Anforderungen an Velomobile, Erhöhung ihrer Marktakzeptanz

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Moin!

Auf Anregung von @Troubadix und inspiriert durch @EgBer ...

- Welche Anforderungen müßten Velomobile erfüllen, um ihre Marktakzeptanz deutlich zu erhöhen?
- Welche Anforderungen erfüllen die heute erhältlichen Velomobile?

Als Beispiel für eine Analyse des ersten Punktes:

http://lefthandedcyclist.blogspot.de/2015/03/transcending-pedicar-ecovia-part-3_14.html

Die begrenzte Liste zu erfüllender Forderungen beim Left-handed Cyclist:

1. Wetterschutz
2. Statisch stabil
3. Sinnvolle Reisegeschwindigkeit
4. Stauraum
5. Nicht breiter als ein Zweirad
6. Gleiche Höhe wie ein Auto
7. Bequeme Sitzhaltung, einfacher Einstieg
8. Zwei angetriebene Räder
9. Alle Räder einseitig aufgehängt
10. Elektrischer Hilfsantrieb für Steigungen

Interessant sind diese Anforderungen, weil sie zeigen, welche Prioritäten der Entwickler hatte.

Allerdings hat er

- manche Anforderungen nicht beziffert: Welche Höhe, wieviel Stauraum ...
- manche Anforderungen offensichtlich als selbstverständlich vorausgesetzt: gutes Fahrverhalten ...
- manche Anforderungen als technische Lösungen formuliert: Einseitig aufgehängte Räder (wenn es offensichtlich um die schnelle und einfache Reparatur von Reifenschäden ging) ...
- manche sinnvollen Anforderungen gar nicht genannt hat: sicheres Fahrverhalten bei Seitenwind ...

Es wäre vielleicht interessant, die vermutlich den aktuellen in Serienproduktion gefertigten Velomobilen zugrunde liegenden Anforderungen zusammenzustellen.

Ein Velomobil, das auf breite Marktakzeptanz auch außerhalb der augenblicklichen Zielgruppe zielt, braucht die vielleicht nicht alle zu erfüllen, aber offensichtlich auch ein paar andere.

Daher: Welche Anforderungen müßten Velomobile erfüllen, um ihre Marktakzeptanz deutlich zu erhöhen? Wie diese dann zu erfüllen sind, überlassen wir dann pfiffigen Konstrukteuren/innen ;-)

Tschüs!

Hein
 
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Ich bin mit den am Markt befindlichen Velomobilen zufrieden.

Ich habe ein Auto und werde es hoffendlich immer haben.

Ich würde, wenn ich könnte, mir sofort einen Ferrari kaufen.

Ich würde mich aber trotzdem wie ein Äffchen auf meinen SL (wie das schon klingt) freuen.

LG Winni
 
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Jaja ...jeder Kaufmann und Vertriebler wird nicht Müde zu sagen das der Verkaufspreis eigentlich keine Rolle spielt..und man das "richtige Produkt zu jeden Preis verkaufen kann.
Ich behaupte mal, wenn ein DF oder ein Milan für 2000.- Euro angeboten werden würde dann hätte hier jeder so einen und durch die Präsenz auf den Strassen würde noch etliche Rennradfahrer hinzukommen.
Das wäre eine Akzeptanzsteigerung um mehrere Faktoren.
Solange sich die VM, mit ihrer Position zwischen Auto und Fahrrad, preislich mehr Richtung Auto orientieren wird das nichts mit der Akzeptanzsteigerung.

1. Wetterschutz
2. Statisch stabil
3. Sinnvolle Reisegeschwindigkeit
4. Stauraum
5. Nicht breiter als ein Zweirad
6. Gleiche Höhe wie ein Auto
7. Bequeme Sitzhaltung, einfacher Einstieg
8. Zwei angetriebene Räder
9. Alle Räder einseitig aufgehängt
10. Elektrischer Hilfsantrieb für Steigungen
=Orca..mit 1A Finish und durchaus angenehmer Optik
...nur 1 Sitzplatz, keine Heizung, Kann nicht in einen Tag von Hamburg nach München fahren.
Sex auf der Rückbank geht übrigens auch nicht.

Diverse Kleinwagen gibt es im gleichen Preissegment...die können 4-5 Personen mitnehmen..Durchaus mal zum Urlaub an die Biscaya...Surfbrett passt sogar noch auf den Dachgepäckträger..und mit mäßigen akrobatischen Talent kann man auch die Rückbank Zweckentfremden (Kindersitze vorher rausnehmen).

...Tja und ein gutes Fahrrad kostet ab 500.-...sprich: Ein Ford Kaa mit guten Fahrrad ist immer noch günstiger als ein Orca.
 
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Velomobile sind für lange Strecken ideal, die meisten Menschen kaufen Fahrräder für kurze Strecken und damit passt ein Velomobil nicht.
Absolute Zustimmung. Einige hier fahren mit dem VM mehr Strecke, als ich mit Rad, Auto und ÖPNV zusammen, inklusive Urlaub im Ausland.

Dazu kommt, dass man mit dem Rad auch mal "abkürzen" kann: Durch die Fußgängerzone, die rote Ampel auf dem Fußweg umgehen, zwischen den geparkten Autos durch, hinter der Hecke über die Wiese usw. Solche Sachen gehen mit einem VM nicht so leicht.
Für viele ist Radfahren als Verkehrsmittel "besser als Laufen oder Bus", aber weniger eine Konkurrenz zum Auto. VMs sind aber eher eine Autoalternative.
Vielleicht müssen Läden und Websites für Velomobile sich mehr an Autohäusern und deren Katalogen orientieren, als an Fahrradläden.
 
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- Welche Anforderungen müßten Velomobile erfüllen, um ihre Marktakzeptanz deutlich zu erhöhen?
Hein
Es muss einfach hip und cool werden - zumindest in der Wahrnehmung der Leute. Da sind viele der 10 obigen Punkte ziemlich egal.

Schaut Euch den kurzlebigen Markt der Smartphones an:
2003 gab es die ersten "Smartphones" mit weitestgehend den gleichen Funktionen (Kamera, Online, Office, schlagmichtot...), die auch Smartphones heute haben. Nur wollten diese Geräte mit Windows Mobile Betriebssystem nur Nerds haben.
2007 kam Apple, hat das ganze etwas aufgehübscht (Fingerbedienung anstatt Stift, etc.) und hat dass Ganze als hippes Lifestyle-Product über Nacht zum Kassenschlager gemacht. Weit, weit über den "Nerd"-Markt hinaus!

Genau diesen Schritt müssten auch die Velomobile gehen

Z.B. könnte ein Unternehmen (Apple, BMW) mit entsprechend "hipper" Reputation den 45km/h Veloschmitt (bekanntes Design, Oldtimer-Bonus, etc.) als Stadtfahrzeug für 6.000€ als Lifestyle-Product unters Volk bringen und Voila: Die Marktakzeptanz für die bisher am Markt befindlichen Velomobile wäre massivst aufgewertet.

Ok, dass Beispiel mit Apple oder BMW erscheint mir auch extrem unrealistisch, aber so ginge es...

Ich glaube wir denken alle viel zu technisch - Marktakzeptanz hat aber (leider) vielleicht viel mehr mit Marketing zu tun.

Bis denne
Uwe
 
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Z.B. könnte ein Unternehmen (Apple, BMW) mit entsprechend "hipper" Reputation den 45km/h Veloschmitt (bekanntes Design, Oldtimer-Bonus, etc.) als Stadtfahrzeug für 6.000€ als Lifestyle-Product unters Volk bringen und Voila
Aaaber: Was sind denn jetzt die bereits verfügbaren Elekroscooter im Retrodesign füt 2000.-?
Dieser Schritt ist m.E. bereits geschehen. In ein paar jahren wird es kaum noch Benzinroller geben...dann folgen Quads, Strandbuggys et...
Ich glaube TO-Hein meinte schon Velomobile die hauptsächlich per Muskelkraft getrieben sind.
 
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Mein Velomobil :)cry: ich weiß, ich träume! :cry:) wiegt so wenig wie ein "DF Nici" und ist so einfach zu besteigen und selbst zu reparieren wie eine Leitra. Und Stauraum braucht's auch.

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Aaaber: Was sind denn jetzt die bereits verfügbaren Elekroscooter im Retrodesign füt 2000.-?
Dieser Schritt ist m.E. bereits geschehen. In ein paar jahren wird es kaum noch Benzinroller geben...dann folgen Quads, Strandbuggys et...
Ich glaube TO-Hein meinte schon Velomobile die hauptsächlich per Muskelkraft getrieben sind.
Ich dachte auch nicht, dass dies die zukünftigen Velomobile sein werden.

Aber wenn überall Veloschmitts mit 45 km/h rumzuckeln, dass dann auch das typische Velomobil, von dem hier im Allgemeinen gesprochen wird, eine stark gesteigerte Akzeptanz finden dürfte!

Bis denne
Uwe
 
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@Reinhard, du Böser, du! Böses Clickbait, pfui ;)
Ich gönne Dir den Traffic im neuen Forum :)

Ich behaupte mal, wenn ein DF oder ein Milan für 2000.- Euro angeboten werden würde dann hätte hier jeder so einen
Nein, sicher nicht. Ich hatte in Stuttgart nichtmal ein Auto wegen Platzmangels. Und selbst mit Garage wär ich bei den Hügeln und Verkehrsdichte VM-los geblieben. Die sind einfach fürchterlich unhandlich und nur fürs flache Freie gemacht.

Gruß,

Tim
 
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kein Exemplar ausgliefert worden ... Letzter Stand
Seufz...das zeigt das Problem von der anderen Seite.
Eine größere Charge will auch erstmal gefertigt sein..und auf den Weg dahin gibt es eine Menge Stolpersteine...auch wohlplazierte....
Und was gar nicht auf den Markt kommt...kann auch keine Akzeptanz erreichen.
(Ich hatte mal ne Firma...und wir wollten ein Produkt auf den Markt bringen..unser Größtes Hindernis waren die Händler...es ging am Ende nie um das was der Kunde gerne hätte sondern nur um das was die Wiederverkäufer ihn geben wollten...und wieviel Marge dabei rüberkam.)
 

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Aaaber: Was sind denn jetzt die bereits verfügbaren Elekroscooter im Retrodesign füt 2000.-?
Dieser Schritt ist m.E. bereits geschehen. In ein paar jahren wird es kaum noch Benzinroller geben...
Vergiss es!
Ich hab die Dinger verkauft. 3 verschiedene Marken. Dieser Markt dümpelt einfach so vor sich hin. Keine Steigerung der Verkaufszahlen in Sicht.
Dabei hab ich immer noch einen hier und hatte den auch zum pendeln 22km einfach benutzt. Super Sache. Nützt aber nix. Solange die gleich nach der Garantie zerfallenden Benzindinger von Baumärkten zu Chinapreisen verscherbelt werden, mag niemand das doppelte für ein "Reichweitenproblem" ausgeben. Ein E-Roller mit Qualität und ohne Reichweitenproblem kostet dann ~3000€

Was die Veloschmitts angeht...
in diese Richtung dachte ich von Anfang an

Aber ich bin gespannt ob aus diesem Fred was brauchbares am Ende rauß kommt. Es ist interessant, die verschiedenen Meinungen zu hören.
 

DanielDüsentrieb

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Uihh
Da schau her. Hat sich am Anfang so Angehört als wenn die 500g Jahr anpeilen und sie meinten sie haben schon so viele Verkauft.
So einfach ist das nicht mit Vm verkaufen. Da gibt's mehr wie genügend Stolpersteine. Sogar Forumschreiber sind welche die alles Besser wissen.
Nein, das ist nicht einfach sobald schon mehr wie zwei Personen in einer Kette sind. Das kann man sich nicht schön reden.
Sogar über das Die Menschen die im Forum Sachen Ausbremsen darf man mal nach denken.
 
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Ich sehe den "Knackpunkt" der Marktakzeptanz von Velomobilen in ihrer historischen Position:

Die Entwicklung auf dem Massenmarkt für Verkehrsmittel ging meines Erlebens immer mehr zu "schneller, bequemer, mehr Sozialprestige". Die erste Stufe war das Fahrrad, dann kamen das motorisierte Zweirad, dann das Auto und die Flugreisen. Letztere liefern durch die Konkurrenzsituation und die Massenvermarktung immer mehr Leistung / Komfort für immer weniger Geld. Das Fahrrad war als fester Begriff und als zuverlässiges, asnpruchsloses Mittel zum Individualtransport im Nahbereich etabliert, als die Massenmotorisierung einsetzte und hatte damit aus seiner historischen Position heraus einen Bonus. Weiter hat es durch den Radsport ein positives "sportliches" Image und ist den meisten von uns seit der Kindheit vertraut, daher auch keine Befremdungsreaktionen, wie sie jedem HPV-Fahrer vertraut sind.

So, und jetzt kommt ein Verkehrsmittel daher, das auf den ersten Blick und bis zu einer näheren Beschäftigung damit unter etlichen Problemen leidet:
- Es liefert für einen hohen Einstandspreis effektiv weniger Transportleistung / Tagesreichweite / Durchschnittsgeschwindigkeit als ein PKW.
- Es ist sehr spezialisiert, i.d.R. nur für eine Person ausgelegt.
- Es kommt in einen für ein grobes Anforderungsraster und ohne Berücksichtigung ökologischer Aspekte gut abgedeckten, etablierten und mit großer Raffinesse beworbenen Markt.
- Es ist neu und ungewohnt, ruft Befremdungsreaktionen hervor.
- Es hat für Außenstehende kein prestigiöses oder sportliches Image.
- Es kann mit einem "Öko-Spinner" Image verbunden sein, obwohl ich diesen Begriff in den letzten Jahren immer weniger höre.
- Es hat keine Lobby!
- Es ruft als langsamerer Konkurrent regelrechte Antipathiereaktionen seitens des motorisierten Verkehrs hervor, weil es in der "ver-planten" (beabsichtigter Doppelsinn) Verkehrsstruktur unserer Zeit "zwischen allen Stühlen sitzt".
- Es hat eigentlich keine Infrastruktur: Fahrrad-Fernschnellwege (als Äquivalent zur Autobahn) sind exotisch selten.
- Auch wenn das Auto nicht mehr Prestigeobjekt Nr. 1 ist, wird es dabei inzwischen von teurer Unterhaltungselektronik abgelöst. Also wieder nix damit, ein HPV auf diesen Sockel zu heben,
- Auch ein extrem unsportlicher Mensch kann mit entsprechendem Budget ein sehr schnelles Auto fahren und somit seine körperlichen Schwächen ignorieren, ein HPV zeigt sie anfangs gnadenlos auf.

Um sich für ein HPV zu begeistern, muss man konkrete gedankliche Vorarbeit leisten und vernetzt langfristig denken. Hier sehe ich das zentrale Problem.
Tiefgreifende Bewusstseinsveränderungen laufen langsam ab, vor allem wenn sie Gegner in unbewussten / unzugegebenen inneren Angewohnheiten haben.
Die langfristige historische Entwicklung wird uns zwangsläufig vom fossilen Brennstoff als Grundlage der Mobilität wegbringen, ob allerdings dann eine echte Rückbesinnung auf die eigene Muskelkraft als primäre Kraftquelle für den Individualtransport stattfinden wird, zweifle ich heftig an. Ich sehe eher einen massiven Anstieg der Elektromobilität im Kommen. Wie alltäglich bereits in der kleinsten Motorisierungsklassen erlebt: Das klassische 25-er Mofa ist faktisch vom Pedelec verdrängt worden.
Ich will hier nicht den "Wirdsowiesonix-Propheten" machen, sonst wäre ich nie dieser Fortbewegungsart verfallen, aber ich wollte aufzeigen, dass wir mächtig dicke Bretter bohren müssen.
 
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