Durchschnittsgeschwindigkeit Unterschied Sommer Winter

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In der Umfrage "Durchschnittliche Fahrstrecken mit Velomobilen" werden teilweise stark unterschiedliche Durchschnittsgeschwindigkeiten für Sommer/Winter angegeben. Mich würde interessieren, woran das liegt: Wechsel von Sommer- auf Winterreifen, schlechtere Fahrbahnverhältnisse/ Sichtverhältnisse oder Witterung? Ich selber wechsle keine Reifen und merke auf meinem relativen kurzen Arbeitsweg bei moderaten Geschwindigkeiten eigentlich keinen Unterschied.
 
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Fahre ganzjährig das selbe Setup und kann deine Beobachtung nur bestätigen. Wenn ich mir die Daten bei ca. 18C und 3C anschaue glaube ich in den recht verrauschten Zahlen folgendes Pattern zu erkennen: Der quadratische Anteil (Luftwiderstand) steigt wenn überhaupt nur gering. Schätze ~2%. Der lineare Anteil (z.B.:Rollreibung) steigt hingegen deutlich um ~22% an. Über die Ursachen kann ich nur spekulieren tippe aber auf einen Anstieg der Rollreibung. Wenn du mal einen Mantel bei Raumtemperatur oder direkt als den Kühlschrank durchknetest musst du bei der Kühlschrankvariante deutlich mehr Kraft aufwenden.
 
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Ich habe interessanterweise beim Wechsel der Vorderreifen (Contact gegen Marathon) nicht viel gemerkt, vielleicht 1-3 Prozent weniger Schnitt. Als ich den Hinterreifen auch auf Marathon gewechselt habe, bin ich gut 10% langsamer geworden (bei einem 30er Schnitt über 100km). Anscheinend geht da mehr verloren?!
Aber ich merke auch, daß ich um die 0 Grad schon 20 Minuten brauche, um wirklich warm zu werden und mich wohl zu fühlen. Das reißt natürlich auch schon was beim Schnitt raus.
 

BuS velomo

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Ich hab es in meinem persönlichen Pendel-Thread auf folgende Faktor-Isolation gebracht:
Hypothetische Faktoren und Stärken (von 20° auf 0°):
Einflussfaktoren...UPVM
BiologieKälte an sich
Temperatur-Regulation
(Atmung, Heizleistung...)
(Schweiß, Kern-Muskel...)
3
2
1
1
AerodynamikLuftdichte
dicke Kleidung
an sich
an mir
7
2
7
0
ReibungReifen
Antriebsstrang
Roll
mechanisch, Lager, Fette...
3
2
3
1
UmgebungDunkel, Dreck...
Interferenzen
Störfaktor, Psyche
Ausdauer, Böen, Extra-Wind
1
1-10
2
0-4
Summe21-3015-19
Vorhersagewert (Dreisatz)Sommerideal versus Winterwind31 / 2236 / 28

Will nahelegen: es ist keine monokausale Erzählung, die dich langsamer macht, sondern die Addition aus einer Handvoll Faktoren. Jeder einzelne davon macht ggfs. nicht viel aus, aber in Summe bist du (also zumindest ich) 20-25% langsamer als im Sommer.
Die Luftdichten-Veränderung ist (annähernd) eine physikalische Konstante - die macht bei den 20° schon unverhandelbare 7% aus. Die Rollreibung dürfte - je nach Reifen - noch deutlich mehr ausmachen als in meiner Tabelle angesetzt. Biologische und sonstige Umwelt-Faktoren sollten nicht unterschlagen werden...

Aber aufmunternd sei festzuhalten. Wenn euch im Velomobil der Wintereinbruch frusted, dann fahrt die Strecke 1x mit dem offenen UP zu der Jahreszeit, und ihr wisst Bescheid ;)
 
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PS: Sorry - man sollte nie vor dem ersten Kaffee etwas posten. Die 2% bzw. 22% beziehen sich auf den cWA bzw. auf den cR-Wert. Die Zahlen wurden aus den GPS/Leistungsdaten für den jeweiligen Bereich angefittet.
 
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werden teilweise stark unterschiedliche Durchschnittsgeschwindigkeiten für Sommer/Winter angegeben.
Z.B. bei mir 40km/h Sommer vs. 35km/h Winter. Den Großteil des Unterschieds macht bei mir der Winterpokal aus! D.h. ich fahre in Zeiten der Winterzeit mit verminderter Leistung, um keine Punkte (volle 15min = 1 Punkt) zu verschenken ;). Meine netto Fahrzeiten im Sommer betragen für 40km um die 55min hin und 65-70min zurück, Fahrmodus sportlich (170-190W im Schnitt). Für 60min hin und 75min zurück im Winter müßte ich sogar mit noch etwas mehr Leistung fahren (trotz gleichem Reifensetup wie im Sommer, schnelle Rennradbereifung). Da ich bei Kälte nicht so gerne komplett verschwitzt fahre, fahre ich im Winter mit deutlich weniger Leistung (120-140W), um auf 75min hin und 90min zurück (= 2 Extra Punkte) zu kommen (zusätzlich muß ich noch die Strecke etwas verlängern, sonst wäre ich noch zu schnell).

Wechsel von Sommer- auf Winterreifen
Die letzten beiden Winter konnte ich mit dem Sommersetup (Nutrak+Latex vorne, Conti GP(5000) hinten) durchfahren und die Temperaturen lagen nie deutlich unter 0°, kein Schnee. Davor habe ich gewechselt und konnte je nach Reifentyp eine mehr oder weniger starke Verlangsamung feststellen, teilweise >15%. Mit "guten" Winterreifen kann man die Verluste aber auf ca. 5-10% reduzieren. Ich habe die besten Erfahrungen (Haftung und Geschwindigkeit) mit Vredestein PerfectMoiree (werden leider nicht mehr hergestellt) +Latex vorne und Schwalbe CX Pro hinten gemacht.
schlechtere Fahrbahnverhältnisse/ Sichtverhältnisse oder Witterung?
Das kommt dazu! Im Winter sind die Straßen öfter feucht und man fährt Morgens und Abends im Dunkeln. Kommt dann noch Regen dazu, reduzier ich die Geschwindigkeit deutlich. Wie mein Ausrutscher vor Weihnachten bei gefrierenden Nebel aber gezeigt hat, manchmal immer noch nicht genug :rolleyes:. Von daher kommt einem der Winterpokal auch hier sehr gelegen...
Wie oben schon geschrieben, fahre ich im Winter nicht gerne stark verschwitzt, da es mir sonst in Roll- und Standphasen zu kalt wird. Außerdem habe ich das Gefühl, daß ich bei kälteren Temperaturen <5° weniger Leistung treten kann.
 
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Vielen Dank an alle Antwortgeber für die teilweise mathematisch fundierten Lösungen. Dann warte ich mal auf den - norddeutschen- Sommer.
 
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Wenn ich mir die Daten bei ca. 18C und 3C anschaue glaube ich in den recht verrauschten Zahlen folgendes Pattern zu erkennen: Der quadratische Anteil (Luftwiderstand) steigt wenn überhaupt nur gering. Schätze ~2%. Der lineare Anteil (z.B.:Rollreibung) steigt hingegen deutlich um ~22% an.
Interessehalber: Wie hast du das berechnet? Nur aus einzelnen Geschwindigkeiten, oder hast du dir die gesamte Aufzeichnung der Fahrten angeschaut?
 
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Letzteres. Hab dann die beiden Parameter so lange variiert bis die gemessenen Kurven zu den simulierten Daten passen. Verwendet habe ich jeweils 5 Fahrten, bei denen die Temperatur passt, geringer/kein Wind und mit hohem Überlandanteil
 
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Ich merke das mit dem Alleweder und Maraton Plus 35/406 auch extrem ...Geschwindigkeit ü25 in der Ebene nicht mehr möglich ...1 bis 2% Steigung krieche ich mit deutlich unter 20 Kmh auch meist um 12 Kmh....4% Steigung unter 10 Kmh ...

Im Spätsommer konnte ich noch ein 8 Km Segment mit 30er Schnitt durchziehen mit Rückenwind
 

BuS velomo

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Wechsel von Sommer- auf Winterreifen
Das Thema würde mich nochmal gesondert interessieren, wie viele an ihrem Rad diesen Wechsel vollziehen - und warum? Wegen der Erfahrung, dass Sommerreifen auf Winterstraßen massenhaft platt gehen, oder reinen Haftungsüberlegungen... wobei Pannenschutz, Haftung und Widerstand ja ne gewisse Korrelation haben.
 
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Das Thema würde mich nochmal gesondert interessieren, wie viele an ihrem Rad diesen Wechsel vollziehen - und warum? Wegen der Erfahrung, dass Sommerreifen auf Winterstraßen massenhaft platt gehen, oder reinen Haftungsüberlegungen... wobei Pannenschutz, Haftung und Widerstand ja ne gewisse Korrelation haben.
Ich habe früher mit dem Liegerad auf Winterbereifung gewechselt (= vorne Marathon Winter Spikereifen, hinten Profil-Reifen). Bringt sicherlich was für die Sicherheit; es hat mich aber trotzdem mindestens 1x auf Glatteis geschmissen, weil einfach die Spikes nicht mehr gegriffen haben – man fährt ja >99% auf Teer, und da nutzen sie sich wohl ab und verlieren Schärfe.

Mit dem VM mache ich das nicht mehr; bei Glatteis eben etwas vorsichtiger fahren. Durchrutschen ist nur selten ein Problem – beim Anfahren und steil bergauf, sonst nicht. Und auch nur, wenn Schnee/Eis liegt. Meist ist ja mindestens ein schmaler Streifen für das Hinterrad eisfrei.

Teilweise habe ich im Winter auf solidere Reifen gewechselt, weil ich erstens keine Lust auf Flicken in der Kälte hatte, und zweitens die dünnen Schwalbe-Pellen bei Splitt schon sehr viele Schnitte bekommen (das geht dann in der Summe schon ins Geld). Aber diesen Winter fahre ich vorne immer noch Pro One; diesmal tubeless, d.h. wenigstens das Flicken sollte seltener sein (bisher noch gar nicht), und sie scheinen auch etwas weniger empfindlich als frühere Modelle zu sein. Und hinten der Conti GP 5000 TL hält sowieso mehr aus als die Schwalbe-Reifen.

Glätte sehe ich beim VM nicht als Grund für Reifenwechsel; erstens ist es reichlich selten so glatt, dass man was tun müsste; und zweitens hatte ich gefährlich glatte Straßen auch einmal im Sommer, durch Schmierfilm nach einem leichten Regen.
 
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Das Thema würde mich nochmal gesondert interessieren, wie viele an ihrem Rad diesen Wechsel vollziehen - und warum? Wegen der Erfahrung, dass Sommerreifen auf Winterstraßen massenhaft platt gehen, oder reinen Haftungsüberlegungen... wobei Pannenschutz, Haftung und Widerstand ja ne gewisse Korrelation haben.
Habe mir die Marathon GT 365 für vorne und hinten geholt. Im Sommer fahre ich wieder Big Apple und Supreme, im Herbst hinten den Almotion.

Die Begründung ist, dass der GT 365 hinten kaum bis gar nicht durchdreht, während der Almotion bei zu heftigen Bedingungen (Steigung + Laub/Schnee/Moos) kaum noch greift. Allerdings hat mein Strada nur vorne Bremsen. Die Big Apples verlieren wenn durch bremsen provoziert ihren Grip. Deswegen habe ich auch vorne GT 365. An manchen Stellen meiner Strecken bevorzuge ich Grip über Geschwindigkeit. Dort gibt es seitlich keine Ausweichmöglichkeiten und ich möchte da auch nicht von plötzlicher Glätte überrascht werden.

Pannenschutz war bis jetzt nur nebensächlich, da ich im VM noch keine Reifenpanne wegen dem Reifen hatte (lediglich der Schlauch bis 42er Breite im 50er Apple ab Werk verlor die Luft).
 
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Wegen der Haftung auf "Salzpampe", richtigen Schnee haber wir hier nicht.
Allerdings schafft es unser Winterdienst, mit der Zugabe von Natriumchlorid, die sonst trockene Straße, schön schleimig zu halten. ( Selbst bei + 5 Grad)

Grüße
 

BuS velomo

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Ich hab das Thema "Winterreifen" (Performance/ Pannensicherheit) versucht, nochmal in einen eigenen Thread zu konzentrieren...
 
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