Selbstbau Sohle

Jag

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Hallo,

ich hab eine Frage zur anatomisch richtig passenden Sohlenform, insbesondere bei Radschuhen.

Bislang hatte ich Sohlen aus Styrodur oder -por. Einfach Sohle zurechtgeschnitten, in den Schuh, und radgefahren. Nach einer Weile drückt sich da die individuelle Fußform rein. Das funktioniert eigentlich perfekt für mich, doch nun dachte ich mir, es wäre vielleicht angebracht, mir Sohlen mit besserer Wärmeableitung zu bauen. Also hab ich die eingefahrenen Sohlen genommen und mit Glasfaser bezogen. In einem nächsten Schritt wollte ich dann die abformen.

Doch nun stolpere ich ein wenig über die Sohlenform:

05022012155.jpg

Müsste die Sohle nicht in der Mitte des Fußes auch anliegen? Kenne allerdings keine gekaufte Sohle, die das tut. Deshalb bin ich jetzt ein bisschen unsicher.
 
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eigentlich schon oder? Ich vermute bei Fahrradschuhen (Klickies) wird der Ballenbereich am stärksten belastet und da mit den Schuhen seltener weite Strecken zu Fuß zurückgelegt werden, ist die Erhebung der Sohle im Fußmittenbereich vernachlässigt worden...
 
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Ich hab noch mal nachgedacht: Wenn ich barfuß stehe oder laufe, dann berühren nur der vordere Teil (Ballen, Zehen), der Hacken und die Fußaußenseite den Boden. Das Fußgewölbe (heißt das so?) nicht. So gesehen machen meine Sohlen vielleicht doch Sinn so wie sie sind.
 

Jag

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Das Mittelgewölbe nährt sich dem Boden, berührt ihn aber nicht. Laut wikepedia ist das ein Stoßdämpfer.
 
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Orthopädische Einlagen liegen nicht komplett an. Die haben nur kurz hinter dem Ballen einen Hubbel, der ein bisschen "stört", wenn man versucht, platt auf der Fußsohle zu stehen. Aber da geht's auch nicht um's Stützen des Fußgewölbes, sondern darum, die richtigen aktiven Bewegungsabläufe beim Laufen anzutrainieren, und dazu animiert dieser Hubbel wahrscheinlich.
Was willst Du denn erreichen?
 
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Was willst Du denn erreichen?
Jetzt konkret möchte ich gerne Sohlen mit maximal guter Wärmeableitung, weil es ist heiß.
Aber die Idee mit Eigenbausohle ist enstanden, weil die Sohle, die zu meinen neugekauften Radschuhen dazu war, für mich nicht so ganz passte. Und mit Styropor ist eben eine individuelle Sohle einfach und sehr billig herzustellen. Im Winter macht das Isoliermaterial vielleicht auch noch Sinn.
Wobei ich dazusagen muss, dass Hitze an den Füßen scheinbar nicht das große Problem für mich ist. Einziges Problem ist, dass ich bei einer längeren Strecke oder härteren Strecke ein sehr unangenhmes Druckgefühl in den Fußsohlen bekomme. Aber wenn ich die Schuhe ausziehe und paar Schritte barfuß gehe, geht es weg und kommt auch nicht so schnell wieder.
 
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Styropor ist billig aber auch nicht sehr langlebig. Bewegungen vertragt es nicht sehr lange. Ich hab mal ne einlege mit Dremel etwas bearbeitet um eine peinliche druckstelle zu beheben. Die war ohne einlege in die gleiche schuhe nicht da. Vorsichtig und ohne kanten schleifen hat das problem gelosst. Fur warme ableitung kann mann ja locher in die sohle bohren. :cool: :X3: Styropor isoliert, ist eher contraproductiv. Hab auch mal bei ein outdoorladen eine sehr dunne unterlegmatte gekauft. das gab es dort ab rolle 1,5 mm dick oder ahnlich. So etwa wie die BW faltmatte. Aus diesen material hab ich dann warmenden schuheinlagen gemacht. Die uberlebten etwa 1 winter, dann wahren die zu flach getreten. Warmer wahren die definitiv. Ist lange her und das material verkaufen die nicht mehr.

Sind zu hause noch andere schuh einlagen vorhanden um damit ein bisschen rum zu probieren ob da was besseres dabei ist? Ubrigens gibt es in die bessere schuhgeschafte auch separate schuheinlagen, auch in leder zu kaufen.
 
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Styropor ist billig aber auch nicht sehr langlebig. Bewegungen vertragt es nicht sehr lange.
Das war hier glaube ich ein Feature und kein Bug: Die Sohle wird quasi in Form getreten.
Allerdings ist auch plattgetretenes Styropor noch ein bisschen elastisch, bzw. es geht nach Entlastung langsam wieder ein kleines bisschen auf. Das kann zum Problem werden, wenn man eine solche Styroporsohle abformt, denn die unbelastete Sohle hat nicht ganz dieselbe Form wie die belastete.
 
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Sohlen mit maximal guter Wärmeableitung? Da kommt mir Kupferblech in den Sinn ... darf man dann nur nicht in der prallen Sonne stehen lassen. ;)

Im Ernst, eine leichte Unterstützung des Längsgewölbes kann funktionieren, aber wenn die zu hoch ist, gibt es auf längeren Touren Probleme. Das Fußgewölbe tritt sich über zehntausend Lastwechsel etwas platt, und dann kommt es an der weicheren Haut unter dem Gewölbe zu Scheuerstellen oder sogar zu Schmerzen/Reizungen in den Sehnen, weil diese keinen Druck gewohnt sind. Dann mach die Sohle lieber zu platt. Damit bewegt sich dort auch immer ein wenig die Luft und sorgt eventuell für einen besseren Luftwechsel.
 

Jag

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Danke erstmal für die Anregungen!

Das Bauen der Sohlen hat viel Denkerei in mir in Gang gesetzt. Erstmal: Wieso bin ich überhaupt auf den Gedanken gekommen, eine Einlegesohle zu bauen. Na ganz einfach: Weil alle gekauften Schuhe, die ich kenne, eine haben. Aber man kann das hinterfragen: Ist überhaupt eine nötig? Wenn wir mal von der Vorannahme ausgehen, dass Barfusslaufen die natürlichste und gesündeste Form der Kraftübertragung mit Füßen ist, dann werden die Füße auch mit einem Boden konfrontiert, der, wenn er hart ist, keine Sohlenform aufweist. Wenn er weich ist, allerdings schon.
Was meint ihr dazu? Letzendlichen Aufschluss würde nur ein Praxistest - also Fahren ohne Einlegesohle - geben.
 
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Beim ebenen Fußboden hat der unbeschuhte Fuß aber in alle Richtungen uneingeschränkt Platz.

Allerdings habe ich auch schon drüber nachgedacht, eigene VM-Schuhe/-Sandalen zu bauen. Die Chancen, die das bietet, sind den Aufwand wahrscheinlich locker wert. Wenn die sich schnell an- und ausziehen lassen, braucht man in denen meinetwegen keinen Meter vernünftig drin laufen können.
 

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Beim ebenen Fußboden hat der unbeschuhte Fuß aber in alle Richtungen uneingeschränkt Platz.
Meine Northwaves haben in der Breite für mich auch mehr Platz als benötigt. Anfangs dachte ich, das wär nicht das Optimum, aber mehr Platz stört ja überhaupt nicht.

Zum Barfußlaufen ist mir noch einen weiterer Unterschied eingefallen: Der Untergrund variiert ständig. Beim Radfahren sind die Füße dagegen einer monotonen Belastung ausgesetzt.
 
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Ich hatte oft Probleme und habe viel getestet am Ende habe ich mir Einlagen selber gebaut und seitdem ist Ruhe. Da sind ca. 1 mm Kohle 2 Lagen Nylon und Kork. Die sind seit gut 2 Jahren im Einsatz und haben vor 2 Wochen eine Überarbeitung erfahren und gehen nun in die nächsten Jahre.
ich zitiere mich mal selber, die Sohlen habe ich aktuell immer noch in meinen Radschuhen.
Einige mal sind die schon überarbeitet und werden schon recht dick, evtl. sollte ich mal ein paar neue bauen.
 
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Jetzt konkret möchte ich gerne Sohlen mit maximal guter Wärmeableitung, weil es ist heiß.
für optimale Wärmeableitung solltest Du Carbon nehmen, das ist ein sehr guter Wärmeleiter (entlang der Faser). Glas leitet die Wärme erheblich schlechter.
Um auf Deine Frage zum Fußgewölbe einzugehen: ich habe Carbon-einlegesohlen von Solestar, die haben ein relativ ausgeprägtes Gewölbe. Ich mir ziemlich sicher, dass das mindestens unter Last vollflächig am Fußgewölbe anliegt und stützt. Bei den orthopädischen Einlegesohlen, die ich in normalen Schuhen nutze ist das eigentlich genauso, da hat beim Draufstehen auch gefühlt der gesamte Fuß Kontakt. Es ist aber vermutlich sehr individuell wie weit sich das Fußgewölbe beim Stehen plattdrückt. Ich denke auch nicht, dass es sinnvoll ist den Kontakt schon im unbelasteten Zustand zu haben, da würde ich erwarten dass es unter Last auf Dauer schmerzt. Das Fußgewölbe würde dann ja deutlich mehr Last tragen müssen als beim barfußgehen.
 
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Zum Sinn und Unsinn von Sohlen:

Der Thread ist eigentlich für Schuhe, trotzdem gut.
Es gibt iwo ein Schuhbeispiel aus Carbon, mit Klebe-Pelotten, für eine Rennradlerin, krasser Schuh. Ich finds leider nicht mehr.
Gruß Krischan
 

Jag

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Erste Ergebnisse sind folgende:
- Etwas in der Mitte drückt. Es kann dieser Kreis sein (siehe Bild). Ich könnte ihn flacher schleifen. So sind die Sohlen noch nicht gut nutzbar, da das Druckgefühl unerträglich werden kann.
- Wärmeableitung? - Zumindest fällt mir da kein Unterschied zum Styrodur auf.

Das Mittel der Wahl ist wahrscheinlich das:
Fahren ohne Einlegesohle
Herrlich! Bei 20°C und mittlerer Anstrengung frieren mir ganz leicht die Füße dabei.
Leider sind mir meine Schuhe dann ein klein wenig zu groß.


25022012158.jpg


25022012159.jpg
 
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