Vor- und Nachteile unterschiedlicher Laufraddurchmesser?

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Hallo zusammen,

ganz kurz zu mir: Ich bin "Noch-nicht-aber-hoffentlich-bald-Liegeradler" und versuche gerade, mir eine Liste von Kurzliegermodellen zusammenzustellen die ich gern mal probefahren würde. Dabei kommen immer mal "dumme" Anfängerfragen auf, die ich gern hier im Forum stellen würde :)

Ich habe mich bis jetzt ein bisschen auf Modelle mit zwei unterschiedlich großen Laufrädern fokussiert (also hinten größer, z.B. HP Streetmachine). Der Haupgrund dafür ist, dass mir das optisch besser gefällt. Allerdings frage ich mich: Hat diese Konfiguration irgendwelche besonderen Vor- oder Nachteile gegenüber einer einheitlichen Radgröße (wie z.B. beim Azub MAX), oder ist es tatsächlich hauptsächlich Geschmackssache?

Ein möglicher Nachteil ist vielleicht, dass man auf Touren zwei verschiedene Schlauchgrößen mitführen muss. Wirkt sich ein größeres Hinterrad (spürbar) auf Geschwindigkeit, Fahrgefühl oder Verschleiß (höhere Drehzahl) aus?

Danke schonmal für eure Antworten!

Viele Grüße,
Aardjon
 
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Hallo Aardjon.

Meine Erfahrung mit zwei Tiefliegern, Optima Baron (20/28) und M5-MRacer (26/28):

Vorteile kleiner Laufräder:
*Rad ist ggf. insgesamt kompakter
*Vorderrad bleibt auch bei kleinerer Körpergröße kurbelfrei, d.h. du stößt nicht beim Treten und Lenken mit der Tretkurbel bzw dem Pedal ans Vorderrad
*Höhere Wendigkeit: Kette kann leichter über dem Vorderrad entlanglaufen, bei einigen Liegerädern stößt man beim starken Einschlagen an die Kette (je nach Konzept auch bei 20 Zoll Vorderrad) - Ausnahme sind Knicklenker-Konzepte.

Nachteile:
*In Unebenheiten, Schlaglöcher tauchst du stärker ein
*Weniger Reifenauswahl im Vergleich zu 28 Zoll
*Für 28 Zoll und 26 Zoll gibt es eine großen Gebrauchtmarkt
*Auch Kettenblätter und Kassetten sind für diese Radgrößen leicht zu bekommen
 
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Das offensichtliche: man braucht auf Reisen Schläuche und Decken für beide Reifengrößen. Was Du bereits geschrieben hattest... :rolleyes:
Beim größeren Hinterrad ist die Schaltung weiter von der Straße weg, sonst kann es bei 20" schon mal knapp werden.
 
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Das ist eins der "ewigen" Themen... hier also kurz die Dinge, die mir zusätzlich zum oben Gesagten noch wichtig scheinen:

Für Gewichtsfetischisten interessant:
20er Räder sind stabiler und leichter oder anders gesagt bei gleicher Stabilität immer leichter.

Ein Nabendynamo "unter Last" bremst ein 20er Laufrad spürbar mehr ab - dafür hat man schon bei langsamer Fahrt ordentliches Licht...und selbst eine schwache Scheibenbremse greift bei 20 Zoll meist noch ordentlich zu. Das Hebelgesetz am praktischen Beispiel.

Wenn man vor hat, ordentlich beladen ins Gebirge zu fahren, sollte man beim 20Zoll VR von Felgenbremsen Abstand nehmen - die Felgen können im ungünstigsten Fall zu heiss werden.

Die altbekannten Nachteile im Fahr- und Rollverhalten kann man mittels breiter Bereifung positiv beeinflussen - aber natürlich nicht gänzlich ausräumen. Physik ist halt Physik. Aber vielleicht reicht es dann (wie in meinem Fall bei der SPMll), damit gut klar zu kommen und sich nicht mehr ständig ein größeres Vorderrad zu wünschen.

LG Holger
 
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Ein identisch aufgebauter rennreifen ist in 20 zoll schneller abgefahren als in 28 zoll Version
 
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Hallo,

Ein Nabendynamo "unter Last" bremst ein 20er Laufrad spürbar mehr ab
Stimmt das auch für die speziellen 20zöller von SON?

Ein identisch aufgebauter rennreifen ist in 20 zoll schneller abgefahren als in 28 zoll Version
Da die kleinen Reifen aber kaum weniger kosten als die großen, sind somit die Betriebskosten höher.

Als Alternative gibt es auch Liegen mit einem größeren Rad vorne, z.B.
M5-MRacer (26/28)
oder solche mit 26/26, ich würde aufgrund meiner Beinkürze aber vermutlich nicht mit den Füßen auf den Boden kommen.

Gruß, Klaus
 
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Ein Nabendynamo "unter Last" bremst ein 20er Laufrad spürbar mehr ab
Höchstens im ausgebauten Zustand, und dann kaum 'spürbar'. 'Gebremst' wird durch Entzug von kinetischer Energie durch Reibung und elektrische Leistung, i.A. unabhängig von der Reifengröße. Wie sich das bei gleicher Fahrgeschwindigkeit in Verzögerung umsetzt, hängt von der gesamten bewegten Masse ab. Die Massendifferenz von 20er und 26er Rädern (beim Beschleunigen vorteilhaft) ist aber im Vergleich zur Gesamtmasse völlig vernachlässigbar.
dafür hat man schon bei langsamer Fahrt ordentliches Licht.
vor allem mit einem Dynamo für große Räder......
 
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Mit großem Vorderreifen hast du mehr Sitzhöhe und musst auch beim Aufsteigen das Beinchen höher schwingen.
Und je nach Körpergröße ist die Sitzhöhe irgendwann zu hoch, bereits vorher stößt du mit der Ferse bei engen Kurven am Vorderrad an.
Das mag nicht jeder, bei Rädern mit kurzem Radstand (z.B. Toxy) gibt es das Problem eher nicht.
 
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Bleibt noch hinzuzufügen, dass ein kleineres (Vorder-)Rad bei Kies- oder gar Sandstrecke nicht so gut läuft, wie ein großes, welches Bodenunebenheiten besser ausgleicht. Da ich häufiger auf Wald und schlechteren Strecken unterwegs bin und das "Eingraben" des Vorderrades vermindern wollte, habe ich meine Streetmachine GTe vorne auf 24" umgerüstet (siehe hier). Bin immer noch sehr zufrieden damit, habe allerdings auch die ausreichend langen Beine, so dass ich noch gut über den Rahmen steigen kann.

Grüße, Kalli
 
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Stimmt das auch für die speziellen 20zöller von SON?

Gruß, Klaus
Prinzipbedingt stimmt das immer - denn da greift das gleiche physikalische Prinzip, was auch dafür sorgt, dass eine Scheibenbremse am kleinen Laufrad auch besser bremst. Inwieweit das bei einem speziell für kleine Räder konzipierten Dynamo allerdings noch relevant ist, ist eine andere Frage - und die kann ich Dir mangels eigener Erfahrung leider nicht beantworten.

Höchstens im ausgebauten Zustand, und dann kaum 'spürbar'.
Leider nicht, das kleinere Rad reagiert da empfindlicher als das größere.
Begründung siehe oben.
Belastbare Werte zu Wattzahlen bzgl. elektrischer und Verlustleistung finden sich in entsprechenden Tests.
Gerade vorgestern musste ich wieder einen um ca. 1,5 km/h geringeren Schnitt "erdulden" - weil ich drei Viertel der 95 km langen Distanz mit Licht gefahren bin.
Das ist kein Problem - aber eben Fakt.

LG Holger
 
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Gemeint war der Unterschied zwischen Nabendynamo im kleinen und im großen Laufrad, nicht der Unterschied an <-> aus oder Nabe <-> Nabendynamo.
 
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Da die kleinen Reifen aber kaum weniger kosten als die großen, sind somit die Betriebskosten höher.
Ich weiss ja nicht was Du für Reifen fährst aber weder fallen diese Kosten wirklich ins Gewicht noch kosten kleine Reifen zwingend ähnlich viel wie Große - oft gibt es durchaus fühlbare Unterschiede. Mit Deinem Argument müsste man auch konstatieren, dass ein Knicklenker geringere Betriebskosten hat als eine normale Liege, weil die Kette kürzer ist. Und auch, dass wer bremst nicht nur verliert sondern auch Kosten produziert durch erhöhten Belagsverschleiss, von Bremsen also nur abgeraten werden kann.
Im Prinzip stimmt das Alles in der Theorie - bloss praxisrelevante Grössenordnungen sind das nicht. Schon gar nich muss man deswegen
Als Alternative gibt es auch Liegen mit einem größeren Rad vorne,
wählen.

Belastbare Werte zu Wattzahlen bzgl. elektrischer und Verlustleistung finden sich in entsprechenden Tests.
Die gibt es ja, z.B. diesen in der Fahrradzukunft.: https://fahrradzukunft.de/14/neue-nabendynamos-im-test/

Daraus ergibt sich, dass ein SON ohne Licht ca. 1Watt frisst und mit Licht bei 20 km/h ca 5,5W und bei 30 km/h ca. 6,5W, also ein Delta von 4,5 bzw. 5,5 Watt.

Gerade vorgestern musste ich wieder einen um ca. 1,5 km/h geringeren Schnitt "erdulden" - weil ich drei Viertel der 95 km langen Distanz mit Licht gefahren bin.
Das ist kein Problem - aber eben Fakt.
Woher kennst Du denn diesen "Fakt"?
Laut Kreuzotter braucht ein 75kg-Normfahrer auf einer Alltagsliege mit Untenlenker bei 20km/h 63 Watt und mit 30 km/h 167 Watt Antriebsleistung.
Ziehen wir jetzt von den 167 Watt 5,5 Watt für den Dynamo ab kommen bei Kreuzotter 29,6 km/h raus statt der 30. Bei 58,5 statt 63 Watt sind es 19.4 km/ statt 20 km/h.
Wenn es bei Dir 1,5 km/h Delta sind stimmt entweder Kreuzotter nicht oder die Fahrradzukunft hat falsch gemessen oder Du hast einen ineffizienten Dynamo. So oder so scheinst Du ja dann im "Full-Power-Mode" unterwegs zu sein, sonst könntest Du die 5-7 Watt, die der Dynamo kostet leicht kompensieren. Deine 1,5 km/h entsprechen übrigens laut Kreuzotter 10 Watt (ausgehend von 20 km/H auf 18,5) und gar 21 Watt bei 28,5 statt 30 km/h.
Dir kann man eigentlich nur raten schneller zu fahren - da der Leistungsbedarf bei der Geschwindigkeit überproportional zu der des Dynamo steigt fällt die Verlustleistung des Dynamos bei höheren Geschwindigkeiten weniger in's Gewicht und Du verlierst entsprechend weniger Geschwindigkeit dadurch. :p

Eine geringere Geschwindigkeit würde ich bei jede Fahrrad erwarten, wenn ein Dynamo Strom liefert.
Ja, da ja ein Teil der Leistung des Radlers nicht mehr in Vortrieb geht. Aber wie oben gezeigt ist sie irrelevant in der Praxis, zumindest bei guten Dynamos.
Ich merke jedenfalls in der Praxis am 349er Brompton mit dem SON nicht, ob das Licht an ist oder aus. Und am 406er Radnabel ebenfalls nicht. Beides dürfte ja durchaus als "kleines Laufrad" durchgehen.
 
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Deine 5 km/h entsprechen übrigens laut Kreuzotter 10 Watt (ausgehend von 20 km/H auf 18,5)
Ich merke jedenfalls in der Praxis am 349er Brompton mit dem SON nicht, ob das Licht an ist oder aus.
Ich habe einen Alfine-Nady, der bei 20 km/h im 20er Laufrad eben genau die von Dir angeführten Verluste generiert. Die Werte der Fahrradzukunft-Messungen gelten ja für 28" Räder. Wenn man sich die Mühe macht, das dann auf die resultierenden Drehzahlen bei 20" umzurechnen, passt das mit den 1,5 km/h Einbuße doch perfekt - weil man durch den geringeren Laufraddurchmesser den Wert bei 30 km/h berücksichtigen muss!
Und der passt wiederum genau zu dem, was Du bei Kreuzotter ausgerechnet hast. Und zu dem, was ich "erfahren" habe. Genau das ist der "Fakt" von dem ich schrieb!
Ich kann auch nix dafür - mein Tourentempo ist halt so - das kann ich den ganzen Tag fahren. Einmal richtig 'reingetreten - und das Knie streikt schlimmstenfalls für Wochen. Deshalb ist es FÜR MICH relevant, ob da irgendwo mal so knapp 10 Watt abgezweigt werden. Wenn Du das nicht merkst, dann freu' Dich doch.

LG Holger
 
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Meine Erfahrung: die Streetmachine (20/26) fährt sich auf Schotter weniger unsicher als der Grasshopper (20/20), ansonsten finde ich den Unterschied Untenlenker zu UDK (um die Knie, bei HP V "Aerolenker") größer.
26/26 würde ich gerne mal im Vergleich fahren.
Das Toxy LT (20/20) fand ich unruhiger als den GHP, es spielt also noch mehr rein als nur die Reifengrößen.
Daher die übliche Empfehlung: probefahren, probefahren, mit einem Gebrauchten anfangen und eigene Erfahrungen machen, und dann, wenn Du besser weißt, worauf es Dir im Alltag bzw. in der Praxis ankommt, Dein Traumvelo kaufen. Und immer dran denken: die richtige Anzahl von Fahrrädern beträgt n+1!

Viel Spaß beim Aussuchen,
wolf

PS: eine Streetmachine kann aktuell bei Augsburg mal ausprobiert und bei Gefallen gleich mitgenommen werden ...
 
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oder solche mit 26/26, ich würde aufgrund meiner Beinkürze aber vermutlich nicht mit den Füßen auf den Boden kommen.
wenn mit 26/26 der bewusst M-Racer getaufte gemeint ist, dann ist da mit rund 40cm Sitzhöhe auch für ganz kurzbeinige kein Problem, dafür gibt es einige andere Herausforderungen bei der extremen Rahmengeometrie.
Hab mir nach der Eingangsfadenfrage etwas die Liegeradhistorie der letzten Jahrzehnte durch den Kopf gehen lassen: Ich vermute bei den Langliegern wurde ein kleines Vorderrad verbaut wegen geringeren Kreiselkräften und Reduzierung der üppigen Gesamtlänge. Dann kam die Idee Stickbike und Vorderrad vor dem Tretlager (z.B. Streetmachine) da muss ein kleines Vorderrad her um den Sitz nicht kurz unter Wolkenhöhe zu bringen. Bei der Tiefliegerentwicklung war neben dem auf der Straße sitzen auch die Kettenführung beim Vorderrad ein wichtiges Argument. Außerdem kann für den Geschwindigkeitsfanatiker bei dem Modell auch mit Kette neben Vorderrad ohne mehrfache Kettenumlenkung selbiges ohne Kurbelfreiheit noch gut gefahren werden (z.B. M5 Lowracer), da ma mit einem kleinen Vorderrad leichter um die Kurve kommt (bei gleichem Lenkeinschlag wie bei großem Vorderrad) bei höheren Modellen geht das nicht mehr (bei 26er oder 28 Vorderrad muss auf jeden Fall Kurbelfreiheit gegeben sein laut meiner praktischen Erfahrung mit dem Thema) Die mögliche Überlappung Ferse und Vorderrad find ich persönlich überhaupt nicht schlimm, die ist doch eigentlich bei fast jedem Lieger mit kleinem Vorderrad bei extremeren Lenkmanövern gegeben, im Alltag aber kaum relevant.
Die stetige Weiterentwicklung bis hin zu z.b. M-Racer und Cruzbike Vendetta find ich super, geht aber klar in die "Renn-Richtung", gefederte Alltagsliegesänften werden immer eine andere Rahmengeometrie haben...
 
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das ist wahrscheinlich ein Schreibfehler, Baron ist doch immer die 20/26 Kombi...? Ich bin bei meiner Liegeradhistorie froh für mein schnellstes Modell bei 2x28 angelangt zu sein: bestes Schlagloch und Abrollverhalten, Ersatzteile überall zu bekommen, behält den Schwung schön lange...
zum Fahrgefühl noch: extrem kurze Radstände unter einem Meter sind beim Bergab sausen ziemlich abenteuerlich, mit langem Radstand (120 cm) ist das viel ruhiger und angenehmer
 
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