Rennen Zeitfahren Hamburg - Berlin 12.10.2019

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Letztes Jahr, direkt nach der Ankunft im Ziel hatte ich ja im Kreise einiger schon lang geduschter Velomobilisten geäußert,
dass ich HHB 2019 nur fahre, wenn ich auf dem häufig rauhen Belag vom Rollwiderstand her deutlich besser aufgestellt sein kann,
als mit dem DF ( One, Pro One, hinten Kojak, alles mit Latex).
Dass das DF an Sylvester nach 32 Monaten und 15000 km schon verkauft sein sollte, war in diesem Moment nicht Teil des Plans,
jedoch den zunehmenden Fuss- (Sohlen) Schmerzen geschuldet.
Da das Musashi schon seit Juli 2018 am Reschenpass oder rund um Holle seine Runden dreht, und mir einfach kein Birk Comet zulaufen wollte,
stand ich ohne liegenden Untersatz da.
Also das Alu Headshok - Rennrad reaktiviert , trainiert , P2M NGeco und einen Tubeless LR Satz erworben. Im August schon mal als Aufgalopp einen 250er gefahren,
und beschlossen, die Anmeldung für 2019 zu wagen.
Es ist ja schon eine tolle und auch etwas exclusive Veranstaltung, schon allein wegen der begrenzten Teilnehmerzahl .....und weil auch einpaar langsame mitfahren dürfen .

Anfang September ist mir dann doch noch ein Carbon RR zugelaufen,
nach ein paar Fahrten und Anpassungen war klar, dass hiermit der passende Untersatz
für HHB 2019 gefunden worden ist. Allerdings Latex-beschlaucht mit Conti GP 5000 in 25 mm , da der ProOne 25 sich als 28 mm Presswurst entpuppt hat, die in den Cervelo Hinterbau nicht reingeht.
Und ohne Leistungsmessung.

Aus den Trainingsfahrten hatte ich mir so 3h50 bis Dömitz ausgerechnet, 13h für die ganze Strecke.

Dieses Mal wie geplant in Alt Garge geradeaus durch das dunkle, feuchte Loch,
gespickt mit Kopfsteinpflaster und hilflosen Versuchen seitens der Strassen-Bauer (?) ,
im Oktober unter Ausschluss von Sonnenstrahlung und Kraftfahrzeugverkehr mit scharfkantigem Rollsplit dem Verfall des Rest-Asphalts Einhalt zu gebieten.
Logische Konsequenz: Am Ende wurden gleich 2 Rennradgruppen durch Pannen aufgehalten .

Schon vor Hitzacker versprachen mehr und mehr Aufhellungen am Horizont einen trockenen Rest-Renntag.

Somit waren 3h53 im Rennen fast eine Punktlandung bei der gewohnt üppigen und freundlichen Verpflegung .

Das Kopfsteinpflaster der Festungsstadt elegant über den WoMo Stellplatz umfahren und weiter nach Lenzen,
hier Sonne und mächtiger Rückenwind, Optimismus kam auf : Ich schaff´s auf jeden Fall.
Dann auf einer der wenigen glattgebügelten Rollpassagen plötzlich eine Unwucht im HR spürbar ..??

Angehalten und das festgestellt :

P1100947_resize_2.jpg

Was hier rot durchschimmert ist der Schlauch, hat bis ins Ziel gehalten, ist ein Schnitt mit 4mm aussen und 2 mm innen, habe arge Zweifel, ob die Milch im Pro One das abgedichtet hätte.
Der Ersatzmantel war eh im Transporter zum Wassersportheim. Gut aufgehoben. Zugunsten von mitgeführten Wechselklamotten.
Zweifel an dem Schutzgürtel des GP5000 sind allerdings auch vorhanden.
Ab Cumlosen wechselnd Rücken- und Seitenwindpassagen, einzelne schnelle Rennradgruppen zogen vorbei, Havelberg rückte als definitiv nächster Pausen-Standort näher, der vor 2 Jahren mit dem DF als
unerträglich rau empfundene letzte km vor Nitzow war diesmal unauffällig, in Havelberg 200 m Umweg bis zur Tankstelle , voll mit Kaffee schlürfenden Rennradlern.
Mit Vitargo in der Trinkflasche weiter Richtung Rhinow, fast nur Rückenwind und etwas mehr Druck auf den Pedalen,
die nächste Rast war an der Raiffeisen-Tanke in Rhinow eher spontan, aber umso beser , diesmal sogar im Sitzen mit Zwetschgenkuchen zum Kaffee. ("nee, expresso hamwa leida nich") Lecker, was für ein Tag !!

Kurz vor Nauen noch die Wechselklamotten angezogen, mit diesem Halt waren es dann insgesamt 1h12 min Pause, geht doch, keine Minute davon Zwangspause, ausser an roten Ampeln.
12 min nach offiziellem Sonnenuntergang angekommen nach 11h47 verstrichener Zeit , 10h35 in Bewegung.
2018 mit dem DF und leichtem Gegenwind 9:56:13 verstrichene Zeit , 9:39:13 in Bewegung.
2017 mit dem DF und leichtem Rückenwind 9h16 verstrichene Zeit, in Bewegung ca. 8h50.

Der Zeitunterschied zum DF auf der Strecke von Dömitz bis ins Ziel ist deutlich, nein erheblich kleiner ausgefallen als erwartet.
Bin sehr zufrieden und habe die Weisswurst im Ziel als die Beste in Erinnerung , die ich je gegesen habe.
Und den Füßen gehts bestens,
Bis nächstes Jahr !!
 
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