Dreirad zieht 3 Europaletten

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500 kg dürfen zugeladen werden, nur 250 weniger wie bei gängigen Lieferwagen. Die Mofa-Bremse, die bremst, ist gefunden. Zusammen mit 250W-Motor aus dem Heinzmann-Regal wird das der Burner. Gleich noch bei den Löwen vorstellen, dann ist auch das gemeine Volk für ein paar Minuten unterhalten.
 
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Sicherlich cool, aber bei dem Gewicht könnte dann sogar die Höchstgeschwindigkeit in der Ebene dank Rollwiderstand (und Luftwiderstand natürlich auch) unter der Abschaltgeschwindigkeit des Motors liegen und bergauf fast garnichts mehr gehen. Anfahren (an Ampeln und Kreuzungen!) und kurze Rampen gehen mit stark erhöhter Spitzenleistung des Motors vielleicht noch.
Also bei dem Fahrzeug sind die Pedale wohl größtenteils für die rechtliche Einordnung als Fahrrad, nicht, um maßgeblich aus menschlicher Leistung zu fahren. Da dürften die Meinungen auseinander gehen und die sinnvollen Einsatzzwecke begrenzt sein.
 

BuS velomo

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7m und >500kg auf dem Radweg mit einem gelabelten 250W-Motor...?

Ich finde eher langsam das Skript der "Letzte-Meile-auf-dem-Radweg-am-Stau-vorbei-Logistik-Träume" langweilig. V.a. weil das offenkundig von Schenker, DHL und Co eher 20.000€ Marketingausgaben als wirklich offene Machbarkeitsstudien sind. Wenn die wirklich von ihren Sprintern wegwollten, hätten die schon vor 5 Jahren in China L6e-Kleintransporter ausgekundschaftet und in ihre Flotten integriert... die rechnen sich eher, als krampfhaft Fahrräder zu KFZ hochzuvergewaltigen.

Nichts gegen große Lastenräder - ich bau ja selbst in diese Richtung. Aber die Auswüchse der Business-Visionen werden langsam genauso unglaubwürdig wie die 250W-Labels oder die Vorstellung vom geeigneten Radweg.

PS: nette Marktübersicht: https://freiraum-holzgestaltung.de/woodi/lastenfahrrad-test-nutzlast/
 
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Wird das nicht langsam langweilig immer die gleichen Argumente gegen große E-Lastenräder zu wiederholen? Wenn das eine selbstgebaute 3-Paletten Carla-Cargo wäre, würden alle jubeln.
Ich fahre selbst wöchentlich einen XYZ Cargo Fourwheeler mit zulässigem Gesamtgewicht von 350kg und habe auch ein LongJohn mit Carla Cargo mit 150kg Testladung gefahren. Ich sage also mit etwas Erfahrung, dass diese immergleichen Argumente schon aus gutem Grund kommen. Auf jeden Fall ist es cool, wenn moglichst vieles möglichst schonend transportiert wird, aber wenn die menschliche Leistung einen maßgeblichen Anteil haben soll, ist das ganze durchaus irgendwo begrenzt. Ein Fahrzeug wie im Artikel ist z.B. auf großen Werksgeländen interessant, wo man ohne viele Steigungen und Verkehr gut durchkommt - aber da kann man auf Verkehrsregeln pfeifen, die Begrenzungen rausnehmen und fährt am Ende eh rein elektrisch. (Wie gesagt: immernoch vviieell besser als ein KFZ, aber eben auch nicht mehr wirklich Fahrrad.) Auf öffentlichen Straßen wird es bestimmt auch Einsatzmöglichkeiten geben, aber eben eingeschränkt bzw. auf hohe kurzzeitige Spitzen-Motorleistung angewiesen.

Gut, auf dem unbeladenen Rückweg ist man dann weitaus weniger eingeschränkt. Ist also vielleicht nicht ganz so schlimm, wenn man nicht die ganze Zeit voll beladen fährt. ;)
 
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Also ich schon mal nicht.
Da kann ich mich tatsächlich @Stefan M anschließen.

Europaletten bewege ich immer noch mehr in der Woche als diese Tage hat und das war auch schon oft ein vielfaches. Auch wenn ich diesen Faden als Aprilscherz einstufe ist es doch erlaubt festzustellen das ich das Rad (aus der ersten Nachricht) für nicht so abwegig halte; was die Verteilung von Waren und Paketen auf der letzten Meile angeht.

Mir gefällt das viel besser als die aktuelle Verteilung von Waren und Paketen mit Sprintern; die mehr als die Nutzlast wiegen und deren wirschaftliche Vorteil gegenüber dem Fahrzeug aus Nachricht 1 erbärmlich ist.

Zugegeben halte ich Fahrzeuge, die nur mit Muskelkraft bewegt werden, ab 325kg für anspruchsvoll; das ist aber mein, nach mehr als 25Jahren Rikschafahren, empfundener Kipppunkt (ohne Pedelecantrieb...)

Mit pedelecantrieb geht sicherlich einiges mehr. Das auf der letzten Meile unbedingt 25km/h als Anspruchsgeschwindkeit angenommen werden finde ich fragwürdig; aber selbst wenn wir das machen: ab der Hälfte der Strecke ist auch die Hälfte der Nutzlast bereits abgeladen und die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrtanteile nähert sich den 25km/h an.

Mehr will doch auf der letzten Meile sowieso keiner...

Gruß Heiko
 
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Wer sagt denn überhaupt, dass die Tour mit 500 kg Ladung startet. Wenn man damit nur Kartons mit ungeknickten Fahrradreifen ausliefert ...
 

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Mit dem Ding über einen Radweg in einer Stadt?
Niemals ... viel zu lang und auch zu breit.

Ansonsten finde ich das eine gute Idee.

Gruß Jörg
 
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Man müßte die Logistik-Branche etwas reformieren: Einrichtung lokaler Sammelstellen, wo alle Lieferungen hin gehen. Von dort aus wird sozusagen die letzte Meile mit dem Bike ausgeliefert.

Das spart viele Lieferwagen, die jeden Tag im Stop-and-Go durch die Gegend fahren.
 
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Wer sagt denn überhaupt, dass die Tour mit 500 kg Ladung startet. Wenn man damit nur Kartons mit ungeknickten Fahrradreifen ausliefert ...
Ja gut, wäre dann leichter zu fahren als mit maximalem Gewicht, aber dann bräuchte man nicht so ein stabiles und damit selbst schon schweres Gespann, dass auch noch unheimlich viel kostet (für ein Fahrrad-Gespann). Dann könnte man ein handelsübliches stabiles Fahrrad behmen und bei Hinterher.com eine Sondergröße der existierenden Modelle bestellen.
 

BuS velomo

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Man müßte die Logistik-Branche etwas reformieren: Einrichtung lokaler Sammelstellen, wo alle Lieferungen hin gehen. Von dort aus wird sozusagen die letzte Meile mit dem Bike ausgeliefert.
Und genau ab diesem Umschlag rechnet sich die Sache nicht mehr. Die effektive Industriestruktur dieser Branche mit möglichst wenig Personal und möglich viel Maschinen... hat große Verteilerzentren außerhalb der Städte, von denen die Sprinter einmal beladen ihre Route durchziehen. Die Vorstellung, den Sprinter im Kiez nochmal umzuschlagen und auf 3 kleinere Fahrzeuge mit wettersensiblem Tretmühlen-Gimmick (aus Sicht handelsüblicher Paketsklaven) aufzuteilen, kostet deutliche Aufschläge an Koordination, Platz, Personal und Equipment... und solange das ein Wettbewerbsmarkt ist, rechnet sich das höchstens in hochverdichteten, politisierten Kontexten (die es freilich auch gibt).

Die allgmeine ökonomische Lösung der "letzten Meile" liegt letztlich eher im Outsourcing an den Kunden. D.h. der Sprinter fährt nicht mehr jede Haustür an, sondern die Packstationen werden massiv ausgeweitet und die Billigpreise nur noch dorthin garantiert... nicht mehr für Haustürshopping. Dann können die Kunden selbst entscheiden, ob sie mit dem klassischen Stadt-SUV oder mit dem Lastenrad in Normalgröße zur Packstation fahren... und dafür ist ein 1500€ Drehschemeldreirad ohne Motor vor der Tür am allerbesten geeignet.

Es macht in dem Vergleich halt irgendwie wenig Sinn, mit Gewalt die größtmöglichen KFZ-Anwendungen auf Pseudo-Fahrräder zu verlagern (Kubikmeterweise Kollektionen ausfahren). 95% des Verkehrs sind Kleinkram (Ich, Pendeln, Pizzakurier, Familieneinkauf, Kinder usw.). Diesen auf normalgroße Lastenräder zu kriegen macht unendlich viel mehr Sinn, als den Wettlauf um das "Fahrrad" mit der meisten Zuladung und dem stärksten Motor für irgendwelche verdeckten Quasi-KFZ-Vision der Radwegokkupation.
 
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solange das ein Wettbewerbsmarkt ist
Solange es gleiche Regeln für alle gibt, die es den Sprinter-Armadas (aus Gründen ihrer örtlichen Unverträglichkeit) erschweren oder verbieten, bestimmte Stadtteile zu beliefern, werden sich die Zulieferer dafür auch andere Modelle einfallen lassen.

Aber womöglich meintest Du solche Situationen, die typischerweise (nur) in historischen Altstädten vorkommen, mit
hochverdichteten, politisierten Kontexten
 
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Mit dem Ding über einen Radweg in einer Stadt?
Niemals ... viel zu lang und auch zu breit.
Nein nein bitte nicht auf den Radweg sonder auf den Bürgersteig :)
Oder noch besser mitten durch die Fußgängerzone.

Aber das Trike sieht schon cool aus und als Insellösung wird es schon eine Verwendung geben.

Vielleicht eine Idee für @kitenteddy da ist echt viel Platz für Solar und als Wohnanhänger bestimmt auch nutzbar.
So als FahrradLuxusWohnmobil.
 
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Und genau ab diesem Umschlag rechnet sich die Sache nicht mehr. Die effektive Industriestruktur dieser Branche mit möglichst wenig Personal und möglich viel Maschinen... hat große Verteilerzentren außerhalb der Städte, von denen die Sprinter einmal beladen ihre Route durchziehen. Die Vorstellung, den Sprinter im Kiez nochmal umzuschlagen und auf 3 kleinere Fahrzeuge mit wettersensiblem Tretmühlen-Gimmick (aus Sicht handelsüblicher Paketsklaven) aufzuteilen, kostet deutliche Aufschläge an Koordination, Platz, Personal und Equipment... und solange das ein Wettbewerbsmarkt ist, rechnet sich das höchstens in hochverdichteten, politisierten Kontexten (die es freilich auch gibt).
Ich denke, da hat eine Lösung wie der Hinterher-Paletti mehr Potential: Man versucht gar nicht erst, bestehende Lösungen zu ersetzen, sondern baut eine Nischenlösung für besondere Anwendungen. In diesem Fall ist es das Umladen aus dem LKW auf den Palettenhubwagen, das wegfällt, weil man einen Fahrradanhänger hat, der auch gleich die Funktion eines Hubwagens mit erledigt. Und daher kommt der Zeitvorteil auf kurzen Strecken.
 

BuS velomo

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Solange es gleiche Regeln für alle gibt, die es den Sprinter-Armadas (aus Gründen ihrer örtlichen Unverträglichkeit) erschweren oder verbieten, bestimmte Stadtteile zu beliefern, werden sich die Zulieferer dafür auch andere Modelle einfallen lassen.
Ich glaub, besser kann es für die großen Paket-Zusteller mit Pauschal-Tarifen gar nicht laufen. Wenn die Innenstädte lokalpolitisch den Lieferverkehr aussperren, haben die den idealen Sündenbock, um ihren Kunden zu erklären, dass die sich mit der Packstation am Bahnhof anzufreunden haben. Dort können dann ja Subunternehmer auf Fahrrädern rumlungern und ihre Dienste für die letzte Meile und persönliche Terminabsprachen zu Premium-Tarifen feilbieten.

So oder so, Pakete oder sonstige Waren per Fahrrad auszuliefern, erfordert massive Preissteigerungen, bzw. Möglichkeiten zur Preisdifferenzierung, überall wo der gute alte Pauschal-Sprinter politisch behindert wird. Die CO2-Klausel allerdings kriegen die auch mit ebenso großen E-Sprintern gelöst, die sie ja als ZEV anrechnen dürfen, so dass dann immer noch 3,5 "klimaneutrale" Tonnen von Tür zu Tür hoppen können.

Bitte nicht missverstehen: Ich beschreibe hier nicht mein Wunschbild, sondern versuche eine realistische Glaskugel. Ich selbst bin für die MIV-Sperrung und totale Lastenradpflicht in Städten... und empfinde 7m Fahrräder als subversive Kunstform hierfür. Nur ist das halt ein "Luxusgut", welches politisch nicht mehrheitsfähig wird, und somit keinen sonderlich weitreichenden Ansatz für die nötige Transformation aktueller Geschäfts- und Lifestyle-Modelle bietet... die laufen eher auf E-Sprinter und Packstationen hinaus... und ansonsten bleibt alles so wie es immer war.
 
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Möglichkeiten zur Preisdifferenzierung
Mit dem Sprinter übers Land von Kaff zu Kaff düsen, mit dem Sprinter einen mäßg dichten, autogerecht geplanten Vorort beliefern, mit dem Sprinter (oder wie auch immer) eine dicht bebaute und bewohnte Innenstadt beliefern - das ist doch alles eine große Mischkalkulation für die Paketdienstleistys.

Ich bin kein Experte, aber ich schätze, die werden sich hüten, nach Mikro-Destination differenzierte Preise anzubieten, sonder eher versuchen, in jedem Kontext unter den gegebenen oder (lokal) politisch gesetzten Rahmenbedingungen zu optimieren.
 
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