Einige Anfängerfragen

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Hallo liebe Leute,

bis gestern wusste ich nicht einmal, dass es so etwas wie ein Velomobil überhaupt gibt, und heute bin ich von Grund auf überzeugt, dass ich so ein Teil in meinem Leben brauche :D

Ich bin von Kindesbeinen an eigentlich immer überall mit dem Rad hin, Autos mag ich nicht. Nun ziehen wir im Frühjahr raus auf's Land, yay! Meine bessere Hälfte muss aber noch täglich nach HH pendeln, ich in die entgegengesetzte Richtung, so dass wir nun nach einem Wohnort "irgendwo in der Mitte" suchen, es wird vermutlich auf einen Arbeitsweg von 25-30 km für mich hinauslaufen - den ich eigentlich mit dem Rad fahren möchte! Aber obwohl ich Ganzjahres- und Allwetterradler bin, waren meine Pendelstrecken bislang max. 15 km lang. Was also tun, doch auf Bus und Bahn setzen? Oder halb Bahn, halb Rad? Oder doch ein Auto zulegen für die Tage, an denen es mit dem Rad einfach nicht geht (zumal ich auch beruflich regelmäßig Hausbesuche machen muss)?

Meine tägliche Bewegung möchte ich nicht missen, die Flexibilität auch nicht, daher machte mich keine Lösung so richtig glücklich... bis ich auf das Velomobil gestoßen bin! Wie genial sind denn diese Teile bitte - einfach DIE Lösung! Jetzt schaue ich fleißig Youtube Videos und lese begeistert hier im Forum :)

Aber ich habe noch soviele Fragen, ich stelle mal ein paar und freue mich auf eure Antworten!

- Fahrt ihr alle überwiegend auf Straßen? Habt ihr keine Angst dabei?
- Was ist, wenn der Weg mal etwas unebener ist oder z.B. Kieswege, schafft das Velomobil das? Kommt vermutlich auch auf's Modell an..?
- Wie habt ihr euer Modell gefunden?
- Wie ergeht es euch bei Glatteis, stürzen kann man ja wohl nicht so leicht wegen der drei Räder, aber wegrutschen ja schon? Und wie kommt man mit Schnee zurecht?
- Ich habe eine nervige Durchblutungsstörung an den Pfoten (Raynaud-Syndrom), ich würde mir vorstellen, dass im Velomobil die Hände recht gut geschützt sind vor Kälte und Fahrtwind?
- Wie ist es im Sommer, wird es sehr heiss im Velomobil?
- Habt ihr alle Elektro-Unterstützung? Ist vermutlich schon schlauer, um schnell anfahren zu können oder auch, wenn man mal irgendwo möglichst nicht verschwitzt ankommen möchte?
- Wie ist es, wenn der Deckel drauf ist, ist es sehr laut im Velomobil? Bekommt man überhaupt noch etwas mit von seiner Umgebung?
- Wartet ihr alles selbst? Ist vermutlich schon etwas komplizierter, als ein normales Rad oder kommt man an alles gut ran?
- Ich hab noch nie ein Liegerad ausprobiert, würde vermutlich schon Sinn machen, mal zu testen, oder? :LOL:

Entschuldigt den langen Text, ich kann meine Begeisterung gerade kaum zügeln :giggle:

LG
Steffi
 
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Bei Donauwörth, demnächst FFB
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-Fahrt ihr alle überwiegend auf Straßen? Habt ihr keine Angst dabei?
Die meisten fahren auf der Strasse, weil aufgrund der VM-Grösse / Übersicht und der Geschwindigkeit die meisten Radwege nicht geeignet sind.
Man sollte sich schon Gedanken bei der Strecke machen, wie gefährlich diese ist. Das wäre eine separate Diskussion. Licht und ungefähre gleiche Uhrzeit sorgt dafür, das die anderen Verkehrsteilnehmer mit dir rechnen. Farbe ist auch nicht verkehrt. Lese hier im Forum dazu mit.
- Was ist, wenn der Weg mal etwas unebener ist oder z.B. Kieswege, schafft das Velomobil das? Kommt vermutlich auch auf's Modell an..?
Ein VM ist angewiesen auf eine gute Oberfläche. Feinspliet ist teilweise möglich, aber nicht empfehlenswert. Asphalt :) und ggf. lang liegendes Pflaster ist ok. Von Prinzip her ist ein VM zum dahingleiten auf glatter Fahrbahn gemacht mit , wie ein Vogel im ..... ach, ich schwärme gerade;)
- Wie habt ihr euer Modell gefunden?
Die meisten haben gebrauchtes Fahrzeug erworben. Vorher versucht man hier und da Probe zu fahren. Treffen und die Messe Spezi boten gute Möglichkeiten dazu. Derzeit ist leider alles schwieriger. Letztlich musst du entscheiden, ob gleich mit einem neuen Fahrzeug beginnst.
- Wie ergeht es euch bei Glatteis, stürzen kann man ja wohl nicht so leicht wegen der drei Räder, aber wegrutschen ja schon? Und wie kommt man mit Schnee zurecht?
Man fährt vorsichtiger. Im allgemein hat man eine gute Bodenhaftung.
- Ich habe eine nervige Durchblutungsstörung an den Pfoten (Raynaud-Syndrom), ich würde mir vorstellen, dass im Velomobil die Hände recht gut geschützt sind vor Kälte und Fahrtwind?
Bei den meisten Fahrzeugen bleiben die Hände innerhalb der Karosserie und daher relativ warm.
- Wie ist es im Sommer, wird es sehr heiss im Velomobil?
nööööööööö.
- Habt ihr alle Elektro-Unterstützung? Ist vermutlich schon schlauer, um schnell anfahren zu können oder auch, wenn man mal irgendwo möglichst nicht verschwitzt ankommen möchte?
Im Großraum Hamburg dürfte sich selbst zu anfahren ein Motor eher nicht lohnen. Nur wenn du nur Stadtverkehr fährst oder wirklich heftige steigen regelmäßig fahren musst. Schwitzen ist ein Problem, aber nicht unlösbar. Kleiner Wasserbeutel und Wechselkleidung helfen wunder.
- Wie ist es, wenn der Deckel drauf ist, ist es sehr laut im Velomobil? Bekommt man überhaupt noch etwas mit von seiner Umgebung?
Keine Ahnung, bin Cabriofahrer. Ausprobieren.
- Wartet ihr alles selbst? Ist vermutlich schon etwas komplizierter, als ein normales Rad oder kommt man an alles gut ran?
Es ist sinnvoll sich mit der Technik auseinander zu setzen. Dazu bekommst du hier Hilfe. Die Fahrradwerkstätten sind im allgemeinen überfordert. Inspektion beim Händler / Hersteller sind möglich
- Ich hab noch nie ein Liegerad ausprobiert, würde vermutlich schon Sinn machen, mal zu testen, oder?
ein VM hat drei Räder. Umkippen bei "normaler" Fahrweise ist nicht zu befürchten. Ich befürchte allerdings, dies hier nicht soviel normal sind :cool:
 
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Ich fahre zwar kein Velomobil, aber einige Eigenschaften werden auch von unverkleideten Dreirädern erfüllt, daher erlaube ich mir mal ein paar Kommentare:
- Fahrt ihr alle überwiegend auf Straßen? Habt ihr keine Angst dabei?
Man fährt recht schnell. Straßen sind für schnellen Verkehr ausgelegt und entsprechend übersichtlich. Bei Fahrrad-Infrastruktur kann es vorkommen, daß plötzlich aus dem Nichts eine Ausfahrt o.ä. auftaucht, an der man schnell übersehen werden kann, oder der Radweg wird eng und kurvig. Straßen sind üblicherweise deutlich übersichtlicher.
Angst hat man eigentlich nicht, höchstens bei ungewohnt hoher Geschwindigkeit, wenn man das Fahrzeug noch nicht so gut im Gespür hat (dann muß man halt bremsen), oder eben, wenn sich Autofahrer unmöglich benehmen und idiotisch überholen.
- Wie ergeht es euch bei Glatteis, stürzen kann man ja wohl nicht so leicht wegen der drei Räder, aber wegrutschen ja schon? Und wie kommt man mit Schnee zurecht?
Auch ein Dreirad kann umfallen ;) Natürlich braucht das recht lange.
Mit meinem Trike habe ich einige der angenehmsten Fahrten bei ordentlich Schneefall unternommen: Ich fahre gemütlich mit 45 km/h die Landstraße bergab und die Autofahrer fahren auch mit 45 km/h die Landstraße bergab. :LOL: Natürlich muß man schon aufpassen, keine abrupten Lenkbewegungen zu machen und eher vorsichtig fahren. Mit Eis habe ich noch keine Erfahrungen gemacht, ich schätze aber mal, daß man dann rutscht. Wenn's ganz schlimm wird, kann man vielleicht Spikereifen fahren, dann kann man aber gefühlt gleich laufen. ;)
- Habt ihr alle Elektro-Unterstützung? Ist vermutlich schon schlauer, um schnell anfahren zu können oder auch, wenn man mal irgendwo möglichst nicht verschwitzt ankommen möchte?
Es gibt verschiedene Fahrerprofile und daher auch Fahrzeuge. Mein Gefühl ist: Ältere Velomobile wie z.B. das Mango werden gern mit Elektrounterstützung betrieben, moderne Velomobile sind üblicherweise so leicht, daß man sie nicht unbedingt braucht.
Verschwitzt ankommen wirst du allerdings mit jedem Liegerad, das Wärmemanagement ist kompliziert, da der Rücken nicht als Kühlfläche zur Verfügung steht.
- Wie ist es, wenn der Deckel drauf ist, ist es sehr laut im Velomobil? Bekommt man überhaupt noch etwas mit von seiner Umgebung?
Ein niedriger Geräuschpegel ist üblicherweise keine Priorität, selbst ohne Deckel sind die schon recht laut.
- Wartet ihr alles selbst? Ist vermutlich schon etwas komplizierter, als ein normales Rad oder kommt man an alles gut ran?
Ich würde dir dringend empfehlen, dich mit der Wartung von Fahrrädern vertraut zu machen. Viele Werkstätten trauen sich nicht an Spezialräder heran, Velomobile sind nochmal schwieriger, da die Außenverkleidung empfindlich ist. Wenn es um Wartbarkeit geht, ist wahrscheinlich das Waw ganz gut: Da kann man einigermaßen problemlos Teile der Verkleidung abnehmen, um besser an die Komponenten zu kommen.
Allerdings wird bei vielen Modellen die Kette komplett oder weitgehend innen geführt, verschmutzt also nicht so schnell und hält daher länger.
- Ich hab noch nie ein Liegerad ausprobiert, würde vermutlich schon Sinn machen, mal zu testen, oder? :LOL:
Definitiv. Es ist schon etwas Anderers, muß einem gefallen.
 
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@Superbär - Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich habe so einige Videos auf Youtube gesehen über potenziell gefährliche Situationen im Verkehr, die mir schon etwas Respekt einflößen... aber du hast vollkommen Recht, ein Radweg birgt auch Gefahren. Wenn es eher ländlicher wird (und so flach wie hier in Norddeutschland), kann man also auf Elektro ruhig verzichten. Fährst du denn dann auch bei schlechtem Wetter ohne Dach drauf? Es beruhigt mich etwas, dass bei "normaler" Fahrweise die Kippgefahr eher gering ist, habe gerade ein gruseliges Youtube Video über die Kippgefahr geschaut :oops:

@tomate - Vielen Dank auch für deine Antwort! Über ein unverkleidetes Dreirad hatte ich zuerst nachgedacht, aber da für mich im Winter tatsächlich die Kälte der limitierende Faktor ist, wäre ich glaube ich mit einer Verkleidung besser dran. Also, Schnee ist ok, Glätte schwierig... gut, ist ja eigentlich mit jedem Gefährt so. Aber zumindest haut es einen hoffentlich nicht ganz so leicht um wie mit einem Zweirad. Es ging mir übrigens weniger um den Geräuschpegel, sondern eher darum, dass man den Verkehr noch hören kann.

@Sven - Das ist ein nettes Angebot, danke! Ich hau dich in ein paar Tagen mal drauf an - ich glaube, ich muss erst einmal noch ein bisschen lesen und schauen :giggle:

@AndreasE - Vielen Dank für deen Tipp, das nächste Treffen ist ja auch schon für Anfang Dezember vorgesehen, da kann ich mich bestimmt einklinken!
 
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Alpha 7
Steffi,
am besten kommst du einfach mal vorbei. Keine Angst, du musst nichts bei mir kaufen.
Probefahrten sind ebenfalls kostenlos. Ich gebe einen Kaffee aus und wir gucken uns die "Dinger" mal an.

Sven
Hallo Steffi,
wenn du zu Sven fährst, bist du geliefert!
Du bekommst den Virus nicht mehr los und Sven arbeitet so gut, dass es keine Argumente mehr geben wird, die dich davon abhalten :ROFLMAO:
Ich spreche aus Erfahrung (nicht bei Sven aber was VM angeht ;) )

Spass beiseite. Vieles was oben steht ist meiner Ansicht nach richtig und klingt nicht nur gut. Wenn Du so nahe an Sven wohnst, fahr hin und probiere aus, löchere ihn mit Fragen und vllt findet sich noch der eine oder andere aus deiner Umgebung, wo du andere VM mal ausprobieren kannst.

ABER vergiss nicht meine Warnung :X3: wenn du es mal gespürt hast, wie hart die Wartezeit für ein Neues ist, der Wunsch immer und immer größer ... ach egal du bist eh schon infiziert!(y)

Viel Spass beim Ausprobieren. Mit @Kid Karacho hast du einen sehr sympathischen Händler, der sehr viel für seine Kunden tut (wenigstens das bisschen was man im Forum offiziell hört ist schon sehr toll! )

Ich wünsche dir einen informativen Tag und eine gute Entscheidung, ich habe es nicht bereut, dass ich im April meinen (für mich sehr) teuren Alpha gekauft habe. Mich ärgert nur, dass ich nicht 10 Jahre früher den Schritt gegangen bin.

Grüße aus dem Süden
Ansgar
 
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Ich antworte mal nur auf zwei Fragen, sonst ists zu viel:

- Ich habe eine nervige Durchblutungsstörung an den Pfoten (Raynaud-Syndrom), ich würde mir vorstellen, dass im Velomobil die Hände recht gut geschützt sind vor Kälte und Fahrtwind?
....
- Wie ist es, wenn der Deckel drauf ist, ist es sehr laut im Velomobil? Bekommt man überhaupt noch etwas mit von seiner Umgebung?
zur Erläuterung: ich fahre (u.a.) ein Go-One-3, das ist komplett geschlossen, gibts aber nur noch gebraucht und selten. Neu gibt es das leichtere und schnellere Go-One Evo-R.
Die Hände bleiben warm, das "kälteste" ist noch der Lenker ("Tiller") (den kann man ja auch mit Griffband usw. isolieren)
Durch das komplett geschlossene (ich fahre mit Haube) ist es durchaus polterig, v.a. auf Kopfsteinpflaster. Ich fahre seit neuestem mit Ohrstöpseln, so kann ich auch noch (mit Trekz Air) podcasts hören.

Beste Grüße
 
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@tomate - Vielen Dank auch für deine Antwort! Über ein unverkleidetes Dreirad hatte ich zuerst nachgedacht, aber da für mich im Winter tatsächlich die Kälte der limitierende Faktor ist, wäre ich glaube ich mit einer Verkleidung besser dran. Also, Schnee ist ok, Glätte schwierig... gut, ist ja eigentlich mit jedem Gefährt so. Aber zumindest haut es einen hoffentlich nicht ganz so leicht um wie mit einem Zweirad. Es ging mir übrigens weniger um den Geräuschpegel, sondern eher darum, dass man den Verkehr noch hören kann.
Unverkleidete Dreiräder sind nett, aber eher keine Fahrzeuge für hohe Geschwindigkeiten. Aber letztendlich: Ein Dreirad ist es allemal. Je nach Bodenfreiheit ist gegebenenfalls auch Schnee nicht für ein Velomobil geeignet. Das ist eben schwierig: Velomobile sind grundsätzlich aerodynamisch optimierte Fahrzeuge, die schnell fahren müssen--weniger Bodenfreiheit ist sowohl für die Aerodynamik als auch für den Schwerpunkt vorteilhaft. Offroad-Episoden würde ich mit keinem Velomobil durchführen wollen, dafür sind die einfach nicht gedacht. Man muß da umdenken: Du bist mit einem "normalen" Rad unglaublich flexibel und vielseitig, diese Flexibilität gibt es mit einem Velomobil definitiv nicht. Dafür aber: Hohe Geschwindigkeit und Wetterschutz.
Bezüglich des Motors ist hauptsächlich die Frage aufzuwerfen, wie trainiert du bist und wieviel du im Stop-and-go-Verkehr fährst. Velomobile sind schwer, diese Masse will erst einmal beschleunigt werden, und das braucht seine Zeit. Der Motor hilft da. Allerdings wird er sich bei 25 km/h abschalten, und diese Geschwindigkeit ist schnell erreicht. Ab da fährst du dann den zusätzlichen Widerstand des Motors und das Gewicht der Akkus mit Muskelkraft durch die Gegend.
Den Faktor Lautstärke solltest du nicht unterschätzen: Ich weiß jetzt nicht, wieviel vom Verkehr du hören willst, aber Liegeräder sind alle laut. Ich bin immer ganz erstaunt, wie leise doch mein "normales" Rad ist. Velomobile haben dann auch noch den großen Resonanzkörper. Ich würde daher mal vermuten, daß du vom normalen Verkehr wenig hören wirst, sobald du mal auf Geschwindigkeit bist: Das Fahrzeug ist laut und der Fahrtwind ist dann auch laut.
 
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Quest
Wie genial sind denn diese Teile bitte - einfach DIE Lösung!
Das VM braucht schon eine besondere Zuwendung. Kaufen und alle Vorteile nutzen, wenn es mal nicht fährt ab in die Werkstatt (wie beim Auto) funktioniert nicht. Das braucht schon einiges an Engagement und Plan B, wenn es mal nicht funzt.
Ich bin von Kindesbeinen an eigentlich immer überall mit dem Rad hin, Autos mag ich nicht.
Dann bist Du ja mit den einfachen Wartungsarbeiten wahrscheinlich vertraut: Bremsen, Gangschaltung einstellen, Reifenpanne beheben, etc. Autos mögen hier die meisten nicht, eine sehr gute Voraussetzung, herzlich willkommen, Du bist definitiv eine von uns!!!
Habt ihr alle Elektro-Unterstützung?
Klar, beim Rasieren bevor wir losfahren.

Viele Deiner Fragen wurden schon in anderen Fäden behandelt, da lohnt es trotz aller Euphorie, die Schlagwortsuche zu bemühen.
 
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Über ein unverkleidetes Dreirad hatte ich zuerst nachgedacht, aber da für mich im Winter tatsächlich die Kälte der limitierende Faktor ist, wäre ich glaube ich mit einer Verkleidung besser dran.
Ich habs zwar selbst noch nie ausprobiert, aber vielleicht wäre als offene Alternative zum Velomobil noch das HP Scorpion mit Streamer was, da würde zumindest ein Großteil des Fahrtwindes wegfallen und es wäre deutlich flexibler und leiser als ein Velomobil. Nur mal so als Idee in den Raum
 
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Moin Steffi! Willkommen im Bekloppten-Forum. :ROFLMAO:
- Fahrt ihr alle überwiegend auf Straßen?
Ja.
Habt ihr keine Angst dabei?
Nein. Die Straße ist sicherer und ich wurde bisher mit keinem Fahrzeug (Rad, Trike, Motorrad, PKW) von den KFZ im Straßenverkehr besser behandelt als mit dem Velomobil (VM). Das muss man wirklich "erfahren" um es glauben zu können.
>95% meiner Unfälle und Fast-Unfälle der letzten 9 Jahre (>70.000km mit dem Trike), passierten auf dem Radweg.
- Was ist, wenn der Weg mal etwas unebener ist oder z.B. Kieswege, schafft das Velomobil das? Kommt vermutlich auch auf's Modell an..?
Kieswege sind mit dem VM relativ scheiße zu fahren. Es geht, aber macht keinen Spaß.
- Wie habt ihr euer Modell gefunden?
Ich hatte zwei Ausschlußkriterien für ein VM: Tillerlenkung und die Farbe Gelb.
Es wurde dann ein gebrauchter Milan GT in weiß mit Panzerlenkung. ;)
- Wie ergeht es euch bei Glatteis, stürzen kann man ja wohl nicht so leicht wegen der drei Räder, aber wegrutschen ja schon? Und wie kommt man mit Schnee zurecht?
Kann ich (zum Glück) für das VM nicht beantworten. Ohne Motor bleibst du (auch mit dem Trike) bei mehr als ca 5cm Schneedecke relativ schnell stecken. Bei Glatteis kann man Spikes-Reifen aufziehen. Hab ich in den vergangenen 5 oder 6 Jahren 2x für ne Woche am Trike ausprobiert (dann was das Eis wieder weg).
- Ich habe eine nervige Durchblutungsstörung an den Pfoten (Raynaud-Syndrom), ich würde mir vorstellen, dass im Velomobil die Hände recht gut geschützt sind vor Kälte und Fahrtwind?
Kalte Hände sind, durch den fehlenden Fahrtwind, kein Problem.
- Wie ist es im Sommer, wird es sehr heiss im Velomobil?
Yepp. Im Sommer bei >30°C nehm ich lieber das Trike. Dabei ist das weiße VM beim einsteigen gar nicht soo warm.
- Habt ihr alle Elektro-Unterstützung? Ist vermutlich schon schlauer, um schnell anfahren zu können oder auch, wenn man mal irgendwo möglichst nicht verschwitzt ankommen möchte?
95% aller VM haben keine Elektrounterstützung. Meines hat, da ich täglich vom östlichen Stadtrand, quer durch die Innenstadt, nach Wedel musste. Der E-Antrieb hilft im Stop-and-go sehr gut, aber verschwitzt ist man trotzdem.
- Wie ist es, wenn der Deckel drauf ist, ist es sehr laut im Velomobil? Bekommt man überhaupt noch etwas mit von seiner Umgebung?
Ja, es ist laut. Aber man bekommt selbst mit Gehörschutz genug von der Umgebung mit.
- Wartet ihr alles selbst? Ist vermutlich schon etwas komplizierter, als ein normales Rad oder kommt man an alles gut ran?
Ja.
Je nach VM-Modell kommt man (wenn Wartungsluken vorhanden sind) mehr oder weniger gut ran. Ohne Wartungsluken... ist es ein Krampf.
(bei meinem alten, gebrauchten, Milan hab ich als erstes große Wartungsluken in die Karosse gesägt)
- Ich hab noch nie ein Liegerad ausprobiert, würde vermutlich schon Sinn machen, mal zu testen, oder? :LOL:
Eigentlich ist es nicht nötig. Ein Liegerad-Trike ist einem VM auf den ersten (und zweiten) Blick zwar sehr ähnlich, aber trotzdem ein ganz anderes Tier. Aber fahr unbedingt ein paar verschiedene VM-Modelle zur Probe!

Nem das Angebot von @Kid Karacho an! Dort bist du in den besten Händen.
 
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würde vermutlich schon Sinn machen, mal zu testen, oder?
Unbedingt! Hier viel zu lesen, ist schon eine gute Vorbereitung aber VM-Fahren ist nochmal was ganz anderes als vom normalen UP auf's Liegerad/Trike umzusteigen. Gerade beim VM gilt die Redewendung "Grau ist alle Theorie". Viele Neueinsteiger machen sich vorab Gedanken über Dinge, die später überhaupt nicht relvant sind und umgekehrt. Und vor allem: Höre auf die erfahrenen Leute hier, spart eine Menge Lehrgeld (nicht war @HenriP ;))
 
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- Fahrt ihr alle überwiegend auf Straßen? Habt ihr keine Angst dabei?
Ich habe ein altes Alleweder 6, das nicht so schnell läuft. Damit fahre ich zum großen Teil auf Radwegen, wenn es tatsächlich welche gibt (nicht "Fußweg, Radfahrer Frei"), weil es für die Fajrbahn schon etwas lahm ist. Mit dem Milan (eines der aller schnellsten Serienmodelle) bin ich dann je nach Situation zwischen Fahrbahn und Radweg gewechselt, weil man auf Radwegen bei 50km/h und mehr nicht gut aufgehoben ist, aber auch erschöpft bergauf recht langsam. Allerdings bin ich beindem Modell sogar bei Grundstücksausfahrten aufgesetzt. Und nach zwei Wochen hatte ich beim Wechsel einen Abflug gemacht und großen Schaden am Velomobil. Sobald ich wieder ein schnelles habe, nur noch Fahrbahn!

- Was ist, wenn der Weg mal etwas unebener ist oder z.B. Kieswege, schafft das Velomobil das? Kommt vermutlich auch auf's Modell an..?
Tatsächlich natürlich unterschiedlich. Tendenz: Nicht so cool. Das Alleweder bin ich mit dicken Pannenschutzreifen auf einem Sandweg hoher Qualität (touristischer Radfernweg) problemlos fast so schenell gefahren, wie auf Asphalt, aber das lag an den breiten Reifen und daran, dass es auf Asphalt schon nicht schnell ist, weil andere Faktoren stärker bremsen. Je mehr das Fahrzeug auf Geschwindigkeit ausgelegt ist, desto kompromissloser besteht es auf Asphalt.

- Wie habt ihr euer Modell gefunden?
Das Alleweder war 10km entfernt gebraucht zu kaufen. Exttem kurze Entfernung. Reiner Opportunismus.
Den Milan, weil ich schnell und mit minimaler Anstrengung Mittelstrecken überwinden wollte. Also maximale Aeronynamik.
Jetzt gint es ein Alpha Seven. Teilweise wieder Opportunismus, weil ich da schnell ein neues bekomme, aber es ist auch sehr schnell und mit offenen Rädern und Wartungsklappe über dem Tretlager viel besser dran zu arbeiten.

- Wie ist es im Sommer, wird es sehr heiss im Velomobil?
Tendenziell: Ja! In der Regel will man beim Einsteigen viel ausziehen und beim Aussteigen viel anziehen. Ist wieder bei Geschwindigkeits-Modellen stärker so. Gerade Fußlöcher für einen Rückwätsgang bei "Alltags"-Modellen bringen viel Luft rein, bremsen aber auch stark. Gibt interessante Threads zum Thema, wie man damit am Besten umgeht.

- Habt ihr alle Elektro-Unterstützung? Ist vermutlich schon schlauer, um schnell anfahren zu können oder auch, wenn man mal irgendwo möglichst nicht verschwitzt ankommen möchte?
Wenn das Velomobil schwer ist, nicht weit uber 25km/h kommt und man öfter anfahren und lang bergauf fahren muss: Gerne Motor!
Bei der Milan-Probegahrt hatte ich mal auf den Tacho geschaut: 25km/h hatte ich in wenigen Sekunden erreicht. Und dann ging es ja noch über 50km/h. Da Energie im Quadrat der Geschwindigkeit steigt, ist es bis 25km/h also nur ein Viertel der gesamten Energie.
Beim Test des Alpha Seven habe ich bemerkt, dass ich seichte Anstiege nich mit 40km/h gefahren bin. Um unter 25km/h zu kommen, braucht also gewisse Steigungen. Und wenn man mit Motor mehr Gewicht hat, ist man bei den seichten Steigungen dafür langsamer. Und auf steileren, aber kürzeren z.B. Brücken rollt man schon ein paar Meter hoch, bevor die Geschwindigkeit auf 25km/h fällt. (Wie gesagt: Energie im Quadrat der Geschwindigkeit. Fährt man doppelt so schnell, rollt man vier mal so hoch. Hatten das auch irgendwo mal ausgerechnet. Dabei Fahrwieserstand und Antriebsleistung einfach gleichgesetzt und ignoriert. Finde es aber irgendwie nicht wieder.)
Also kommt drauf an. Und dann gibt es noch die mit Motor bis 45km/h und mehr Leistung. Ob man das noch Fahrrad/Velomobil nennt, ist jedem frei. Hat offensichtliche Vorteile, aber auch haarige Nachteile.

- Wie ist es, wenn der Deckel drauf ist, ist es sehr laut im Velomobil?
Ohne Haube viel Windgeräusche, aber dafür gibt es Lösungen. Mit Haube viel Geratzer und Gerappel. Da hilft nur Gehörschutz. Aber man hört auch nicht weniger als in einem Auto. Und jst bestimmt noch zwischen Modellen etwas unterschiedlich.

- Wartet ihr alles selbst? Ist vermutlich schon etwas komplizierter, als ein normales Rad oder kommt man an alles gut ran?
Nähe zum Händler ist schon gut für schwerere Sachen und
ein aufgeschlossene Werkstatt im Ort kann auch angenehm sein, aber das Übliche sollte man wohl besser selbst können. Aber da kann man die vielen Tutorials von normalen Fahrrädern größtenteils übertragen. Den Rest wie gesagt hier im Forum finden oder mal fragen.
Wie einfach es geht ist wie gesagt unterschiedlich. Seitlicher Zugang zum Hinterrad ist wohl standard. Fußlöcher helfen schon, um ans Tretlager zu kommen, Luke oben drauf ist aber wohl angenehmer. Der lange Einstieg vom Milan ist besser als garnichts. Beim. WAW kann man alles Heck und Nase komplett abnehmen, aber das bedeutet auch einige Schrauben extra.

am besten kommst du einfach mal vorbei. Keine Angst, du musst nichts bei mir kaufen.
Ja, das ist gut. Aber denk dran: Bei Kid Karacho gibt es Milan SL und Alpha Seven der neuesten Generation, sauber gepflegt. Das ist die Spitze der Geschwindigkeit. Was du da erlebst, kannst du nicht z.B. von einem zehn Jahre alten Mango erwarten! (Sagt der mit dem lahmen Alleweder. ;))

Höre auf die erfahrenen Leute hier, spart eine Menge Lehrgeld (nicht war @HenriP ;))
Grml... Bin kaum über ein Jahr hier und habe mir schon einen Namen gemacht, hmm? :censored:
Also ja, ein Velomobil zu kippen ist nicht schwer, wenn man mit hoher Geschwindigkeit enge Kurven fährt, weil man zu spät bemerkt, dass man garnicht den Boden sehen konnte, wo man gerade lang fahren wollte. Ein guter Grund, um erstmal mit einem günstigen gebrauchten anzufangen. (Habe ich ja auch, aber das war nicht so cool und ich bin so wenig damit gefahren, dass ich doch nicht so viel Erfahrung gesammelt habe.)
 
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Ich habs zwar selbst noch nie ausprobiert, aber vielleicht wäre als offene Alternative zum Velomobil noch das HP Scorpion mit Streamer was
Bitte, liebe Leute, beschränkt euch bei euren Ratschlägen doch bitte auf Dinge die ihr kennt, statt irgendwas zu mutmaßen

Velomobile sind schwer, diese Masse will erst einmal beschleunigt werden, und das braucht seine Zeit. Der Motor hilft da.
Jau. Noch so ein Trike-Fahrer, der sich mit VM auskennt, weil seins ja auch drei Räder hat. Im Velomobil fahre ich mir selbst auf dem Trike locker davon, soviel effizienter ist der Antrieb. Das spielt das Gewicht eine untergeordnete Rolle. Weiss man allerdings erst, wenn man es selbst gemacht hat

Ich würde daher mal vermuten, daß du vom normalen Verkehr wenig hören wirst, sobald du mal auf Geschwindigkeit bist: Das Fahrzeug ist laut und der Fahrtwind ist dann auch laut.
Du hörst den Verkehr. So wird die Verwirrung der Neueinsteiger komplett, denn die können ja nicht wissen mit welchen Spekulationen sie hier zugetextet werden.

Das musste ich mal los werden. Ich unterstelle niemandem böse Absicht, doch bisweilen wäre es besser, die Finger still zu halten.
 
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Ich habs zwar selbst noch nie ausprobiert, aber vielleicht wäre als offene Alternative zum Velomobil noch das HP Scorpion mit Streamer was, da würde zumindest ein Großteil des Fahrtwindes wegfallen […]
Aber leider gerade nicht der für Scyza kritische Wind auf die Patscher. Der Streamer ist schmaler als der Lenker. Füße und Schienbeine bleiben trocken, ansonsten bekommt man doch viel Wind genau ins Gesicht.
 
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