Kettenverschleiß messen und Kette tauschen oder Kette + Kassette runterfahren?

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Wie macht ihr das?

Schon mal weil ich keine Kettenlehre habe, wähle ich immer Option 2 - also Kette und Kassette runternudeln bis nix mehr geht - und dann neue Kette und neues Ritzelpaket drauf. Da mir aber in den letzten 3 Wochen gleich zwei Ketten (an 2 verschiedenen Rädern) gerissen sind, könnte ich mal meine Strategie überdenken und bin daran interessiert, wie ihr das handhabt.

Kettenriss ist ziemlich unangenehm. Ich hatte Glück, die Situation war jeweils ungefährlich. Aber schon das nachfolgende Heimschieben (ca. 45 min) war ärgerlich. Wie sehe ich's einer Kette an, dass sie bald reissen will? Konkret war das eine <müsst-ich-nachschauen> 11-fach und eine SRAM (PC 571? - gibts so eine überhaupt?) 9 fach. Die 11-fach ist mir zuvor sogar schon mal gerissen, aber da war sie noch recht frisch, evtl. schlechte Vernietung bei Montage? (Ich war's nicht und kann dazu nichts sagen, war n neues Rad und neue Kette :) )

Ich kann mich aber dran erinnern, in de.rec.fahrrad vor vielen Jahren längere Abhandlungen darüber gelesen zu haben, dass Kettenlehren sowieso falsch messen, selbst die Rohloff Caliber kam nicht gut dabei weg. Also alles vergebliche Mühe?


Dann gibts ja auch noch die Variante des zyklischen Kettentauschs, aber das wäre mir dann wohl doch zu heftig -
 
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Ich hab in der Selbsthilfewerkstatt schon Ketten mit extremer Längung gehabt die noch wunderbar in einem Gang fahrbar waren.
Dein Kettenriss dürfte also vermutlich nichts mit der Laengung zu tun haben.

Zu hohe Härtung oder Kettenschloss ist wahrscheinlicher.

Kettenverschleiß messen ( geht auch mit Schieblehre) hat den Vorteil daß Ritzel und Kettenblätter weniger schnell verschleissen.

Kette drauf lassen bis es am Ritzel überspringt funktioniert dann wenn alle Ritzel recht gleichmäßig gefahren werden.
Wer als Flachländer oder Elektroradler immer nur den gleichen Gang fährt, der stellt dann beim ersten Berg fest, das gelängte Kette auf nicht verschlissenem Ritzel auch springt. Und entsorgt dann 8-10 neuwertige Ritzel wegen einem verschlissenen.

Deswegen findet man auch soviele unterschiedliche Angaben zur Kilometerleistung. Von 1000-10.000km schon alles gehört.

Bei meinem Elektrorad mit Mittelmotor hab ich vor auf Kassetten von Miche zu wechseln. Dafür bekommt man Einzelritzel. Die will ich dann zusammen mit der Kette tauschen.
 
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Dein Kettenriss dürfte also vermutlich nichts mit der Laengung zu tun haben. Zu hohe Härtung oder Kettenschloss ist wahrscheinlicher.
Sehe ich auch so. Eigentlich sollte eine Kette nicht reißen, egal wie verschlissen sie ist. Dagegen hatte ich kürzlich bei einem Rad eine ganze Serie von Kettenrissen; vielleicht eine Montagskette erwischt.
also Kette und Kassette runternudeln bis nix mehr geht - und dann neue Kette und neues Ritzelpaket drauf.
Kann man machen, wenn das Ritzelpaket billig ist. Mache ich nicht, weil ich teure Ritzelpakete fahre. Und je nach Fahrzeug unterschiedliche Ketten; wenn wenig Verschleiß, dann teuer, aber auf dem Liegerad mit viel Dreck eine billige Kette.
Dann gibts ja auch noch die Variante des zyklischen Kettentauschs, aber das wäre mir dann wohl doch zu heftig -
Ist mir auch zu viel Arbeit.
 
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also da tränen mir ja die Augen, wenn eine Kette nach 1000 km verschlissen sein soll, so eine Materialverschwendung, wenns wirklich so wäre und die dann in den SChrott wandert... dann zumindest zu einem upcycling spezialisten, der netten SChmuck draus macht
 
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Auf dem Stadfahrrad, an dem Ketten und Kassette zu ja ca 10-15€ verbaut sind, fahre ich diese so weit es nur geht. Sollte irgendwann der Fahrgang springen, dann wechsle ich vorne auf das große und wähle hinten das entsprechende Ritzel. Somit sind Fahrleistungen von jenseits der 10.000 Km realisierbar. Bei den teureren Rädern, wo Kassetten ein mehr kosten, da messe ich und wechsle frühzeitig. Beim Velomobil hat man in der Regel kaum die Problematik, denn nach ca 40.000 gefahrenen Km, ist die Kette erst zur Hälfte verschlissen. In rund 40 Jahren Fahrradfahren, ist mir noch nie eine Kette gerissen und das obwohl ich schon Ketten gefahren bin, die an manchen Stellen nur auf den Bolzen liefen. Nein das waren keine High-End Ketten sondern günstige Alltagsketten für um die 10€
 
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Ok, systematisches Überschätzen, danke. Beim Schreiben meines Ursprungspostings war mir nicht mehr klar, was da genau der Knackpunkt beim Messen mit der Lehre ist (und meinte mit "falsch" auch nicht, dass das Ergebniss beliebig grundfalsch "in alle mögliche Richungen ist", aber wie da genau der Sachverhalt ist, fiel mir nicht mehr ein).
 
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Ich fahre runter bis nichts mehr geht...das ist meist jenseits der 10000 Km ...zuletzt hatten Kettenblatt und Kassette schon richtige Haifischzähne . Bei einer Jahresfahrleistung von 4000 Km und 3 Fahrrädern kann sich jeder selbst ausrechnen wie oft ich da was wechseln muss..

Meine Strecke ist leicht wellig bis hügelig. Ich fahre Billigketten und gerissen ist mir da noch nie eine .
 
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Ich fahre runter bis nichts mehr geht...das ist meist jenseits der 10000 Km ...zuletzt hatten Kettenblatt und Kassette schon richtige Haifischzähne
Das geht aber schnell. Ich habe bei meinem Liegerad ca. alle 10000 km die Kette gewechselt, ca. alle 15000 km die kleinsten Ritzel, und das gesamte Ritzelpaket jetzt nach 41000 km. Und bei dem Rad ist der Verschleiß relativ hoch, weil bei 406er-Hinterrad das Schaltwerk sehr nahe am Boden ist und entsprechend viel Wasser und Dreck aufsammelt.
 
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@Christoph Moder
Können auch 12000 Km gewesen sein ..viel mehr nicht .
Gesäubert habe ich Kette usw im Schnitt alle 300 Km ...
Mit WD40 bzw mit Spüli den groben Schmutz dann einfach Kettenfließfett oder Silikonöl rauf gemacht, einwirken lassen und dann das überflüssige mit trockenem Lappen abgeputzt.

( Ich fahre offene Räder)

Ich dachte sogar 10000 bis 12000 Km wären sogar viel ...

Ich werde mal Buch führen über Verschleißteiletausch.
 
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Was passiert eigentlich, wenn man eine bereits gelaufene Kette öffnet und sie - rein theoretisch natürlich ;-) - "falsch rum" wieder montiert? Und zwar in dem Sinne falsch herum, dass - ja, wie beschreibe ich das jetzt? Angenommen, da wäre unterhalb der Umlenkrolle des Zugtrums ein kurzes Stück Kettenschutzrohr, durch welches das Leertrum verläuft. Man öffnet nun die Kette links oder rechts des Schutzrohrs, belässt sie im Kettenschutzrohr und dreht sie um 180 Grad in Längsrichtung. Nehmen wir an, das Hinterrad sei ausgebaut, die Kette aus dem Schaltwerk ausgefädelt und vorne würde die Kette nicht auf einem Blatt aufliegen. Es würde also nichts das Drehen der Kette in Längsrichtung hemmen. Man könnte auch sagen: Kette "auf links drehen". Danach fädelt man die Kette durchs Schaltwerk und führt sie vorne auf ein Kettenblatt und verschliesst schliesslich die auf links gedrehte Kette mit ... sagen wir beispielsweise einem Kettenschloss. Rein theoretisch.

Unabhängig davon ;-) gibt meine mit einem Kettenschloss wieder geschlossene Kette permanente, dezente "Mikrorasselgeräusche" von sich - ein andauerndes "ich bin's, die Kette - ich bin's die Kette - etc.". Also nicht schlimm, aber vorhanden. Ich hatte zusätzlich noch das Hinterrad ausgebaut - hab dem Rad noch nen neuen Reifen spendiert - und anschliessend zügig, aber sorgfältig wieder zusammengebaut. Dann sofort ohne zu kontrollieren, ob irgendwas fein nachgestellt werden muss, eine Testrunde gestartet, denn es sah nach Regen aus und ich wollte keine Zeit verlieren. Auf der Testrunde dachte ich mir "Hm, irgendwie ist dieses Kettengeplapper neu". Habe ich versehentlich die Kette auf links gedreht? Welche Effekte würden auftreten? Ich habe zwar ziemlich achtgegeben, dass das nicht passiert, aber man weiss ja nie.

Edit: 2 typos korrigiert
 
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Bei "auf links drehen" passiert nix. Aber wenn man die Kette im Kettenrohr 180° gedreht hat kann es sich schon anders anhören.
Ich habe die Kette am Schaltwerk mal falsch eingelegt - über statt unter die kleine Metallnase zwischen den Rollen. Das machte auch neue Geräusche, aber erstaunlich wenige.
 
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Was passiert eigentlich, wenn man eine bereits gelaufene Kette öffnet und sie - rein theoretisch natürlich ;-) - "falsch rum" wieder montiert? Und zwar in dem Sinne falsch herum, dass - ja, wie beschreibe ich das jetzt? Angenommen, da wäre unterhalb der Umlenkrolle des Zugtrums ein kurzes Stück Kettenschutzrohr, durch welches das Leertrum verläuft. Man öffnet nun die Kette links oder rechts des Schutzrohrs, belässt sie im Kettenschutzrohr und dreht sie um 180 Grad in Längsrichtung.
Also ein Möbiusband. Such’ mal nach diesem Begriff, im Forum, da wirst du viel finden. Kurz gesagt: wenn das verdrehte Kettenstück lang genug ist, merkt man davon erstaunlich wenig; es ist etwas lauter, aber man kann fahren. Herausfinden tut man es, indem man versucht, die Kette zu verdrehen – wenn das auf die eine Seite deutlich leichter als auf die andere geht, ist die Kette vermutlich bereits verdreht.
 
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Also ein Möbiusband.
Nein, kein Möbiusband. Komplett auf links gedreht, ist das evtl. nicht eindeutig, wie ich das meine? Gedankenexperiment: Geöffnete Kette auf den Boden legen und langziehen, die Laschen zeigen nach links/rechts (also so, wie wenn sie auf dem stehenden ;-) Rad aufgezogen ist) und nicht nach oben/unten. Nun die beiden Kettenenden packen, hochheben, aufeinander zuführen und Kette verschließen ==> "rechts rum".
Nun Kette öffnen, wieder in Ausgangsposition legen, dann in Längsrichtung um 180 Grad drehen, Kettenenden packen, hochheben, aufeinander zuführen und Kette verschließen ==> "links rum".

Im Schutzrohr ist auch nichts verdreht, das ist nur 10 cm lang. Aber
die kleine Metallnase zwischen den Rollen
werde ich mal genauer beäugen.
 
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