Wie es auch laufen kann - ein Azub Max

Hallo ramalio, ich glaube Du hast einen Denkfehler bei der Schwingenlagerung. Die Drehbewegung der Schwinge erfolgt ausschließlich über die Standardlager ( # 5 und #16 ). Die Schwingenachse ( 2. Bild # 17 ) wird fest in den Rahmen max 8Nm geschraubt und darf sich nicht drehen !

Für das Spiel der Schwinge gibt es 3 Möglichkeiten.

1. Lagersitz in der Schwinge ist ausgeschlagen . Wie leicht gingen die Lager in den Lagersitz?
Falls hier Spiel ist mit Loctite einkleben.

2. Die Achse ist dünner als das Innenmaß der Lager. ( wurde evtl mit Schleifpapier dünner geschliffen )
Wenn hier Spiel ist, eine neue Achse von Azub besorgen wenn möglich. Ansonsten abdrehen und passende Hülse oder komplett neu drehen.

3. Die Achse kann nicht mehr fest mit dem Rahmen verschraubt werden und "wackelt " nun im Rahmen. Sitz der Achse ist ausgeschlagen.
Dies wäre dann ein Fall für einen Spezialisten. Planfräsen des Rahmens und neue längere Achse.


Gruß Albrecht
 
Hast du eine Reparaturanleitung oder Detailzeichnung mit Positionsnummern? Und auf welches Baujahr bezieht sich deine Beschreibung (mein Rad ist von 2011)?

Ich habe ein wenig gebraucht, aber du hast Recht. Ich habe das falsch herum beschrieben. Die Buchse sitzt nicht in der Schwinge sondern im Hauptrahmen.
1) Die Kugellager waren zwar defekt, hatten bei Ausbau aber kein Spiel in den Sitzen.
3) Ich vermute das wird es sein. Ich werde mal probieren die Achse ohne die Schwinge mit dem Rahmen zu verschrauben.
 
Ich habe keine Reparaturanleitung, jedoch schon die Schwingenlager an einem ähnlich alten Max gewechselt. Bin mir garnicht sicher, ob im Rahmen eine Buchse sitzt. Sah für mich nicht so aus. Diese wäre ja härter als der Alurahmen. Kannst ja Mal mit ner Reißnadel vorsichtig probieren.

Bei neuen Azubs ist die Größe der Lager und das Drehmoment von 8 Nm in die Deckel der Achse eingraviert.

Genauso würde ich an Deiner Stelle auch vorgehen. Erst die Achse ohne Schwinge in den Rahmen und dann weiter schauen.

Hatte die Schwinge mit den alten Lager auch soviel Spiel?

Gruß Albrecht
 
Ich habe mir ein gebrauchtes Azub Max gekauft ohne es vorher anzusehen. Habe es von einem Spediteur (*) abholen lassen..
Das Problem für mich war, dass ich noch nie Liegerad gefahren bin und deshalb nicht einfach irgendwo hinfahren kann um mir ein gebrauchtes Rad zu kaufen. Außerdem wohne ich wirklich weit ab von allem und besitze kein Auto.
Habe es mit meinem gebrauchten Cheetah genauso gemacht, du bist also nicht allein :)
Hab auch kein Auto. Eins leihen hätte sich auch nicht gelohnt, da ich einmal ans andere Ende von Deutschland hätte fahren müssen. Da habe ich lieber direkt eine Spedition genommen. Bin zuvor auch nur 1x Liegerad gefahren in einem Fahrradmuseum, hat aber gereicht dass ich sofort auf Kleinanzeigen schauen musste. Der Zustand von meinem Rad war zum Glück nicht so schlimm wie bei dir, musste nur sämtliche Verschleißteile wechseln - aber das ist immer so wenn man alte Fahrräder kauft.

Der Verkäufer hatte ca 8 Jahre alte Bilder genutzt um das Rad zu beschreiben.
Das ist wirklich eine Schweinerei!

Viel Erfolg mit deinem Build! Würde auch eine Starrgabel empfehlen, lieber etwas breitere Reifen.
 
Also ein Gutes hat die Sache: Du lernst den Aufbau eines solchen Liegerades kennen. Und falls Du es zum laufen bringst lernst Du auch eins zu fahren.
Und dann kauf was Anständiges und behalte das als Notfallrad. Wende Dich per Privatnachricht an jemanden hier im Forum, bevor Du was kaufst, @Fetzer @Radwunschmeister @Thomas Neubauer @Velo-Phil sind da schon die richtigen Ansprechpartner, damit Du nicht wieder betrogen wirst.

Gruß,

Tim
 
Hatte die Schwinge mit den alten Lager auch soviel Spiel?
Ja, die Schwinge wackelte bei Anlieferung genauso wild hin und her. Der Fehler den ich gemacht hatte war, dass ich die Lager so eingebaut hatte wie die alten/kaputten - nämlich bündig mit der Außenkante der Schwinge. Die Sitze der Lager liegen aber ca.3mm weiter innen. Und nachdem ich dann alles richtig zusammen gebaut hatte läuft die jetzt Schwinge schön leicht und ohne Spiel.
Vielen Dank für deine Hilfe Albrecht!

Jetzt muss ich nur noch die Kettenführung in Ordnung bringen. Dadurch dass ein Wasserrohr mit kaum 12mm Innendurchmesser als Kettenschutzrohr verbaut war, läuft die Kette extrem schwergängig. Ich habe die Rohre gestern auf die minimal notwendige Länge gekürzt, aber das hat kaum geholfen.
 
Wie ist denn der Kettenverlauf?
Wenn es irgendwie machbar ist, würde ich Kettenleitrohe komplett entfernen.
Das kann allerdings zusätzliche Umlenkrollen erfordern.
Ich habe das bei meinem Highracer und beim Quad gemacht mit dem Effekt leichteren Laufs und weniger Dreck in der Kette.

Im Highracer-Beitrag beschreibe ich auch, wie ich die Schwinge festgesetzt habe, falls das noch ein Thema sein sollte.
 
Was auch schnell Abhilfe bei zu hohen Verlust im Kettenlauf gibt, ist Reinigung der Kettenrohre von innen.
Dazu entweder aus alten T-Shirts oder aus Küchenkrepp kleine Stücke schneiden, rollen und zwischen die Kettenglieder stecken und rückwärts durch den Antriebsstrang kurbelen. Wenn die klein genug sind, kann man die sogar rückwärts durch das Schaltwerk kurbelen, aber auf jeden Fall durch die Kettenrohre. Du wirst erstaunt sein, was da an Schmodder rauskommt.
Bei Bedarf kann man die Lappen auch mit WD40, Lampemöl oder dergleichen benetzen.

Nach mehrfacher Reinigung (von mal zu mal wird weniger Dreck ausgetragen) wirst du merken, dass es schon besser läuft. Wenn aber ohnehin der Innendurchmesser zu knapp gewählt ist, solltest du zumindest langfristig über einen Tausch der Rohre nachdenken oder wie @JaRy vorgeschlagen hat, Rcükbau und Ausweichen auf Umlenkrollen (das ist aber nicht mal eben gemacht, weil du dir da recht genaue Gedanken über die Kettenlinie machen musst).
 
Wie ist denn der Kettenverlauf?
Ich finde den am Azub Max nicht so schön. Der Leertrum macht einen großen Bogen über die Gabelkrone hinweg. Eigentlich ein idealer Platz für eine von den Gingko-Rollen, aber da fehlt mir noch eine gute Idee, wie ich die befestige.
Und der Lasttrum macht ne S-Kurve wenn der Sitz weit unten ist.

Ich habe vorhin PTFE-Rohre eingebaut und jetzt läuft das schon wesentlich besser. Aber gut finde ich immer noch nicht, die Kettenrohre schlucken reichlich Energie.

Vorhin habe ich auch noch eine Mail von Azub bekommen. Ein Teile-Set für die Schwingenachse, zu dem auch Kettenrolle und Achse gehören, ist noch verfügbar. Habe ich gleich bestellt.

Aber jetzt wird erst einmal gefahren :)
 
Sehr schön, dass es nun funktioniert.
Vor allem Danke für die Rückmeldung! (y)Leider vergessen dies viele in Foren. Hilft ja evtl. anderen später noch.

Den Kettenlauf bekommst Du auch noch hin. Die neuen Azubs haben im Lasttrum 2 Kettenletrollen, dafür fehlt Dir aber die Gewindbuchse im Rahmen. Müsste mit einen Schelle gelöst werden ( wäre auch eine Möglichkeit für Vorne ). Der Rahmen hat 60mm Durchmesser.
Ich habe ein Speedster Rahmen mit so einer Schelle. Schaue morgen ob ich ein Bild von der Lösung machen kann.

Gruß Albrecht
 
Schaue morgen ob ich ein Bild von der Lösung machen kann.
Sehr gerne :)
Ich muss noch die Kettenlinie messen, weiss noch nicht wo ich mit der Schellenlösung hin muss.

Die Lösungen von T-Cycle bieten da offensichtlich maximale Flexibilität. Ich bestelle nur so ungerne in den USA.
60mm Schellen gibt es auch viele aus dem Bereich "Zusatzbeleuchtung für LKW/Pickup", habe ich gesehen.

Meine ersten Fahrversuche machen Spass. Jetzt ist das Rad auch so eingestellt, dass ich gut mit den Füssen den Grund erreiche. Meine 1,85 (und 85cm Schrittlänge) reichen leider nicht aus um das Rad in maximal horizontaler Liegeposition zu fahren.
 
So, jetzt kam ich endlich dazu Bilder zu machen. Die Schelle für die vorderen Rollen dürfte eine T-Cycle sein. Hatte seiner Zeit den Rahmen mit einer Kiste voller Teile als Bastelprojekt gekauft. Die Kettenrollen für den Leertrum sind im Eigenbau entstanden.
Auf alle Fälle benötigte ich keine Leerrohre!

Wichtig ist halt, dass die Gabel nicht mit den Rollen kollidiert und die Oberschenkel nicht an den Rollen scheuern. Eine Abdeckung der vorderen Rolle kann ich nur wärmstens empfehlen.

Weiterhin viel Spaß mit dem Max und Erfolg beim Perfektionieren.

Gruß AlbrechtIMG_20260504_143034_697.jpgIMG_20260504_143136_980.jpgIMG_20260504_143202_391.jpgIMG_20260504_185003_575.jpgIMG_20260504_143034_697.jpgIMG_20260504_143136_980.jpgIMG_20260504_143202_391.jpgIMG_20260504_185003_575.jpg
 
Danke! Das ist ein interessantes Layout. Vor allem weil ich hier gerade einen total interessanten Blog Artikel von Alee Denham ( www.cyclingabout.com und Cyclingabout auf Youtube ) gelesen habe , der sich auf eine "amateur-wissenschaftliche" Versuchsreihe aus dem Youtube Video von russellbridge bezieht:

Danach kann auch ein langer Kettentrieb mit großen Umlenkrollen eine Effizienz von über 94% erreichen. Dabei laufen die Kettenstränge zwar extrem niedrig neben dem Vorderrad, aber es läßt sich doch einiges aus den Versuchen lesen um für sich selbst auf eine akzeptable Lösung zu kommen.
 
Gibt es Alternativen? Gerne auch ein bisschen höherwertig.
Bräuchte ich auch eine. Fakt ist aber daß alle besseren Gabeln seit ewigen Zeiten Tapered mit mehr Federweg sind und meistens für Scheibenbremsen ausgelegt sind.
Ich hatte noch eine vernünftige REBA von 2007 im ungenutzten Mtb da. Und hab dann halt Scheibenbremsen verbaut.

Die günstigen Federgabeln haben oft im Neuzustand Spiel in den Buchsen. Und ob es passende Federn gibt um den Sag der Gabel vernünftig einzustellen?
Wenn du Glück gibst 3 Federhärten oft aber nur 1 Federhärte.
Da die Gewichtsverteilung am Liegerad deutlich anders ist. Ist es Glücksspiel ob das vernünftig passt.
 
Es gibt eine Federgabel RST F1RST 24. Die kann laut Katalog 2021 maximal 507x56 durchlassen, was 559x30 entsprechen würde mit dem notwendigen Sicherheitsabstand, und hat 60 mm Federweg, baut also nicht so sehr hoch, ist nicht getapert und hat normale 9 mm Ausfallenden, ist Disc only, wiegt 1,6kg. Luft mit Ölbaddämpfung.
 
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