Chemische Nachbehandlung von Fahrradreifen zur Verbesserung der Fahreigenschaften

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Kurzfassung der Arbeit eines Jungforschers von 2017:

Ein idealer Fahrradreifen weist einen niedrigen Rollwiderstand und eine hohe Haftreibung auf. Rennfahrer versuchen die Reifeneigenschaften durch eine Behandlung mit Essig zu verbessern. In dieser Arbeit wird auch eine Behandlung mit Styrol und Natriumsulfit durchgeführt. Messungen mit dem Torsionspendel zeigen, dass nach der Behandlung mit Styrol Verbesserungen sowohl beim Rollwiderstand als auch bei der Haftreibung zu erwarten sind.
Quelle:
https://www.junge-wissenschaft.ptb.de/fileadmin/paper/2019/02/JUWI_02-2019_Setescak.pdf

Ist von hier:
https://www.junge-wissenschaft.ptb.de

Das mit dem Essig hab ich noch nie gehört.
 
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Die Beläge von Tischtennisschlägern behandeln manche Spieler mit Öl, weils den Gummi etwas aufweicht und klebrig macht -- das wär doch mal n Versuch wert :D
 
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Und was bewirkt das Essig (?) ... hab gerade keine Zeit, das verlinkte zu lesen ... .
 

Ich

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Das wollt hier wollt ihr doch wissen:
Zitat:
"Die Nachbehandlung mit dem Styrol erscheint am geeignetsten für eine Anwendung in der Praxis, wobei fast von einer allgemeingültigen Verbesserung gesprochen werden kann, da der Reifen sowohl einen besseren Rollwiderstand hat, der Radfahrer also seine Reibungsverluste durch den Reifen verringert, also mit weniger Kraftaufwand fahren kann, und er zugleich sicherer und schneller Abbremsen und Kurven fahren kann, da er über eine bessere Kraftübertragung auf die Straße verfügt. Die Nachbehandlungen mit Natriumsulfit und Essig scheinen höchstens als spezifische Nachbehandlung für spezielle Zwecke sinnvoll. "
 

Ich

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Ja, ist das richtig problematisch?
Ansonsten lüftet doch beim Radfahren alles gut aus.
 
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Aus dem Gedächtnis gehört das zu den wenigen Stoffen die richtig problematisch sind.

Und vermutlich muss man die Anwändung ständig widerholen.
 
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Hallo Leute,

das wollt Ihr nicht wirklich für ein bisschen besser fahren:

"Styrol wird über die Atmungsorgane, weniger über die Haut, aufgenommen und lagert sich hauptsächlich in Leber, Niere, Gehirn und im Fettgewebe ab. Es reizt die Atemwege, Haut, Augen und Schleimhäute. Bei Inhalation und Verschlucken kann es zu unspezifischen Symptomen wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Erregungszuständen kommen. Styrol wird nach etwa einem halben Tag über den Harn ausgeschieden. Eine berufliche Exposition kann bei Männern zu Veränderungen im Spermiogramm führen.[21]Styrol kann den Zeitraum bis zu einer gewollten Schwangerschaft verlängern.[21] Der Arbeitsplatzgrenzwert beträgt 20 ml/m3.[1] Styrol ist vermutlich ototoxisch im Menschen." (Wikipedia)

Ototoxisch heißt, es wirkt giftig auf's Ohr.

Schon zu meinen Studienzeiten galt Styrol als erbgutverändernd und damit potentiell cancerogen und embryo- und fötusgefährdend, wenn es denn überhaupt gelingt, einen Embryo zu zeugen.

Gruß, Klaus
 
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Hallo,

Dann fang mal bei den Autoabgasen an. die werden nicht "nur ein bisschen" in die Umwelt geblasen.
Styrol ist dann doch ein kleines bisschen problematischer als Autoabgase, abgesehen davon ist es eine schräge Argumentation. Allerdings ist die Diskussion überflüssig (zumindest ähnlich überflüssig wie die über Emissionen bei der Herstellung von VM-Karosserien), denn:

Es wurde ein Polymerisationsstarter zugegeben, folglich wird der größte Teil im Reifen als Polystyrol vorliegen, was folgendes bedingt:
- es dampft nur wenig aus.
- Wiederholungen sind wahrscheinlich unnötig.

Wer probiert es aus? Mich interessiert die Pannenanfälligkeit und Haltbarkeit des behandelten Reifens.

Gruß, Klaus
 

Ich

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Was nun Styrol in welcher Umgebung macht, wollte mir wohl keiner von Euch beiden verraten. Egal, könnte ich ja auch googeln.
Wenn nun ein paar Nerds, deren Zahl meinetwegen ein Promille der Autofahrer ist, mit ihren Reifen experimentiert ... Ja, vielleicht fällt das ins Gewicht. Vorstellen kann ich es mir eher nicht.
 
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Vielleicht gings ja auch mehr um die Selbstgefährdung bei Anwendung von dem Zeug -- wie wendet man es eigentlich an (und kommt man da überhaupt einfach so ran, oder vielleicht aus guten Grund nicht und so weiter)?
 
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Was nun Styrol in welcher Umgebung macht, wollte mir wohl keiner von Euch beiden verraten. Egal, könnte ich ja auch googeln.
Wenn nun ein paar Nerds, deren Zahl meinetwegen ein Promille der Autofahrer ist, mit ihren Reifen experimentiert ... Ja, vielleicht fällt das ins Gewicht. Vorstellen kann ich es mir eher nicht.
Dieeeses Argument hört man oft von der Autofahrerfraktion wenn es um 500PS Geländewagen geht:
"Die werden ja nur in homöopathischen Dosen in Verkehr gebracht und übehaupt wer gegen die ist, ist nur neidisch"
 
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