Motor im schnellen Velomobil

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Hallo zusammen,
welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf einen Motor in euren schnellen Velomobilen?
Motor OHNE Kennzeichenpflicht!! Wichtig!

Ideales Profil:
Sportliche Fahrer, die auf Geschwindigkeit achten und meistens schnell fahren möchten.
Schnelles Velomobil, wie z.B. DF, DF XL, Milan SL (GT), Alpha7 usw.

Fragen:
Gibt es überhaupt sportliche, schnelle Fahrer, die Ihr HightechVelomobil mit Motor ausrüsten?

Wie hat sich danach der Speed auf einer möglichen Teststrecke verändert?
Wie hinderlich ist das Mehrgewicht?

Vorteile?
Nachteile?
Distanzen?
Probleme mit Motor?
 
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Von Zeit zu Zeit liest man, dass bei einzelnen Nutzern die Durchschnittsgeschwindigkeiten gesunken sind und später ohne Motor wieder anstiegen.

Das bestätigt zumindest auch meine Erfahrung, die ich auf dem Scorpion gemacht habe, das ich in der Ebene immer über der Abschaltgeschwindigkeit betrieben habe. Den Motor hatte ich erst im 3. und letztem Jahr. Obwohl ich am Berg nur die ersten beiden Stufen (immerhin doch ca. 100 bzw. 200 Watt) verwendete, habe ich mich doch spürbar zurückgenommen und es fehlte die Motivation, um nach dem Berg das bis dahin gewohnte Leistungsniveau abzurufen.

Mein DFXL wollte ich ursprünglich auch mit einem Motor ausrüsten, habe davon aber recht schnell Abstand genommen.
 
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Gibt es überhaupt sportliche, schnelle Fahrer, die Ihr HightechVelomobil mit Motor ausrüsten?
Eher wenige. Das ist ja z.B. wie ein Flugzeug mit extra Turbinen auszurüsten, die nur bei langsamer Geschwindigkeit im Steigflug helfen und ansonsten nur herumgeschleppt werden.
Auf meiner bisher längsten Etappe von 425 km mit irgendwas um die 2500 HM im letzten Jahr bin ich immer noch gut 35er Schnitt gefahren. Klar haben die Anstiege auf den letzten Kilometern weh getan, aber ich fürchte mit ca. fünf kg Mehrgewicht für Motor und Batterie wäre ich insgesamt langsamer gewesen.

In sehr (!) bergigen Gegenden zum Pendeln hat das vielleicht Sinn. Ansonsten sind Höhenmeter immer gutes Training.
 
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Legale Unterstützung ohne "Kennzeichen" endet bei 25 Km/h. Damit ist der nutzbare Anwendungsberich auf Anfahren und den Hügel rauf begrenzt, wenn so man sonst kein Handicap hat.
Wenn man nicht (ausreichend) Schwung holen kann um den Hügel platt zu fahren oder der Hügel einfach zu lang/steil ist oder man gar bergauf anhalten muss, verkürzt die Unterstützung deutlich die Zeit bergauf. Naturgegeben ist der Trainingseffekt bergauf i.d.R. auch mehr oder minder nicht mehr gegeben. Gefühlt macht sich das Mehrgewicht und die Verluste durch den Motor nicht so wirklich bemerkbar. Wenn man jedoch die Kleinigkeiten zusammenzählt, kommt da unter Strich schon was an Verlust raus, wird aber bergauf mehr als nur egalisiert. Ist natürlich von der Strecke abhängig. Bei einseitiger Hinterrad-Schwinge ist man in der Auswahl der Hlfsantriebe deutlich eingeschränkt. Im Einzelfall muss man abprüfen und was sich ggf. einbauen lässt.
Ob es sinnvoll ist, ist eine Frage der persönliche Prioritäten. Wenn man nur in der Freizeit sportlich unterwegs ist und Strecken von 100 - 600 km ein lustvolles Vergnügen darstellen, dann wohl eher nicht. Wenn man mit möglichst wenig eigenem Energieeinsatz auf der täglichen Pendelstrecke über die sieben Hügel halbwegs trocken im Geschäft ankommen will, kann es recht geschickt sein.
 
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Zum Motor kann ich hier nur sagen, dass ich mal Leistungssportler war und immer noch von Kopf bis in die Zehen sehr durchtrainiert bin.

Profi war mir zu riskant.
Mein Trainigspartner Arthur Abraham, mit dem ich ständig 3 Jahre zusammen trainiert habe, ist dagegen zum Profilager gewechselt.
Bei mir reichte es nur an die Deutsche Spitze.
Sorry vorweg, aber diese Steilvorlage muss genutzt werden :cool:! Also dein Konzept erschließt sich mir nicht. Du willst das schnellste VM, bist leistungsmäßig kurz vorm Explodieren, kaufst Hosen für das Alpha und verkaufst sie gleich wieder (obwohl sie schneller gemacht hätten) und denkst jetzt laut über einen Motor nach.
Warum tut man das? Was soll der Motor bringen? Es gibt Einsatzgebiete und absolute Berechtigungen dafür. Aber wenn man so ambitioniert unterwegs ist, was soll dir der Motor bringen, wo soll er dich unterstützen?
Wie hat sich danach der Speed auf einer möglichen Teststrecke verändert?
Was denn für eine Teststrecke? 10% bergauf, gerade mit gutem Asphalt, bergab??
 
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Ich hab nur ein langsames Velomobil. Ein 30er schnitt finde ich schon gut. Je nach strecke bin ich auch bei diese geschwindigkeiten regelmassig dazu gezwungen die beine still zu halten, oder gar zu bremsen. Weil schneller eben gefährlich oder unpassend ist. Wegen ein dämhliche infrastruktur, eingeschränkte sicht, andere verkehrsteilnemer. Auch mit ein Alpha oder Milan wurde ich an viele dieser stellen nicht viel schneller fahren.

Es sind nur steigungen wo ein motor etwas bringen könnte, aber mal im ernst wie oft reicht dir deine power nicht um uber 25 km/h zu fahren?

Sehr viele motorsystemen laufen nicht ohne reibung wenn nicht benutzt. Das werks Giant mit Bosch motor vom arbeitgeber musste ich mal 8 km bei gegenwind selber treten. Das war wirklich kein spass.

Grusse, Jeroen
 
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@HoSe :
Meine Erklärung:
Ich möchte einfach alles ausprobieren.
Man sehe sich mal meine Liste an Liegerädern an.
Andere genießen ihr Speedmachine 15 Jahre lang.
Ich verkaufe dagegen mein M5 schon wieder nach 5 Monaten.

Das ist meine Einstellung.

Es geht hier weniger um meine Person als wirklich um meine Fragestellung.

Sollte meine Frage eine Sackgasse sein, dann ist doch auch gut.
Ihr habt viel mehr Erfahrung (im Bereich Velomobil) als ich.

Natürlich könnte ich mir einfach einen Motor einbauen und mal schauen.
Leider gerade wenig Zeit für Experiment. Daher meine Fragestellung.
 
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@Liege-Räder : Lass dich nicht entmutigen. Deine Frage ist berechtigt und ein Motor bringt bei einem effizienten Fahrzeug oft sogar mehr, als bei einem ineffizienten (zudem kann man kleinere und leichtere Motoren/Akkus verwenden).
Ich hatte einen Motor in meinem DF. Ein Bafang BBS02 mit legalen Einstellungen (also 25km/h) und das hat richtig was gebracht hier im Mittelgebirge. Schnittgeschwindigkeiten über 40km/h waren damit realisierbar, wo vorher bei ca. 35-36km/h das absolute Limit lag. Das liegt vorallem an der Strecke, welche erst 15-20km bergauf geht, dann nur ganz kurz eben ist und man bergab wegen Ortsdurchfahrten ständig auf der Bremse steht. Somit haben die "Langsamfahrphasen" massiven Einfluss auf den Schnitt.
Damals hatte ich noch eine Stundenleistung von deutlich über 220Watt bei 61kg Lebendgewicht, also der "Biomotor" war schon nicht schlecht. Wenn man ein schwerer oder schwächerer Fahrer ist (oder so wie ich heute: beides), dann bringt der Motor noch mehr im Vergleich zu reinem Humanantrieb. Weniger geschwitzt hab ich nicht, weil ich genauso rein getreten habe wie immer, aber war halt schneller.

GRuß,
Patrick
 
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Motor ja oder nein sind ja im Forum schon mehrfach diskutiert worden.
Ich selbst fahre nur mit E-Unterstützung ( bis 25 km/h). Anfahren, Hügel, Anstiege kosten soviel Körner die ich nicht mehr habe. Jetzt habe ich sogar einen Milan SL mit Tretlagermotor und das funktioniert gut. Das bisschen Mehrgewicht macht wirklich nicht soviel aus. Er ist immer noch schnell und ein starker Fahrer ist damit noch schneller.
 

Reinhard

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Im schnellen VM macht ein schneller Motor schon Spaß ... und man ist sehr effizient unterwegs. Problem ist die Legalität (wenn ungedrosselt) und bei 'ner Kontrolle gibt es zumindest unangenehme Fragen wenn ein Motor im Spiel ist, auch wenn es nur 'ne Pedelec-Unterstützung ist.
 
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Ich denke bei längeren Anstiegen kann Hitze für den Motor durch mangelnden Fahrtwind ein Problem werden. Mein Bafang BBS02 mit 500 Watt wurde am Hardtail schon gut warm, ich hab das Teil in dem Fall aber auch gejagt. Wichtig wäre mir ein drehmomentgesteuerter Motor. Ich bin den Bafang schon lange nicht mehr gefahren. Aber ein Nabenmotor mit 5 Stufen und Drehmomentsensor fährt sich deutlich angenehmer.
 

thw

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Schliesse mich den Vorrednern an, viele Fragen wurden ja schon sinnvoll beantwortet, so dass ich nur ein paar Vorteile von "ohne Motor" hinzufügen will:

- keinen Akku kaufen, korrekt geladen halten, ein/ausbauen, kein Akku+Ladegerät rumschleppen, nicht nach Steckdosen an fremden Orten suchen, nicht um Erlaubnis zum Laden fragen muessen, keinen Akku ersetzen/entsorgen muessen
- ohne Motor weniger komplexes System, weniger anfaellig, evtl. weniger Verschleiß
- weniger Gewicht, keine "Reichweitenangst"

Und ich sag das als ehemaliger langjähriger Antisportler (fahre QV+ ohne Motor zwischen Stuttgart und Heilbronn). Wenn man also gut trainiert ist, hat man da noch ne günstigere Perspektive.

Denke mal der einzige Umstand, der mich positiver in Bezug auf Motor stimmen könnte, ist wenn sich die Rahmenbedingungen fundamental ändern, z.B.:
- Wegfall des 25km/h Limits, bei Beibehaltung der rechtlichen Gleichstellung Pedelecs und Fahrrad (dann würde der Motor eben nicht nur beim Anfahren und am Berg Sinn machen, sondern einem auch z.B. von 40km/h auf 50km/h helfen)
- evtl. Erhöhung der 250W auf 500W (siehe Schweiz) oder 750W (siehe USA)
- leichtere Akkus, schnelleres Laden
 
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@HoSe ... Ich möchte einfach alles ausprobieren. ...
Dann doch temporäre "(Sonder-)Zulassung" als Versuchsfahrzeug und einen kleinen bürstenlosen Motor mit der richtigen Wicklung und Steuerung, dazu das passende "Sägeblatt" vorne, dann bist Du richtig effizient und schnell unterwegs. Da gab es schon mal was dazu, habe es aber aus den Augen verloren.
 

Gear7Lover

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Der Schlüssel ist ein leichtlaufender Motorfreilauf. Dann ist er wirklich nur noch Ballast und nicht auch noch Bremse. Ich fahr im Moment wieder Pedelec SL mehr oder weniger gezwungenermassen. Geht, aber ohne Motor machts mehr Spass (weil die Zeit >25 halt wesentlich länger ist als die <=25).
 
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...- Wegfall des 25km/h Limits, bei Beibehaltung der rechtlichen Gleichstellung Pedelecs und Fahrrad (dann würde der Motor eben nicht nur beim Anfahren und am Berg Sinn machen, sondern einem auch z.B. von 40km/h auf 50km/h helfen)
- evtl. Erhöhung der 250W auf 500W (siehe Schweiz) oder 750W (siehe USA)
- leichtere Akkus, schnelleres Laden
Das hift nicht nur bis 50 Km/h sondern eher bis in die Größenordnung von 100 Km/h + x .
Mit den richtigen Zellen und Ladegerät dauert das Nachladen 1 - 2 Stunden. Lässt sich deutlich abkürzen wenn man mit 80% Füllgrad auskommt. Wird halt nur nicht von der Stange angeboten. Aber wir kommen vom Thema Velomobil immer weiter ab.
 
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