Brevet Brevet Berichte 2023, PBP-Qualifikationen

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Respekt und Glückwunsch an @Radsammler und @Barney !
Interessant, wenn man die Streckenerfahrungen, die man selbst gemacht hat, von euch mal aus einer anderen Perspektive zu lesen bekommt. Musste bei euren Berichten oft schmunzeln und konnte vieles nachfühlen.

Meine Idee für den 400er war, Pausen erstmal so kurz wie möglich zu halten und zu schauen, wie weit ich mit meiner Bordverpflegung komme. Das hat auch ganz gut funktioniert. An den Kontrollen also nur kurz das eBrevet Prozedere durchgeführt, manchmal noch kurz Wasser aufgefüllt und weiter. Mein Tempo in Bewegung war sicher nicht besonders hoch, aber an den Kontrollen habe ich viel Zeit gespart. Das Ganze hat Spaß gemacht und ging bis km 259 gut. Dort, in einem kleinen Dorf auf einem unspektakulären Hügel zog es mir dann fast den Stecker und ich war plötzlich recht platt. Vielleicht rächte sich nun die geringe Pausenzeit. Doch in den Tiefen meiner Packtasche konnte ich noch eine geschmolzene und wiedererstarrte Tafel Ritter Sport finden, die ich dann gleich mal zur Hälfte inhaliert habe. Um direkt danach festzustellen, dass ich kein Wasser mehr hatte um den Durst zu löschen. Also noch kurz pausiert und weiter gings.
Relativ schnell kam ich aus dem Tief wieder raus und schaffte es noch ohne Wasser die gut 30 km bis zur McD Kontrolle in Heidenheim. Die Eigenverpflegung hatte ich inzwischen satt, also holte ich mir eine große Pommes, ohne Burger. Appetit wäre da gewesen, aber mit Burger bei einem Brevet hatte ich schonmal schlechte Erfahrungen gemacht. Hier stellte ich auch noch etwas Druckverlust am Hinterrad fest, also kurz nachgepumpt. (Erst am nächsten Tag stellte ich zu Hause fest, dass mein Reifen zwei kleine Einstiche hatte, die wohl durch die Dichtmilch abgedichtet wurden. Daher also der Druckverlust. Inzwischen bin ich echt begeistert von tubeless!)
Auf den folgenden 40 hügligen Kilometern ging es mir ähnlich wie Barney, der Magen fing zunehmend an zu drücken... Ich schaffte es aber auch noch rechtzeitig zu der besagten Tanke - und bin jetzt froh, dass bei mir der Kloschlüssel noch da war :). Übrigens hing dieser an einer leeren 5l-Öldose, die als Schlüsselanhänger völlig überdimensioniert war. Wer den geklaut hat, der brauchte schon einen leeren Rucksack.

Gegen kurz nach 3 war ich dann wieder zurück und freute mich sehr über die Spaghetti von Christine! Da ich noch 30 km Heimweg mit dem Rad vor mir hatte, wollte ich es auch hier wieder nicht übertreiben und meinen Magen unnötig strapazieren.

Die Strecke war für mich nur ca. zur Hälfte neu, aber sehr schön! Auch von mir eine klare Empfehlung. Wie schon beschrieben ohne steile Rampen, dafür mit vielen ländlichen km über die schöne Alb. Und die Organisation wirklich sehr liebevoll und detailreich!
Etwas genervt haben mich die letzten 20 km 'Anstieg', die sich noch nie so steil angefühlt haben. Aber irgendwie nervt doch bei jedem Brevet der letzte Anstieg. ;)
 
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Hier stellte ich auch noch etwas Druckverlust am Hinterrad fest, also kurz nachgepumpt. (Erst am nächsten Tag stellte ich zu Hause fest, dass mein Reifen zwei kleine Einstiche hatte, die wohl durch die Dichtmilch abgedichtet wurden. Daher also der Druckverlust. Inzwischen bin ich echt begeistert von tubeless!)
Schöner Bericht @Streamer . Welche Reifen, welche Dichtmilch nutzt du auf dem AT2?
 
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Vorne den G-One Speed in 40 mm Breite. Und hinten (seit zwei Wochen wieder, sozusagen als Sommerreifen) den GP5000S in 32 mm (27,5"). Beide mit der herkömmlichen Schwalbe Doc Blue Dichtmilch befüllt.
 
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Schöne Reifenkombi, @Streamer , um einen Brevet möglichst effizient mit dem Wolf zu gestalten.

Ich hab selber im April den 200er und den 300er bei den BB-Randonneuren unter mistigen Bedingungen (nass, kalt, windig) auf dem AT1 zusammen mit meinem Kollegen (Up-RR) absolviert. Beim 200er war übrigens auch @tobigo mit seinem Toxy ZR am Start. Das waren zwei echte Prüfungen und wir haben beide innerhalb des Zeitrahmens, ohne dauerhaften Schaden zu nehmen, geschafft. Dabei hatte ich hinten auf dem Wolf auch den GP5000S-TR in 32-622 montiert und vorne bin ich das Wagnis mit dem Pro One TT 28-406 eingegangen. Zur psychologischen Sicherheit hatte ich aber den G-One Speed 40-406 mit im Gepäck. Diese Reifenkombi läuft phantastisch auf dem Wolf und ich mußte nur während des 300ers an der Kontrolle in Wörlitz am frühen Abend einmal vorne nachpumpen. Dabei fielen mir auf der Lauffläche allerdings mächtig viele, feuchte Punkte auf.

Bei beiden Brevets, speziell beim 200er, waren relativ häufig Randonneure am Wegesrand anzutreffen, die dem "edlen" Handwerk des Reifenflickens nachgehen mußten. Toi, toi, toi, wir sind davon verschont geblieben. Der Kollege fährt auch tubeless (GP5000 TL) auf seinen RR-Laufrädern.

Am vergangenen Wochenende, eine Woche nach dem 300er war der Pro One vorne aber über Nacht plötzlich platt. Hab dann aufgepumpt und bin damit zur Arbeit, aber abends war er wieder platt. Ich hatte erst das Ventil im Verdacht, da nirgends Spuren ausgetretener Dichtmilch zu finden waren, aber hab auch mal den Dichtmilch-Stand geprüft. Tja, was soll ich sagen. Die beiden Brevets haben das System wirklich gefordert, denn der Reifen war soweit man das durch das Ventil checken kann, leer. Gut 60 ml Dichtmilch waren ihrer Pflicht und Schuldigkeit nachgekommen und hatten den Reifen trotz einer Menge an Durchstichen dicht gehalten, ohne daß ich es so recht mit bekommen hätte, denn einen Platten hatte ich ja unterwegs nicht. Also flugs 60 ml Orange Seal Endurance eingefüllt, und nun hält er die Luft wieder. Ich würde sagen, der echt empfindliche aber sehr schön laufende Pro One TT kann im tubeless Betrieb auch das Herz eines Randonneurs erfreuen (allerdings nur wenn er ihn vorher auch rundlaufend montiert bekommen hat :mad: ).
 
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BRM400 - Twisteden - Namur, oder: das RAVeL des Grauens

Eigentlich brauchte ich das 400er für die Quali gar nicht mehr, aber da @Jupp, @jostein und @speedastir auch gemeldet waren, bin ich halt auch hin. Wichtiger war für mich der Test, ob nach 14 Tagen C-Zwangspause noch alles geht, bevor ich das finale 600er in Ostfalen unter die Räder nehme. Kurz vorab: Es ging. Auch wenn meine Knie gleich zu Anfang lauten Protest wegen der ungewohnten Anstrengung erhoben - aber da mussten sie durch.
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Wir waren alle 4 im eBrevet-Modus und das war diesmal eine Katastrophe. Keiner der Fahrer konnte sich beim Start einchecken, weil der Startort beim über 70 km entfernten Maaseik konfiguriert war. Also Pulks von wild diskutierenden Fahrern, die dann halt überwiegend ohne Start auf die Strecke gingen.
Das Stück bis Maaseik war bekannt und ging ganz fluffig. Dort auf dem Marktplatz dann der nächste Versuch mit dem eBrevet.
Wir hatten 3 Gruppen von Teilnehmern: die einen, bei denen es dann irgendwie klappte und zwei Gruppen von Fehlern: die einen konnten gar nichts machen und die anderen (zu denen ich gehörte) sahen, dass die Startzeit für Maaseik auf 11 Uhr gesetzt schien - hätte also (obwohl wir im Fenster für die erste Kontrolle lagen) einen Zwangsstop von 45 min bedeutet. Darauf hatte ich keine Lust. Also Foto gemacht, Mail an Michael und weiter gefahren.

Es kam Belgien und es kamen Hügel und RAVeL. @Jupp verlor mal in einer Querrinne seinen rechten Wartungsdeckel vorne, @jostein und @speedastir durften beide mal flicken
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und die letzten Kilometer der RAVeL bis Namur war dann einfach nur das Grauen:
Ein wilder Mix aus Drängelgittern, Pöllern gepaart mit üblen Randsteinen, Rinnen und sonstigen Schikanen zehrten nicht nur an den Körnern, sondern auch am Verstand und den Fahrwerken unserer Gefährte.
Bei der langen Abfahrt kamen uns schon die schnellsten Fahrer wieder entgegen.

In Namur kurz in den Stau gestellt, einmal zur Zitadelle hochgekurbelt, selbes eBrevet Chaos wie zuvor, wieder runter gerollt, selber Stau noch mal (diesmal aber im Hopping-Style über die Gegenfahrbahn passiert), einmal durch die Innenstadt und dann den RAVeL des Grauens wieder hoch.
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Kurzer Stop beim Supermarkt zwecks Re-Proviantierung, 20 km danach eine Frituur mit Mega-Portionen, von denen wir 2 dann verschenkt haben, dann weiter kurbeln und Flucht vor ein paar aufziehenden Schauern in die Dämmerung, bis es in NL dann wieder auf Straßen und Radwegen halbwegs rund läuft und die Kilometer schmelzen.

Kurz nach Mitternacht dann Ankunft am Bahnhof Kevelaer (am Sportplatz keine Dusche und Suppe diesmal) und danach wieder zum Auto zurück und der heimischen Dusche entgegen.
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Meine Beine vermelden, dass es doch etwas heftiger war, mein Garmin meinte gestern, mein FTP sei gestiegen (woher weiss die Uhr das? Ich habe doch überwiegend mit mittlerem Puls gekurbelt?) und auf der Waage fehlen mal eben 3 kg.
Wie der eBrevet Krimi endet, wird sich noch zeigen - kann mir aber auch egal sein, denn mit Zeeland habe ich das 400er ja bereits homologisiert.
Ach so: @HurriChristoph kam uns irgendwo beim RAVeL des Grauens auch entgegen und @Zapfo etwas später dann ebenfalls. Ich hoffe bei euch ist auch alles gut gelaufen. Mit entsprechender Panzerung am Quest hättet ihr die Schikanen ja eigentlich auch niedermähen können... ;)

Die Tour bei Strava mit noch mehr Bildern, überwiegend bewegte.
 
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Tour des Grauens auf dem Ravel des Grauens
Es fing schon in der Woche an. Mittwoch bescheinigte mir Hanno einen verbrauchten Antriebsstrang, ich solle mal eher nur vorsichtig anfahren. Donnerstag war für Probefahrt & Packen freigehalten, alles gecancelt wegen des Anschlages auf Feuerwehrkameraden in der Nachbarstadt Ratingen, der Kopf auch Freitag nicht frei.
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Kurz vor Twisteden fällt mir auf, dass ich kein Ladekabel mithabe. @HurriChristoph gibt mir seins, vielen vielen Dank!
Beim Start rutscht das Kettenschutzrohr aus dem Halter und verknotet sich zwischen Kette und dem Rest. An losfahren nicht zu denken. Nach 35min bin ich aber mit einem Provisorium startklar und eile der Meute hinterher.
An der ersten Kontrolle will ich das Handy (=Navigation) nachladen obwohl es nicht leer war. Innerhalb von 2Sekunden ist es auf 1% und die fette Powerbank auch halb leer, toll, warum auch immer...
Egal, weiter. Ich fahre alleine nach Namur, passe knapp durch die Schikanen und leide mit meinen Felgen. Das brauch ich nicht nochmal.
An einer Baustelle versinke ich vorne im Matsch, ein Passant will mich rausheben. Ob das die Karosse so gut gefunden hätte?
Namur find ich zwar spektakulär, will aber weiter, treffe noch Christoph auf fünf Worte.
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Auf der langen Steigung hinter Namur treffe ich drei Rennradler, die seit Stunden ein ähnliches Tempo fahren. Ich erläutere kurz meine Akkuprobleme, ab sofort fahren wir gemeinsam. Und das ist richtig nett: Einkehr hier, Biergarten dort, aufs Tempo kommt es eh nicht an. Und sie passen die Route selbstständig auf mich an (Schikanen umfahren etc, vielen Dank!).
Im Wald "finden" wir noch einen Fahrer mit Plattfuß im Stockfinstern. Machen ihn wieder flott, auch er bleibt bei uns.

Bei Km ~310 legen sich Zwei schlafen, wir ziehen durch. Eine Milchtankstelle rettet meinen Flüssigkeitshaushalt, bei beginnendem Tageslicht sind wir aber erheblich müde.

Um kurz nach 6 sind wir endlich am Bahnhof. Am Parkplatz gehe ich erstmal schlafen, bin erst am Vormittag zuhause.

War es schön? Ja, auf jeden Fall. Es war schwierig, aber alle Probleme wurden gemeinsam gelöst. Dafür stehen Brevets ...

Gute Nacht,
Falko
 
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Ravel des Grauens
Vorgewarnt durch einen Bericht von @tomacino in diesem Forum hatte ich mit einer höheren Frequenz des Velomobilschiebens und Rangierens gerechnet und war positiv überrascht.
Immerhin gibt es dieses Wegenetz in Belgien schon einige Zeit und darunter auch mit dem VM gut zu fahrende Wege wie Vennbahn und entlang der Kanäle. Auch hier nach Namur gab es ja lange Abschnitte durch Schattigen Wald, was bei den höheren Temperaturen gestern angenehm war. Ebenfalls gut, dass die Wege trotz des schönen Wetters bis auf die Nieder Rhein Randonneure fast leer waren.
Die Alternativen in Belgien sind die Nationalstraßen, auf denen der Radfahrer auf einen verdreckten oft Holperigen und schattenlosen Randstreifen verbannt wird oder Nebensträßchen, die dann auch Mal noch grob gepflastert oder moderner mit Betonplatten für ein rhythmisches Kantenstakato ausgelegt sind.

Nichtzuletzt erhöhen die gelegentlichen Ausflüge nach B die Wertschätzung der hiesigen Infrastruktur (außerhalb des Potts und Westerwalds).
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Man sagt, und der Meinung schließe ich mich an, nach dem ersten Mal 400 weiß man, ob man ein Randonneur ist.
Hm, mit der Erfahrung von 3x200, 2x300 und 1x400 weiß ich es noch nicht so recht.
Aber ich will ja noch den 400er bei Karl in ein paar Tagen fahren, obwohl ich den für die Qualifikation nicht brauche. Und ich habe dafür gestern 115 km mit 1100 Hm trainiert. Auch freiwillig. Außerdem wäre ich verdammt gerne die Alte Hexe gefahren, was jetzt aber wieder nicht klappt.
Vielleicht gibt es da eine Tendenz. :cool:
 
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Ich gebe @jostein ein Stück weit recht, ich wäre ja froh, wenn wir so ein Wegenetz hier hätten. Und ich musste nicht einmal aussteigen weil ich nicht durchkam. Aber die nicht vorhandenen Absenkungen an den Kreuzungen sind für Velomobile suboptimal. Mit nem Tourenrad wäre es vermutlich egal.

Ich könnte mir eine Urlaubsreise per Rad auf dem Wegenetz sogar gut vorstellen.
 
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400 km Dortmund-Kahler Asten-Beverungen-Dortmund

Ich berichte diesmal mit der Brille eines RR Fahrers. Ich hatte mich ganz bewusst für mein „Patria Randonneur entschieden, da mir die letzten Brevets mit dem Milan so gar nicht zugesagt haben.
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Anreise mit dem Zug war recht unkompliziert. Beim Start waren mit @tomacino mit LR und @I-S-MS mit VM vertreten.
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Die Ausfahrt aus Dortmund mit RR war recht unkompliziert über die Trassen Richtung Phönixsee. Nach ca. 15 km führte uns die Strecke auf und über den Haarstrang Richtung Osten. Ein leichter Gegenwind aus Ost begleitete uns bis zur Wende nach Süd hinter der ersten Kontrolle bei km 75.

Da ich in der letzten von drei Startgruppen war und ich immer in der ersten Stunde mich finden muss, befand ich mich doch recht schnell weit hinten. Aber nach der ersten Stunde beruhigte sich mein Puls und ich fand meinen Rhythmus. Bis zur ersten Kontrolle hatte ich auch einige wieder eingeholt. In der Dunkelheit hat man ja immer ein Rücklicht vor sich, was den entsprechenden Zug verursacht.
@tomacino habe ich immer mal wieder gesehen, überholt oder er hat mich überholt.

Von der ersten Kontrolle schlugen wir dann Süd Kurs ein, um über Rüthen nach Nuttler uns langsam dem Kahlen Asten zu nähern. Die Strecke von Rüthen nach Nuttler zieht sich wie ein Gummi und war in der Dunkelheit allein recht mühsam. Die Abfahrt nach Nuttler hat umso mehr Spaß gemacht, auch wenn in der Dunkelheit Vorsicht geboten war in den Serpentinen.
Nuttler bei km 98 in einer 24 Tankstelle war reges Treiben. Es war kühl geworden und einige benötigten Zeit zum Aufwärmen. Ich bin nach einer kurzen Pause weiter, um mich bergauf wieder aufzuwärmen. Es kam ein fieses Stück bergauf mit sehr schlechtem Untergrund. Und auch dieses Stück zieht sich richtig lang bis Altastenberg. 30 km, die sehr lang waren. Um 3.25 Uhr habe ich das Dach NRW´s erreicht. Ein Stunde vor Ende.
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Auch hier habe ich nicht lange verweilt, sondern schnell nach Winterberg zur 24 Stunden Tanke und einen Kaffee zum Aufwärmen getankt.
Von Winterberg nach Bad Arolsen waren es rund 50 km mit vielen Abfahren aber immer wieder einigen Gegenanstiegen. Auch hier traf ich mal wieder auf Tommaccino, der sich langsam aber sicher über die Anstiege beschwerte.

Um 6.20 erreichte ich Bad Arolsen. Tankstelle erstes Frühstück mit einigen RR und weiter geht es nach Beverungen.
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Die Sonne ließ sich nun häufiger blicken. Auf der Straße nahm der Verkehr zu. 2 m Abstand beim Überholen? Nicht im Kreis Höxter. Hier und da traf ich auf einige RR´ler. Aber ich bin viel solo in meiner Wolke gefahren, nur ich und meine Gedanken und mein Randonneur.
Nach Beverungen -km 239- ging es dann noch mal richtig runter durch einige Serpentinen. Topspeed waren hier die 65km/h. Die Sonne war da und es wurde Zeit für ein zweites etwas ausgiebigeres Frühstück.
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Gegen 10 Uhr fuhr ich weiter. Raus aus dem Wesertal bedeutet bergauf. Ich war wieder allein unterwegs. Auf nach Willebadessen, um den heftigsten Anstieg vor der Mittagssonne zu schaffen. Und der war heftig. 12% Anzeige, gefühlt auch 20%.

Weiter Richtung Westen führte der Weg durch das südliche Paderborner Land, wo ich aufgewachsen bin. Schön diese bekannten Dörfer zu durchfahren und viele Erinnerungen an jugendliche Radtouren zu durchleben.

Von Geseke bis Welver -km 359- zur letzten Kontrolle war es eher langweilig. Lang vielleicht auch daran, dass die Luft so langsam entwich.

Für die letzen km hat ich dann wieder Begleitung, vor allem ortskundige in Dortmund, was den Weg etwas einfacher machte, da ich mich nicht noch auf die Navigation konzentrieren musste. Ich mag einfach kein Stadtfahren.

Um 19 Uhr traf ich im Ziel ein. Froh, es geschafft zu haben und jetzt schnell zur Bahn, bevor die ganzen Fan´s vom BVB und Gladbach den Bahnhof stürmen.
Aber die Bahn hatte etwas gegen schnell... Mit einiger Verspätung erreichte ich meine Heimat und um 23 Uhr mein Bett.
Nach zwei Jahren mal wieder ein Brevet mit dem RR. Schön war es. Und es geht doch. Bis zum 600´ter nach Trier.
 

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Hier hat der Fernradler auf Youtube die Tour nach Namur zusammengefasst und erwähnt & zeigt auch die VM (kurz).
 
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Finished my 4th qualifier yesterday with a 400km from Valkenswaard (NL). The 200km I did in December on an upright (the traditional Boekelo - Tecklenburg ride), then 600 / 600 / 400 in the past three weeks with the Snoek.
 
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Finished my 4th qualifier yesterday with a 400km from Valkenswaard (NL). The 200km I did in December on an upright (the traditional Boekelo - Tecklenburg ride), then 600 / 600 / 400 in the past three weeks with the Snoek.
Voelen Dank nochmal für die Hilfe bei meiner Panne, wir sehen uns hoffentlich in Paris.

Jetzt muss ich das Alpha wieder fit für den 600 er machen

Grüße,
Ingo
 
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Die Feuertaufe: 400km-Brevet von ARA Nordbayern mit dem Milan SL

Für meine PBP-Qualifikation zählte dieser 400er nicht mehr (es war mein Backup-Termin), aber zum Training für den 600er bei Karl war mir die Teilnahme sehr wichtig. Würde ich auch steile Rampen und mehr als 4000 Höhenmeter schaffen? Und eine Nacht durchfahren können?

Ich hatte dank Feiertag und Urlaubstag eineinhalb Tage zur Vorbereitung. Die habe ich auch gebraucht. Ausführliches Streckenstudium, vor allem der Anstiege und Abfahrten. Als Ergebnis der Beschluss, die vorderen Laufräder noch gegen die neuen von @Lutz/Co mit Kühltürmchen zu tauschen. Also zum ersten Mal vorne die Federbeine ausbauen. Auf den Lehrvideos geht das ja ganz leicht. Ich habe mich schwer abgemüht damit, trotz passendem Bordwerkzeug. Warum sind die Gewinde oben am Milan-Federbein eigentlich so lang, dass man die Muttern in Etappen lösen muss? Lockern, ein Stück herausziehen, weiter lockern, … Und wer in Rumänien hat das Gewinde an meinem rechten Federbein so vermurkst, dass ich eine Weile lang dachte, ich bekomme das niemals heraus (nachdem das linke Vorderrad schon getauscht war…)? Auf jeder Seite bestimmt 2 Stunden Arbeit. Jetzt weiß ich zu schätzen, dass Daniel Fenn den Radausbau an seinen Konstruktionen verbessert hat! Aber immerhin, sollte es unterwegs doch mal nötig sein, das Federbein herauszunehmen, ich könnte es jetzt. Gibt Selbstvertrauen auf langen Touren. Nur hinten habe ich noch nicht geübt.

Trotz aller Vorbereitung und der guten Wetterprognose und trotz der Tatsache, dass ich bei körperlichen oder technischen Problemen jederzeit hätte abbrechen können: ich hatte großen Respekt vor der Runde. Was auch daran lag, dass ich mich körperlich nicht gerade topfit fühlte. Konnte ich mir das überhaupt zutrauen?

Nur Mut. Einfach ausprobieren, wie es läuft. Ich war zeitig vor Ort, konnte in Ruhe alles herrichten und ein bisschen fachsimpeln. Vor allem mit dem Fahrer des ICE VTX Trike, den ich leider immer noch nicht nach seinem Namen gefragt habe (das hole ich beim 600er aber nach). Außer ihm noch @Nemberch und ein Randonneurs-Veteran mit M5 CHR. Ich war der einzige Velomobilfahrer. Karl war hoch erfreut über mein buntes und ungewöhnliches Fahrzeug.

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Gedränge am Start. Karl nimmt viel mehr Randonneure an als andere Veranstalter. Liegeräder waren dieses Mal spärlich vertreten.

Startgruppe 1, es ging fast pünktlich um 20:00 Uhr los. Schon kurz nach dem Start die ersten Anstiege, ich ließ die Heißsporne lieber vor. Langer Anstieg aus dem Schambach-Tal, dann waren sie sowieso außer Sicht. Sobald man oben war, lief es aber erstaunlich flüssig, eigentlich die ganze lange Strecke bis nach Beilngries. Der Wind blies uns von Osten kräftig entgegen, was ich aber eigentlich nur an den Windrädern und gelegentlichen Böen merkte. Ich wurde immer schneller, viele 5km-Abschnitte mit mehr als 40 km/h, und wenn ich mich nicht täusche, war ich sogar der Erste in Beilngries.

Die Baustelle in Beilngries hatte es aber in sich. Erst falsch nach rechts abgebogen. Schotter. Zurückrollen lassen. Links herum, da ist der Radweg. Der war nach wenigen Meter durch eine mächtige Schotterrampe geradezu überspült. Aussteigen, Milan drüberwuchten. Mein vor einer Woche gezerrter Rücken protestierte heftig. Ein paar Meter weiterrollen, dann kam der zweite lange Anstieg.

Auf halber Höhe eine Lichterschlange hinter mir. Ein Trupp von etwa 10 starken Rennradlern zog vorbei. Man denkt im VM ja, man steht geradezu. Aber wenn es wegen der Distanz nur 150W sein dürfen bei 105kg Systemgewicht und die anderen bergauf bestimmt mit 250W fahren bei 85kg Systemgewicht, dann sind sie doppelt so schnell. Kann man leicht nachrechnen.

Weiter durch die Nacht. Immer wieder Abfahrten, aber leider welche, bei denen die mühevoll erstrampelte Energie in den Bremsen landete. War ich froh, dass ich mir wegen der Kühltürmchen nicht so viel Sorgen um die Standfestigkeit machen musste! Je näher wir Kastl kamen, um so welliger wurde es und umso giftiger wurden die Anstiege. Einige über 10%. Die 14% aus Freischweibach heraus waren mir eine Warnung. Die gingen gerade noch, und ich wusste, die Ludwigshöhe ganz am Schluss ist noch steiler…

Trotzdem, ich war schneller an K1 als erwartet. Die schnellen VM-tauglichen Abschnitte zwischendurch halfen doch.

Nach der verdienten Pause mein erster Fehler. Man steigt nicht genauso gekleidet wieder ins Velomobil, wie man angekommen ist, wenn man eine halbe Stunde ausgeruht hat und eine lange schnelle Abfahrt folgt! Meine Weste wäre nötig gewesen. Was habe ich gefroren bis Ammerthal! Unvernünftig, nicht sofort anzuhalten und den Fehler zu korrigieren. Aber wenn die Kiste gerade so gut läuft? Schon wieder alles wegbremsen??

Anschließend gab es wieder ein paar Anstiege, mir wurde wärmer. An K2 in Königstein, eine zusätzliche Kontrolle mit netter Betreuung, über die sich viele gefreut haben, musste die Weste dann aber zum Einsatz kommen. Gute Wahl. Auf den nächsten 5 km ging es fast nur zügig bergab. Guter Asphalt, keine engen Kurven, gute Sicht. 5-km-Durchschnitt: 56,5 km/h. Wie schön, dass auch solche Abfahrten dabei waren!

Allmählich dämmerte es wieder. Ich fuhr durch stille Orte und stille Täler, niemand vor mir und hinter mir in Sicht. Nur die Vögel waren zu hören. Wenn mein VM nicht gerade mal wieder quietschte, knackte und rumpelte. Was es auf dieser Tour deutlich vernehmlicher tat. Wie sich daheim herausstellte, hatten die beiden Federbeine oben etwas Spiel (ich hätte die Muttern noch weiter anziehen müssen) und der geflickte Leih-Sitz war oberhalb der Flickstelle erneut gebrochen…

Den McDonalds in Plech, den Karl in seiner Streckenbeschreibung erwähnt, passierte ich über 2h vor seiner Öffnungszeit, aber schon bei Tageslicht. Es ging von dort eine Weile bergauf, ich bekam wieder Gesellschaft in Form einer Dreiergruppe Rennradfahrer. Um 5:22 Uhr begann dann die Abfahrt ins Trubachtal. Auf dem steilen Abschnitt bis Obertrubach musste ich noch viel bremsen, weil das Überholen der Gruppe zu gefährlich gewesen wäre (wieso mussten die eigentlich nebeneinander fahren?), aber weiter unten im flacheren Abschnitt begann VM-Revier. 20 Minuten fliegen lassen bis Pretzfeld. Dann ein giftiger, aber kurzer Anstieg, herab nach Ebermannstadt und das Leinleitertal hochkurbeln. Das steile Stück ab Burggrub begann mit einem Verschalter. Ich fand den Hebel für das kleine Kettenblatt nicht rechtzeitig (doch zu müde?) und hinten hatte ich noch ein zu kleines Ritzel drauf. Musste ein Stück zurückrollen lassen und beim Wiederanfahren mit Gangwechsel krachte es derart laut im Antriebsstrang, dass ich bestimmt die Familie im Haus nebenan geweckt habe. An einem Samstag kurz nach 6 Uhr. Sorry!

Oben in Teuchatz Fotokontrolle K3. Damit man den Berg nicht auslässt. Wer die Kapelle kennt, weiß, ich war da!

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Die Kapelle steht gemeinerweise in einer Senke, die man sonst "durchfliegen" kann, um den nächsten Anstieg leicht zu schaffen.

Dann rasante Abfahrt (trotz viel Bremsen) nach K4, Buttenheim, km 258. Nur eine gute Viertelstunde, dann war es Zeit für die Frühstückspause.
Inzwischen war die Sonne herausgekommen. Beste Bedingungen, um die restlichen 146 Kilometer zu genießen.

Die Route verlief jetzt durch mein Heimatrevier, so dass ich die nächsten 40 km fast ohne Blick auf den Track und störungsfrei fahren konnte. Fast störungsfrei. Auf einem welligen Stück, ich glaube es war nahe Adelsdorf, machte es links von mir „plopp“ und die Verpflegungstüte mit den Crackern fiel um. Ich dachte mir zunächst nichts dabei. Als ich aber kurz danach die Flasche neben der Tüte zum Trinken hochnehmen wollte, war sie fast leer. Neue Erfahrung: bei den beliebten 1L-Flaschen von Elite lässt sich der Deckel zum Reinigen teilen. Das wusste ich noch nicht. Der Druck der Kohlensäure aus der Schorle, die ich an K4 umgefüllt hatte, hat es mich gelehrt.

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So sieht die Elite Corsa aus, wenn Kohlensäure den Deckel wegsprengt.

Links neben dem Sitz schwappte die Brühe und weichte alles durch. Zum Glück halten die Versteifungsholme im Milan MK7 die "Badewanne" zusammen. Ich konnte später alles aufwischen und ein durchgeweichtes Brötchen und leckeren Cräckerbrei genießen :cool:

Solche Getränke nehme ich in Zukunft einfach ohne Umfüllen mit und werfe die leere Flasche zwecks Recycling dann hinten links neben den Radkasten in meinen „Kofferraum“. Scheppert ab und zu etwas, wiegt aber nichts. Im VM ist es doch sowieso laut.

Das Höhenprofil war jetzt von kurzen Anstiegen und kurzen Abfahrten geprägt. Leider wieder mit viel Bremseinsatz.

An K5 in Burgschwabach, km 343, noch einmal eine Verpflegungspause. Ich schrieb meiner Frau etwas optimistisch, der Rest sei jetzt „fast flach“ mit Ausnahme der Ludwigshöhe. Stimmte nicht ganz, die nächsten 30 km waren durchaus noch wellig. In Veitsaurach hatte Karl sogar eine 22%-Rampe mit Rasensteinen in den GPS-Track eingebaut. Die alten Hasen wussten, dass man die leicht umfahren kann. Ich nicht. Ich musste schieben und war oben trotzdem außer Atem.

Bei der Ortseinfahrt nach Mäbenberg kurz vor Georgensmünd ging es auf schlechtem Asphalt schon wieder bergauf. Hier hatte ich mein mentales Tief. Nach 368 km und 3650 Höhenmetern wollte ich keine Anstiege mehr sehen. Musste das jetzt sein? Und es waren immer noch 36 km und knapp 400 Hm zu fahren. „Fast flach“ halt, bis auf die Ludwigshöhe…

Für die Ortsdurchfahrt von Ellingen hätte ich mir mehr Zeit für Fotos nehmen sollen. Die Route passiert eine wirklich sehenswerte Brücke mit acht Steinfiguren und dann ein historisches Stadttor, nach einem durchaus anspruchsvollen Anstieg auf Kopfsteinpflaster :) Beim nächsten Mal mache ich Fotos, so viel Zeit muss sein.

Schließlich die Ludwigshöhe. Will man nach 396 km und etwa 18h Reisezeit wirklich so ein Schild sehen? Bei der Alten Hexe ist das vielleicht normal, aber bei einem Brevet mit dem Velomobil?

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In Wirklichkeit war es noch steiler, denn die Zufahrtsstraße zur Kontrolle zweigt kurz hinter der Brücke nach rechts ab und enthält einen Abschnitt von 15% (meinte mein Garmin, aber der war schon im Energiesparmodus und schlief zwischendurch), gefühlt jenseits von 16%. Kurbeln ging nicht mehr, ich musste „pumpen“. Halbe Kurbelumdrehung mit dem rechten Bein, Stillstand. Halbe Kurbelumdrehung mit dem linken Bein, Stillstand. Zum Glück fällt man mit dem VM nicht um, und die Traktion war noch ausreichend. Irgendwann begann die Traverse am Hang, viel flacher. Kontrollzange. Fast alle Höhenmeter im Kasten!

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Letzte Kontrolle 6km vor dem Ziel. Im Hintergrund am Geländer der Treppe die Kontrollzange. Mit Schild, damit sie leichter gefunden wird und niemand sie mitnimmt.

Nach der Kontrolle noch einmal 20 Höhenmeter, netterweise mit 14%. Dann eine lange, etwas winklige und wellige Abfahrt bis Dettenheim, noch einmal mit Schwung über den kleinen Buckel nach der B2-Brücke drücken und sehr vorsichtig rechts in die schmale, unübersichtliche Bahnunterführung. Mir kam ein dicker SUV entgegen, der die ganze Unterführung in Anspruch nahm. War ich froh, dass ich abgebremst hatte!

Im Ziel nach 18,5h brutto, 16,5h netto. Das hatte ich nicht erwartet. Gut, noch viel weiter hätte ich an diesem Tag nicht fahren wollen, aber ich fühlte mich noch nicht einmal müde.

Die 3h Pause mit viel Fachsimpeln, die ich vor der Heimfahrt gemacht habe, waren aber vielleicht doch etwas knapp. Die Veranstalter der Vätternrundan in Schweden setzen bekanntlich 6h Ruhezeit durch. Ich musste mich im Auto doch sehr bewusst konzentrieren. Radfahren wäre fast einfacher gewesen. Vielleicht komme ich beim nächsten Mal mit dem Rad und mache so einen 600er daraus, wie der junge Randonneur aus Forchheim.

Wie Karls Zielstempel sagt: Schön war´s!
 
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BRM600 Ostfalen vers.VM only

10 kleine Velonauten verabredeten sich zu Fahrn

...

Da warens nur noch 5.

@Guzzi, @HoSe, @jostein, @Christian W.
Von @Guzzi gab's, wundert keinen, einen Plan. Start um 6:00h, Abendessen bei McD in Parchim, dann noch ein Stückchen zum Sportverein in Quitzöbel zum Biwak unterm Dach, weiterfahren um 5h, Frühstück in Havelberg 5:30, 11h Ziel, 11:45 zurück am Start.

Holger wollte Mittwoch Abend mit dem Rad anreisen, Hajo und Christian mit Smart und Hänger und hatte ein Zimmer in Warberg und ich hatte Dienst in Düren und wollte danach losfahren und im Auto pennen.

Um 17h Feierabend gemacht und los. Die Baustelle der Leverkusener Brücke kennt man ja, aber dann im Urlaubsverkehr dort noch n Unfall. 3h für die ersten 60km, toll. Danach lief es ganz leidlich und um 21h habe ich mit der Pizzaconnection Kontakt aufgenommen, die gerade aufbrechen wollten zu ihrem Schönheitsschlaf.

Und mir dann noch ne Pizza mitgenommen haben. Als ich gegen 23h in Warberg ankam war sie noch nicht ganz kalt, mmmh!
Den Vogel schon mal bei Hartmut aufs Grundstück geschoben, Luma aufgeblasen und im Auto in den Schlafsack. Hmm. WARM war das nicht, das ließ für die kommende Nacht ja hoffen.
5h wach, LuMa und Schlafsack eingerollt, Hartmut und Holger beim Frühstück gestört, Wasser geladen, Christian und Hajo kommen auf den Hof gerollt und dann ging es bei schönem, frischen Wetter  pünktlich los.



Ich mag diese Strecke ja und freute mich, einiges wiederzuerkennen. Aber an die Kopfsteinpflasterpassagen auf der ersten Etappe erinnerte ich mich nicht. Baustellenumfahrungen. Hartmut orderte mich auf Position2, damit er mich besser im Auge behalten könne, ich soll ja nicht verloren gehen. Und Holger und Hajo machten den Schluss.

Vor Arendsee war Holger dann weg, also hab ich mich angestrengt ihn einzuholen. Bis-
er wieder von hinten angeschossen kam, noch mal ne Variante ausprobiert.

An einem der kleinen Anstiege hatte ich dann das Arthur Dent Gefühl: yellow. Der A Rex füllte den Rückspiegel aus und dann gabe es seltsame Sensationen: Christian schob mich. Seltsam und muss nicht wirklich sein, danke.

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Mein Asthma machte keine Probleme, das Husten störte mehr die anderen, als mich, aber Luft/Leistungsprobleme gab es damit nicht.
Langsam füllten sich die Radwage mit Radlern und die Straßen mit Zweitaktern. Die Schwalbenkorsos nahmen gelegentlich auch den einen oder anderen Trabbi mit. Gegen den Mief half auch der Fliederzweig nicht, den sich viele Leute ans Rad oder die Karre geklemmt hatten.

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Auf der Elbfähre waren dann zwei Mopedfahrer: "wenn die Dinger 40 fahren, sind das für mich keine Fahrräder..." Als wir nach dem Gekurve auf dem Deich wieder auf der Straße waren, waren die zwei fast noch in Reichweite, ich kam aber nicht ran, Christian hat sich dann aber noch dahintergeklemmt :ROFLMAO:
:cool::p
Die Achterbahnfahrt östlich von Schwerin in der Gruppe war schön, auch wenn ich an dem Anstig davor wieder auf die letzte Position gerutscht war. In Neubukow war ich auch schon kaputter gewesen.
Die Promenade in Kühlungsborn total vollgestopft, also schnell weiter zur Kontrolltanke und dort gab's ne Soljanka und ein Schnitzel mit Kartoffelsalat, eine großen Kaffee.

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Dann die Kühlung wieder rauf, da wurde es bei meinen ersten beiden Teilnahmen für mich schon dämmrig, diesmal im Zeitplan im Hellen bis Parchim. Da waren dann 400 voll, Hunger auf Frittiertes hatte ich nicht so, aber ein Wrap, ne Apfelrolle und ein großer Shake gingen wohl rein- als sie endlich auf dem Tisch standen.
Gefühlt erwartete ich dann noch eben zur Schlafstelle rollen und PAUSE. Wenn ich den Plan gründlicher gelesen hätte, Wäre mir die Enttäuschungerspart geblieben noch 50 hügeligen km vor der Brust zu haben. irgendwo oben warteten die Muskelstiereauf mich und Holger bat, zufahren zu dürfen, damit sein Puls nicht total runtergeht. Klar, wenn ich Euch denn finde? Der Track geht da direkt vorbei. Also zockelte ich alleine hinterher, sagte dem Dachs und den Rehen gute Nacht, die Ketzen wollten nichts von mir wissen, und war irgendwann auch angekommen. Das Bierchen, das wir in Parchim gebunkert hatten schmeckte wohl.
Im Dunkeln mit dem Schlafsack in den Biwaksack muss ich nochmal üben, aber mit allen Klamotten und der Luma war es grade warm genug. Ich habe jedenfalls ganz gut geschlafen aber die anderen wohl ziemlich wachgehustet, sorry.

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5h Start, auch das passte noch/wieder in den Zeitplan. 5min, um den Vogel wieder auszuräumen, weil ich das Handy nicht fand, schwarze Hülle im schwarzen Carbon im noch fast dunklen...
Frühstück in der Tanke in Havelberg, mjamm. Bei der Abfahrt in den Ort schwimmt das Hinterrad. Platt.
Tatkräftige Hilfe und aufbauende Kommentare "man, sieht, das hast du nicht nicht so oft gemacht". Und die Maßverwirrung schlug zu: mein Reserveschlauch war mit dem.Werkzeug.vom Bülk in den Milan umgezogen und mit 28" zu lang für das 27.5" Hinterrad. Gut, wenn man zusammen fährt und spezieller Dank an Christian für den nonTL 5000er Mantel, der sich so viel leichter montieren ließ!

Dann das flache Stück bis Tangermünde.

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So richtig spritzig waren meine Beine nicht, für meine Opa-Verhältnisse liefe es ganz gut und irgendwann war ich wieder allein.
Hinter Tangermünde hatte ich dann im Rückspiegel ein gelbes déja vu, Christian war mir aus der Tanke hinterhergesprintet und die anderen Jungs kammen dann auch bald. In ???km sollte noch eine Biopause rief Christian mir zu, als fuhr ich an einer passenden Stelle rechts raus. 5km.vor dem Plan, tja. Das hatte ich leider.nicht verstanden.
Auch die abschließenden Hügel Taten mir schnell mal mehr weh. In Wolmirstedt ein Espresso und ein Eis (die Magnum werden auch immer kleiner) und zu den anderen Velonauten an den Tisch gesetzt. (und nicht als erstes das Portemonnaie in den Rucksack gesteckt )

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Schlussetappe. Natürlich war die Bahnschranke wieder unten. Diesmal wars einfach nett, beim ersten Mal bin ich gleich tief eingeschlafen....
Als ich den Zielkaffee in Alleringsleben bestellen wollte, hatte ich son komisches Gefühl. Erst das Portemonnaie suchen und dann bestellen. Nur da war kein Portemonnaie. 3€ Fährgeld in der Brevetkartenhülle waren noch da, weil Christian die Überfahrten für alle übernommen hatte: [B]Danke[/B]! Also saß ein Kaffee noch drin, und die letzten Butterbrote kamen dann auf dem letzten Abschnit zurück nach Warberg zum Einsatz.

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Die 100km/h knapp verpasst, aber auch die Beine wurde etwas besser. So habe ich auf dem.letzten Anstieg Christian noch einmal gesehen, aber bis zum Abbiegen zur Pension nicht mehr eingeholt.

Fazit:
PBP qali: check!

Routinen sind dazu da, dass der Randonneur sich auch daran hält! Die 7-Sachen sollen nach Benutzung immer wieder zurück an ihren Ort, sofort!

Wenn man verschiedene Räder mit verschiedenen Reifengrößen fährt muss man sich der Ersatzteillogistig und dem jeweils angepassten Werkzeug noch einmal neu widmen.

Danke, Jungs, dass Ihr den alten Mann mitgeschnitten habt, das war eine sehr sehr schöne Tour!

PS. Schon telefonisch hatte ich je gewusst, dass das Portemonnaie in Alleringsleben gefunden war und auf mich wartete. Und das Persofoto hatte trotz der durchgemacht Strapazen genügend Ähnlichkeit ;)
 
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Vor Arendsee war Holger dann weg, also hab ich mich angestrengt ihn einzuholen. Bis-
er wieder von hinten angeschossen kam, noch mal ne Variante ausprobiert.
Das war ich, falsche Ausfahrt am Kreisel genommen und das erst nach 2km gemerkt :rolleyes:. Du warst ja schon vorher aus meinem Rückspiegel verschwunden, daher habe ich nicht gemerkt, daß ihr die richtige Ausfahrt genommen habt. Aber so kann man den zweiten Mann auch motivieren Gas zu geben ;).
noch 50 hügeligen km vor der Brust zu haben
70km... dein Gesichtsausdruck in Parchim nach Nennung der Reststrecke bis zum Biwak... unbezahlbar...
aber die anderen wohl ziemlich wachgehustet
Dafür gibt's Ohrenstöpsel, von dir habe ich gar nichts mitbekommen. Nur der Kuckuck ab 4:00 war nicht zu überhören.
 
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weil Christian die Überfahrten für alle übernommen hatte
Das war ich nicht. Glaube das war @HoSe oder @Guzzi. :rolleyes: Danke jedenfalls.
Die Promenade in Kühlungsborn total vollgestopft,
Und ich habe verpennt, dass ihr erst zur Promenade wolltet und bin direkt zur Kontrolle gefahren... :X3:
Ich habe jedenfalls ganz gut geschlafen aber die anderen wohl ziemlich wachgehustet, sorry.
Ich habe mir schon Gedanken gemacht, ob Du die Nacht überstehst. :sneaky:
Aber dann dachte ich: Solange er hustet, atmet er noch...
Auch die abschließenden Hügel Taten mir schnell mal mehr weh.
Ich hatte nach dem Frühstück schon echte Mühe und Schmerzen, meine Beine stetig auf 200 W (und bei den Anstiegen auch mal mehr) zu motivieren, um mit den anderen mitzuhalten. Streckenweise bin ich ja vorne gefahren und habe mich zwingen müssen, nicht zu sehr die Bremse zu sein...

War jedenfalls eine super Strecke @Guzzi - vielen Dank dafür und die minutiöse Planung. (y) Auch wenn die wenigen kurzen Pflasterstrecken (wegen Baustellen leider notwendig) manchmal genervt haben, aber es war deutlich angenehmer als das Gewurstel in BE neulich und der Rest lief einfach herrlich!
 
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