Bremsbeläge Sturmey-Archer-Trommeln tauschen

Dieses Thema im Forum "Fahrradkomponenten" wurde erstellt von Lazybone, 25.08.2012.

  1. mangiari

    mangiari

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    na offensichtlich bremsen sie nicht sonderlich wenn sie gleichzeitigund gleichmäßig an die Trommel gepresst werden. Im Moment hab ich mit Turnschuh auf der Straße unter den Pedalen mehr Bremswirkung. Also so arg viel kann da nicht schief gehen...
     
  2. kraga540

    kraga540

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    Hallo zusammen,
    wenn bei einer mech. Simplextrommelbremse die Bremsleistung gering ist, obwohl mechanisch alles soweit in Ordnung ist, dann bekommt die auflaufende Bremsbacke zuwenig Druck.
    Die auflaufende Backe übernimmt ca. 75% der Bremskraft. Bekommt die ablaufende Backe zuviel Druck, kann man am Bremshebel ziehen wie man will, es geht einfach nichts.
    Zieht die Bremse rückwärts sehr gut, ist wahrscheinlich genau das der Fall.
    Sind die Bremsbacken symetrisch, kann man sie gegeneinander tauschen und prüfen ob die Bremsleistung gestiegen ist.

    Kurze Rede langer Sinn: die auflaufende Backe muss den grössten Teil der Kraft abbekommen und auf mindestens 2/3 der Fläche tragen, dann wird sie auch bremsen.
    Mit der Zeit verschleisst dann die auflaufende Backe viel stärker als die ablaufende. Das führt dann zu der allmählich nachlassenden Bremsleistung.
    Da hilft dann auch kein Schmirgeln oder Aufrauen, da muss der Belag der ablaufenden Backe gleichmässig abgefeilt werden,

    Gruß Guido
     
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  3. sesam2103

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    Wechsel die Bowdenzüge und Hüllen, sind ja keine großen Kosten, und Du wirst dich Wundern wie die Bremsen ziehen. Das hat nichts mit längen der Züge zu tun sondern mit der inneren Reibung, ist die Teflonbeschichtung der Züge durchgerieben und vielleicht noch Staub und Rost im Spiel verkeilen sich die Züge unter Belastung. Gruß Armin
     
  4. Nobbi

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    naja, genauer als das Lagerspiel des Bremsnockens muss man ja gar nicht arbeiten. Also nix mit unter 1/10mm. Aber man sollte genau wissen, was man tut, damit das Hebelverhältnis vorderer<->hinterer Bremsbelag sinnvoll ist :sneaky:. Also nur auf der Seite, die den hinteren - nicht selbstverstärkenden - Bremsbelag ansteuert was (aber nur ein paar 1/10mm) wegnehmen...
    Ich halts trotzdem für Blödsinn. Mit einem verkleinerten Bremsnocken verringert man den Verstellweg und damit die maximale Nutzungsdauer der Beläge. Und wenn die Züge leicht genug laufen, kommt auch original mehr als genug Kraft bei den Belägen an. Und wenn der vordere - auflaufende - Bremsbelag stärker als der hintere verschlissen ist, dann kann man (als minimalinvasive Maßname) unter dem Gleitschuh einen dünnen Blechstreifen zum Ausgleich unterlegen.
     
  5. mangiari

    mangiari

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    So, ich habe nochmal das ganze Spiel aus der Beschreibung weiter oben durch gespielt. Züge gewechselt (zugegeben, danach stellte sich der Hebel etwas besser zurück), die Trommeln nochmal leicht ausgeschmirgelt mit frischem Schmiergelpapier und mit viel Benzin und frischen Tüchern gereinigt. Die Beläge waren ja eh komplet neu. An der nicht vorhandenen Bremswirkung hat sich leider nichts verändert. Vielleicht ist ja auch irgendetwas anderes als die Beläge so verändert über die Jahre, dass die auflaufende Backe zu wenig Druck bekommt?

    Na jedenfalls hab ich danach meine verkleinerten Bremsnocken installiert. Größe manuell gefeilt hat auf einer Seite sehr gut, auf der anderen ausreichend gut gepasst. Sprich die auflaufende Backe bekommt zuerst Kontakt, aber schon bevor wirklich Bremswirkung eintritt, haben beide Backen Kontakt (mit Kreide auf den Belägen getestet). Allerdings bei dem zweiten erwähnten Belag ist der Abstand der Berührung etwas größer. Den Tipp am Bremsnocken rum zu feilen hatte ich von hier: http://ape.schrauber1.de/vr_bremse/vr_bremse.html

    Allerdings wurde dort nur ein baulicher Mangel ausgeglichen (im Gegensatz zur Sturmey scheint dort der Nocken symetrisch ausgeführt zu sein) und nicht das Hebelmoment verändert. Ich war ja kurz davor extern in den Zug hinein irgendeine Hebel-verändernde Umlenkung einzubauen. Quasi ein Bremskraftverstärker mit Bremswegverlust (also mehr Seilzug nötig für gleiche Stellweite an der Bremse).

    Was soll ich sagen. Die Bremse bremst wieder wie sau. Bevor ich die Bremsnocken gewechselt habe, konnte ich die Bremse mit einer Hand nicht so hart zu machen, dass ich das Rad mit der anderen Hand nicht noch hätte drehen können. Obwohl noch Weg am Bremshebel war. Jetzt merkt man schon am Bremshebel dass die Bremswirkung über einen größeren Bereich eintritt (besser dosierbar) und am Ende wenn man wirklich fest zieht bremst das Ding wie ich das von guten V-Brakes oder Scheiben gewohnt bin.

    Rechnerisch auch logisch, weil gleich zwei Effekte eintreten. Zum einen ist der Hebel jetzt kürzer, der auf die Backen wirkt, zum anderen rotiert der Nocken weiter bis die Bremswirkung einsetzt und hat dadurch nochmal einen kleineren Stellweg pro mm Seilzug.

    Natürlich sind die Bedenken berechtigt, dass die manuelle Veränderung zu einer ungleichen Kraft in der Trommel führen wird. Das ist auch sicher der Fall. Ich hoffe aber dass der Bremsabrieb in den nächsten Wochen das zu gewissen Teilen ausgleichen wird. Selbst wenn jetzt irgendwann die Trommeln durch die ungeeignete Belastung kaputt gehen sollten, werden sie das schon hoffentlich nicht gleichzeitig tun. Wie gesagt zuvor hatte ich mit nagelneuen Belägen in gut aussehenden Trommeln fahrlässig wenig Bremsleistung. So wollte ich nicht mehr im Verkehr unterwegs sein, geschweige denn auf Steigungen.

    Vermutlich wird der gekürzte Nocken auch nicht mehr ausreichen die ganzen Beläge runter zu fahren, da sind dann vermutlich neue Beläge fällig sobald die Bremsleistung nachlässt, weil der Nocken nahe an 90° kommt. Aber ganz ehrlich, lieber tausch ich alle Jahr mal die Bremsbeläge, als mit schlechten Bremsen irgendwann mal wo rein zu fahren, weil ich das Fahrzeug nicht verzögert bekomme.

    Achtung: Vermutlich hatte ich einfach nur unglaubliches Glück, dass ich die Nocken so hinbekommen habe dass sie gut bremsen. Also blos nicht nachmachen, wer weiß ob ihr auch so Glück habt.
    --- Beitrag zusammengeführt, 24.06.2017 ---
    @Nobbi: Das war zeitgleich gepostet. Danke für den guten Tipp mit dem Unterlegen unter dem Gleitschuh. So sollte ich die nicht so optimale Seite auch noch perfekt hin bekommen.
    --- Beitrag zusammengeführt, 24.06.2017 ---
    Ach so ja: Die Züge laufen alles andere als optimal. Da ist ein ziemlich enger 180° Bogen drin. Keine Ahnung ob das so vorgesehen ist beim AW, aber derjenige der meins gebaut hat, hat das halt so gemacht.
     
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  6. mangiari

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    Hatte jetzt wieder Probleme mit den Trommelbremsen, allerdings nicht mit der Bremsleistung, sondern der Rückstellung. Sprich nach jeder Bremsung musste ich gegen eine leicht bremsende Trommel antreten. Zum Glück kann ich im AW ohne auszusteigen an den Hebel der Trommelbremse greifen und diesen wieder zurück stellen, aber natürlich nur im Stand.

    Habe also alles wieder zerlegt, gleich mal die Backen begutachtet und alles wieder gut geschmiert und gängig gemacht. War hauptsächlich korrosion und Schmutz in der Aufhängung der Trommelbremshebel, die den Noken drehen. Jetzt bremst wieder alles perfekt und ich kann wieder weiter fahren danach. Konnte jetzt nach ein paar hundert Kilometern noch keine nachteiligen Auswirkungen des "Tunings" feststellen. Belag ist nicht sichtbar weniger geworden, sogar die Überreste der Kreide-Teststreifen sind noch sichtbar. Ich hoffe also dass ich mit 1-2x Warten im Jahr gut zurecht komme mit den Bremsen, das ist für mich ok.
     
  7. chrischan

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    Das tut sie bei mir, ansonsten die gleiche Problematik (lat. für Shit;)) wie beschrieben.
    Da kuck ich demnächst mal nach der Symmetrie :)
    Danke für den Tipp!
    Gruß Krischan
     
  8. kraga540

    kraga540

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    Hallo Mangiari,
    mach dir keine Sorgen wegen den abgefeilten Bremsnocken, das war schon früher eine beliebte Tuningmaßnahme bei den Motorraddosendeckelbremsen.
    Allerdings darf man das nicht übertreiben, irgendwann kommt man an den Bereich wo die Bremse nicht mehr zurückstellt und dann wird es gefährlich,

    Gruß Guido
     
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  9. mangiari

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    Joa ist noch weit davon entfernt. Auch wenn die Trommeln gar nicht drauf sitzen und die Bremsbacken dadurch wesentlich weiter öffnen können, kommt der Nocken lange nicht an die 45° ran. Schon der Hebel außen im Zusammenspiel mit dem Bremshebel würde so viel Rotation gar nicht ermöglichen. Also die Gefahr wäre dann eher, dass man die Backen gar nicht mehr angedrückt bekommt, wenn man's übertreibt. Hab aber nur ca. 1/3 weg genommen.

    Eine Alternative wäre natürlich ein Bremshebel, der weniger Seilweg auf mehr Handweg ermöglicht. Aber am AW ist das ja ein sehr spezieller Bremshebel, den man nicht mal eben so ersetzt. Und es handelt sich bei dem ja auch um so ein Spezialteil das aus zwei so klassischen Oma-Rad-Bremshebeln zusammengesetzt ist. Die Oma-Rad-Bremsen sind ja jetzt auch nicht für besondere Bremsleistung bekannt ;)

    Bis jetzt bin ich jedenfalls sehr glücklich diese Tuningmethode zufällig im Netz auf irgendeiner Mofa-Bastelseite gefunden zu haben.

    Bzgl unterschiedlichem Abrieb auflaufende und ablaufende Backe müsste es doch im Spezialfall VM ausreichen bei deutlich nachlassender Bremsleistung die Bremsbacken von links und rechts gegeneinander zu tauschen. Das hätte ich mal noch probieren sollen mit den alten Belägen. Hab mich durch die Wartungs-Fanatiker schon so verrückt machen lassen, dass ich auch immer gleich alles neu kaufe :rolleyes:

    Dann probier doch mal die von links und rechts zu tauschen.
     
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