Sommertour 2019, wieder mal Frankreich

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und ich darf alles nächste Woche fahren, bei angenehmeren Temperaturen zwischen 25-30 Grad. Von Ka nach Mulhouse, EV6 nach Dole und von dort quer durchs Land richtung Lyon
 
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So, seit einer Stunde sind wir auch wieder zuhause.......statt den angekündigten Temperaturen unter 30 Grad und Regen gab es strahlenden Sonnenschein und es war HEISS!

Hier mal eine Zusammenfassung der knapp 2 Wochen:

1. Etappe: Konstanz - Oltringen (CH): 150 km, 741 hm
2. Etappe: Oltringen - Yverdon les bains: 134 km, 604 hm
3. Etappe: : Yverdon - Seyssel an der Rhone: 138 km, 945 hm
4, Etappe Seyssel - Trevoux: 145 km, 650 hm
5. Etappe: Trevoux - La Montagne 73 km, 901 hm - mein erster Pass!!....... Und die schlimmsten 15 km die ich je hatte und hoffe, nie wieder zu haben.
1 Tag Pause wohlverdient...man hatte ich den gebraucht.....
6. Etappe La Montagne - Cluny: 89 km, 537 hm
7. Etappe Cluny - Meursault: 83 km 325 hm
8. Etappe Meursault - Dole: 93 km, 363 hm
9. Etappe Dole - Besancon: 65 km, 106 hm
10. Etappe Besancon - Montbelliard: 99 km, 298 hm
11. Etappe: Montbelliard - Kaiseraugst: 113 km, 203 hm
12. Etappe: Kaiseraugst - Konstanz: 136 km, 697 hm

Gesamt 1318 km, 6370 hm

Die stark gekürzten Etappen waren den Temperaturen geschuldet, ab der 6 Etappe sind wir eigentlich nur noch morgens früh gefahren und haben Mittags den Tag beendet, alles andere wäre - für mich - Quälerei gewesen. So hatten wir etwas mehr Zeit Sachen anzuschauen, aber auch dafür war es oft viel viel zu warm. Ansonsten haben wir die Zeit genutzt herrlich zu essen und hektoliterweise Orangina zu trinken, die selbst extrem warm noch gut zu trinken ist.

Wir haben viel Spass gehabt und waren ein super Team, @Kaefer war ein toller Reisegefährte und immer für eine blöde Bemerkung zu haben, aber auch für geistig/moralische Unterstützung wenn es mal so gar nicht mehr ging.

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Wir haben uns viele schöne Städte angesehen, besonders gefallen hat mir Beaune, das wir leider nur mit einem Kurzbesuch beehrt haben, aber sicherlich noch mal genauer betrachten werden, insbesondere bei Nacht, da scheint man nämlich Begeisterung für Beleuchtung zu haben. Auch Dole war sehr schön, dass haben wir uns des Abends erlaufen, auf der Jagd nach einem Restaurant. Besancon hatten wir schon letztes mal besucht und da der CP weit außerhalb war und keiner mehr ins VM springen wollte, haben wir es dieses Jahr ausgelassen. Meursault, hübsch und klein, hatte Wein bis zum Umfallen, ich habe noch nie so viele Weingüter auf einem Haufen gesehen. Natürlich haben wir auch jede Menge Burgunder getrunken, auf der Reise durch Burgund. Die Touristen Tastings haben wir uns erspart, wir haben uns immer guten Wein zum Essen servieren lassen.
Nach wie vor begeistert sind wir von französischen Backwaren und französischen Supermärkten, die wir geplündert haben, wenn wir nicht ausgegangen sind zum Essen. Da wurde dann der nicht vorhandene Tisch auf dem CP gedeckt und es gab Rotwein aus grünen Silikon-Faltbechern, sieht fies aus, schmeckt trotzdem ;). Kaefer hat immer todesmutig gekauft was keiner kannte oder erkennen konnte und auch Käse die eher vergammelt ausschauten, hat unzählige Käse befingert um ihren Reifegrad zu ermitteln und hat für einige sehr leckere Überraschungen gesorgt. Besonders interessant und köstlich war das Käsefondue: Man nehme einen guten Camenbert und fahre ihn zwei Tage in einem heißen VM herum. Dann auspacken und einfach das Brot einstippen :D. Die Küche in Burgund war toll, wir hatten sehr sehr Essen (erwähnte ich schon, oder? :whistle:), wer da nicht ausgeht, dem ist nicht zu helfen. Die Preise sind vollkommen ok, da habe ich schon deutlich schlechter für mehr Geld gegessen. Wir haben viele Ideen mitgebracht, die wir versuchen werden nachzukochen.

Wir hatten diesmal erheblich weniger von der ganz miesen Variante des französischen Straßenbelags, es fuhr sich erträglicher. Gefährliche Situationen hatten wir eher mit Schweizern als mit Franzosen. Technische Pannen hatten wir fast keine. Christoph hatte einen Platten hinten, ich hatte drei vorn. Gestartet waren wir mit gerade eingefahrenen Nutraks auf beiden VM und bei Christoph werden wir einen jetzt runter werfen, der verformt sich. Mit den Duranos hatte ich noch nie so viele Platten wie jetzt mit den Nutraks, die ja jetzt gerade mal 1600 km gelaufen haben. Mal sehen wie sich das weiter entwickelt. Kaefer schwört darauf, dass sich der französischen Straßenbelag tubeless viel besser ertragen läßt, ich werde das demnächst also wieder mal in Angriff nehmen.
Unser Zelt hat den Hagelsturm auf dem Berg bis auf einige ein wenig gebogene Gestängeteile gut überstanden und uns auch im gestrigen Hagelgewitter trocken gehalten (nachdem wir es im Gewitter aufgebaut hatten..... ja ja, hätten wir das mal früher gemacht, man wird nachlässig :whistle:)

Campingplätze hatten wir diesmal auch Glück, die waren alle ok bis gut, auch wenn sich die Preise deutlich unterschieden haben. Gelohnt hat es sich, dass wir diesmal zwei Helinox groundchair dabei hatten, so konnte man noch etwas gemütlicher auf dem CP rum gammeln wenn es zu heiß war. Über den dazu gehürigen Tisch denke ich noch mal nach, denn ab und an mußten wir das Essen gegen Ameisen verteidigen.

Insgesamt war ich mit mir zufrieden, meine Kletterfähigkeit ist deutlich besser als letztes Jahr, wie sich an den beiden überquerte Col de Irgendwas zeigte. Ich hatte weniger Probleme mit den Füßen, trotz hoher Temperaturen, auch auf den längeren Etappen ging es akzeptabel.

Ach ja.... und lustige Viecher haben wir am vorletzten Tag auch noch gesehen, als wir am kanal Pause gemacht haben. Wir wollten gerade weiter fahren, ich schaute mich noch mal um und da saß er plötzlich, ein Nutria und seine ganze Familie folgte:

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Neugierig waren sie auch:

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Vater Nutria - nehme ich an - hat uns dann aber verscheucht als es ihm zu viel wurde.

Kurz nach den Nutrias und vor Basel haben sich dann unsere Wege getrennt und Kaefer hat eine Nachtetappe Rheinabwärts eingelegt um nach Hause zu kommen, wir sind Rheinaufwärts weiter gezogen.

Schön war es! Tolle Landschaften, sehr leckeres Essen, interessante Gespräche...... was will man mehr (ok, weniger heiß wäre super gewesen, aber man kann nicht alles haben). Christophs Freunde in La Montagne hatten uns wunderbar versorgt und uns auch einen Tag ein Auto geliehen, dass war für den Pausentag sehr angenehm und so konnten wir auch zur WM runter fahren und Decathlon überfallen, irgendwas braucht man ja immer (diesmal Göffel und die Silikontassen).

Nun sind wir wieder zuhause, es regnet aus Eimern und wir sind froh, dass wir das nicht unterwegs hatten. Die Katze hat uns auch wiedererkannt und vielleicht verziehen, dass wir ihn 2 Wochen allein gelassen haben. Christoph hat zumindest versucht ihn zu erwärmen, er ist aber noch etwas stinkig mit uns.

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Was würden wir anders machen beim nächsten mal? Nix, aber wir fahren dann nicht mehr im Hochsommer ;).

Goodbye France, wir sehen uns wieder, ganz bestimmt!
 
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@blackadder : Sehr unterhaltsamer Faden mit tollen Fotos. Dein Bericht deckt sich mit meinen Erfahrungen. Bin auch schon 2-mal mit dem Rad durch Burgund gefahren. Allerdings mit dem Up. Habe schönste Erinnerungen daran.
 
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Also was mich wunderte, dass ihr mit solch mikrigen Portionen in den Restaurants über die Runden gekommen seit. Das sieht zwar fürs Auge schön aus, aber sättigt doch eher irgendwelche Touris, die weder 100 Km mit dem Rad abspulen oder 10 Km umherlaufen. Bei meinen Etappen letztes Jahr, habe ich die gleiche Strategie benutzt und zwar morgens so früh wie möglich los. Meistens waren auch meine Etappen gegen 15-16 Uhr zu Ende, wobei ich dann aber meistens keine Lust mehr hatte irgendwelche Städte zu erlaufen. Die Sperrung am EV6 bei Rocher les Clerval ist nicht erst seit 2018 sondern schon einiges länger her. Warscheinlich haben die Franzosen inzwischen vergessen, dass dort angefangen wurde zu bauen. Ansonsten tolle Tour, Bilder und Berichte, hat Spass gemacht das mitzulesen.
 
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Meintest du das Tellerbild mit der kalten roten Gaspacho? Das war die Vorspeise :ROFLMAO: üblicherweise haben wie Menues mit mindestens drei Gängen verspeist, das machte dann schon gut satt und es gab reichlich Abwechslung auf dem Teller, was mit viel besser gefällt als ein vollgeschaufelter Teller. Wir sind nirgendwo hungrig aufgestanden, im Gegenteil. Außerdem hatten wir immer jede Menge Käse an Bord, von dem zwischendurch gegessen wurde, mit und ohne Baguette. Essen in Frankreich ist ein Genuss für Auge und Magen und erheitert die Lebensgeister ganz ungemein.

Ich habe morgens beim Bäcker auch immer noch was eingekauft, dass man direkt nach der Ankunft auf dem CP verspeisen kann, mir tut das sehr gut, wenn ich dann direkt was essen kann. So ein leckeres Sandwich hält auch den Tag im warmen VM gut aus. Dann aufbauen, ausruhen und dann irgendwann essen gehen. Die Suche nach einem gutaussehenden Restaurant gab dann auch gleich den Stadtrundgang. Da die Franzosen eher spät essen, war es dann auch meistens wieder etwas kühler.

Wir haben immer zugesehen, dass wir CPs in Stadtnähe hatten, damit wir dann zu Fuss zum Essen gehen können, VM wollte Abends keiner mehr fahren, wenn wir schon geduscht und erfrischt waren. Wenn der CP weiter draussen lag, wurde ein Supermarkt geplündert, aber CP fußläufig ist deutlich vorzuziehen.
 
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Genau das meinte ich aber als Vorspeise wäre natürlich Ok. Ja als Questfahrer mit mitgeführtem Hausstand, verbraucht man halt mehr Kalorien, wie mit einem leichten fast leeren DF :whistle:
Dann lass jetzt mal die Einbauküche zuhause und geh in Frankreich aus zum Essen, du wirst sehen, dass du nicht hungrig vom Tisch gehst und es geniessen wirst.
 
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