Welchen Motortyp für's Trike, VM, Liegerad?

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Ich finde ja, das ein Nabenmotor irgendwie optisch viel stimmiger zu einem Trike passt , als ein Tretlagermotor (Mittelmotor)
Ich sehe eigentlich nur einen Vorteil am Mittelmotor, nämlich die Möglichkeit eine Nabenschaltung verwenden zu können

Wie sieht Ihr das ?
 
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eigentlich nur einen Vorteil am Mittelmotor
VM's haben gerne einseitige Schwingen, dann geht nur ein Mittelmotor, und wenn man gern 'tretkraftgesteuert' hat und der Controller integriert sein soll, macht der auch Sinn, oder wenn man oft Bergstrecke hat: Dann günstiger im Verbrauch.
Nabenmotor ist zwar hübsch anzuschaun, aber irgendwo muss ein Controller hin, ein Kabel muss zum Hinterrad, also kommt da auch einiges Geraffel dazu. Aber was soll's - beides geht und mit beidem gibt es gute Lösungen und weniger gute.
 
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Nabenmotoren sind auch mit integriertem Controller erhältlich - sogar über Smartphone-"App" kabellos konfigurierbar.
Ausfallrisiko steigt jedoch: Defekt an einem Bauteil = kompletter Motor, großteils mit proprietärer Verbindungsmethodik (verdonglet) auszutauschen.

In der Ebene lässt sich selbst mit kompakten 1,7 kg+ Nabenmotörchen der Fahrer gut und effizient entlasten. Sobald Touren anstehen (zwangsläufig Steigungen) oder im Alltagsradius beträchtliche Steigungen hinzukommen, wars das mit effizienter Motornutzung. Geringere Drehzahl dank hohem Lastmoment sorgt für Effizienzeinbuße, in Verbindung mit hohen Betriebsströmen geraten diese Ultraleichtmotörchen in ihr (thermisches) Limit.

Größere Nabenmotoren, gar Direktläufer bringen Masse mit. Und das im ungefederten Bereich.. Ab 3,5 bis 4 kg gibt es leistungsstarke, thermisch extrem robuste Lösungen. Wer nicht gerade ein 45 km/h+ eFahrzeug nutzen möchte, sondern effiziente Leistungseinbringung über die Tretkurbel als Hauptmotivation für den Fahrspaß betrachtet, kommt mit Mittel-/Tretlagermotoren weiter. Auch effizienzseitig - durch Schaltungsmitnutzung.

Wird die Strecke hügeliger, steigt der Effizienzunterschied an. Durch Schaltungsmitnutzung sind sowohl in der Ebene als auch an den verschiedensten Steigungen bei unterschiedlicher Zuladung effiziente Drehzahl-Drehmomentkombinationen am Tretlagermotor ("Mittelmotor" umfasst verschiedene Varianten) nutzbar.

Rekuperation fällt damit jedoch heraus. Bei Mittelmotoren wiederum, zu welchen im Kettenstrang eingebundene Motorlösungen zählen, gibt es zwei grundsätzliche Auslegungsmodelle: Entweder den Motor (auf der linken Seite) mit fester Untersetzung direkt an das Hinterrad - ohne Schaltungsmitnutzung.. ist durch ausreichend Untersetzung recht effizient, kann rekuperativ eingesetzt werden. Nicht mit jedem Fahrrad kompatibel, technisch anspruchsvoll, teilweise im ungefederten Bereich.

.. oder Motor im Kettenstrang auf der Human power-Antriebsseite. Dort gab und gibt es fertige Lösungen, viele Konzepte, von ultraleicht (1,6 kg, 200W) bis hin zu 6000W+ Motoren, die auf max. ~2000W gedrosselt werden müssen, damit Fahrradketten nicht das Zeitliche segnen. Dort ist Rekuperation nicht oder nur ungünstig möglich, dafür ist die gute Kombination aus niedrigem Gewicht und Effizienzbandbreite praktikabel. Auch der Q-Faktor bleibt schmal, was mit Tretlagermotoren erst seit diesem Jahr wirklich(!) positive Neuerungen erfahren hat.

Edit: Auch kombinierte Tretlagerschaltungs-Motor-Lösungen sind im Kommen. Diese stellen eine deutliche Verbesserung gegenüber den getrennten Einheiten dar, was Masse- und Gehäuseanteil anbetrifft, der mechanische Aufwand sinkt. Allerdings ist eine langjährige Erfahrung noch nicht vorhanden, selbst so einfache Aspekte wie "Einbauposition im Fahrrad" können gravierende Probleme erzeugen. Beispielsweise Ölverlust, Schaltprobleme, ..

Freundliche Grüße
Wolf
 
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Also, ich hatte an meinem Trike auch überlegt, ob Naben- oder Tretlagermotor.
Warum habe ich mich fr den Nabenmotor entschieden?
1.) Der Schwerpunkt! Die Nose hatte mir schon deutlich Gewicht vom Hinterrad genommen, was ich sportlichen Kurven immer deutlich spürte. Noch ein Motor ans Tretlager und das Hinterrad hätte den Bodenkontakt verloren.
2.) In Verbindung mit der Nose wird der Tretlagermotor auch schwierig unter zu bringen.

Allerdings ist das Argument mit der Schaltung durchaus ein Argument, das für einen Tretlagermotor spricht.
Mit einem guten Nabenmotor (bei mir ein Puma 8T im 20'' Rad bei 36V) spielt das aber auch nicht mehr die große Rolle. Der hat am Berg gut Bumms!
 
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Ich habe am HPfs26" mit /wegen Rohloff seit vier Jahren den BBS am Tretlager und bin mit dieser Kombi höchstzufrieden.
Für meinen Neuerwerb: Flux S900 habe ich gestern einen Shengyi X2 (bei EBS Heidelberg heißt er Climber V2) als Vorderradmotor geordert. Ebenfalls mit Rohloff, allerdings wollte ich mir am Einspurer keinen BBS vorne als "Lenkpendelgewicht" dranbauen (ansonsten hätte ich wieder zum BBS gegriffen).
 
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Bin ja ca. 5000 km mit dem Trike und Mittelmotor gefahren und war überzeugt von diesem Konzept. Nun fahre ich seit einem knappen Jahr und 2000 km einen SR1 mit Directdrive im Hinterrad. Muss sagen, dass es seine Vorteile hat mit dem DD im Hinterrad. Jedoch verhungert mir dieser an steileren Anstiegen und sogar kurzen Rampen doch sehr. Also geteilte Ansicht der Vrianten. Für Geschwindigkeit ist ein DD schöner zu fahren. Für Anstiege ist ein Mittelmotor viel, viel schöner zu fahren. Trotz der kurzen Schaltpause die man einlegen muss bei der Rohloff. Der MM hat soviel Kraft, dass diese Pausen nicht ins Gewicht fallen. Eine Tretpause warum auch immer mit dem DD ist sofort spürbar und die Unterstützung geht in den Keller. Ein Anfahren am Berg ist mit dem MM überhaupt kein Problem. Selbst an steilsten Anstiegen kann angehalten werden und wieder angefahren. Mit dem DD (zumindest bei mir) unmöglich. So haben beide Varianten ihre Vorteile. Ich hoffe jedoch, dass es irgendwann eine Variante gibt, welche beides vereinigt.
 
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Ich fahre den Heckmotor von Maxon. Der ist mir am Berg noch nie wegen Überhitzung ausgegangen, sondern eher wegen leer gefahrenen Akku. Der Bikedrive hat einen sehr guten Durchzug. Könnte man mit zufrieden sein. Nur der teure Akku altert mir zu schnell. Sollte 500Wh haben. In meine 2 Akkus gehen nur noch 412 und 460Wh rein. Reichweite ca 50-60km. Fürs Pendeln zur Arbeit reichts mir.
 
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Einen DD würde ich im Trike nicht verbauen. Der DD hat seinen Hauptvorzug in der Möglichkeit der Rekuperationsbremse.
Bei vielen Motorcontrollern wird aber der DD bei Geschwindigkeiten, die oberhalb seiner ungedrosselten Leerlaufdrehzahl liegen, in Zwangsrekuperation gehen.
Das kann ich nur vermeiden, wenn ich einen schnellen DD Motor verbaue, der aber wieder nur wenig Bumms hat.

Der Puma ist thermisch am Berg völlig unproblematisch, weil er ein gute Wärmemenagement hat.
Ich fahre meinen 8T mit 500 Watt, 70A Phasenstrom. Der schiebt mich bis ca. 10% alleine die Berge hoch. Also ist Anfahren am Berg meist nur mit Eigenleistung möglich, aber Unterstützung ist deutlich da!
Dabei ist er deutlich leichter, als ein DD.

Sicher wird er auf sehr bergigen Strecken etwas mehr Strom verbrauchen, als ein Tretlagerantrieb.
Dafür braucht er in der Ebene meist etwas weinger, weil die Verluste des Antriebsstranges entfallen.

Ich gebe aber zu, in der Praxis habe ich erst einmal ein Rad mit Tretlagerantrieb unter dem Hintern gehabt.
Eine Proberunde mit einem Tern GSD mit Nuvinci und Bosch.
Mir fehlt das das Gummibandgefühl beim Beschleunigen.
Aber ich gebe zu, der Bosch mit Nuvinci ist am Berg echt klasse!
 
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Pumamotoren sind gut und recht robust, dafür nicht gewichtsoptimiert.

Das ist eine Mittelklasse zwischen schwerem ~2 kW Direktläufer (DD) mit 6,5-8,5 kg und sehr leichten Nabenmotoren im 1,6-2 kg Bereich.
Für Nutzer mit nennenswerten Steigungen/-häufigkeit, Tourenvorliebe und Wunsch zu hohen Leistungen auf Abruf eine gute Wahl.
Die ungefederte Masse sowie festes Getrieberatio (keine Schaltungsmitnutzung) bleibt leider. Ein Vorteil an Liegerädern ist der tiefe Schwerpunkt, richtig.

Freundliche Grüße
Wolf
 
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zwischnfrage bzw ein gedanke dazu::
könnte men nicht einen tretlager motor als zwischengetriebe(unterm sitz ode knapp davor für tiefen schwerpunkt) nehmen, mit kette zum tretlagermast?
 
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