Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

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300er Brevet ARA-Niederrhein

Am 12.04 war es wieder soweit, der 300 km Brevet stand an.
Es ging wieder mit dem Rad von Duisburg nach Wankum. Bei 300km machen knapp 40km Anfahrt den Kohl auch nicht mehr fett.
Um 7.15 war ich da. Flugs angemeldet und noch ein paar Kuchenstücke vom Veranstalter reingezogen. Moni verkündete laut sie wolle Keinen vor 20Uhr wieder sehen. Naja damit hatte ich ein Problem, meine Schätzung belief sich auf 10 bis 11 Stunden. Also wurde vereinbart, dass ich per Handy anrufe, falls ich früher da bin. Hanns und Peter trafen auch ein. Frank schwächelte und entschuldigte sich mit einer Erkältung.
Um 8 Uhr ging’s dann auf die Strecke. Weil ich zu lange benötigte mich in mein VM zu quetschen und das Navi zu starten, waren dann schon alle weg. Ok die bekommt man schon wieder...
Also erstmal Richtung Straelen fahren. Ich konnte dann doch nicht widerstehen mich an einen Motorroller zu klemmen. Mit 55 fuhr ich dann zuerst an Peter und Hanns vorbei und dann allen anderen Rennradlern. Eigentlich sollte ich ja erstmal auf die beiden warten. aber das lief so gut, da musste ich erstmal einen auf Dicke Hose machen und bin dann noch die nächsten 2km bis zur nächsten Ampel mitgerollert. Dort rollten dann wieder alle zusammen und nach der Ampel begannen wir drei Velomobilisten uns von dem Rennradlerfeld abzusetzen. Hinter Weeze hat mich dann mein Navi mal wieder an der Nase herum geführt. Statt geradeaus zufahren, hat es ein Grosses Omega gefahren und wir mussten einen Weg runterfahren der noch nicht einmal die Bezeichnung Feldweg verdient hatte. Weil dann auch noch Hanns meinte etwas Bodyliquid loswerden zu müssen fuhren dann die ersten 3 RRler wieder an uns vorbei. Leider zeigte sich auf den nächsten 20 Kilometern, dass die Beiden keinen Ehrgeiz hatten die Rennradler wieder einzuholen. Nun warum fahre ich denn eine 35Kilo schwere aerodynamisch optimierte Eierschale? Wenn mich dann ein paar Rennradler im Flachen also meinem besten Einsatzgebiet abhängen, dann ist irgendwas faul, ich benötige ja für den gleichen Speed ca 20-30% weniger Watt als die Jungs. Also verließ ich Hanns und Peter und begab mich auf die Verfolgung, die dann nach ca 5km erfolgreich endete. Bis hinter Gennep blieb ich dann mit den Rennradlern zusammen. Auf den Städtischen Holländischen Radwegen braucht man es erst gar nicht versuchen diese abzuschütteln. Normale Zweiräder sind dort viel wendiger und durch die höhere Sitzposition können sie viel besser überblicken wo es lang geht.
Richtung Maas konnte ich aber meinen Speedvorteil nutzen und war ziemlich bald allein. Es ging über die Maas und dann auf dem Maasdeich entlang. Es lief gut, immerhin war ich mit 36-37km/h unterwegs. Dann ging’s über Wijchen zum Rhein. Eine große 270Grad Kurve und ich fuhr unter der Rheinbrücke durch auf den Rheindeich, dabei konnte ich meine 3 Verfolger gerade noch auf der Brücke erkennen. Wenn die wüssten, dass dort eine Treppe runterführt, dann hätten die mich locker überholen können. aber so etwas gehört sich ja nicht.
Mittlerweile war es Windiger und Kälter geworden. Mir blies ein kräftiger Wind ins Gesicht und tief hängende dunkele Wolken lagen bedrohlich vor mir. Es ging nur noch mit mühsamen 32km/h voran. Ne, was war ich froh als der Weg nach endlosen 15km den Deich verlies. Danach ging’s noch über einen kleineren Rheinarm Richtung Doorn.
Nun führte mich die Wegbeschreibung zu einer kleinen Querfeldein Passage dich ich auf dem Navi nur noch mit den Topografischen Wanderkarte gefunden hatte. Der Fietspad war hier schlappe 90cm breit und bestand nur aus Waldboden, zur Rechten Holzpflöcke und zur Linken Bäume. Über deren Wurzeln hoppelte ich so leidlich auf dem Weg entlang. Nach 2,5km hatte ich endlich wieder Asphalt unter den Rädern, natürlich ohne eine Verbreiterung des Weges. In Kleinen Kurven und Wellen schlängelte er sich durch den Wald. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man bergauf fährt und kurz vor der Kuppe wegen der Schnauze des eigenen Fahrzeugs die Straße nicht mehr sieht. Etwas später führte der Waldweg wieder auf die Straße zurück unter der A12 durch an Austerlitz vorbei zum Ersten Kontrollpunkt bei km145 des Brevets.
Was sich 'Pyramide von Austerlitz' nennen entpuppte sich als Restaurant mit Snack Bar und ein paar Kinderkarusells. Dort füllte ich erstmal meinen Wasservorrat auf, Essen hatte ich genügend eingesteckt. Für Einige war ich mal wieder die Attraktion schlecht hin, nun gut wenn man so ein Teil fährt muss man das hinnehmen.
Nun kam der für mich schönste Teil der Strecke knappe 60km Richtung Osten bis zum Zweiten Kontrollpunkt Loenen. Der Weg führte durch hauptsächlich bewaldetes Gebiet und man konnte es bei leichtem Rückenwind richtig laufen lassen. Einzige Ausnahme war der Krimweg. Es handelt sich um einen schmalen Radweg mit zweifelhaftem Asphalt und einer ehemaligen Straße daneben, die aussah als ob ein Hurrikan den Bitumen von der Straße gekratzt hat.
In Loenen stoppte ich an einem Supermarkt um Wasser und irgendein klebriges Sportler-Orangemixgetränk nachtanken. Da hier auch eine freie Kontrolle war versuchte ich dann Stempel und Unterschrift im selben Laden zu bekommen. In Ermangelung eines Stempels fügte ich einfach den Kassenbon meinem Kontrollheft hinzu.
Weiter ging meine Fahrt nach Doesburg über die Ijssel Richtung Didam. Die Landschaft wurde mehr und mehr von Orten und kleinen Städten abgelöst. Mittlerweile wurden auch die Beine schwerer und die rechte Achillessehne schmerzte etwas. Anstatt auf Überlandradwegen dahinzugleiten beschäftige ich mich mit dem Umfahren von Kreisverkehren. Kein angenehmes Unterfangen, da jeder Kreisverkehr in Holland andere Vorfahrtsregeln hat. Immer von 35 abbremsen schauen wer fahren darf, umkurven und hinterher wieder auf 35 beschleunigen. Bei einem Rad, das 50% von einem selber wiegt, ist das auf Dauer ziemlich kräftezehrend. Zwischen Beek und Stokkum musste ich lernen, dass es auch steile Hügel im Oranjeland gibt. Mit 10-12km/h schleppte ich mich den Anstieg hoch. Ok, mit Rennrad fährt man hier bestimmt mit 16-18 hoch. Aber mit knapp 300km in den Beinen sieht man nur noch zu dass man ruhig den Hügel erklimmt. Dafür liefs dann auf der anderen Seite mit knapp 70 runter.
Noch kurz durch Stokkum, über ein paar Feldwege und man war durch die Straßenschilder erkennbar wieder in Deutschland. In Emmerich fuhr ich über den Rhein Richtung Süden. Neben dem Deich mit etwas Rückenwind rollte es dann mit zügigen 40km/h die Straße entlang. Was sich aber 10km später rächte. Irgendwie vertrug ich das Orangenzeugs im Getränk nicht und der Magen machte unter anderem aufgrund der Anstrengung zu. Mit Mühe drückte ich mir noch ein Milchbrötchen rein. Das Trinken viel schwerer. aber ohne zu trinken geht’s ja direkt abwärts, also immer nur wenige Schlucke trinken und weiterfahren.
Es wurde nun recht mühsam. Mit knapp über 30 ging es über den Rheindeich und weiter Richtung Labbeck. Hier machten die Batterien vom Navi schlapp. Also anhalten und wechseln. Zum Glück setzte das Gerät wieder dort auf wo es ausgesetzt hat. Nach der kurzen Pause fühlte der Magen sich etwas besser an, die Schmerzen an der Achillessehne waren auch verschwunden, aber nun taten die Knie weh. Bei Sonsbeck kamen dann die nächsten Hügelchen, die ich mehr schlecht als recht erklomm.
Nun ging’s über die B58 Richtung Straelen. Ne was war das langweilig: Eine Straße schnurgerade und 20km lang. Die Kilometer bis zum nächsten Wegpunkt wurden im Zeitlupentempo runtergezählt. Mittlerweile fühlte sich mein Rücken auch nicht mehr wohl. Nach 340km ist auch in liegender Position alles irgendwie unbequem.
Um 19.15h erreichte ich dann nach 355 Tageskilometern(Brevetstrecke ca 317km) wieder ziemlich fertig den Sportplatz von Wankum.

Dort wurde ich dann von Moni begrüßt, die kurz vorher noch die Fußballer aus dem Vereinsraum vertrieben hatte. Bei mir ging aber erstmal der Kreislauf in den Keller. Ne halbe Stunde und 2 Gläser Cola später fühlte ich mich dann besser. Der Magen funktionierte wieder und ich schaufelte 2 Teller Gulaschsuppe in mich rein.
Um 20.45h trafen dann die 3 Rennradler ein. Sie hatten aber unterwegs ca 1h Pausen gemacht. Ich hatte dagegen nur maximal 25minuten angehalten. Nicht schlecht. Sie müssen auch mit einer Geschwindigkeit von über 30km/h in der Ebene unterwegs gewesen sein. Um 21Uhr bin ich dann wieder nach Duisburg gefahren und beendete Dort um kurz nach 22Uhr meine Tour mit 390km auf dem Tacho. Hanns und Peter trafen wie ich später erfuhr um 22h Uhr in Wankum ein.

Als Brevetanfänger gibt es für mich aber noch viel zu lernen. Beim Getränk muss ich noch optimieren, es ist wohl sinnvoll eine eigene Mischung mitzunehmen, die man unterwegs nur noch mit Wasser mixen muss. Orangensachen sind erstmal tabu für mich, beim Radmarathon in Herne hatte ich 2007 mit so einer Mixtur auch Probleme. Dann besteht die hohe Kunst darin genügend lange Pausen zu machen, aber dennoch zügig unterwegs zu sein. Bei meinem nächsten Brevet werde ich mal bei km 200-250 eine etwas längere Pause machen. Weiterhin darf man auch nicht zu viel während der Fahrt puschen, weil sonst sich nur noch um die Muskelversorgung kümmert und den Verdauungstrakt lahmlegt.
Als nächstes steht der 400er Brevet in Köln auf dem Plan. Dort werde auch erstmals ein paar Hügel zu bewältigen sein. Mal sehen wie ich mich da schlage.

Tschö
René
 
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Alex

AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Danke für den Bericht!
Ganz schön flott unterwegs für einen "Anfänger" :
Als Brevetanfänger gibt es für mich aber noch viel zu lernen
Nach meiner Erfahrung bringen die langen Pausen nicht viel: man kann gar nicht so langsam fahren um die gleiche Zeit wie durch die Pausen zu verlieren.
Viel vernünftiger ist es rechtzeitig den Druck rauszunehmen auch wenn´s manchmal schwer fällt. Als Getränk hat mir bei meinem letzten 600er dann irgendwann nur noch alkoholfreies Bier geholfen: aber das paßt sicher auch nicht für jeden Magen...

Viele Grüsse

Alex
 
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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

(...)
Dann besteht die hohe Kunst darin genügend lange Pausen zu machen, aber dennoch zügig unterwegs zu sein. Bei meinem nächsten Brevet werde ich mal bei km 200-250 eine etwas längere Pause machen.
(...)
Hallo René,

schöner Bericht... macht fast Lust, sich sowas auch mal anzutun. Aber erstmal kommt der Brevet am 23.5. nach Sittensen dran ;)

Wegen den langen Pausen: ich bin noch nie mehr als 160km an einem Tag gefahren, von daher kann man das nicht unbedingt mit dem Pausenverhalten eines Brevets vergleichen - aber bei mir kann ich es immer wieder beobachten, wenn ich eine lange Pause (>15 Min) mache, dass ich danach erstmal ne halbe Stunde brauche um überhaupt erstmal wieder in die Gänge zu kommen. Da fahre ich dann wirklich ca. 3-5 km/h langsamer als vor der Pause... oder wenn ich nicht alleine fahre und der andere normal weiterfährt muss ich mich wirklich extrem anstrengen um mitzukommen. Von daher versuche ich immer, meine Pausen bei 10 Min zu halten, dafür öfter (derzeit nach je 1 Std reine Fahrzeit wenn die Strecke länger als 90 Min dauert... meine Langstreckentauglichkeit im Moment ist noch nicht soo der Bringer, da brauch ich die Pause um die Muskeln mal anders zu belasten, laufe dann viel hin und her).
 

Andreas

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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Hallo Manuel,

Bei mir kann ich es immer wieder beobachten, wenn ich eine lange Pause (>15 Min) mache, dass ich danach erstmal ne halbe Stunde brauche um überhaupt erstmal wieder in die Gänge zu kommen. Da fahre ich dann wirklich ca. 3-5 km/h langsamer als vor der Pause...
Ja. Lieber etwas Druck rausnehmen und dafür auf Pausen verzichten. Viele Dinge lassen sich im Fahren erledigen, gerade im Velomobil. Meine längste Strecke ohne Halt war etwa 120 km. Das war mit dem Liegerad.

Gruß
Andreas
 
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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Schöner Bericht, auch ich kann Dir alkoholfreies Bier als ISO-Getränk sehr empfehlen. Ist wesentlich magenfreundlicher als dieser Orangenmist. Aber kein Weizenbier nehmen!
 

CAS

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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Hallo Manuel,
Ja. Lieber etwas Druck rausnehmen und dafür auf Pausen verzichten. Viele Dinge lassen sich im Fahren erledigen, gerade im Velomobil. Meine längste Strecke ohne Halt war etwa 120 km. Das war mit dem Liegerad.

Gruß
Andreas
Genau richtig nach meiner Erfahrung.
Meine Erfahrung war, das ich bei 3 Stunden Rückenwind im Flachen lange nicht so viel Vorsprung herausholen konnte, wie ich erwartet hatte. Eine geschlossene Rennradgruppe kommt durchaus gut voran. An den Kontrollen dauert es aber, bis sich alle versorgt haben und wieder auf dem Rad sitzen. Da ist und war mein Vorteil. Ich komme alleine, ich habe einen präzisen Ablauf. Stempelkarte liegt bereit. Stempeln lassen, Stempel prüfen, Wegpacken, ggf Getränk nachfüllen. Am schnellsten geht es, wenn man aus den Shop auffüllt. Einsteigen losfahren. Pause nehme ich dort, wo es gut rollt - im Rad. Dann fahre ich eben nicht vierzig oder mehr, sondern 10% langsamer. Das macht fast nichts aus - an der Pause gewinne ich. Berge fahre ich neuerdings auch nicht mehr mit 100% hoch.
Du kannst ja zum Spaß mal mit einem Tabellenkalkulationsprogramm ein paar Varianten durchspielen.

ein sehr schöner Bericht Renè
mfG
Christian
 
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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Hallo René,

meine Erfahrung als RR-Fahrer ist:

  • unbedingt auf den Puls achten! wenn möglich unter 130 halten (wenn man allein durch die Nase noch genug Luft bekommt, ist man immer im grünen Bereich)
  • regelmäßig kleine Schlucke trinken (alle 10-15 Minuten)
  • am besten einen Mix 1/2 Apfelsaftschorle & 1/2 Mineralwasser (stilles)
  • immer mind. einen besser zwei Energieriegel dabei haben (nichts ist so unangenehm wie total energielos mit zitternden Knien neben seinem Rad zu sitzen!)
  • am Berg nicht ans Limit gehen, lieber die anderen ziehen lassen. Die trifft man an der nächsten Kontrolle wieder.
Meine längste Strecke ohne Pause war unter Einhaltung dieser Regeln 170 km lang.
Aber wenn Pause, dann lieber mehrere kurze Pausen (5 Minuten / Stunde Fahrt), sonst werden die Muskeln kalt und man braucht wieder eine "Aufwärmzeit" bis es normal rollt.
Übrigens sollte man besser ein Pulsmesser haben, denn man verschätzt sich leicht und fährt schon mit Puls 160 ohne es zu merken!
 

Andreas

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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Hallo,

meine Erfahrung als RR-Fahrer ist:

unbedingt auf den Puls achten! wenn möglich unter 130 halten (wenn man allein durch die Nase noch genug Luft bekommt, ist man immer im grünen Bereich)
Das kommt auf die Strecke an! Ich bin auch mal 'ne 150er-RTF gefahren, ohne dass der Puls dabei unter 160 kam (im Alter von ca. 36 Jahren).

Ansonsten 100% Zustimmung!

Gruß
Andreas
 

CAS

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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Pulsmesser:
ich fahre neuerdings mit Fingerpulsmesser von Beurer, der mit Lichtsensor den Puls im Zeigefinger der linken Hand misst. Es gibt zwar ab und zu mal unplausible Werte, die erkennt man aber schnell. Was mich überrascht hat, ist die Tatsache, daß ich jetzt leichter Luft bekomme und ich scheine auf lange Strecken diese Tatsache in Tempogewinn ummünzen zu können - so mein subjektives Empfinden.
Mit dem Pulsmesser habe ich meinen bislang höchsten Flachlandpuls gefahren. Bevor ich das so hinnehme will ich sehen, daß sich das bestätigt mit dazu plausiblem Tempo.
Muss dazu schreiben, das ich Astmaprobleme habe.
 
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AW: Bericht Brevet ARA-Köln Bergisch Land vom 19.4.08

Schöner ausführlicher Bericht, Rene.

Ich bin gestern den 300er in Köln gefahren. Wg. Kontrollkartenausgabe um 6:30h hieß es 5:15h zu Hause in den Sattel schwingen. Bei den sehr regnerischen Wetterprognosen war ich froh, zum Start wenigstens eine trockene Straße zu haben. Dennoch habe ich das alte Rennrad genommen, um etwas Abstand zum nassen Dreck zu haben.

Von Brühl gings recht gemächlich in der Gruppe über die Rodenkirchener Brücke, Rath, Bergisch Gladbach Odenthal ins Bergische. Der Anstieg nach Dabringhausen wurde nun sehr forsch gefahren. In wermelskirchen am ersten Kontrollpunkt waren wir dann 10 und das Wetter hielt sich bis auf einzelne Tropfen. Die Pausen an den Kontrollstellen einer so groen Gruppen waren mir wie oben schon von anderen beschrieben etwas lang. Insbesondere bei den doch recht frischen Temperaturen von rund 8 °C kühlt man doch aus.

Die nächsten 100 km mit Abstecher ins Sauerland waren gemäßigt hügelig, die Gruppe verringerte sich auf 5. Nachdem ich bei einer Abfahrt auf schmalem Sträßchen etwas den Anschluss verloren hatte und vorne ein aufgelesener RRler Tempo machte, kam ich nicht mehr richtig ran und habs dusseligerweise zu lange versucht. Habe zwar an einer Steigung noch Mal aufschließen können, doch eine halbe Stunde später war plötzlich Feierabend und ich hab mich gerade noch verabschieden können, um dann erstmal etwas Essen&Trinken und mühsam zur nächsten Kontrolle in Betzdorf an der Sieg zu kriechen.

Ich vermute, ich habe zu wenig getrunken. Es war halt frisch und man dürstete nicht nach kaltem Wasser ;-) An der Tanke noch ne Flasche Cola und dann gings wieder.

Aber es tauchte auch keiner der anderen versprengten oder eine 2. Gruppe auf, also gings allein weiter und dann bis ins Ziel.

Von nun an gings 100 km an der schlängelnden Sieg entlang zurück. Und erst jetzt setzte richtig der Regen ein. Was mich aber angesichts der zurückkehrenden Kraft weniger gestört hat - vielleicht lags auch an teilweise leichtem Rückenwind - jedenfalls gings nun wieder mit normaler Reisegeschwindigkeit mit rund 30 km/h heimwärts.

In Bonn über den Rhein und dann den witterungsbedingten absolut leergefegten Rheinradweg nach Norden. In Brühl 2 km vor dem Start/Zielpunkt hat dann eine Glasscherbe mein Vorderrad entlüftet - was angesichts der nahenden Zieleinfahrt im Hellen keinen Frust mehr erzeugen konnte.

Jedenfalls war ich um 20:00 wieder an der Turnhalle. Ich musste das liebevoll aufgebaute Buffet aber stehen lassen, denn jetzt die Beine Hochlegen und dann wieder in die regnerische Nacht? Gute Nacht.
So bin ich dann in der Dämmerung zu Rhein und die Uferpromenade bzw die neuen Radwege entlang der neuen Hochwasserschutzmauer zur Mülheimer Brücke und flott nach Hause unter die Tusche und vor eine heiße Suppe.

Übrigens Rene, Dein Tipp, nicht nur die Routen, sondern auch die Tracks ins Navi zu laden und anzeigen zu lassen, war gut. Außer der ersten Teilroute enthielten alle anderen mehr als 50 Routenpunkte.
Und bei dem Regenwetter war die Navigation mit dem Gerät wirklich easy, da Rainer Paffrath exakte Routen verteilt hat.
Der Roadbook-Zettel mit Gummi am Unterarm funktioniert zwar auch sehr gut - aber wennsich die Zetteldann auflösen...

Vielleicht dann bis zum 400er in Köln. Sollte aber auch nicht zu bergig werden, da es erstMal nur den Rhein abwärts und dann ins Ruhrgebiet geht. Ginge also auch gut mit dem Velomobil?

Bis demnächst - Hajo
 

Andreas

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AW: Bericht Brevet ARA-Köln Bergisch Land vom 19.4.08

Hallo Hajo,

schöner Bericht, danke!

Gruß
Andreas
 
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  • unbedingt auf den Puls achten! wenn möglich unter 130 halten (wenn man allein durch die Nase noch genug Luft bekommt, ist man immer im grünen Bereich)
  • regelmäßig kleine Schlucke trinken (alle 10-15 Minuten)
  • am besten einen Mix 1/2 Apfelsaftschorle & 1/2 Mineralwasser (stilles)
  • immer mind. einen besser zwei Energieriegel dabei haben (nichts ist so unangenehm wie total energielos mit zitternden Knien neben seinem Rad zu sitzen!)
  • am Berg nicht ans Limit gehen, lieber die anderen ziehen lassen. Die trifft man an der nächsten Kontrolle wieder.
Hi
zu 1)
Ja das ist richtig. Meine Aldi-Pulsmesser hatte ich aber zurückgegeben weil er nicht zu gebrauchen war(Christian gib mal einen Link zu deinem).
Wobei ich mit einem Puls zwischen 140 und 150 kalkuliere, bei einer Anaeroben Schwelle von 165.

zu 2)
Ist korrekt mache ich. eigentlich trinke ich sogar häufiger.

zu 3)
Ist kein Gutes Mischungsverhältnis(zuviel Saft, keine Zucker). Ich bin bissher mit einem Mix aus wenig Apfelsaft, Zucker und Salz gefahren, Das Problem ist nur das Auffüllen unterwegs. Man muss dann eine Grundmischung mitnehmen.
Derzeit experementiere ich mit dem Aldi-Pulver. Das ist von den Inhaltsstoffen Sehr gut. Allerdings finde ich den Geschmack zu penetrant.
Die 170km gestern liefen damit aber gut.

zu 4)
Was glaubts du wieviel Essen ich mitschleppe?;-)

zu 5)
Na das ist ja ein ziemlicher Anfängerfehler. Sieht man immer schön bei den RTFs.

Tschö
René
- Gestern in Bottrop mit 52 von der Polizei gestoppt worden .
 
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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Moin,
zu 3)
Ist kein Gutes Mischungsverhältnis(zuviel Saft, keine Zucker). Ich bin bissher mit einem Mix aus wenig Apfelsaft, Zucker und Salz gefahren, Das Problem ist nur das Auffüllen unterwegs. Man muss dann eine Grundmischung mitnehmen.
ich mix mir immer das hier

Aber anstatt des Zuckers verwende ich Maltodextrin.

Feste Nahrung sollte man aber nicht vergessen, sonst schlägt einem das Maltodextrin auf Magen, ist bei mir jedenfalls so.

Gruß Joachim
 
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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Gestern in Bottrop mit 52 von der Polizei gestoppt worden .
Und? Was haben die Jungs gesagt ?

Ach ja, und Danke für den 300er Bericht. So ein brevet ist immer etwas besonderes. Da sic hei nkleines Zeitfenster aufgetan hat, freue ich mich auf den 300er Emsland-brevet am kommenden Samstag. Wenn das Wetter hält, fahre ich Baron statt Quest. Hab`mal wieder Lust, offen zu fahren :cool:
Gruß
Bernd
 
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AW: Bericht Brevet ARA-Niederrhein vom 12.4.08

Und? Was haben die Jungs gesagt ?
Der Jung hat gefragt: 'Was sind sie?'
Ich : 'Ein Fahrrad'
Dat Mädel(guckt rein und sieht die Pedale): 'Ja, das stimmt!'

Dann war alles ok.
Auf Motorsuche wolten sie nicht gehen, dafür aber allgemeine Infos über Rad haben. Im Großen und Genzen waren sie sehr freundlich.

Tschö
René
 
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Der Jung hat gefragt: 'Was sind sie?'
Ich : 'Ein Fahrrad'
Dat Mädel(guckt rein und sieht die Pedale): 'Ja, das stimmt!'
Dann war alles ok.
Auf Motorsuche wolten sie nicht gehen, dafür aber allgemeine Infos über Rad haben. Im Großen und Genzen waren sie sehr freundlich.
So gesehen war das echt o.K. Die hätten ja auch nach Dynamo und sonstwas (Pedal- und Speichenreflektoren) suchen können. Wahrscheinlich hast Du den Schaumdeckel geöffnet und an der Wasserdampfrauchsäule konnten sie sehen, dass sie sich direkt mit dem Motor unterhielten und nicht weitersuchen mussten.:D Wollten sie im Rahmen der allgemeinen Informationen übers Rad auch was über die Beleuchtung wissen ? Bis jetzt hat sich noch kein Polizist für mich interessiert. Ich vermute, die wissen, worum es sich handelt.:rolleyes:
Bin mal gespannt, wie es weitergeht. Langsam aber sicher werden es immer mehr Velomobile und wenn die ersten Meckerer in Blechdosen kommen, wird sich die Gesetzgebung irgendwann mit der Reglementierung des Velomobilverkehrs beschäftigen, wetten ?!
 
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