Rennen Zeitfahren Hamburg - Berlin 9.10.2021

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Gibt es denn über die Jahre einen Durchschnittswert oder sogar einen offiziellen Wert über die anfallenden Höhenmeter auf der Strecke? Die einsehbaren Werte in Strava sind ja doch etwas breit gestreut. Und mit BRouter kommt man überhaupt nicht in die Nähe der ausgegebenen Werte ... :oops:

fluxx.
 
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Gibt es denn über die Jahre einen Durchschnittswert oder sogar einen offiziellen Wert über die anfallenden Höhenmeter auf der Strecke?
einen offiziellen Wert kann es nicht geben, da die Streckenwahl ziemlich frei ist.

Wobei die Strecke bis auf das Stück zwischen Belckede und Hitzacker sehr flach ist.
Die Elbe entlang hat weniger hm als über die B5, aber das merkt man nicht.
 
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Für mich ist das überhaupt nicht erstaunlich. Du konntest viel gleichmäßiger fahren. Die verstrichene Zeit ist bei dir nur um 1'19" höher als die Bewegungszeit. Bei @HoSe ist sie um 17'16" höher, weil er öfter wegen dem Sitz anhalten musste. Um das auszugleichen musste er um einiges schneller fahren. Die Leistung für den Luftwiderstand steigt aber kubisch.

Bei dir steht ein Verbrauch von 4102 Kal. Mit der Pi-mal-Daumen-Formel wird die Hälfte bei hohen Geschwindigkeiten für den Rollwiderstand benötigt wird, also 2051 Kal. Bei annähernd gleich guten Reifen hat @HoSe also 4706-2051 = 2655 Kal für den Luftwiderstand benötigt!

Die Maximalwerte von eurer Geschwindigkeit und dem Puls stützen ebenfalls diese These.
Darum bin ich gespannt, wenn mein Projekt seine ersten Ergebnisse liefert, weil man da all diese Dinge im Detail mit berücksichtigt.

Man kann aber auch in diesem Fall ( Hose / Dooxie ) eine grobe Abschätzung machen, wie viel im Schnitt man verliert, wenn man x-mal abbremst und wieder neu anfährt...

Vielleicht komme ich die Woche mal dazu... wahrscheinlich nicht, weil ich ja an meinem Simulationsprogramm sitze und froh bin, wenn ich das auf die Reihe bekomme. gngngn.. aber vielleicht kann ja einer vielen anderen Ingenieure und erweiterten-3-Satz-Kundigen da ja mal abschätzen..

Zur Fahrzeit : Die Durchschnittsleistung bezieht sich glaube ich auf die bewegte Zeit... Wenn man also 15 Minuten steht, sollte das die Durchschnittsleistung nicht drücken oder erhöhen... Wie der labella-baron aber schon gesagt hat, sind es die Abschnitte, in denen man auf Dauer / die gesamte Strecke über beschleunigt und abbremst - oder auch nicht und gleichmässig tritt.., eventuell kann das einen größeren Einfluss haben..... also nicht wie ich : 3 mal treten, dann 5 Sekunden rollen lassen und Luft schnappen / erholen, wieder antreten , rollen lassen und so weiter... Das kann aber ja auch mal im Selbstversuch erproben..

Beste Grüße,

Schaltnix
 
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Okay, dann verlasse ich mich mal auf BRouter mit minimal ca. 200 Höhenmetern und auf die von Teilnehmern gemessenen maximal 850 Höhenmeter.
850HM kämen mir verdammt viel vor. Aber die 200hm werden wohl auch nicht stimmen. Es geht ja viel nur ein paar hm rauf und runter und die Höhenlinien in den Karten sind ja 20hmSprünge. Daher können durch die Karten im welligen Gelände schon ein paar hm unter den Tisch fallen, wenn man sich immer zwischen den Höhenlinien bewegt.
Aber für ein Bayern sollte das alles plattes Geläuf sein!
 
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wenn jedes Schlagloch miterfasst wird
Das Problem habe ich hier nicht. Es geht rauf oder runter. Und BRouter stimmt zu nahezu 100 Prozent mit den Aufzeichnungen des Gerätes überein. Glück gehabt ... :LOL:

fluxx.

P. S.: Okay, eine Tour durch den Gäuboden entlang der Donau wird auch zur höhenmeterlastigen Runde, wenn ich das geeignete Gerät hernehme. Aber sowas muss man ja nicht nehmen, wenn man an realen Werten interessiert ist. :cool:
 
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Es gibt keine realen Werte bei den Höhenmetern.
Doch. Die Frage ist, ob sie realitätsnah gemessen werden können. Wenn ich von 375 auf 590 m üNN hochfahre ist das ein realer Wert, wenn 215 hm auf dem Gerät angezeigt werden. Sofern die topographischen Karten stimmen, wovon ich mal ausgehe.

Und was die Auswerteprogramme dann daraus machen, ist breit gestreut. Da gebe ich dir Recht. Sieht man ja auf Strava und Garmin Connect ggü BRouter.

fluxx.
 
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Dann: Es gibt bei einer Strecke wie HHB keine realen Werte.
Wenn ich das Stilfser Joch hochfahre werden so ziemlich alle Geräte und Auswertungstools in engen Grenze dasselbe anzeigen. Wenn ich aber eine kurzwellige Strecke mit mit einer Amplidude zwischen fünf und fünfzehn Metern fahre, werden die Werte stark differieren. Auch subjektiv, aus Fahrersicht, werden dann die Höhenmeter sehr unterschiedlich empfunden werden, je nachdem ob man mit Aufrecht-, Liegerad oder sogar VM unterwegs ist oder ob Gegen- oder Rückenwind ist. Mit VM wird man eher gar keine Anstiege zu fahren haben, man fliegt förmlich drüber weg, mit einem breitlenkerigen Mountainbike wird man den einen oder anderen Anstieg auskurbeln müssen.
 
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Ähnliches Problem, wie die Länge einer Küste zu bestimmen - wenn jedes Schlagloch miterfasst wird ...
Es gibt keine realen Werte bei den Höhenmetern.
Stimmt. Aber was interessiert uns denn? Wir verwenden Höhenmeter als ein Maß dafür, wie anstrengend es ist.

Und darum sind Höhenmeter, die die Rauigkeit der Straße erfassen, vollkommen irrelevant, denn diese Höhenmeter führen nicht zu einer Anhebung des Velomobils, sondern werden vom Reifen ausgeglichen. Natürlich macht eine raue Straße das Fahren auch anstrengend; aber deshalb, weil die Arbeit in der Dämpfung von Federung und Reifen (und im Fahrer selbst) verloren geht. Würde ich also trotzdem nicht als Höhenmeter zählen.

Selbst niedrige Wellen mit wenigen Metern Höhe würde ich weglassen, weil man die mit Schwung nehmen kann. Da variiert die Geschwindigkeit nur wenig, so dass die zusätzlichen Verluste durch zeitweise höhere Geschwindigkeit recht gering sein dürften. Außerdem belasten kurze Sprints von wenigen Sekunden den Kreislauf kaum.

Aber alles, was mehr ist, würde ich mitzählen. Insbesondere nervt mich, dass bei meinem Wahoo Elemnt die Höhenmeter nur ab einer gewissen Mindeststeigung gezählt werden – wenn es kilometerlang mit einem halben Prozent bergauf geht, bricht meine Geschwindigkeit sehr deutlich ein, aber der Tacho behauptet, ich wäre im Flachen unterwegs.
 
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um mal wieder etwas zum Thema zu schreiben, meine Sicht der Dinge: ;)


Das Wetter am HH-B-Wochenende sollte beinahe perfekt werden für ein schönes Radwochenende. Die Windprognose stellte keine Rekordzeiten in Aussicht, also habe ich für mich den Begriff „Zeitfahren“ gegen „zügigen Schönwetterausflug“ ersetzt.. :)

So plante ich dann auch am Freitag mit dem Rad nach HH, und am Sonntag (je nach Zustand meiner Beine) auch wieder nach Hause zu fahren, statt die Bahn zu nutzen. In Summe deutlich über 630km.

Der Fahrplan für Samstag war daher schnell geschrieben: Spass haben, den Tag genießen und Kraft für die Rückfahrt am Sonntag sparen, wo immer es geht. :sneaky:

Unmittelbar vor mir standen drei 5er-Teams mit identischem Namen, die sehr wahrscheinlich auch zusammen fahren würden. Die wollte ich möglichst schnell erreichen, um dann eine Weile mit denen mit-, bzw. hinterherzufahren...
Das dritte Team war aber immer noch mit Vorbereitungen beschäftigt und stand in der Ausfahrt herum, als ich losfahren sollte. Die anderen beiden Gruppen warteten wenige hundert Meter nach dem Start auf sie. Also konnte ich doch ganz entspannt losradeln um auf Temperatur zu kommen. :whistle:

Kurz vor Geesthacht hat mich die Gruppe dann zum ersten, aber nicht zum letzten Mal eingeholt. Sie befuhren die Fahrbahn der Elbbrücke, ich den Radweg. Da der Radweg etwas kürzer ist, war ich wieder vorbei. Am Ortsausgang Marschacht zogen sie wieder vorbei, bis Tespe hing ich hinten dran. Dort bog ich auf den Weg hinter dem Deich ab, die Gruppe blieb auf der Elbuferstraße. Kurz vor Artlenburg bog ich unmittelbar vor der Gruppe wieder auf die Elbuferstraße ein. Bis Artlenburg blieb ich davor, dann war mein Track wieder ein paar Meter kürzer, und ich konnte genug Vorsprung über die Brückenrampe des Elbe-Seitenkanales retten, um mich vor Hohnstorf wieder einzureihen. Bis Neu Darchau war meine Mitfahrgelegenheit damit gebucht. :cool:

Dann ging es in die Hügel, wo ich natürlich nicht mehr folgen konnte. Kurz an die Büsche und mit Geduld die wenigen Höhenmeter des Tages weggekurbelt. In Wietzetze fuhr mir nochmal eine große RR-Gruppe über den Weg, die 50m konnte ich aber nicht so einfach zufahren. Also erstmal alleine weiter, bis mich eines von diesen riesigen Maishäckselgespannen überholte. Mit 35-40km/h hinter dem Ungetüm vergingen die letzten 5km bis Hitzacker wie im Fluge.

Etwas später fuhr ich kurz vor dem Abzweig Nienwedel wieder auf die große Gruppe von Wietzetze auf. Leider ist es bei „gemischten“ RR-Gruppen eher die Regel, das zügiges Kurvenfahren nicht zu deren Kernkompetenzen gehört. So auch bei dieser, am Ende des Feldes gab es fast schon Stehversuche.
Also musste ich sofort an denen vorbei, denn auf den folgenden 14km bis zur Dömitzer Brücke finden sich die einzigen Kurven auf dem Weg nach Berlin, die den Namen auch verdienen. Zwischen den Kurven sind auch einige längere Geraden, die im Windschatten sehr angenehm zu fahren gewesen wären. Aber Kurven gehen vor ! Ich war dann mindestens 5 Minuten vor der Gruppe in Dömitz...

Nach etwa 25 Minuten Pause ging es gut gestärkt und motiviert weiter.

Bis Breetz „musste“ ich dann doch tatsächlich alleine fahren, bis endlich wieder eine Gruppe im Spiegel auftauchte, die mich, zusammen mit einem aufgesammelten 4er-Team, freundlichenweise bis Lenzen brachte. Dort trennten sich unsere Wege wieder, ich fuhr mit dem 4er-Team gemeinsam aber auf Abstand Richtung Elbdeich weiter.

Das Stück auf dem Elbdeich war wieder ganz großes Naturkino, dann folgte bis Legde große Öde und Langeweile. In Wittenberge sah ich nochmal das 4er-Team von eben, ansonsten tote Hose. Keine Radfahrer, nur leere Landschaft und Gegenwind.
Kurz hinter Roddan dann plötzlich wieder Leben auf der Fahrbahn: vorne eine Gruppe in Sicht, und gleichzeitig eine schnelle Gruppe im Rückspiegel. Also langsam Tempo aufnehmen und bereit machen zum Entern. Kaum war die schnelle Gruppe da und ich hinten dran, bog mein Track rechts ab, die schnelle Gruppe fuhr aber geradeaus weiter.
Mehr oder weniger in Schleichfahrt fuhr ich den Hügel nach Havelberg hinauf, um dort beim Drogisten etwas Treibstoff zu bunkern. Auf dem Parkplatz standen mindestens 20 RR, aber an der Kasse zum Glück keine Schlange. Pause wollte ich ein paar Meter hinter Havelberg einlegen, dort ist am Radweg eine Radelrast mit Tisch und Bänken, besser als in der Stadt. Etwas Essen und Trinken, kurz an die Büsche und dann weiter.

Denkste: wie ich so von der Havelbrücke rolle und nach links Richtung Rhinow abbiege, kommt mir von vorne eine 10er-Gruppe entgegen. Auch die biegen in meine Richtung ab, und ich finde mich mittendrin wieder. Kurze Frage vom Kopf der Gruppe: „Komplett ?“ „Jau!“ und schon sortieren sie sich in 2er-Reihe und werfen die Maschinen an. Auf fünf der Trikots lese ich „Heinemann“... da war doch was ? Ich dachte mir, das es sicher nicht schadet, erstmal zu versuchen, dranzubleiben. Pause machen kann ich ja später noch...
Manchmal muß man auch Glück haben: mit 33-35km/h haben die sich in den Gegenwind gestemmt. Da wäre ich alleine kaum auf 25 gekommen. Sie haben mich bald gesehen und mitfahren lassen, immer mit ein paar Metern Abstand. An manchen Stellen musste ich ganz schön knautschen, um bei Wind von schräg vorne nicht abreissen zu lassen, aber ich wusste auch, das sich diese Mühe lohnt. An der Havelbrücke bei Strodehne habe ich ein paar Meter verloren, die ich aber bis zum Ort wieder zufahren konnte. Die restlichen km bis Rhinow war Zeitraffer, dann wollte ich es gut sein lassen, habe die Beine hochgenommen und im Ort rollen gelassen.
Mein Weg durch Rhinow war aber scheinbar etwas kürzer, jedenfalls waren die 10 plötzlich wieder um mich herum. Ich habe das als gutes Zeichen gedeutet und mich wieder angehängt. Bis Kleßen konnte ich noch mithalten, die leichte Steigung in den Ort hinein konnte ich nicht hochdrücken. Außerdem musste ich jetzt wirklich mal in die Büsche... :LOL:

Nicht ganz so kurze Pause in Friesack beim Discounter, und dann kam die wirkliche Prüfung des Tages: 20km schnurstracks gegen den strammen Wind ohne jeglichen Randbewuchs bis Berge, incl. Baustellen in Vietznitz und Bienenfarm. Die haben aber wenigstens den Verkehr reduziert. Und vielleicht RR-Fahrer abgeschreckt ? Seit den „Heinemännern“ habe ich bis zum Wassersportheim keinen HH-B-Fahrer mehr gesehen.

Ab Berge noch den schönen Radweg nach Nauen, und dann war der Wind Geschichte. Die letzten 32km locker durch den Wald nach Falkenhain, nur noch drei Brücken und drei oder vier rote Ampeln. Die 3km Radweg entlang der B5 bis zur Gatower Straße durch Baum- und Bushaltestellenverschwenkungen erfreulich kurzweilig und zackig zu fahren. Beinahe wieder die Einfahrt zum Wassersportheim verpasst...

Beim Wassersportheim habe ich noch im Ausrollen und vor Nennung meiner Startnummer die erste Bratwurst bestellt. Ein bisschen Quatschen, noch ne Bratwurst, noch etwas Quatschen, dann noch die Finisherpizza mit Günther und ab in den Bus zurück nach HH. Gegen 0.30 Uhr Ankunft am Startpunkt. Was für ein herrlicher Tag !! :love:

Garmin sagt: 276km, 9h42min in Bewegung, 60min Standzeit, 588hm, Temperatur min 2°C, max 17°C, Höhe min 3m, max 73m
 
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