Rahmen öffnen (Rahmenschloss) für Umrüstung auf Riemen

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Hi,

sorry, ist offtopic, weil es um einen Diamantrahmen geht, aber vielleicht kann mir trotzdem eine*r helfen:

Ich habe einen Stahl-Diamantrahmen, den ich gerne öffnen lassen würde, um das Rad auf Riemenantrieb umzurüsten. Ich habe einige Händler / Fahrradwerkstätten meines Vertrauens gefragt, die dies aus Haftungsgründen abgelehnt haben.
Ich traue mir das nicht selber zu.

Hat jemand eine Idee, wen man noch dafür fragen könnte? Gibt's Rahmenbauer, die das machen? Oder "Spezial"-Werkstätten?

Vielen Dank und viele Grüße
Wilko
 
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Hi Wilko,
Du brauchst keinen Händler, sondern eine Säge... :)

Unbenannt.png
Bildchen kopiert von: https://www.fahrrad-rat.de/fahrradrahmen.html

Die Strebe "e" steht unter Zug, die würde ich nicht angreifen.
Die Strebe "f" steht unter Druck, dort würde ich durchschneiden.


Dann eine geschlitzte Hülse drum und mit 2 ordentlichen Schellen festklemmen.
Weil das Sägeblatt ca. 1 mm Breite in Späne verwandelt, würde ich in dieser Stärke ein Stückchen Metall an der Schnittstelle beilegen.
 
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Du brauchst keinen Händler, sondern eine Säge...
Und wie stellst du die Riemenspannung ein?
Nö, das wird nix - oder halt für Liebhaber, für die Zeit und Geld keine Rolle spielen.
Und für mich das größte Problem am Riemenantrieb: eine andere Übersetzung zu generieren ist extrem teuer - neuer Riemen, neue Riemenscheibe.
 
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frag mal da, keine Ahnung wo Du wohnst, sein Sitz ist an der Grenze zu Frankreich, hat einen Laden in Landau und ist Freitags in Karlsruhe.
 
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Und wie stellst du die Riemenspannung ein?
Ich gehe ganz einfach davon aus, dass Wilko jetzt auch schon ein Rad mit Nabenschaltung fährt, das passende Ausfallenden hat.
Würde er sonst diese Frage stellen?

Ob das dann für die gewählten Riemenscheiben und die Riemenlänge passt, wird er sich hoffentlich rechtzeitig anschauen.
Meins wär's so oder so nicht. Das muss es aber auch nicht...
 
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Ich habe nicht wirklich Ahnung und habe deshalb einmal im Netz geschaut. Wie wäre es denn einen teilbaren Riemen zu nutzen? Dann bleibt die Sägerei außen vor.

Dirk
 
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Ich habe eine Lösung, aber die ist nichts für Gelegenheitsschrauber. Ich tu sie trotzdem mal hier rein, weil ich sie gut finde :sneaky:.

Die günstigste Stelle, den Rahmen zu trennen ist g). Hierzu umfasst ein Rahmenschloss die Stelle und eine konische Schraube sorgt für eine Spreizung in die Umfassung. Das (abgelaufene) Patent dafür ist im Anhang.

Hier ist ein Video, wie ich bei einem Fahrrad mit dieser Konstruktion den Zahnriemen in einer Minute wechsele und das Rad danach wieder exakt so wie vorher sitzt:

Die Abstandshalter, die auf der Achse sitzen, sorgen sowohl für den richtigen Abstand als auch die richtige Riemenvorspannung. Egal wie oft man das Hinterrad ein- und ausbaut, es hat automatisch immer den richtigen Sitz und läuft auch nie schief. Das Fahrrad im Video ist mein Kunstrad, weswegen ich mich da nicht mit Bremsen oder Schaltungen herumschlagen muß. Das Rad mußte lange hohe Belastungen aushalten (erst recht, weil es das Testfahrzeug für die Konstruktion war) und das Rahmenschloss hat nie Probleme bereitet. Ich habe das heute zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder ein- und ausgebaut - so lange hing das Rad im Keller an der Wand. Das geht also alles noch schneller und unverkrampfter ;).

Hier noch ein Video vom Hinterradein- und -ausbau, aus einer anderen Perspektive. Wenn ich beim Ausbau mit dem Daumen am Tretlager gegen das Hinterrad drücke, ist das, um den Abstandshalter am Riemenrad zu entlasten und zu entfernen. Umgekehrt sorge ich beim Wiedereinbau dafür, daß ich den Abstandshalter einsetzen kann und die Riemenvorspannung hergestellt wird.

...Mike
 

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  • Rahmenschloss_DE000008914985U1.pdf
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Die günstigste Stelle, den Rahmen zu trennen ist g). Hierzu umfasst ein Rahmenschloss die Stelle und eine konische Schraube sorgt für eine Spreizung in die Umfassung. Das (abgelaufene) Patent dafür ist im Anhang.
Genial.
Und nur 2% Verluste - und da jammern viele, das diese beim Zahnriemen so hoch wären. Scheint sehr leicht zu laufen.
Ist das ein T-Zahnriemenprofil ?
 
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Und nur 2% Verluste - und da jammern viele, das diese beim Zahnriemen so hoch wären. Scheint sehr leicht zu laufen.
Sehr leicht. Und das ist ja noch 80er Jahre Technik, in der z.B. noch Stahl- und keine Kevlarseile drin sind. Gefühlt lief's früher aber besser. Ob die Lager erst wieder ein bißchen bewegt werden müssen? Ein wenig Talkum am Riemen hülfe nach so langer Zeit sicher auch.
Eine wirklich perfekt eingestellte Kette (mit guten Kettenrädern) steht dem zwar nur wenig nach, allerdings habe ich über etliche Jahre hinweg bei viermal (oder öfter) Training pro Woche und bis zu 20 Wettkämpfen pro Jahr, wohl zehnmal pro Woche Vorder- und Hinterrad ein- und wieder ausgebaut um alles in meinem Opel Corsa verstaut zu bekommen (ohne die Rücksitzbank umzuklappen). Das macht man nicht mit Kette! Und ich mußte nie irgend etwas schmieren, nach- oder einstellen. Zudem ist der Riemen im Video der erste und einzige, den ich je gefahren bin.

Ist das ein T-Zahnriemenprofil ?
AT

gibt's auch ein Video, bei dem das Rad im artgerechten Einsatz zu sehen ist?
Na gut ;)

...Mike
 
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Danke für alle Rückmeldungen. Habe einen Rahmenbauer gefunden, der das machen würde. Er rät mir jedoch aufgrund meines Ausfallendes davon ab. Ich habe ein horizontales Ausfallende und habe etwas naiv gedacht, dass ich damit ja den Abstand Tretlagerachse zu Hinterradachse flexibel einstellen kann und damit auch die Riemenspannung. Tatsächlich ist die jedoch wohl mehr oder weniger ungeeignet für präzise Justage.

Damit lege ich diese Renovierungsidee erst mal ad Acta.

Kann geschlossen werden.
 
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Ich habe ein horizontales Ausfallende und habe etwas naiv gedacht, dass ich damit ja den Abstand Tretlagerachse zu Hinterradachse flexibel einstellen kann und damit auch die Riemenspannung. Tatsächlich ist die jedoch wohl mehr oder weniger ungeeignet für präzise Justage.
Hi Wilko,

ohne Verwendung eines Kettenspanners wäre dies etwas tricky.
Ich sehe aber nicht, warum Du nicht einfach für's Justieren einen Kettenspanner nimmst.

Bildersuche nach "horizontales Ausfallende" führt bei mir zu solchen Ergebnissen:
Die eine Bauart ist für hinten geschlossene Rahen gedacht, die andere Bauart für hinten offene.
Eins davon wirst Du wohl haben...

Und wenn's bei Dir wirklich anders aussehen sollte: Einen Spannmechnismus zusätzlich vorzusehen, ist keine Hexerei.
Unbenannt.jpg

Gruß, Harald
 
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PS:
@Mike C hat übrigens ohne Kettenspanner gearbeitet. Wenn Du ihm im Montage/Demontage Video genau auf die Finger schaust, siehst Du, dass er zuerst eine Seite fixiert, dann zur Felge rauf greift und mit seitlichem Einstellen der Felge den Riemen spannt.
Das wirst Du ohne Kettenspanner die ersten drei Mal wahrscheinlich nicht so elegant schaffen...

Dann kommt noch die Frage, ob Du Dein Rad ggf. stärker belastest als Mike_C...
Dazu am Besten das Kunstrad Video nochmal durchschauen und zu Deinem Fahrmanövern vergleichen... :)
 
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Sehr leicht. Und das ist ja noch 80er Jahre Technik, in der z.B. noch Stahl- und keine Kevlarseile drin sind. Gefühlt lief's früher aber besser. Ob die Lager erst wieder ein bißchen bewegt werden müssen? Ein wenig Talkum am Riemen hülfe nach so langer Zeit sicher auch.
Wow! Super Vorstellung -alle Achtung!- und ein offensichtlich sehr leicht laufender Riemen.
Frage an @Mike C was ist das denn für ein Riemensystem, und gibt es das heute auch noch so leichtläufig (aber vielleicht haltbar bis ca. 30000 KM ähnlich den Gates-Riemen)?
 
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@Turboroller: Das ist ein ganz normaler Synchroflex AT10 Riemen, den es heute auch noch gibt. 30.000 km sollten einerseits problemlos möglich sein (weil <70 kW und <10.000 U/min :D), andererseits haben bei mir Verschmutzungen keine Rolle gespielt, weil ich ja nur in der Halle gefahren bin. Keine Ahnung was passiert, wenn da Steine in den Antrieb geraten...

Ansonsten war das System (mit Zahnlücke 0) auch noch ein wenig getuned. Da sowieso alles selbstgemacht war (incl. Rahmen und Naben), hatten die Zahnräder auch ein leicht anderes Modul als vom Riemenhersteller vorgegeben. Beim Vorspannen ändert sich die Länge des Riemens halt doch, wenn auch nur im Mikrometerbereich. Paßt man das Zahnrad entsprechend an, läuft der Riemen wirklich überhaupt nicht mehr auf.

Die absolute Spielfreiheit und Laufruhe (auch keine Resonanzen mehr) sind sehr schön und dank der Abstandhalter-Lösung (die Nasen an den "Unterlegscheiben") dauerhaft vorhanden bzw. wiederherstellbar. Nach Zerlegung und Wiederzusammenbau ist durch diese konstruktiven Maßnahmen immer ein perfekter Sitz garantiert. Man kann einfach nichts falsch machen. Selbst wenn man vergißt, das Hinterrad festzuschrauben, passiert nichts. Es kann aufgrund der Abstandhalter nicht nach vorn, wegen des Riemens nicht nach hinten und aufgrund der Riemenvorspannung und der Abstandhalter kann sich auch nichts verkanten. Ich habe mal einen Wettkampf bestritten, ohne zu merken, daß mein Hinterrad lose war.

...Mike
 
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