Welches Werkzeug zur Carbon Bearbeitung?

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Falls es diesbezüglich schon einen Faden gibt, bitte ich darum meine Fragestellung dort hin zu verschieben.

FRAGESTELLUNG.

Welches Werkzeug brauche ich zum bearbeiten an meinem Carbon VM?

Wenn ich versuche herauszufinden welches Werkzeug zur Carbonbebeitung taugt, finde ich kaum brauchbare Hinweise.

Welchen Bohrer soll ich auswählen um ein Loch zu bohren.

Wenn ich einen Schnitt in die Karosse machen möchte, nehme ich da z.B. einen Dremel und welchen Aufsatz.

Wenn ich grate abschleifen will, auch nen Dremel? Welchen Aufsatz.

Will ich die Form ändern, ist ein Heißluftfön geeignet.

uvm.

Ich hoffe auf Eure guten Tipps.

Um einem Carbonteil eine andere Form zu geben, habe ich einen Heußluftfön verwendet.

Zum schneiden, bohren und schleifen, benötige ich brauchbare Hinweise.

Zum bohren las ich Metallbohrer aber von klein über Groß bohren.

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Ich bevorzuge langsamdrehende, Akku-betriebene Werkzeuge zur Carbon-Bearbeitung. Kohlefaser macht nämlich Kohlestaub, und dass der schlecht für die Lunge ist, das hat mir schon mein Opa beigebracht. Mit 12 oder 18V kann man noch “feucht” arbeiten, so dass der Staub eine schwarze Schmiere bleibt. Zum Anfeuchten verwende ich ein altes Pump-Deo-Flâschchen, das mit Leitungswasser gefüllt ist. Bei Säge und Bohrkrone achte ich auf möglichst feine Zahnung.
 
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Quattrovelo
Ach ja, und VOR dem Laminieren bearbeite ich Carbongewebe am liebsten mit neuen, scharfen Teppichmesserklingen. Damit kann man das Gewebe auf einer Schneideunterlage wunderbar ausschneiden, ohne dass die Fäden verrutschen. Einfach die Klinge von oben durchdrücken, bloss nicht ziehen. Dann mit der Klinge drunterfahren, anheben, und zum Transport auf einer dünnen Plastikfolie ablegen.
Die durchsichtige Vorderseite von Kunststoff-Schnellheftern sind mein bevorzugtes Material, Dokumenthüllen gehen auch gut. Auf der Folie kann man das Gewebe dann dahin bringen, wo es hin soll.
 
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Ich hatte beim Verstärken dieses Sitzes Stachelschwein-Überstände an den Sitzrändern.

Diese habe ich nach dem Aushärten mit dem Stanley Messer abgeschnitten.
Die Oberfläche hatte auch den einen oder anderen harten Zacken. Auch das ging mit dem Stanley gut zu schneiden.
 
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Wenn ich einen Schnitt in die Karosse machen möchte, nehme ich da z.B. einen Dremel und welchen Aufsatz.
Genau. Dremel und Trennscheibe; da gibt es auch extra dünne Trennscheiben, damit habe ich die Wartungsöffnung geschnitten. (Damit gehen natürlich keine runden Formen, außer wenn man mit der Scheibe nur ganz vorsichtig das Material berührt, statt voll einzutauchen.) Achtung, Scheibe nicht verkanten, sonst bricht sie.
Wenn ich grate abschleifen will, auch nen Dremel? Welchen Aufsatz.
Schleifröllchen, würde ich sagen.

Generell: AFAIK macht Carbon Schneidwerkzeuge schnell stumpf; aber bei Trennscheiben/Schleifpapier macht das nichts, da das Material sich sowieso schnell abnutzt.

Und @Manfred Agne hat natürlich Recht mit dem Staub; aber bei kleineren Arbeiten reicht es IMHO, möglichst den Staub nicht einzuatmen.
 
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Ich habe bereits erfolgreich benutzt:
  • Mini Dremel-Trennscheibe, um ein Stück am "Vögelchen" des DF "abzuflexen"
  • Blech-Knabberzange, um die Fahrwerksausschnitte im DF beim Umbau auf Alpha-Fahwerk auszuweiten (macht zwar einen etwas ausgefransten Rand, war aber Sonntags-kompatibel, da fast geräuschlos. Rand später mit Schmirgelleinen etwas geglättet)
  • Bohrer (z. B. für Kabeldurchführungen oder Kellermann-Lichter) einfach Metall-Bohrer
  • Biax-Fräser im Akku-Schrauber (z. B. Zylinder- oder Birnenform) zum schnellen Ausweiten von Rundungen (Fahrwerksöffnungen, Führung des Kettenleitrohres am "Vögelchen" nach oben aufweiten)
  • einfach Schmirgelleinen zum Glätten von Schnittkanten
 
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Und @Manfred Agne hat natürlich Recht mit dem Staub; aber bei kleineren Arbeiten reicht es IMHO, möglichst den Staub nicht einzuatmen.
Also wenn ich sehe was nach nur kleinen Schleifbearbeitungen in meine Nase wandert, kann ich nur empfehlen IMMER eine Staubmaske aufzusetzen. Ist ja auch nicht viel Aufwand.

zum Schneiden von ausgehärtetem Carbon nehme ich eine Oszillationssäge. für dünnes geht auch eine Blechschere
 
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Irjendwo im Pott
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Sind FFP "Null". Ich meinte eigentlich schon Staubmasken die auch was bringen.
auch bei den normalen Staubmasken im DIY-Laden habe ich noch kein FFP-Rating gesehen...
Ich denke mal auch die billigen Dinger bringen soviel,
das wenn du die Maske nach dem Arbeiten absetzt und den Raum verlässt eine mehrfaches der Stäube einatmest,
die bis dahin durch die Maske kamen.
Ergo halte ich auch eine Staubabsaugung des Raumes für sehr sinnvoll...
 

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Staubsauger dranhalten bzw. Werkzeug mit Staubabsaugung hilft natürlich, aber alles kriegste nicht.

Als ich noch im Membranbau arbeitete durfte man die an sich flexible glassfasergewebeverstärkte Membran nicht scharf knicken, weil sonst die Fasern brechen. Begründung warum man nicht dünnere Fasern nimmt die einen kleineren Biegeradius erlauben würden: Weil sie sonst "lungengängig" wären, also die Bruchstücke ein Format bekommen wie Asbestfasern die in der Lunge stecken bleiben. Staub an sich hustet man früher oder später wieder raus, aber Faserstücke von einem bestimmten Format eben nicht. Wie verhält das sich bei unseren üblichen Kohlefasern? Und/oder sind die Fasern so gut in Harz gebunden, dass sie gar keine faserigen Bruchstücke ergeben sondern "Mehl" also hinreichend runde Staubkörner?
 
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Optima Baron
Eine Schere mit kurzen Schneiden und langen Griffen. Weiß nicht mehr wie die heißen - sind ähnlich einer chirurgischen Schere aber nicht so teuer.
Für Bereiche wo man einigermaßen hinkommt, z.B. am hinteren Radkasten.
 
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Um einem Carbonteil eine andere Form zu geben, habe ich einen Heußluftfön verwendet.
Da ein Epoxidharz ein Duro- und kein Thermoplast ist, kann Hitze nur dabei helfen die Matrix leichter durch Umformen zu schädigen.

Wenn ein Carbonteil eine neue Form braucht, dann muss es neu laminiert werden. Alles andere schafft imho nur Laminatschäden.
Grüße
Flo
 
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