Wetterschutz für Kurzlieger

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Das Windwrap XT vom Traix aus dem Biete-Bereich ist in der Zwischenzeit angekommen und an meinen Flux S-600 montiert. Ein Schutz für die Beine gegen kalten Fahrtwind sollte damit gegeben sein. Ich habe dann einmal nachgedacht wie ich basierend auf diesem einen Wetterschutz aufbauen könnte. Der Windwrap XT hat eine obere wagerechte Stange, an der man gut einen Regenschutz vorne befestigen könnte.

Meine Gedanken sind derzeit, dass ich den Abstand zwischen Windwrap bis etwas über den UDK-Lenker mit einer Meufl-Haube abdecke. Hierbei sollte der Blickwinkel flach über und vor allem unter die “Haube“ gehen, sodass ich kaum Einschränkungen in der Sicht nach vorne habe und die Beine vor Regen von Oben geschützt sind. Beim Windwrap XT kann ich anscheinend recht gut durch die Haube schauen, wobei ich noch keine Erfahrung mit Lichtspiegelungen vom Gegenverkehr habe. Das wird sich erst noch zeigen.

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Den Oberkörper könnte man dann durch eine halbe Regenweste mit Kopf und Armlöchern schützen, die den Regen von der Oberseite des Oberkörper fernhält während es hinten offen und damit luftiger ist. Damit das Regenwasser nicht in den Schritt läuft, habe ich an eine mittige Erhöhung durch eine zum Lenker gespannte Schnur, eine “angedickte„ Kante am Abschluss zu den Beinen als Regenabweisrinne und genügend Überhang zu den Seiten damit das Wasser nach unten tropft gedacht. Die Arme würde ich hierbei offen lassen, da ich so eine bessere Belüftung hätte und wirklich nervig eigentlich das Wasser auf der Hose im Schritt ist.

Wie gesagt, das ist alles nur Theorie und ich weiß nicht ob das Sinn so machen würde. Was meint Ihr?
 
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Ich bin jahrelang die Radius Verkleidung an Gynt und Viper gefahren, auch wenn mir deren Abschlußkante in Kehlhöhe immer etwas suspekt war. Bei einem Frontalaufprall mit 32km/h auf ein quer über den Radweg zum Stehen kommendes Auto bin ich jedoch unverletzt geblieben und auch aus den SPD Pedalen gekommen...

Problem bei den Verkleidungen: Die Schultern sind nicht abgedeckt, folglich läuft das vor den Schultern aufgesammelte Regenwasser am Körper nach unten und landet früher oder später im Schritt. In Regenhosen bin ich nach wenigen Minuten auch ohne Regen naß. Ohne Regenhose erhöht unbefriedigend temperiertes Regenwasser im Schritt den Fahrkomfort nicht unbedingt. Ich habe mir daher einen handelsüblichen Radfahrregenumhang dergestalt modifiziert, daß er hinten offen war und vorne rechts und links mit Gummilitze in die Verkleidung eingehängt werden konnte. Das funktioniert aber nur, wenn der Umhang von der Verkleidung zu den Schultern abfällt, sonst läuft das Wasser erneut am Umhang herunter unter die Verkleidung und tropft vom Umhang erneut in den Schritt. Mit hinreichender Vorspannung funktioniert das Ganze aber genial und ist bis heute die einzige Lösung, die ich kennengelernt habe, bei der man auch bei stundenlangem Regen völlig trocken blieb. Jedenfalls, wenn keine Sturmböen oder Böenkragen für eine waagerechten Regenfall sorgen. Es gibt mehrere ADFC Touren, bei denen sich alle Teilnehmenden noch nach Jahrzehnten an das schlechte Wetter erinnern, während mir bestenfalls ein zwischenzeitlich etwas grauer Himmel erinnerlich ist.

Nachdem ein begnadeter LKW Fahrer das Teil gehimmelt hat, ...

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...habe ich zwischenzeitlich an den vor ein paar Jahren erhältlichen GoreTex ShakeDry Jacken gefallen gefunden. Das Material hat eine plastiktütenhafte Anmutung und die dunkle Farbe hat trotz der integrierten Reflexzonen besonders beherzte, in der Blüte ihrer späten Jahre stehende SUV Fahrer nicht von Versuchen abgehalten, mir die Teilnahme am Straßenverkehr wegen von ihnen bemerkter zu schlechter Sichtbarkeit zu untersagen, aber die „Tüte“ ist das einzige mir bisher untergekommene Material, in dem ich nach stundenlanger Radfahrt im Regen noch nicht schwitze (hängt natürlich von den Außenbedingungen ab — in Manila im Oktober ist mir die Suppe auch ohne Regen und -jacke ohne Unterlaß heruntergelaufen). Ich hatte ein Modell ohne Rückentasche und nur halblangem Reißverschluß oben gewählt. Gibt's aktuell leider nicht mehr. Sich da reinzuwriggeln, ist etwas mühsam und vor allem ist der Reißverschluß Mist. Nach wenigen Minuten läuft's da rein am Oberkörper herunter und in den... — aber das hatten wir schon. Ich habe den dann bei stärkerem Regen mit einem Streifen Klebeband gedichtet. Das funktionierte gut, beschädigte aber das Material beim Abziehen. Das ist verschmerzbar, da an die gleiche Stelle sowieso wieder ein Klebestreifen muß, wenn es relevant niederschlägt. Ein dichter Reißverschluß war offenbar nicht drin. Das Teil ist konkurrenzlos leicht und absolut winddicht. Im Urlaub diesen Sommer habe ich es auch ohne Regen als Windjacke genutzt, ging prima (wenn man damit leben kann, an eine Plastiktüte zu erinnern).

Ansonsten sind mir schnell trocknende Hosen und Unterhosen lieber, als die wasserdichten Hosen, die nach wenigen Minuten von innen naß werden. Bei Fahrtwind ist man damit nach einem Guß in Windeseile(!) wieder trocken.
 
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Das funktioniert aber nur, wenn der Umhang von der Verkleidung zu den Schultern abfällt, sonst läuft das Wasser erneut am Umhang herunter unter die Verkleidung und tropft vom Umhang erneut in den Schritt. Mit hinreichender Vorspannung funktioniert das Ganze aber genial und ist bis heute die einzige Lösung, die ich kennengelernt habe, bei der man auch bei stundenlangem Regen völlig trocken blieb.
Da hattest Du aber nicht viel Höhenunterschied zwischen Verkleidung und Schultern. Ich schätze mehr als 7-10 cm zwischen Schulter und Auge kann das nicht gewesen sein bevor Du nichts mehr nach vorne gesehen hättest. Das ganze noch sauber gespannt, dass sich kein Wassersack bildet - Respekt, dass das funktioniert hatte. Hast Du davon zufälligerweise noch ein Foto?

Mein erster Gedanke war, in einen Halsausschnitt in eine ISO-Matte zu schneiden und diese dann von dem Windwrap XT bis hinter die Schultern in einer langen Bahn laufen zu lassen. Hierdurch würde ein flexibles, ganzflächiges Dach mit Kopfaussparung entstehen. Hierbei jedoch genau die korrekte Länge zwischen Windwrap bis Halsausschnitt zu erwischen und sich einen Spannmechanismus zu überlegen, der trotzdem ein einfaches „Unterschlüpfen“ beim Aufsteigen zu ermöglichen erschien mir zu komplex. Ebenso die Herausforderung eine korrekte Höhe mit 1-2cm Höhentoleranz zu erreiche, sodass das Auge sowohl über als auch unter der Matte durchschauen zu können um möglichst geringe Blickeinschränkung zu erhalten, erschien mir kaum realisierbar. Daher kam ich bei meiner zuvor beschriebene Idee heraus.

Ich werde also erst einmal versuche meine Verlängerung des Windwrap bis zum Lenker zu bauen um die Beinoberseiten vor Regen zu schützen. Im Anschluss werde ich schauen welche Möglichkeit sich für die Fläche zwischen Lenker und Schultern ergibt.
 
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ISO-Matte zu schneiden und diese dann von dem Windwrap XT bis hinter die Schultern in einer langen Bahn laufen zu lassen. Hierdurch würde ein flexibles, ganzflächiges Dach mit Kopfaussparung entstehen
nice, das könnte ich mir gut vorstellen!
Modell aus Pappe liefert den Schnitt ;)
Gruß Krischan
 
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Da hattest Du aber nicht viel Höhenunterschied zwischen Verkleidung und Schultern. Ich schätze mehr als 7-10 cm zwischen Schulter und Auge kann das nicht gewesen sein bevor Du nichts mehr nach vorne gesehen hättest. Das ganze noch sauber gespannt, dass sich kein Wassersack bildet - Respekt, dass das funktioniert hatte. Hast Du davon zufälligerweise noch ein Foto?
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Zwischen Schulter und Auge liegen bei mir um 20cm, wenn ich den Hals nicht einziehe ;-). Zwischen Einhängepunkt des Umhangs und Schulter muß nur eine geringe Höhendifferenz bestehen, Hauptsache, das Regenwasser läuft nach hinten oder zu den Seiten ab. Ein Foto davon habe ich nicht. Ich finde nicht einmal ein mir erinnerliches Foto der montierten Verkleidung vor LKW Kontakt wieder. Das Ganze funktionierte aber prima. Die Spannung ergab sich beim Hinsetzen von selbst. In die Gummis hatte ich je zwei Knoten gemacht, sodaß man den Regenumhang mehr oder weniger straff gespannt einhängen konnte. Bei stärkerem Regen funktionierte die höhere Spannung tadellos. Sicht war kein Problem. Da mußte die Verkleidung oft so weit abgesenkt werden, daß man über die Makrolonscheibe gucken konnte, auf der Wassertropfen die Sicht behindert hätten. Eingehängt wurde in zwei hakenförmige Ösen unterhalb der Makrolonscheibe. Die Knoten blieben dann hinter den Haken hängen. Dazu konnten die Schrauben mitgenutzt werden, mit denen die Makrolonscheibe an die Verkleidung geschraubt war.

An die Seiten des Umhangs hatte ich mit Gurtmaterial „Taschen“ für zwei dünne Alurundrohre genäht. Die hielten den Umhang vorn in Form und zogen die Seiten nach unten ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Bei Nichtgebrauch konnte man den Umhang auf die aufgerollt gut transportieren, sie konnten aber auch leicht herausgenommen werden. Der Umhang müßte noch irgendwo im Keller herumliegen, ist ohne Verkleidung aber nur mäßig sinnvoll nutzbar.
 
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