Zu viel Training?

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von berbr, 31.10.2018.

  1. Jack-Lee

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    Der Sänger von Saltatio Mortis hat früher, bevor die Band so bekannt wurde, exzessiv Sport getrieben und, durch die Band, recht plötzlich aufgehört.
    Das hat schlussendlich zu einem Hörsturz geführt aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen.
    Schlagartig mit Sport aufhören ist eigentlich nie eine gute Idee. Zumal die meisten "Zivilisationskranken" (Platz 1 : Herz-Kreislauf) nicht auf Sport, sondern auf fehlen dieses zurückzuführen sind. Der Mensch ist ein Bewegungstier. Lang, ausdauernd. Mit dem Brecheisen kann man vieles kaputt machen, aber faul rumliegen schadet oft genauso.
     
  2. Opti

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  3. TimB

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    Mir gings um die Belastungsintensität im Vergleich. Mein 200er beim Karl habe ich auch nur mit 20 min Luft zum Zielschluss geschafft, bin aber gleich weiter zum Bahnhof.
    Marathon und Triathlon sind doch mit wenigen Ausnahmen Sprintveranstaltungen dagegen, es geht immer darum, schneller zu werden als man es bisher konnte und wenns 10 min mehr sind, ist es eine Katastrophe. Mehr als eine Handvoll Marathons sollen Hobbyläufer auch nicht laufen pro Jahr, weil das Herz einige Zeit nach dem Marathon benötigt, um wieder normale, gesunde Werte zu haben.
    Pauli schreibts ja gleich:
    (mache ich seit 15 Jahren nicht mehr)
    ähm - genau, das ist nicht meine (persönliche!) Welt. Ich fahre einfach mit max. 95% Speed durchs Leben, meist mit 80%, so machts mir Spaß. Und so schätze ich auch @Krümi ein, nicht, daß sie es nicht könnte, aber die Interessen sind anders gesteckt - Rennen sehe ich sie nicht fahren. Spaßveranstaltungen wie Brelinger Berg und HHB, Touren, Alltagsfahrten. Kennengelernt haben wir uns als Zuschauer zur WM '14. Sagt eigentlich alles finde ich :)
    Wenn @Pauli wieder Wettkämpfe bestreiten möchte: Seine Entscheidung, ich will ihm das nicht madig machen. Siehe Bethune / Fr. II: Jeder soll nach seiner Facon selig werden...

    Gruß,

    Tim
     
  4. roland65

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    Ich würde eher davon ausgehen, dass das Herz idR, d.h. ohne Vorschädigung, eine ziemlich großes Spektrum leisten kann. Immer nur im mittleren Belastungsbereich würde mir z.B. überhaupt nicht passen.
    Problematisch sind auch Virusinfekte, an denen der Körper schon arbeitet, man es bewusst aber noch nicht wahrnimmt. Habe ich selbst mal bei einer MTB-Tour erlebt - nach dem letzten Anstieg - irgendwas um die 20% - bin ich stehen geblieben und habe gemerkt, dass irgendwas verrückt spielt - Puls ging nicht runter, Herz-Leistung fühlte sich aber mies an. Das hat sich nach 5-10 Minuten dann beruhigt. Komisches Gefühl, wobei ich so was immer mit großem medizinischen "Interesse" beobachte, nach dem Heimweg dann aber auch direkt eingegriffen habe. War dann o.k. und trat auch nicht wieder auf. Am nächsten Tag dann Infektausbruch und ich wusste, warum das passierte. Wenn so was öfter mal vorkommt, dann hinterlässt das aber bestimmt auch Spuren. Ich fürchte, v.a. Leistungsorientierte Sportler, greifen schnell mal zum Ibu o.ä., wenn sich etwas ankündigt. Das drückt vllt die Symptome weg, den Virus muss der Körper aber trotzdem verarbeiten und wiederholt würde ich fürchten, dass das nach hinten los geht.

    Aus ganzheitlicher Sicht würde ich nicht davon ausgehen, dass eine Ablatio bestimmter Areale eine Heilung bedeutet. Kann gut gehen, aber für mich wäre das die letzte aller Möglichkeiten. Ich denke, was erst mal weg ist lässt sich nicht wiederholen. Die Mediziner hier können ja mal eine Zahl nennen, inwieweit da überhaupt schon Langzeiterfahrungen vorliegen.
    Aus meiner alternativmedizinischen Sicht hast Du nicht alle Möglichkeiten der Ursachenforschung durch - ein paar wurden aber auch schon genannt.

    Viele Grüße,
    Roland
     
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  5. DilettDante

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  6. schlawag

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    für mich gehört psychosomatisch in diese Gruppe; und wie schon geschrieben checkt ein Facharzt für Psychosomatik, den ich gut kenne, versteckte Endzündungen im Mund-/Zahnbereich als Erstes ab, evtl. hast Du das ja auch gemeint. Das würde ich auf jeden Fall sicher gehen, dass keine Entzündungsherde im Verborgenen ihr Unwesen treiben.

     
    Zuletzt bearbeitet: 08.11.2018
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  7. Jedrik

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    Man kann es eben nicht wissen, weil es zu wenige Daten und zu viele Parameter gibt. Ausserdem interessiert sich niemand für die Maximalzeitnutzer.

    Ein Problem ist eine mögliche Überlastung des Immunsystems. Ob das passiert hängt von mehreren Faktoren ab, aber wenn, dann haben Infektionen eine gute Chance, sich schneller und weiter auszubreiten bevor sie bemerkt werden und auch eine relativ niedrige Belastung könnte schon zu viel werden.

    OT: Wenn jemand das Offensichtliche kommentiert, hat er eine Agenda. Deine Antwort zeigt auch nur, dass ich sie richtig eingeschätzt habe.

    Tempo oder die Zeit, die man für ein Brevet oder einen Lauf braucht, ist übrigens kein sicheres Kriterium für die Belastungsintensität. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass der 3-Stunden Marathonläufer sicherer sind, als viele 6-Stunden-Läufer. Einmal, weil ihre Körper in jeder Hinsicht besser an die Belastungen angepasst sind, und zum zweiten, weil sie sich besser einschätzen können und weniger Fehler machen.

    OT 2: Ich wäre vorsichtig, wenn ich die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft von Frauen einschätze. Schon beim Nachdenken darüber.
    Ich habe erst dieser Tage Artikel darüber gelesen, dass es tatsächlich auch gesünder und sogar lebensverlängernd (erhöht die Herzvarianz und langfristig sind sogar wieder mehr Telomere an den Genen) ist, auch mal mit hoher Intensität unterwegs zu sein, allerdings nicht dauerhaft, sondern eben kurze Intervalle eingebettet in ruhigere Phasen und mit ausreichender Erholung.
     
  8. Jack-Lee

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    Also genau so wie uns die Evolution erschaffen hat.
    Als Langstreckenjäger... Viel niedrige Last und kurzzeitig Sprint/Kampf/Jagt. Aber: Immer in Bewegung
     
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  9. roland65

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    Wo? Bestätigt ja meine Einschätzung. (y)

    Wo das Maß für hohe Belastung liegt dürfte wiederum recht individuell sein. Ich habe PatientInnen, die japsen schon bei 120 HF. :) Denen würde ich die für mich völlig unproblematischen 160/min (die empfinde ich noch nicht mal als große Belastung) auch nicht kurzfristig zumuten.

    VG, Roland
     
  10. Jack-Lee

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    @roland65 : Das ist aber abhängig vom Training (damit steigt die Fähigkeit höhere %Hfmax auszuhalten ohne das es unangenehm wird) und von der Genetik (meine Freundin hat eine HFmax von über 230bmp... Ich sterbe wohl bei 190. Mehr als 186 habe ich noch nie erreicht, selbst als dann schon die Sterne vor den Augen erschienen)
     
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  11. roland65

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    Auf jeden Fall, aber auch nicht ausreichend verarbeitete Infekte. Das ergibt im Extremfall so Aussagen in der Praxis: "Seit dem Infekt habe ich mich nie mehr so richtig fit/gesund gefühlt." Chemisch-pharmakologisch hat man da halt leider nicht viel in der Hand. Da muss man meist alternative Wege gehen.

    VG, Roland
    --- Beitrag zusammengeführt, 09.11.2018 ---
    Klar. Bei entsprechend schlechter Belastbarkeit unterweise ich die PatientInnen entsprechend. Wenn sie das umsetzen erhöht sich das Leistungspotential dann auch allmählich.
     
  12. Ich

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    Dem stimme ich zu. Wobei ich denke (ohne dabei gewesen zu sein), dass die langen Strecken eher im Gehtempo zurückgelegt worden sind - und nicht im Lauftempo. Insofern sind 24-h-Rekordversuche bestimmt nicht gesund. Könnte man CAS als Beispiel nehmen. (Oder CAS war eine Ausnahme, ein Ausnahmesportler gewissermaßen.)
     
  13. Pauli

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    Wurde mir empfohlen vom Kardiologen.....seitdem ich das mache habe ich gefühlt weniger Stolperer....
     
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  14. Ramgad

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    Eventuell kann man auch das nicht so absolut sagen.
    Ich persönlich fühle mich zumindest subjektiv oft mit 140er Puls mehr angestrengt als mit 160er. Ab 150 aufwärts fühle ich mich meistens besser.

    Wie gut oder schlecht sich das auf meine Gesundheit ist, weiß ich nicht.
    Laut @fluxx verkürze ich damit mein Leben
     
  15. roland65

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    Natürlich ist das nicht absolut, aber wenn jemand mit 120 japst, dann japst er/sie. ;) Da ist dem äußeren Anschein nach auch keine Luft nach oben, weil untrainiert.
    Weil ich Infekt als Schädigungsquelle genannt habe, wollte ich kurz mal meinen aktuellen Wiedereinstieg nach gut 3 Wochen Infektpause beschreiben - das ist aber kein Maß und muss sehr individuell erfolgen.
    Meine persönliche Erfahrung ist, dass ich zum Schluss eines Infekts eine Phase erreiche, wo ich wieder fahren MUSS, sonst wird das nichts. Die Tage davor nur leichte Besorgungsfahrten. Gestern also gute 50 km per Trike und ruhigem Tempo - Puls um 135. Danach spürte ich vom Herzen nichts, aber die Beine, die echt schwer waren. :eek: Heute Mittag eine HRV-Bestimmung, die mir zeigte, dass ich dringend mehr Last brauche - es zeigten sich einige (mir von vielen Messungen gut bekannte) Ausreißer in der Frequenz. Anschließend dann per VM eine flache 70km-Runde gedreht und dabei auch den GA2-Bereich gefahren (145-155), nur kurzzeitig mal drüber. Alles normal angefühlt, eher noch verhalten. Im gesunden Zustand spüre ich Last erst über 165. Jetzt brauche ich mal 2-3 Fahrten mit über 100 km und mehr Hm, dann läuft es erfahrungsgemäß schon wieder wie gewohnt. Da ich bei weitem nicht austrainiert bin, stellt sich bei mir die "normale" Leistungsfähigkeit immer sehr schnell wieder ein, was ich auch daraus ableite, dass auch nach Wochen wenig Training die FTP rel. stabil bleibt.

    Rückblickend hätte ich keine 3-4 Tage früher anfangen dürfen. Ich hätte zwar können, aber da hat sich der Körper irgendwie noch nicht gesund angefühlt. Wer ambitioniert trainiert, hätte da vllt schon angefangen. Genau das halte ich für riskant für die Herzgesundheit und würde das nie empfehlen.

    VG, Roland
     
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  16. StaubigesWiesel

    StaubigesWiesel

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    Das entpricht genau meiner Erfahrung. Auch wenn es "nur" eine Erkältung ist. Ich fange erst wieder mit Radfahren an, wenn ich mich gesund fühle, d.h in den Körper hineinhorchen, ob es sich gut anfühlt. Wenn der Kopf JA sagt, und der Körper sagt "noch nicht", dann warte ich lieber noch ein oder mehrere Tage mit dem Training.
     
  17. roland65

    roland65 gewerblich

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    Ist relativ. "Man" kennt sich ja und ich weiß, obwohl noch Restbeschwerden da sind, dass ich dann wieder anfangen muss. Die Ruhefrequenz in Kombination mit der HRV ist auf jeden Fall ein geeignetes Mittel, nicht zu früh zu beginnen, falls man sich unsicher ist. Wenn es nicht um das letzte Quentchen Leistungsfähigkeit geht, dann sind ein paar Tage mehr eh kein Problem. ;) Ich brauch das Rad halt fast täglich und da ist es für mich schon wichtig, dass ich nicht überziehe und ggf. noch im unteren Bereich bleibe.

    VG, Roland
     
  18. wernerscc

    wernerscc

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    Und wo liegt dein Maximalpuls im VM, @berbr . Nur in Relation dazu kann man ja sagen, ob 100 oder selten über 120 wirklich so niedrig ist, wie es erstmal klingt.
     
  19. berbr

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  20. StaubigesWiesel

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