Wie passt das zusammen? Trike Anlenkung...

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Habe vor 20 Jahren einen Prototypen für eine Kleinserie eines Trikes, geerbt den ich aber selbst nie zusammengebaut habe. Nun stehe ich vor dem Rätsel, wie die Lenkung richtig zusammen gehört. Die Spurstangen waren nämlich nicht dabei, allerdings habe ich die Kugelgelenke und einen entsprechenden Gewindeschneider für Links Gewinde dazu bekommen . Möglicherweise ist es ganz einfach, aber ich stehe auf dem Schlauch, meine, dass auch etwas über Kreuz angebracht war. Hat jemand eine Idee? Danke
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Zunächst mal die mir bekannten Regeln:
  • Ackermann - die verlängerten Lenkhebel (Verbindung Achsschenkeldrehachse - Spurstangenkopf) sollen sich in oder kurz hinter der Hinterachse schneiden. Ist hier erstmal nur Theorie, weil es nur für eine durchgehende Spurstange gilt.
  • Man kann die Spurstange teilen und die Hälften direkt an der Lenkplatte befestigen (wurde hier gemacht)
  • Man kann die geteilte Spurstange samt Lenkhebeln drehen (wurde hier gemacht). Dann darf man aber die Spurstangen an der Lenkplatte nicht mehr an einem gemeinsamel Punkt befestigen, sondern muss zwei Arme vorsehen (wurde hier auch gemacht).
  • In Geradeausstellung der Lenkung müssen die Spurstangen senkrecht an den Armen der Lenkplatte angreifen, wenn man nicht in die Auslegung der Ackermann-Geometrie eingreifen will. (Kann man vermutlich auch anders machen, aber es wird unübersichtlich, deshal vermute ich, dass das niemand ohne Not macht.)
Der letzte Punkt ist hier erfüllt, wenn die Lenkplatte wie auf den Fotos nach hinten zeigt und die Spurstangen nicht gekreuzt sind.
In dem Zustand scheint mir aber "der Ackermann zu kurz". Wenn man die Lenkhebel samt daran festgehaltener Spurstangen gedanklich wieder so zurückdreht, dass die beiden Spurstangen parallel sind, kreuzen sich die verlängerten Lenkhebel wahrscheinlich nicht kurz hinter dem Hinterrad, sondern ziemlich dicht hinter der Vorderachse. Das müsste beim Einlenken effektiv Nachspur erzeugen.

Von den Bewegungen her plausibel scheint es aber auch, wenn man die Lenkplatte nach vorn dreht, die Achsschenkel links-rechts tauscht (dann zeigen die Lenkhebel nach vorn) und die Spurstangen über Kreuz führt. So lenkt es zumindest auch richtigherum, die Spurstangen greifen 90° an der Lenkplatte an, und es passt zu deiner Erinnerung, dass da was über Kreuz war. Wie man für diese Konfiguration die Ackermann-Geometrie auslegen/überprüfen müsste, überschaue ich aber nicht mehr.
Wenn die Radachse die Drehachse der Achsschenkel nicht schneidet, sondern davor oder dahinter läuft, könnte auch der resultierende Nachlauf einen Hinweis darauf geben, welche der Varianten plausibler ist.

Wenn man bei der nach hinten zeigenden Lenkplatte die Spurstangen kreuzt, dürfte Murks herauskommen - bei kleinen Lenkbewegungen passiert erstmal fast gar nichts, und bei großen Lenkbewegungen entsteht hauptsächlich Vorspur und kaum Lenkeinschlag.
Wenn man die Lenkplatte nach vorn dreht und die Achsschenkel nicht tauscht, kommt auch Murks heraus - dreht man den Lenker nach links, lenken die Vorderräder nach rechts. Je nachdem, ob man kreuzt, gibt's auch mehr oder weniger starke Spuränderungen statt Lenkeinschlag.
 
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Vielen herzlichen Dank für die ausgiebige Auflistung der Möglichkeiten. Ich werde das mal mit in die Werkstatt nehmen. Zur Not muss ich das ganze noch mal modifizieren und die Achsschenkel wechseln hatte ich tatsächlich auch schon überlegt. Danke noch mal!
 
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@Fanfan : Danke, die Achsschenkel zu tauschen war mir zu abwegig, ist aber hier das richtige Modell gewesen. Habe mal Plasikstreifen genommen zum checken. Radstand 103, ist das normal? So ohne Sitz sieht das sehr lang aus.
Jetzt kann ich weiter machen. Bin gespannt!
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Update: Habe die Spurstangen gedrechselt aus Alu 12mm Vollmaterial. Erstmals Gewinde auf der Drehbank geschnitten. OHA, das ist cool. Bin noch etwas unsicher, wie ich die Höhe der Kugelgelenke einstellen muss, damit ich meinen Lenkrades nicht selber einschränke. Riemenantrieb ist geplant, werde den wohl mit Zwischenunterbrechung also 2 Riemen umsetzen. Dann brauche keine Spannrolle und kann hinten mit anderer „ Kettenlinie“ auf die Nexus.
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Bin noch etwas unsicher, wie ich die Höhe der Kugelgelenke einstellen muss, damit ich meinen Lenkrades nicht selber einschränke.
Eins über und eins unter der Lenkplatte könnte passen. Ist da genug Platz, dass so die Schrauben weder die andere Spurstange noch den Rahmen streifen? Im Zweifel die linke Spurstange oben, denn da scheint eine Rolle vorgesehen zu sein, die die Kette (bzw. bei dir den Riemen) über die Spurstange führen soll.
 
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So jetzt bin ich die Kiste mal gefahren. Sehr kleiner Wendekreis ! Meine gewählte Übersetzung ist allerdings zu schnell oder zu hart da muss ich noch mal dran ans Zwischengetriebe. Sitz muss ich auch noch bauen, wahrscheinlich so wie bei meinem Holzlieger das ist für mich am einfachsten umzusetzen.

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