auf der SP10, die erst etwas wuselig sein dürfte, aber dann ruhiger wird, der Durchgangsverkehr nimmt die Autobahn ein paar km weiter nördlich. In Castel San Giovanni biegen wir rechts ab und überqueren den Po ein letztes Mal bevor wir uns auf kleinen Sträßchen wieder nach Westen wenden und die restlichen 30 km über die Dörfer gondeln. Das sieht dann so aus:

T16 - SP35.png



Der Campingplatz liegt nur ein paar Kilometer außerhalb von Pavia, so dass man abends in die Stadt zurückkehren kann, wenn man bei der Ankunft in der Stadt nicht schon wieder essen möchte. Praktisch ein Pausentag im Flachen mit leichtem Bewegungsprogramm um die Beine locker zu halten. Der Tag im Überblick:

Karte T16.jpg
 
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Das offizielle Tour-Shirt befindet sich in der Erprobungsphase. Sitz ist gut, Reaktionen auf Thema und grafische Gestaltung sind positiv, gestern nun der erste Praxistest über 168 km in den, um den und auf dem Westerwald: das Hemd sitzt.
Heute Leinentest nachdem auch der Waschtest ohne Verluste bestanden wurde.

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Weiter im Text:
Nach den Mühen der Po-Ebene gestern steht heute das Verkehrsgewusel des Großraums Mailand auf dem Programm. Der 17. wird ein kurzer Tag mit nicht mal 120 km, mit wenig Höhenmetern. Die Etappe könnte auch länger ausfallen und mehr Höhenmeter haben, je nachdem auf welchem der beiden Campingplätze wir unterkommen. Ich habe versucht, die Route über kleinere aber fahrbare Straßen zu lenken, so dass wir den dichteren Verkehr nach Mailand hinein und heraus eher schneiden als mitmachen, und auch Bergamo lassen wir rechts liegen, um am Ostufer des Comer Sees aufzuschlagen.

Karte T17.jpg


So wie oben sieht der Tag aus, sofern ich den über den Winter nicht noch umplane. Hier wäre eure Ortskenntnis zur Region südlich der Seen hilfreich; ich bin zwar oft am Comer See gewesen, aber meist vom Flughafen Mailand aus hingefahren worden. Es gibt aus meiner Sicht zwei Alternativen:
  • Wir könnten von Pavia links an Mailand vorbei fahren und dabei dem Flüsschen Ticino folgen, der sich aus dem Lago Maggiore speist. Das bedeutet allerdings auch, irgendwo hinter dem Flughafen Malpensa nach Nordost abzubiegen und eine längere Route über Land zu fahren. Dort is es zwar ziemlich flach und selbst die kleineren Straßen sehen gepflegt aus, aber die Gegend ist dicht besiedelt mit entsprechend vielen Ortschaften. Kann man machen, es wäre schön jemand hier hätte vor Ort Erfahrungen beizutragen.
  • Die andere Option bedeutete, weiter östlich hochzufahren und sich dann via Bergamo dem Comer See anzunähern. Damit stellte sich auch die Frage nach Pavia, denn man könnte direkter von Piacenza aus zum Fluss Adda und später das Flüsschen Serio hochfahren. Es ist rechts und links von einem Naturschutzgebiet umgeben, mit kleinen und kleinsten Sträußchen (habe einige davon angesehen per StreetView und fand sie annehmbar) und führt uns bis vor die Tore von Bergamo. Ich habe mal mit den Landstraßen gespielt und gemerkt, dass man in den Naturschutzgebieten keine gute Strecke zusammenbekommt, sondern wohl eher so fahren würde. Es verkürzt den vorhergehenden Tag, verlängert aber diesen um gute 20 km. Auch hier wären Rückmeldungen auf der Basis von Ortskenntnissen erwünscht.
 
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Wenn man sich mal verfahren hat, braucht man sich nur nackig machen und hat direkt ne Karte...

Im Prinzip, ja. Hellseherische Grundkenntnisse wären von Vorteil:

A61049F3-E65F-48D0-BDE4-459DB081CFE9.jpeg


Das Trikot wartet mit weiteren feinen Details auf, die es schon jetzt zum begehrten Sammlerstück machen. Zum Beispiel hier:

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@jostein und das Fabrikationsteam haben ganze Arbeit geleistet!
 
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