Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


trike:berichte:fahrberichte_a-z:rider_rhino

Optima Rider

(Rolf)

Habe Anfang Mai einen Rider bestellt, den ich nach meinen Wünschen ab Werk habe umbauen lassen, mit dem Ergebnis, daß dieser nun technisch dem neu von Optima geplanten „Rhino“ entspricht. Nach vier Monaten habe ich nun endlich das gute Stück bekommen.

Original Rider mit 26„ Hinterrad und Edelstahlschwinge:

http://www.folkbildning.net/~jonathan.field/Cyclevision2002/optimarider.jpg

Geplantes Rhino mit 20“ Hinterrad und Aluschwinge:

http://www.optima-cycles.com/news/marc2014.jpg

Mein Rider/Rhino:

http://www.pixum.de/members/beetyii/?act=a_view&album=544017&i_pos=2&page=1&ktw=ab5d9f4bf6d928b9d334391d8628153b

Das 20„ Hinterrad mit Aluschwinge hat einige Vorteile:

http://www.pixum.de/members/beetyii/?act=a_view&album=544901&i_pos=6&page=1&ktw=ca68f165b346ebd9ed92936750f989c3

-Gewichtsersparnis durch kleineres Rad, kleinere Schwinge und Alu statt Edelstahl

-serienmäßig mit Scheibenbremsaufnahme

- besserer Antritt durch kleineres und leichteres Hinterrad

-tieferer Schwerpunkt - Sitzhöhe 22cm statt 25cm dadurch besseres Kurvenverhalten

-Mehr Tretlagerüberhöhung da das Rad hinten abgesenkt und dadurch gleichzeitig vorne angehoben wird

-Flachere Sitzposition - bessere Aerodynamik aus den oben genannten Gründen

-Erhöhung des Nachlaufes - stabilerer Geradeauslauf

-nur eine Schlauch/Mantelgröße - Vorteil bei Pannen

Im Vergleich zum originalen Rider fährt sich mein Rider/Rhino deutlich agiler mit beeindruckender Kurvenstabilität - kippen ist zwar provozierbar aber sehr leicht beherrschbar und auch bei zügigster Fahrweise kein Thema.

Umbaumaßnahmen:

Das von Optima verbaute billigst Federbein passte nicht zur 20“ Schwinge, da von Federung aufgrund der extremen Härte keine Rede mehr sein konnte. Im originalen Rider funktioniert es dagegen erstaunlich gut. Habe dies inzwischen durch ein DNM ST-8 RC mit einstellbarer Zug/Druckstufe ersetzt - traumhaft!

Optima baut den Drehgriffschalter (Dual Drive) „verkehrtherum“ an den Lenker,das heißt, daß die Züge nach unten in Richtung der Straße weisen. Diese Anbauart in Verbindung mit der einhergehenden Tieferlegung durch 20„ Hinterrad führt dazu, daß die Züge auf dem Boden schleifen. Darüberhinaus muß dann mit den unteren Fingern der Hand geschaltet werden und der Hebel für die Nabenschaltung ist nur durch Umgreifen zu erreichen. Ich habe den Drehgriffschalter wieder „normal“ angebaut, was zur Folge hat, daß nun die Züge steil nach oben zeigen. Um nun beim Einlenken nicht ständig mit den Beinen bzw. den Vorderrädern zu kollidieren, müssen nun die Züge in einem engen Radius nach innen Richtung Rahmen und gleichzeitig nach unten Richtung Boden verlegt werden. Dazu waren ein bischen Denkarbeit und einige Kabelbinder notwendig mit dem Ergebnis, daß ich nun lediglich bei vollem Einschlag nach links und gleichzeitig tiefster Position der Beine diese nur leicht mit den Zügen berühre.

http://www.pixum.de/members/beetyii/?act=a_view&album=544901&i_pos=4&page=1&ktw=ca68f165b346ebd9ed92936750f989c3

Ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis! Die Schaltung läßt sich nun wie gewohnt schnell und präzise schalten, ohne umgreifen zu müssen - was für ein Unterschied!

Hinten verrichtet inzwischen eine Magura Julie anstelle der Tektro Felgenbremse ihre Dienste zur vollsten Zufriedenheit. Da ein Dreirad hinten stärker zum Überbremsen neigt als ein Zweirad, ist die bessere Dosierbarkeit der Scheibenbremse sehr hilfreich beim Ertasten der Blockiergrenze.

Für den Straßenverkehr habe ich zwei Cateye LED-Lampen („Xenon“ mit 180 Std. Betriebsdauer) vorne, ein Diodenrücklicht hinten an Sitzschale (300 Std. Betriebsdauer) + zwei rote Reflektoren an den Lenker gebaut. Dazu gesellen sich zwei B&M Rückspiegel, die zusammen mit den Frontleuchten jeweils links und rechts über zwei selbsthergestellte Drehteile mit an den Achsschenkeln verschraubt sind - so sind die beiden Frontleuchten weit auseinander (gute Ausleuchtung, Erkennbarkeit eines breiteren Fahrzeuges) und es ergibt sich eine mitlenkende Beleuchtung.

http://www.pixum.de/members/beetyii/?act=a_view&album=544901&i_pos=2&page=1&ktw=ca68f165b346ebd9ed92936750f989c3

Dadurch daß die Spiegel ebenfalls weit außen montiert sind, hat man einen guten Überblick über den Verkehr und die Spiegel stören weder beim Einsteigen noch beim Transport, da sie direkt innen an den Rädern stehen. Zum Schluß habe ich noch meine geschätzte Airzound links an den Lenker gebaut, so daß ich im Falle eines Falles diese schnell mit dem Daumen erreichen kann.

http://www.pixum.de/members/beetyii/?act=a_view&album=544901&i_pos=3&page=1&ktw=ca68f165b346ebd9ed92936750f989c3

Der Tacho CM 414 Alti sitzt vorne am Tretlager, dort wo normalerweise die Frontbeleuchtung befestigt wird, so habe ich bei einem Blick auf den Tacho den Straßenverkehr im Blickfeld.

http://www.pixum.de/members/beetyii/?act=a_view&album=544901&i_pos=5&page=1&ktw=ca68f165b346ebd9ed92936750f989c3

Zwei intelligent gemachte „Kabelstripse“ mit Halterung von ELITE für einen Trinkflaschenhalter ermöglichten es mir einen Halter aus Alu auf dem Längsrohr vor der Vorderachse zu befestigen - Prost!

Speichenreflektoren in Stabform werden direkt auf die Speichen geklipst und reflektieren zuverlässig zur Seite und zum Teil nach hinten, ohne dabei die Optik zu stören.

Klickpedale von Shimano lassen sich sowohl mit als auch ohne entsprechendes Schuhwerk benutzen.

Technische Daten:

Länge : 182 cm

Breite : 82 cm

Höhe : 71 cm (bei flachster Stellung der Sitzschale)

Radst. : 105 cm (Abstand Vorderachse - Hinterachse)

Sitzhöhe : 22 cm

Tretlagerhöhe : 39,5 cm

Bodenfreiheit : 9 cm (Rahmen ! Züge unterm Lenker und Kette am Hinterrad liegen tiefer)

Spurweite mit Trommelbremsen: oben: 72.5, unten: 74.5 (von Radmitte zu Radmitte;wird von Optima falsch angegeben)

Die unterschiedlichen Werte für oben und unten sind auf negativen Sturz zurückzuführen.

Gewicht mit Dualdrive/52Z, Trommel/Scheibenbremse, 2x Spiegel, 2x Cateye LED, 1x Diodenrücklicht, 2x Rückstrahler, 1x Airzound, 1x Tacho, 1x Trinkflaschenhalter, 1x Federbein DNM, 3x Conti Grand Prix 28/406, Keine Schutzbleche, Rahmen poliert: echte 21.3 Kg

Mit Scheibenbremsen könnte es etwas schwerer und vielleicht breiter werden.

Fahrtest:

Im jetzigen Zustand macht es richtig Spaß damit herumzuheizen - wobei man deutlich sagen muß, daß ein Dreirad vor allem am Berg langsamer ist als ein Zweirad. Im Vergleich zur Speedmachine würde ich einen Unterschied von ca. 5 km/h in der Ebene und bis zu 10 km/h am Berg einplanen. Bergab hängt es von der längsten Übersetzung ab wie schnell man ist, mein Topspeed lag bei 65 km/h, da ich die Gesammtübersetzung etwas kürzer gewählt habe als bei der Speedmachine(ca. 75-80 km/h). Die Sitzposition ist flach, aber aufrecht genug um entspannt längere Reisen zu unternehmen. Das Fahrgefühl ist immer auf der sicheren Seite auch bei hohem Tempo. Die Bremsen verzögern nach einer gewissen Einbremsphase und einer sauberen Einstellung sehr gut. Kurvenfahren macht extrem viel Spaß - wie bei einem Gokart. Nach Umbau auf das neue Federbein ist der Fahrkomfort sehr gut - von wegen Schlaglochsuchgerät, alles Unsinn. Also alles in allem ist das Fahren mit drei Rädern sehr reizvoll - selbst Rolltreppen sind ohne weiteres möglich… Das Tragen vor allem in engen Räumlichkeiten ist schon deutlich anstrengender - mehr als es die vier Kilo Mehrgewicht ( im Vergleich zur Speedmachine ) vermuten lassen. Dafür sind Unwohlsein und Anspannung auf lockerem rutschigen Boden vergessen. Angst vor Rutschgefahr gibt es nicht - im Gegenteil, rutschen auf drei Rädern macht richtig Spaß - Rallyfeeling pur. Fehlen nur noch die vorderen Scheibenbremsen, aber kommt Zeit…

Rolf

-carpe diem-

trike/berichte/fahrberichte_a-z/rider_rhino.txt · Zuletzt geändert: 2013/10/27 14:01 (Externe Bearbeitung)