Hamburg will Radschnellwege in die Stadt bauen

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Link: Radschnellwege nach Hamburg
Hamburg will, so ungefähr in 5 Jahren, Radschnellwege nach Hamburg rein haben, schöne Idee, eigentlich.
Auf den zweiten Blick fällt auf, das mindestens teilweise das wohl ein Autofahrer geplant hat.
Von Stade/altem Land aus soll man erst nach Harburg und dann rein nach Hamburg fahren.

Mit einem Auto, also ohne Eigenantrieb, kein problem, aber wenn man jeden Kilometer mehr selber strampeln soll, dann nehm ich doch ehr die Strecke höhe Finkenwerder über die Elbe(Fähre) und bin dann schon in Hamburg.....

was denkt ihr?
 
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Ich denke schon, dass die Planung so Sinn ergibt. Wenn man von Stade aus beginnt, kann man wirklich direkt am Deich Richtung Finkenwerder fahren. Die Wege dort entsprechen ja schon weitestgehend der Idee der Radschnellwege. Auch von Neu Wulmstorf kann man noch ganz gut dorthin kommen. Ab Neugraben / Hausbruch wird es aber schon schwieriger direkt nach Norden zu fahren, oder auch eine komplett neue Infrastruktur aufzubauen. Die neu geplanten Straßen haben zudem den Vorteil, dass sehr viele Menschen sehr dicht an den Radschnellwegen wohnen. Die Strecke Richtung Finkenwerder führt zu großen Teilen durch dünnbesiedeltes Gebiet und entsprechend haben weniger Menschen einen direkten Zugang.
 
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Nach dem prognostiziertem Anstieg des Meeresspiegels in der nahen Zukunft scheint das Vorhaben wenig zielführend. @Marc müsste nach Süden umziehen, auf den "Balkan" wie er immer betont.:cool:
 
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naja, wenn ich von York(von HH aus kurz hinter finkenwerder) ausgehe, dann braucht es bis kurz vor stade, mit dem auto(!) ungefähr ne stunde, wie lange will man da radeln?!
dann auch noch den umweg über harburg, jepp, das wird dann mindestens ne tagestour :cool:

achja, mit dem auto, von hh-mitte aus, über die köhlbrandbrücke, bis nach york ist mit dem PKW ungefähr ne 3/4std fahrt.....
 
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Nach dem prognostiziertem Anstieg des Meeresspiegels in der nahen Zukunft scheint das Vorhaben wenig zielführend. @Marc müsste nach Süden umziehen, auf den "Balkan" wie er immer betont.:cool:
Nope! Ich kann hier wohnen bleiben! Laut Flood Maps steigt die Elbe in absehbarer Zeit nur bis Billstedt. ;)
(hier vor der Tür wirds erst ab +20m ein bisschen feucht, aber das ist dann das Problem der Nachbarskinder)

Wir Hamburger Velomobil-Fahrer müssen uns aber ab 2m höherem Meeresspiegel einen neuen Treffpunkt suchen... :cry:
 
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Moin, Generell finde ich es gut, dass ich meiner alten Heimat was bewegt wird, auch wenn es sehr langsam ist.
Hmm, im Süden fehlt ein Anschluss an den alten Elbtunnel. Außerdem ein Radschnellweg vom Westen (Wandsbek) aus Richtung Zentrum.
Vermutlich wird auf Radschnellwegen kreuzender Autoverkehr dennoch Vorfahrt haben, was erstere dann doch ehr zu Radschleichwegen macht.
Ansonsten wäre ich dafür die Velorouten auch zu Radschnellwegen zu machen, aber dass sind ja Fahrradstraßen, wo das Auto angeblich "nur" Gast ist.
 
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Auf den zweiten Blick fällt auf, das mindestens teilweise das wohl ein Autofahrer geplant hat.
Zu den Radschnellwegen gab es vor zwei Jahren offene Workshops und auch eine Online-Beteiligung. Für Stade finden sich die Ergebniss hier: https://geoportal-hamburg.de/beteiligung_radschnellweg_5/ Da waren ADFC und co. auch dabei (jedenfalls bei der Diskussion der Strecke nach Lüneburg). Da hat man sich schon Mühe gegeben alle einzubeziehen. Daher finde ich es jetzt etwas schade, dass das so ankommt.

Die Erwartung bei der Planung war da aber auch eher, dass man den Weg nicht von Anfang bis Ende fährt, sondern dass einige ihn Nutzen um von Stade nach Harburg zu kommen und andere von Harburg nach Hamburg. Für die "normalen" Radfahrer wird das ja vermutlich auch oft stimmen.
 
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Link: Radschnellwege nach Hamburg
Hamburg will, so ungefähr in 5 Jahren, Radschnellwege nach Hamburg rein haben, schöne Idee, eigentlich.
Auf den zweiten Blick fällt auf, das mindestens teilweise das wohl ein Autofahrer geplant hat. Von Stade/altem Land aus soll man erst nach Harburg und dann rein nach Hamburg fahren. Was denkt ihr?
Moin moin nach Hamburg!
Ich bin 2008 mit Beginn meines Ruhestandes von meiner geliebten Heimatstadt Hamburg (-Langenhorn) zu meiner Partnerin nach Münster gezogen. Vor drei Jahren war ich....
Zitronenjette_1.jpg
...zum erstenmal seitdem mit dem Fahrrad in Hamburg und war überrascht, daß sich mehr als erwartet für Fahrradfahrer verbessert hat. Auf "meiner" Strecke von Langenhorn zum Hbf beispielsweise hat sich die Reisezeit deutlich-fühlbar verkürzt.

Was in Hamburg und anderswo in Deutschland als Radschnellweg bezeichnet wird, sind meist zusammengestückelte Routen, die nur abschnittweise dem Standard echter Radschnellwege entsprechen. Oftmals werden auch die Begriffe "Veloroute" und "Radschnellweg" verwechselt. Eine Veloroute ist nicht zwangsläufig ein Radschnellweg. So hat echter Radschnellweg auszusehen: Fietssnelweg F35

Das es vergleichbares hierzulande kaum gibt, liegt nicht nur am fehlenden politischen Willen, sondern teilweise auch an selbstauferlegten Dogmen und dem Streben nach der reinen Lehre bei ehrenamtlichen Radverkehrsaktiven. Ich nenne hier beispielhaft "keine neuen Bodenversiegelungen" oder "neue Fahrradinfrastruktur nur, wenn zeitgleich(!) dem Kfz Verkehrraum durch bauliche oder regulatorische Maßnahmen genommen wird".

Am staatlichen Budget liegt es indessen kaum, der Radverkehrsetat des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde mangels förderfähigen Projekte der Bundesländer nie ausgeschöpft und die Gelder aus haushaltsrechtlichen Gründen stattdessen dem Ausbau der Kfz-Infrastruktur zugeschlagen*. Ahnliches gilt für das Budget "Radwege an Bundeswasserstraßen". Die Landesregierungen jeglicher Coleur in Schleswig-Holsten beispielsweise haben in vielen Jahrzehnten nicht einmal ein Konzept für eine Radverkehrsverbindung entlang des Nord-Ostsee-Kanals entwickeln lassen**. Nicht umsonst nennen Einheimische ihr Bundesland gerne liebevoll "Schläfrig-Holstein"...

Ob eine "Schnelltrasse" trotz Umwegen von Fahrradpendlern angenommen wird, wird man sehen. Je nach Länge des Umweges kann ein echter, querungsarmer 2-5m breiter und mit feinbituminöser rollwiderstandarmer Radschnellweg ausgestatteter Radschnellweg attraktiver sein als eine kürzerere, aber uneinheitlich zusammengestückelte Trasse. Ich kann nicht beurteilen, was diesbezüglich in Hamburg geplant ist.

Gruß aus Münster,
HeinzH..
langjähriges Mitglied des Fahrradbeirats bei Senator Eugen Wagner
und beim ADFC von der Gründung an dabei.


*Dies ist kein Geheimnis, jedermann konnte dies vor nicht allzulanger Zeit der Presse entnehmen.
**Eine solche Trasse wäre sogar für den Fahrrad-Tourismus ein Magnet, zumal es besondersim Süden und im Westen der Bundesrepublik viele Shiplovers gibt.
 
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