Wann braucht man welche Bremsen?

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Sry das ich so reinplatze aber es gibt doch viele scheibenbremsen die verdammt viel einstecken.
160 mm scheiben und standart Scheiben wie beim Trekking Rad zähle ich jetzt net dazu oder organische Beläge.
Man könnte doch bei den radkästen größere Scheiben z.b einbauen mittlerweile gibt's es Scheiben mit 2.3 mm die für schwere e-biker gedacht sind carbon-keramik beläge und bremsen die speichenrausreisen.
Z.b 26mm Nehmerkolben (530mm²) und 9mm (64mm²) Geberkolben ist ne Monster hydraulische Leistung für so ein kleinen kraftpacket .
Dazu die nötige Dimension an Scheiben 203 mm aufwärts und das 3 mal an allen 3 rädern wäre doch schon mal eine Option.
Wenn man dazu noch luftluke hat wäre es doch super .
Oder man müsste etwas an dem Material für trommelbremsen handanlegen z.b Belag oder die Trommel selbst aus was hitze beständigerem
 
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Das ist mir in meinem Alter zu gefährlich
Dann brems halt auf weniger ab. Zu Deinen Beschleunigungsüberlegungen nehme ich das Quest aus kreuzotter - das ist gemessen mit 120 kg Systemgewicht und dünnen Rennradreifen.
Das hat bei 54 km/h 10% bergab eine Beschleunigungsleistung von 1612W sprich 107,5N resultierende Kraft - etwa 10 N gehen auf Fahrwiderstände drauf.
Bei der doppelten Geschwindigkeit 108 km/h sind es 2020W, "nur" 400 Watt mehr. Da sind es schon 50N für die Fahrwiderstände.

Maximale Momentanbremsleistungen (4m/s² angenommen) sind dann (107.5+120kg*4m/s²)N*15m/s=8,8 kW bei 54 km/h bzw. (67,3+120kg*4m/s²)N*30m/s=16,4 kW bei 108 km/h
Das (die Hälfte am VM) stecken sowohl TB als auch SB locker kurzfristig weg.

Die Bremsleistungsunterschiede Dauerbremsen/Intervallbremsen hab ich vor Ewigkeiten hier schonmal abgeschätzt. bei 16%, 140 kg, 80/20 km/h und 0,2 g Verzögerung 4130W Dauerbremsen und 2710W Intervallbremsen. In dem Thread gibts auch schöne Exceltabellen ;)

Gruß,

Tim
 
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Die einfachste Möglichkeit die Bremsleistung zu reduzieren : langsamer fahren. Halbe Geschwindigkeit ist halbe benötigte Leistung. Die Fuhre auf 60 zu halten fordert die bremsen viel mehr, als diese auf 30 zu halten. (also Bremse stehen lassen und mit 30 den Berg runter ist weniger problematisch als so zu bremsen, dass man 60 hält)
Hi Patrick,

ohne Angabe zu Gefälle und Fahrzeug halte ich diese Aussage für grob irreführend.

Am MTB habe ich in den meisten Gefällen bei 60 km/h die Grenzgescchwindigkeit schon erreicht und belaste die Bremse überhaupt nicht.

Für ein steiles Gefälle mit dem VM passt sie dann...

Meine Scheibenbremsen habe ich mir bei Schrittgeschwindigkeit verheizt. (Fading, Scheiben braun angelaufen...)
Das Systemgewicht war halt > 100 kg und es war wirklich steil.

Gruß, Harald
 
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@Gear7Lover : Warum ein Viertel der Leistung? Wie du bereits bemerkt hattest, ist die potentielle Energie gleich, egal wie schnell man fährt. Der kleine aber feine Unterschied ist, dass Leistung = Energie/Zeit. Und nicht die Energie macht die Bremse (schnell) kaputt, sondern die Leistung.
Wenn man halb so schnell fährt, dann erhöht sich die Zeit, in der die gleiche Energiemenge weggebremst werden muss, aufs doppelte, daher sinkt die Bremsleistung auf die Hälfte.

@Roadrunner : Den Krempel muss man aber noch untergebracht bekommen und zudem gegen den ganzen Dreck im Radkasten geschützt. Belüftet werden muss der ganze Kram auch.
Wenn ich mal wieder etwas Zeit habe, kann ich ja mal ausrechnen wie groß die wirksame Kühloberfläche von der 90er Trommel mit Kühltürmen und wie groß der Scheibenbremse ist. Letztere kann etwas mehr Temperatur ab, aber ich bin mir recht sicher, dass das nicht ausreicht um die größere Oberfläche der Trommel zu kompensieren.

@einrad : Hier gehts um VMs, um schnelle VMs. Da ists vollkommen Wurst ob das bei 60km/h nun 200Watt oder 300Watt an Luft/Rollwiderstand benötigt, wenn man Bremsleistungen von teils weit über 1000Watt weg bringen muss.
Hier jetzt mit nem MTB zu kommen, das bei 60km/h etwa 1600Watt durch den Luftwiderstand verballert, ist das halt schlicht ein komplett anderes Szenario!

Gruß,
Patrick
 
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Was rechnest Du überhaupt? Bei 1m/s² Beschleunigung dauert die Beschleunigung um 0,5 m/s=1,8 km/h 0,5 s.
Du hast wiedermal recht - ich hatte nicht beachtet, dass die Geschwindigkeiten quadratisch eingehen und zudem addiert.

Um so schlimmer: Bereits nach einer halben Sekunde und nur 3,75m sind die 60 km/h erreicht.

Hoffe das stimmt jetzt. Deinen nachfolgenden Beitrag muss ich erst noch nachvollziehen.
 
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@Gear7Lover : Warum ein Viertel der Leistung?
Ihr redet von verschiedenen Dingen. In die mögliche KÜHL-Leistung gehen die Temperatur und der Massenstrom des Kühlmittels ein.
Ob sich daraus jetzt ein quadratischer Zusammenhang ergibt, müsste ich nachrechnen, aber mehr als linear wird's sein.

@Roadrunner : Den Krempel muss man aber noch untergebracht bekommen und zudem gegen den ganzen Dreck im Radkasten geschützt. Belüftet werden muss der ganze Kram auch.
Außerdem muss man Bremskraft und Bremsleistung auseinanderhalten. Bei den VM im Gefälle geht's nur um die Leistung, speziell darum, wie man die Hitze aus den Reibflächen in Kühlflächen weiterleiten kann und wie man sie von dort wegbekommt.
Solange bei den Bremstrommeln Wärmedehnung ein Thema ist, wäre eine Erhöhung der schieren Bremskraft m.E. auch riskant. Man kann ja keine Hilfskraft anzapfen, also kann man das nur durch eine Erhöhung der Übersetzung erreichen. Die wiederum führt aber dazu, dass der nutzbare Hebelweg einer kleineren nutzbaren Belagbewegung entspricht, und das macht das Ganze empfindlicher gegen Wärmedehnung.
 
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Ich liefere mal ein sehr kurzes Video von meiner Bremsanlage vorne im WM nach. Damit man sich das mal von den Dimensionen her vorstellen kann. Die Bremsscheibe ist 220 mm am 20 Zoll Rad mit Carbon Radscheibe und Schwalbe Big Apple.
Nur zur Ergänzung meiner Beiträge hier im Faden.
@TimB Die vier Kolbenbremse ist mit Sinterbelägen ausgestattet.
Gruß Ralf

 
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Links/rechts wäre in Serienfertigung gut machbar.

Aber:
Welche Mechaniker oder private Schrauber verstehen's?
"Exotenmarkt" mit geringen Stückzahlen hatten wir hier schon...
Genaue Einstellung nötig...

Ich glaube nicht dran, dass da etwas in der Richtung kommt...
 
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Ich würde definitiv KEINE Duplexbremsen nehmen. Die deutlich höhere Eigenverstärkung macht die Dosierbarkeit noch schlechter. Die Verstärkung von 1 ist ja gerade das, was die Scheibenbremse so schön "knackig" macht. Trommel liegt bei 3 (Simplex), bzw. 5 (Duplex)
 
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Naja, Simplex mit festem Drehpunkt ist ne sehr simple Geschichte. Schwimmend gelagert wäre ein Fortschritt. Duplex der Nächste. Hat bei Motorrädern und mehrspurigen KFZ ja auch geklappt. Mein Bedford Bus hatte Duplex vorne, keine schlechte Bremse.
Triplex wird zu aufwändig.
 
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Mit Duplexbremsen möchte ich keine steilen Anstiege fahren, mit denen wird es nämlich schwierig das Fahrzeug gegen das Zurückrollen zu sichern. Die wirken in der einen Richtung (auflaufende Backen) hervorragend, aber in der Gegenrichtung (ablaufende Backen) nur lausig.

Triplexbremsen kenne ich nicht, aber die machen ja eigentlich nur Sinn, wenn zwei Backen auflaufend und eine Backe ablaufend eingebaut wird. Dann bremsen sie in Fahrtrichtung hervorragend und sichern gegen ein Zurückrollen sauber ab.
 
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Mit Duplexbremsen möchte ich keine steilen Anstiege fahren, mit denen wird es nämlich schwierig das Fahrzeug gegen das Zurückrollen zu sichern. Die wirken in der einen Richtung (auflaufende Backen) hervorragend, aber in der Gegenrichtung (ablaufende Backen) nur lausig.
Es käme auf die Höhe der Selbstverstärkung an. Die Triplexbremse hatte ich im anderen Faden schonmal verlinkt, kaufen kann man die aber nicht. Die war auf niedrige Selbstverstärkung ausgelegt und hatte dafür einen integrierten Bremskraftverstärker in der Hydraulik.
 

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Erhöhung der schieren Bremskraft
Bremskraft ist immer genug vorhanden und wird auch bereits ausgenutzt. Bis auf den einen Fall weiter oben wo wir irgendeinen Fehler vermuten.


Die war auf niedrige Selbstverstärkung ausgelegt und hatte dafür einen integrierten Bremskraftverstärker in der Hydraulik

Einen Druckübersetzer (ohne Fremdenergie) für den Moment ab dem der Belag in Kontakt mit der Trommel kommt. Also ein Schnellgang mit viel Nehmerhub pro Geberhub vor der eigentlichen Arbeitsstellung. So konnte/wollte er den Belagverschleissnachstellung eliminieren und ein Schleifen der gelösten Beläge vermeiden.
 
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Hoffe das stimmt jetzt. Deinen nachfolgenden Beitrag muss ich erst noch nachvollziehen.
Nein. Halbe Sekunde wären nur 1,6 km/h Beschleunigung, wenn man mit Questdaten rechnet. Stärkeres Abbremsen verringert die Durchschnittsgeschwindigkeit und ermöglicht Bremsenkühlung. Höhere Endgeschwindigkeit hilft noch ein Bischen mit größeren Fahrwiderständen mit, erhöht aber wieder die Durchschnittsgeschwindigkeit und damit die Bremsleistung. Statt mit 60/30/60 km/h zu fahren, kann man auch bei 30 km/h dauerbremsen, das dauert noch länger und schont die Bremsen am stärksten.
@Christoph Moder hat irgendwo eine Fahrsimulation, vielleicht kann man damit bei gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit vergleichen.

Der große Sicherheitsgewinn beim Intervallbremsen dürfte sein, daß man das Nachlassen der Bremsleistung deutlich bemerkt, während das beim vorsichtigen Bremsen nicht so auffällt. Wenn beim Schleifenlassen die Bremsleistung nicht mehr ausreicht, muss die Abfahrt vor der nächsten Kurve flacher werden, sonst krachts :( Oder wenn es noch nicht ganz soweit ist, stellt man an der nächsten Kreuzung überrascht fest, daß die übliche Verzögerung nicht mehr erreicht wird.

Gruß,

Tim
 
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Nein. Halbe Sekunde wären nur 1,6 km/h Beschleunigung, wenn man mit Questdaten rechnet.
Der Fehler fängt schon hier an:
Angenommen man fährt gerade 3,5m/s (=54km/h), lässt die Bremse los und beschleunigt bis 4m/s (=60km/h).
54km/h sind 15m/s - entsprechend falsch bei 60km/h
Das ist mir in meinem Alter zu gefährlich :rolleyes:
Nicht nur dass ich für 100km/h bergab zu alt bin, sondern auch für solche Rechenaufgaben :sick::mad:
 
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