Flèche Allemagne - die Vierte. Same same, but very different.
Der
Pfeil von Deutschland war (nach einigen privaten und forumsgetriebenen längeren Distanzen) 2012 meine Einstiegsdroge in die Welt der Brevets. Damals fand sich die Münsterländer Trödeltruppe zusammen, die in leicht variierter Besetzung dann auch 2014 und 2017 gemeinsam unterwegs war. 2012 war ich auf den berüchtigten letzten 25 km in 2 h kurz davor, mein Rad weinend in die Böschung zu werfen. 2014 musste ich mit einem Infekt aufgeben. 2017 war eine "pure bliss" Erfahrung. Was soll da 2022 schon passieren können? (hysterisches Gelächter aus dem Hintergrund)
Die Trödeltruppe hat dieses Jahr länglich gezaudert und gezögert. Bekommen wir ein "offen fahrendes" Team zusammen? Wollen wir es mal mit 4 oder 5 ein Rappelkisten versuchen? Schlussendlich fand sich ein Team aus 4 - hübsch über weite Teile des Münsterlandes verteilte - VM-Piloten, die es gemeinsam versuchen wollten: Captain
@norfiets (COE, Milan SL),
@ManniF (BOR, Alpha 7),
@I-S-MS (MS, QV) und ich (WAF, M9).
Norbert hatte sich sehr früh (Danke! Danke! Danke!) um die Streckenplanung gekümmert und schob das Vorhaben auch immer wieder durch geeignete Impulse an. Und so wollten wir denn auch tatsächlich zu viert am Samstagmorgen um 9:00 ab der Aral-Tanke starten. "Wollten" - denn schlussendlich sieht es an der Tanke so aus:

Huch? Da fehlt doch etwas lustig-buntes? Genau, Manni hatte sich am Freitag einen positiven C19-Test eingefangen. :-( - Sehr schade.
Norbert hatte dann noch einen kleinen Pressetermin organisiert, dessen Ergebnis(se) man im "
Velomobile in der Zeitung"-Thread finden kann.
Nun denn, Presse hin, Presse her, schlussendlich fahren wir denn auch los. Nur um gleich an der nächsten Bahnschranke in Appelhülsen unsere erste Pause zu verbringen.

Urrgs, was ist da hässliches bei mir auf der Haube? - Ich habe mich für die Nacht mit einem SL-AF auf der Haube gerüstet, weil ein gewisses Produktionsteam den SL-AX in der Scheinwerferöffnung äußerst suboptimal eingeklebt hatte und dieser Missstand noch nicht behoben ist. Nun müssen wir mit diesem Anblick klar kommen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das magnetisch gehaltene Konstrukt auf etwaigen Buckelkisten bewähren wird.
Die ersten paar zig km geht es durch bekanntes Terrain. Wir kennen jede Straße, jede Abbiegung (hä? warum geht die Route denn jetzt hier lang und nicht dort lang?), jedes Schlagloch. Wir fahren einigermaßen zügig, denn "langsam" wird es sicher noch früh genug. Interessante Episode: Ingo hängte uns mit dem QV bei der MS Wolbeck Durchquerung locker ab. Volle Drempel-Tauglichkeit regelt halt.
Im weiten Bogen lassen wir Warendorf, Sassenberg und Versmold liegen und nähern uns unserer Überquerung des Teutoburger Walders: rauf nach Borgholzhausen (das war viel weniger hart als ich es in Erinnerung hatte) und Werther, dann wieder runter über Enger bis zu unserer ersten Kontrolle nach 111 km in Eilshausen. Die erste (und längste) Etappe ist geschafft. Wir gönnen uns also erstmal ein ordentliches Mittagessen beim Bäcker: Kuchen und Milchkaffee.

An Bünde vorbei, durch Bad Oeynhausen und vor Vlotho treffen wir dann auf die gute alte Weser, die wir von unserer Route aus aber kaum zu Gesicht bekommen.

Rinteln fliegt vorbei und schon sind wir in Hameln bei unserer zweiten Kontrolle. Norbert fliegt an der entscheidenden Abzweigung vorbei, Ingo und ich folgen unserem Captain, merken es aber deutlich früher. Es kommt zu leichter Verwirrung, Trennung, Wiedervereinigung und recht "freier" Interpretation unserer Kontrollstelle (die per elektronischer Brevetkarte mit GPS-Koordinaten und Foto dokumentiert wird). Wird schon passen / reichen, denken wir uns.

Wir folgen dann noch ein kurzes Stück der Weser, bevor es ab Höhe ca. Bodenwerder beginnt, ernster zu werden.

Das Gelände steigt nun im Durchschnitt nur noch an, das Tempo sinkt entsprechend. Wir fahren so vor uns hin und wechseln immer wieder mal zwischen den Modi "vorne langsam, Mitte mittel, hinten schneller Besenwagen" und "jeder eigenes Tempo, oben wird gewartet". Letzteres bietet sich auf diesem Abschnitt an, weil man hier gelegentlich ein wenig Wellen reiten kann. Und irgendwann steht Norbert oben auf einer Kuppe, ...
ich fahre zu ihm auf, ... und Ingo kommt und kommt nicht.
Spannungsbogen! Kurze Sendepause wegen des Bilder-Limits. Fortsetzung folgt.