Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass je nach Ortsgruppe der ADFC eine gute Struktur sein kann, um etwas voran zu bringen. Beispiel Dresden: Wir haben hier seit vielen Jahren engagierte Leute, die es neuen Leuten nicht zu schwer machen, sich selbst zu engagieren. So bin ich hier aktiv in der AG Verkehr und darf außerdem den ADFC viermal im Jahr in der Verkehrskommission des Straßen- und Tiefbauamts der Stadt vertreten. Dieses Gremium bespricht konkrete Stellen in der Stadt, wir dürfen Vorschläge einbringen, die zu einem großen Teil zumindest behandelt, häufig auch in irgendeiner Art und Weise umgesetzt wurden. In den Sitzungen sind Vertreter des Amts mit Unterstützung derjenigen, die gerade am jeweiligen Thema dran sind, dann Polizei, Verkehrsbetriebe, Vertreter der Stadtratsfraktionen (mit denen wir zum Teil im Austausch stehen) und schließlich Interessenvertreter, wobei wir als ADFC da schon zu den ausdauernden zählen.
Die Gespräche sind nicht immer leicht, aber wir haben dort wirklich messbare Erfolge erzielt. Das Ganze funktioniert natürlich nicht ohne andere Mitglieder in der AG Verkehr, die zu den jeweils vorab bekanntgegebenen Themen noch Input liefern, oft genug mit einem unglaublichen Detailwissen plus Historie.
Und so gewinnen wir zwar lange nicht bei jedem Thema mit unseren Ideen, aber man sieht doch trotz aller Widerstände, dass die Arbeit des ADFC die Stadt lebenswerter macht.
Dass man in Dresden kostenlos ein Lastenrad leihen kann und damit für kleine Transporte kein Auto braucht, ist auch das Ergebnis einer Arbeitsgruppe des ADFC, in der meine Frau aktiv ist. Die Räder gehören beinahe schon zum Stadtbild, woran man schön sehen kann, dass sich das Engagement lohnt.
Auf Landesebene, wo meine Frau ebenfalls aktiv ist, sind die Erfolge meines Erachtens nicht ganz so unmittelbar, aber doch auch sichtbar. Dort hängt es, finde ich, noch mehr an der Zeit, die man investieren kann, als in der Stadt.
Gruß,
Martin