Wolfram hat Krebs

wolfram

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88693 D-Tal
Hallo liebes Forum,
jetzt hat es auch mich erwischt. Gallenblasenkrebs mit sehr schlechter Prognose. Ich schreibe das hier nicht, weil ich Tipps und Mitleid brauche, sondern als Info.
Ich finde es immer so schrecklich wenn Menschen aus meinem Umfeld schwer erkranken, und ich das erst sehr spät oder gar nicht erfahre , deshalb erzähle ich das jetzt. Mit meinem nahenden Tod habe ich mich abgefunden. Vielleicht gibt's noch eine Chemo doch eine Aussicht auf Heilung gibt es eigentlich nicht. Vor 3 Wochen habe ich mit meinem besten Freund meinen Sarg gebaut, das war sehr schön.
Liebe Grüße Wolfram
 
Was bleibt einem auch anders übrig.
Man kann sich ja auch schlecht darüber beklagen dass der Tod in unserer Gesellschaft so weg geschwiegen wird, und auf der anderen Seite genau das tun.
Da braucht man auch nicht rumheulen, wobei ich das natürlich auch immer wieder mache, aber der Tod gehört zum Leben dazu, er beendet dieses, das erwartet jeden. Ich hatte bisher ein tolles Leben, dafür bin ich dankbar, jetzt kommt halt das Ende, das ist nicht tragisch auch nicht schlimm, nur voll scheisse.
Liebe Grüße Wolfram
 
Boah.....was für eine Nachricht.

Zimmert sich der Kerl noch vor seinem Ableben seinen eigenen Sarg. Du krasser Typ du.

Wolfram, es tut mir unfassbar Leid, dass es dich erwischt hat. Jedoch gibt es noch ein wenig Hoffnung und ich drücke dir fest die Daumen, dass die Chemo vielleicht doch anschlägt und du noch viele Jahre anhängen kannst.

Eieiei...was für eine Sch....e.
 
und wenn man es irgendwie hinbekommt, sollte man als begleitendes Schmerzmittel zur Chemo, Methadon einnehmen, weil das die Heilungschancen erhöht.(y)
 
Wolfram, mit voll scheiße hast du sowas von Recht :cry: Ich wünsche dir viel Kraft, Stärke hast du wie ich lese, viele schöne Momente und alles erdenklich Gute!!! Sehr schön finde ich das wir hier persönlich mit dir darüber schreiben können und ich wünsche dir das es dir vielleicht ein wenig hilft in dieser Zeit die dir noch bleibt.
 
Puh, und ich versuch grad zu üben: Child In Time (Antikriegslied von '69), Stairway To Heaven, Hounds Of Winter - da geht es um die Zeit nach dem Verlust. Verdammt schwer, sich im Licht einer derartigen Nachricht zu konzentrieren. Aber vielleicht helfen diese Lieder ja weiter.
 
Ich drehe am Freitag auch eine Runde mit meinem Sohn, D- Tal, Stockach, Tuttlingen, Sigmaringen, Reutlingen, Gammertingen,
Sigmaringen, Pfullendorf, D- Tal. Wenn jemand mit dem Velomobil mitfahren will,
ist herzlich eingeladen. Der Sohn will flott fahren, erstaunlicherweise geht das noch.
Liebe Grüße Wolfram
 
Oh, och menno. Ich denke, wir haben uns nie kennen gelernt, für mich bist du vor allem der, mit dem Projekt Scheibenbremsen im Velomobil, über das ich gestern noch auf einem Stammtisch gesprochen habe.
Ich denke auch, dass es für die Empfänger der Nachricht schöner ist, eine zeitige und richtige Bekanntmachung zu haben, statt dass jemand einfach verschwindet und man lange später Gerüchte hört, die sich mit der eigenen Befürchtung decken. Daher finde ich deine Bekanntmachung hoch anständig. (y)
Sich selbst den eigenen Sarg zu bauen finde ich ein extrem spannendes Konzept. Zum Einen bietes es eine Gelegenheit selbst mit dem Thema umzugehen und sich vorzubereiten und zum Anderen verleiht es vermutlich den Zeremonien, die nur die Hinterbliebenen noch erleben werden, eine unheimlich persönliche Note.

Ich will jetzt nichts erzählen von "Hey komm, vielleicht schaffst du es ja doch!": Wenn man an etwas hängt, darf man zwar nicht leichtfertig loslassen, aber sich auf ein absehbares Ende einzulassen, Abschied nehmen und "die Tage zu leben, als könnten es die letzte sein", ist auch extrem wertvoll.
Was ich aber trotzdem sagen wollte: Man, was würde so ein Sarg für ein Hammer Souvenir abgeben, wenn man dann den Ritt auf diesem Planeten unverhofft doch noch für ein paar Extrarunden um die Sonne weiter führt. ;)
 
Ach man, was für ein Mist! Ich hoffe Du kannst die Zeit noch irgendwie genießen und für die verbleibenden Tage/Wochen/Monate noch irgendwie das Beste draus machen, was unter den Umständen geht!

Ich hatte auch gehofft, irgendwann mal mit meinem Scheibenbremsumbau in einen fahrbereiten Zustand zu kommen, und mit Dir mit-fachsimpeln zu können, aber ich kann immerhin versprechen, dass ich bei jedem Belagwechsel an Dich denken werde!
 
Hallo Wolfram,

ich glaube nicht, dass wir uns jemals begegnet sind, aber Deine Haltung hat meinen allerhöchsten Respekt.
Zwei ziemlich intensive Nahtodeserfahrungen im Umfeld eines schweren Autounfalls ließen mich mit der Überzeugung zurück, dass der Tod die wohl tiefgreifendste Verwandlung ist, die ein Mensch erleben kann, aber kein Ende.
Historisch gesehen sind die Auffassungen des finalen "Licht Aus!" gegenüber den Überzeugungen, dass es danach weitergeht, klar in der Minderzahl. Das kann Grund zur Hoffnung sein.
Ich wünsche Dir und allen Dir nahen Menschen während der kommenden Zeit unaussprechlich viel Kraft auf Deinem und Eurem Weg!

Herzliche Grüße, Martin
 
Irgendwie kommen die Einschläge näher. Ein Kollege kommt nach Herzinfarkt nächste Woche wieder für erst mal 4 Stunden am Tag, ein anderer liegt in der Pflege nach einem Schlaganfall, eine von mir geschätzte Kollegin haben wir wohl an den wiedergekommenen Krebs verloren. Ich pflege weibliche Kollegen nicht nach privaten Adressen oder Telefonnummern zu fragen.
@Tilia.
Alles innerhalb eines Jahres
Und am Montag ist ein Freund von seiner Familie tot im Bad gefunden worden. Gute 500 Messpunkte mit dem OpenBikeSensor auf der Wintersdorfer Brücke gehen auf ihn zurück.
Ich mag langsam nicht mehr.
Auch wenn ich dich, @wolfram, nicht persönlich kenne, genies jeden Tag, vielleicht bleiben doch noch ein paar Jahre.
 
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