Vor- und Nachteile trike / Up

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Hallo,

Nach jahrzehnte langem Up fahren (220 000 km) 7 wöchigem trike fahren (2800 km) schreibe ich mal so hin was mir an Pros und Conts auf fiel

Gleich vorb, das Beste am trike fahren für mich ist, dass ich keine Schmerzen mehr im Prostatabereich habe.
Für dieses nehme ich gerne die u.g. Nachteile, in Kauf. Deshalb habe ich den Schritt vom Up zum trike gemacht und es scheint voll auf zu gehen


Vorteile Trike/Up
  1. Besser Langstreckentauglichkeit weil Körper entspannt, Keine Po, Nacken, Handschmerzen
  2. Ampelstopp, Stopp bei entgegen kommendem Fahrzeug fahren in der Fußganger Zone, Pausen sind stressfrei. Ich bleibe einfach sitzen - Stuhl immer dabei
  3. Transport von Gepäck irgendwie angenehmer weil Rad von alleine steht
  4. Denke Verletzungsgefahr geringer weil tieferes Sitzen. Bin mir aber unsicher den kippgefahr bei zu schnell gefahrene Kurve ggf mit Huppel könntezum Problem werden
  5. Steps Stufung von Leistungsstufe via App (ok Steps gibts auch für Ups aber wenige.
  6. Irgenwie ein schönes Gefühlt damit zu fahren
  7. Kinder staunen und lächeln und ich winke zurück
  8. Autofahrer sind vorsichtiger als beim Up
  9. wie o.g. keine Belastung des Dammbereiches
Nachteile trike/Up
  1. Größter Nachteil für´s Up für mich ist das ich trotz zigfachen Versuchen mit Sätteln uncl Selbstbau, es drehen konnte wie ich wollte, es gab immer einen erhöhten Druck und damit Schmerzen im Becken, Sitzknochen, Dammbereich.
    (Ist man hier unempfindlich fällt es gar nicht auf.)
  2. die abhängigkeit von der Fahrbahnneigung, gerade wenn man mal zu zweit nebeneinader fahren will ist ein großer Nachteil, finde ich. Mir tut dann nach 15 Minten der Rücken weh. Ich stütze mich dann mit der Hand abb usw.
  3. Nebeneinader auf Radwegen etc. fahren um zu reden ist schwieriger - geht seltener als bei Up/Up weil es einfach schmaler ist.
  4. Weniger Ausblick durch tiefes Sitzen wobei ich Scorpion Plus hs Sitz fahre also hoch, im Vergleich zum Up in moderater Sitzpostion. Ok bin 1,88.
  5. Mehr Schadstoff Konfrontation durch Straßenverkehr durch tieferes sitzen
  6. Mehr rütteln auf Feldwegen
  7. Erhebelich unangenehmeres Gefühl in Kurven weil man das Rad nicht kippen kann.
  8. Unsichereres Gefühl bzgl Hunden
  9. Mehr Paltzbedarf zum Abstellen Nachts
  10. Schwierigerer Transport in Bahn und Auto
  11. Teuer in Anschaffung
  12. Durch das ewige rütteln, fahre 25% Feldwege reperaturanfällig, immer wieder Klappert was, löst sich was usw
  13. Reperaturen werden teuerer werden weil durch die beiden Räder vorn einfach ein anspruchsvolleres Gebilde gepflegt werden muss, was in Kurven ordentlich durch die Zentrifugalkraft gestresst wird. Da ist beim Up gar nichts.
  14. Freies Gefühl durch balance halten entfällt
  15. Stark befahrene Straße überqueren ist schwieriger
  16. Viele teure Sonderteile die extra beim Hersteller gekauft werden müssen. Hoffentlich gibt es den noch lange.
  17. Kein Boschmotor erhälltlich. Shimano ist ok, wenn er denn mal geht und wenn die Geräuschkulisse drum rum möglichst laut ist ...Ansonst summts in einer Tour vorzugeweise ab 85 Umdr.
  18. Stressigeres balancieren bei Absprerrstöcken
  19. Trike Rückwärts scheiben anstelle Up ist schwerer
  20. Ist der Weg schmal ist ein aneinader vorbeifahren trike/Up schwerer als Up/Up. Deshalb omme ich mir schon so vor als dass ich mir etwas mehr herausnehmen muss vom öffentlichen Raum. kann verstehen wenn Up Fahrer den Mund verziehen weil sie anhalten müssen, wobei dies meist übertrieben ist, denn so breit ist das Teil gar nicht. Wird aber so empfunden.
  21. Sonne scheint mehr in die Augen - blendet mehr
  22. Dabeide Vorderräder gebremst werden und dies nicht immer ganz gleichmäßig ist "schwänzelt" das trike immer mal wieder bei ordentlichen Bremsungen berg ab. Dieses Problem gibts beim Up nicht.
  23. Lenkung ist sehr direkt. Vor einem nur das Tretrohr kurz ich fühle mich bergab immer noch nicht so sicher wie auf meinem Up -> meinen Standarberg fahre ich mit trike max 54 km/h runter mit Up 65 km/h
  24. Vermute bei Regen und im Winter ist Gesicht bzgl Kälte mehr belastet

Trotz dem Überwiegen der Nachteile bin ich sehr froh dass, es trikes gibt, denn ansonsten hätte ich nur noch ab und an 1-2 Stündchen fahren können.
Ich bestreite einfach gerne mein Leben mit einem Rad. Heute musste ich verschiedenes erledigen und es kamen 110 km zusammen. Danach bin ich abgestiegen und habe entspannt was anderes gemacht und, Problemzone war schmerzfrei. Super :):):):):):):):):):):):):):):):)
Ich möchte es nicht mehr missen. Bin neulich mal Up gefahren ... hat mir nicht so gut gefallen ... ok vielleicht Gewöhnung nun nach 2800 km.

Auf jeden Fall war ich, nach ausgiebigen Probefahrten wesentlich skeptischer, bin angenehm überrascht und, ja ich muss es zugeben verliebt, ins neue Gefährt. Trotz aller der vielen Techn. Probleme die ich in beschrieben habe

Das hätte ich nicht gedacht


Bin gespannt wie es bei euch ist

vG
 
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Interessanter Vergleich.
Allerdings sind ein paar Punkte wie die Sitzposition nicht aufs Trike beschränkt, sondern gelten generell für Liegen.
Andere Punkte (Feldwege) sind wohl modellabhängig - hat Dein Trike Federung?
Bin neulich mal Up gefahren ... hat mir nicht so gut gefallen ... ok vielleicht Gewöhnung nun nach 2800 km.
Nach einiger Zeit Leitra-Trike ging es mir genauso, und ich möchte gar nicht mehr Up fahren, auch wenn ich derzeit nur noch Einspurer fahre.

Mich freut es für Dich, daß das Trike für Dich die richtige Entscheidung war!

Weiter frohes
 
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Some points:

I have only ever tipped over at very slow speeds (3 times). At higher speed it seems easier to ride on two wheels. I move my upper body a lot and corner quite fast now.

Braking both wheels evenly or not depends on the situation, in 3 years I have only panic braked twice and the trike stayed straight and true.

I removed the original 40 mm tire for fatter 54 mm balloon ones and that calmed the steering a lot. I am now, with lots of km ready to go back down a little and will mount 49-406. I have never been able to go over 69 km/h on the trike because of air and rolling resistance down the same slope where I went 67 km/h on the upright pedelec. Make sure your steering is perfectly aligned and use a light hand.
 

BuS velomo

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Konkreterweise solltest du noch in deinen Titel setzen, dass es um den Vergleich von Pedelecs geht - E-Up vs. E-Trike.
Für die analogen Versionen würden ggfs. ein paar andere Eigenschaften ins Gewicht fallen.
 
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Hallo, ja da hast du recht aber ich kann den Text des nicht mehr verändern. Ein Moderator könnte es ja entsprechend korrigieren oder eben du nennst für trikes und ups die Punkte die von den e-trikes und e ups differieren

Vg
 

BuS velomo

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Naja, ohne Motor fallen hauptsächlich Gewicht und humane Antriebseffizienz auf. D.h. so ein Scorpion Plus ist dann mal eben doppelt so schwer und deutlich langsamer als ein normales Up-Tourenrad.

Für mich in meinem spezifischen Pendelvergleich (50km, sportlich, ohne Motoren) hat sich zwischen verschiedenen Trikes/Quads und der Up-Referenz herausgestellt.
  • ich kann kaum über den Singletrail (schmale Radwege) abkürzen - oder auch innerstädtisch über Bordsteine springen.
  • mein Reisetempo ist spürbar langsamer, am Berg richtig extrem. In dem ungefähren Tourer-Plus-Vergleich wären das 31 zu 24.
  • der nasse Rücken
  • Verkehr in Dunkelheit und Nässe ist in einer tiefen Position ätzend (Blenden, Spritzen usw.)
  • unhandlicher bei ner Panne
  • nehme ich ein schnelleres Sporttrike stattdessen, bin ich zwar ähnlich schnell, aber die Reifenanfälligkeit und Tiefe im Verkehr usw. verstärken sich.
Was bleibt ist die große Bequemlichkeit und daher (wenn man Probleme hat) die Möglichkeit zum schmerzfreien Radeln an Rücken, Nacken, Handgelenken, Hintern usw.
 
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Interessant, wie unterschiedlich Erfahrungen sein können. Bei etlichen Punkten sehe ich es ebenso wie im Eingangspost beschrieben, bei vielen (und entscheidenden) Punkten aber diametral anders. Ich greife aus meiner Erfahrung (20 Jahre Rennrad, 15 Jahre einspuriges Liegerad, etwas über ein Jahr Trike, bisher etwa 7.000 km) nur mal diese "strittigen" Punkte auf.

Die Abhängigkeit von der Fahrbahnneigung, gerade wenn man mal zu zweit nebeneinader fahren will ist ein großer Nachteil, finde ich. Mir tut dann nach 15 Minten der Rücken weh. Ich stütze mich dann mit der Hand abb usw.
Das passiert nur so lange, wie man "mit Gewalt" gegen die Neigung anarbeitet. Nachdem ich kapiert hatte, dass man bezogen auf die Trike/Fahrbahn-Neigung einfach entspannt "senkrecht" sitzen bleben muss – kein Problem mehr.
Weniger Ausblick durch tiefes Sitzen wobei ich Scorpion Plus hs Sitz fahre also hoch, im Vergleich zum Up in moderater Sitzpostion. Ok bin 1,88.
Ich empfinde genau das Gegenteil: Die entspannte Haltung auf dem Trike lässt mich ebenso entspannt in Landschaft gucken. Gegenüber dem Rennrad ist das natürlich klar, aber auch gegenüber dem Einspurer-Liegerad habe ich dieses Gefühl, vermutlich weil die Balancier-"Arbeit" wegfällt.
Erhebelich unangenehmeres Gefühl in Kurven weil man das Rad nicht kippen kann.
Auch hier: Genau das Gegenteil. Ich liebe es, wie mein Trike "wie auf Schienen" durch die Kurven fährt (so ein Gefühl hatte ich das letzte Mal vor knapp 50 Jahren in meinem damaligen Austin Mini ;) )
Teuer in Anschaffung
Ja. Kommt aber auch ein bisschen darauf an, wie weit man der in diesem Forum stark verbreiteten "Sucht" frönt, alles für Geld zu Kaufende an seinem Trike anzubringen. Mein Gekko26 fand ich im Vergleich zu guten Aufrechträdern nicht soooo viel teurer.
Durch das ewige rütteln, fahre 25% Feldwege reperaturanfällig, immer wieder Klappert was, löst sich was usw.
Siehe den Punkt vorher: Je mehr "Klapperanfälliges" man an sein Trike baut, desto eher klappert’s dann auch.
Reperaturen werden teuerer werden weil durch die beiden Räder vorn einfach ein anspruchsvolleres Gebilde gepflegt werden muss, was in Kurven ordentlich durch die Zentrifugalkraft gestresst wird. Da ist beim Up gar nichts.
Das ist ja (vorerst) nur ein Vermutung von dir, nehme ich an …
Freies Gefühl durch balance halten entfällt
Kann man vielleicht so sehen. Dem steht für mich aber das absolut ruhig-sichere Mehrspur-Gefühl entgegen – deshalb habe ich ein Trike gekauft.
Stark befahrene Straße überqueren ist schwieriger
Wieder: Bei mir das genaue Gegenteil. Noch nie habe ich mich vor und beim Überqueren vor allem stark befahrener Straße so sicher gefühlt, wie jetzt auf dem Trike. Im Winkel von 90 Grad zum Straßenverlauf zum Stehen kommen, komplett entspannt auf die nächste Lücke warten und ohne Wackeln und Kippeln losfahren.
Viele teure Sonderteile die extra beim Hersteller gekauft werden müssen. Hoffentlich gibt es den noch lange.
Siehe oben: Wenn man die Ausstattung schlicht hält, gibt es gar nicht so viele Sonderteile.
Stressigeres balancieren bei Absprerrstöcken
Ich weiß nicht, was Absperrstöcke sind, aber "Balancieren" muss ich nie (kann ich auch gar nicht mehr).
Trike Rückwärts schieben anstelle Up ist schwerer
Ein Trike muss man nicht rückwärts schieben, sondern kann es am Gepäckträger oder ggf. dem Reifen hinter sich her ziehen.
Da beide Vorderräder gebremst werden und dies nicht immer ganz gleichmäßig ist "schwänzelt" das trike immer mal wieder bei ordentlichen Bremsungen berg ab. Dieses Problem gibts beim Up nicht.
Beim Up nicht – und bei mir mit dem Trike auch nicht. Beidseitig gleichmäßiges Bremsen kann man üben (ich habe auch auf meinen einspurigen Rädern immer schon gleichmäßig beide Bremsen betätigt).
Lenkung ist sehr direkt. Vor einem nur das Tretrohr kurz ich fühle mich bergab immer noch nicht so sicher wie auf meinem Up -> meinen Standarberg fahre ich mit trike max 54 km/h runter mit Up 65 km/h
Ich seh in der direkten Lenkung (wenn das der technisch richtige Ausdruck ist) nur Vorteile – siehe: "Fahren wie auf Schienen". Und auf’m Rennrad war vor meiner Nase bloß die Straße, da habe ich bergab immer ein bisschen Bammel gehabt.
... und, ja ich muss es zugeben verliebt, ins neue Gefährt.
Verliebt bin ich nicht ;) , aber in meiner aktuellen Situation ist das Trike für mich das Ideal-Fahrrad. Und die wenigen Punkte, die auch aus meiner Sicht diesen Eindruck trüben könnten, fallen gegenüber den großen Vorteilen nicht ins Gewicht.

:) Wolfgang
 
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Ich fahre ein Gekko fx und sehe einige Punkte auch anders.
Transport von Gepäck irgendwie angenehmer weil Rad von alleine steht
Andererseits ändert sich bei Beladung auch die Fahrdynamik erheblich. Gerade die Kippneigung nimmt stark zu, da muß man in schnellen Kurven aufpassen.
die abhängigkeit von der Fahrbahnneigung, gerade wenn man mal zu zweit nebeneinader fahren will ist ein großer Nachteil, finde ich. Mir tut dann nach 15 Minten der Rücken weh. Ich stütze mich dann mit der Hand abb usw.
Da magst du zwar recht haben, aber das läßt sich auf viele verschiedene Arten lösen. Mit dem breiten Trike zu zweit nebeneinander fahren geht eher schlecht, dann muß man sich eben entsprechende Wege suchen, auf denen das möglich ist. Alternativ kannst du einen Sitz auswählen, der dich stärker hält, die Netzsitze finde ich da ehrlich gesagt nicht so toll.
Mehr rütteln auf Feldwegen
Wenn du viele Feldwege fahren willst, dann mußt du dir ein Fahrzeug kaufen, das speziell dafür entwickelt wurde. Durch die sehr variable und gute Federung eines Ups, bei der du als Fahrer ein wesentlicher Teil der Federung bist, ist die Wahl des richtigen Fahrzeugs da einfach unkritischer. Beim Trike kannst du nicht federn, da muß das Fahrzeug das komplett übernehmen.
Erhebelich unangenehmeres Gefühl in Kurven weil man das Rad nicht kippen kann.
Das verstehe ich nicht. Einspurer rutschen in Kurven weg, wenn man sie zu stark kippt. Mehrspurer kippen, das Kippen kann man durch beherztes Bremsen des äußeren Rads sofort abstellen. Oder man lernt, das gekippte Rad handzuhaben. Nach 7 Wochen fand ich das aber auch noch sehr unangenehm, warte mal ein halbes Jahr, dann fängst du an, dich daran zu gewöhnen. Kleiner Tip: Schön stark in die Kurven legen. :)
Durch das ewige rütteln, fahre 25% Feldwege reperaturanfällig, immer wieder Klappert was, löst sich was usw
Kannst du darauf näher eingehen? Bei meinem Gekko klappert und löst sich kaum was, lediglich die Verschraubung des Faltsitzes ist durch die Verwendung eines Rechtsgewindes ein Konstruktionsfehler, der ständig Probleme macht.
Reperaturen werden teuerer werden weil durch die beiden Räder vorn einfach ein anspruchsvolleres Gebilde gepflegt werden muss, was in Kurven ordentlich durch die Zentrifugalkraft gestresst wird. Da ist beim Up gar nichts.
Nein, ganz im Gegenteil! Du hast vorne 20"-Räder mit 36 Speichen, die sind unglaublich stabil und steif. Kein Vergleich zu filigranen Gebilden mit riesigen Felgendurchmessern und wenigen Speichen. Ja, ab und an muß man sich um die Räder kümmern, das schiebe ich aber auf hohe Laufleistung und damit hohe Belastung. Wenn du dann auch noch viel auf ungeeigneten Wegen fährst, wird das natürlich noch schwieriger.
Freies Gefühl durch balance halten entfällt
Man kann Trikes auch auf zwei Rädern fahren. ;)
Ich sehe das aber eher als Vorteil. Wenn's dir nur um die Liegeposition geht, dann wäre es viel sinnvoller gewesen, dir ein einspuriges Liegerad zu kaufen.
Stark befahrene Straße überqueren ist schwieriger
Ich bin mir nicht sicher, ob du das so siehst wie ich, ich kann da aber mit Einschränkungen zustimmen: Das Trike ist vorne recht lang, erst dann kommst du. Man sieht also schlecht auf die Straße, wenn bei Ausfahrten und Einmündungen alles vollgestellt ist. Sehen wir mal davon ab, daß man da aus genau diesem Grund (es gibt ja auch Autos, die vorne lang sind!) nichts hinstellen darf, ist das natürlich ein Problem, da man gerne übersehen werden kann. Da hilft dann nur vorsichtiges Vortasten, bis man was sieht, und dann schnelles Einfahren in die Straße, damit die Autofahrer dich auch wirklich sehen. Ich habe mir zusätzlich noch Speichenreflektoren an die Vorderräder gemacht, denn die sind sehr auffällig. Alternativ kannst du natürlich eine auffällige, 2 Meter nach vorne (!) herausragende Fahne Ladung nebst Markierung am Trike anbringen.
Viele teure Sonderteile die extra beim Hersteller gekauft werden müssen. Hoffentlich gibt es den noch lange.
Ich kenne mich zwar nicht aus, sehe bei hp velotechnik aber kein Problem diesbezüglich. Die meisten Teile sind Standardteile. Beim Gekko sind eigentlich alles Standardteile, beim Scorpion fs soll wohl die Vorderradfederung etwas speziell sein. Im Gegensatz zu einigen anderen Liegerädern sind die hp-Velotechnik-Trikes hinsichtlich der Teile geradezu langweilig, da ist möglichst viel von der Stange.
Stressigeres balancieren bei Absprerrstöcken
?
Beim ersten Mal muß man halt sehr langsam fahren und schauen, ob man bei Absperrgittern unten durchfahren kann. Beim zweiten Mal weiß man es und muß die Geschwindigkeit nicht reduzieren. :D
Trike Rückwärts scheiben anstelle Up ist schwerer
Ich habe genau die gegenteilige Erfahrung gemacht. Trike rückwärts geht superleicht, man hebt das Hinterrad an und kann dann entspannt und bequem ziehen. Vorwärts schieben (längere Strecken) ist allerdings sehr nervtötend, weil man nicht lenken kann, weil es keinen offensichtlichen Punkt gibt, an dem man das Trike zum Schieben anpacken kann und das Anheben des Hinterrads auf die Dauer doch anstrengend ist. Ich habe mein Trike nach einer Panne mal 10 km nach hause geschoben, das war nervig und reicht mir eigentlich.
Ist der Weg schmal ist ein aneinader vorbeifahren trike/Up schwerer als Up/Up. Deshalb omme ich mir schon so vor als dass ich mir etwas mehr herausnehmen muss vom öffentlichen Raum. kann verstehen wenn Up Fahrer den Mund verziehen weil sie anhalten müssen, wobei dies meist übertrieben ist, denn so breit ist das Teil gar nicht. Wird aber so empfunden.
Eigentlich nicht: Dann ist der Weg nämlich sowieso zu schmal und du solltest ihn nicht benutzen. Oftmals gibt es wunderschöne breite Straßen mit tollem Belag neben gammeligen viel zu engen "Fahrradwegen". Benutze die doch einfach.
Das Trike ist übrigens kaum breiter als ein "modernes" E-MTB.
Sonne scheint mehr in die Augen - blendet mehr
Ja, das ist nervig. Allerdings ist das Trike so stabil, daß man bequem eine Hand vom Lenker nehmen kann, um damit die Sonne abzudecken. ;)
Dabeide Vorderräder gebremst werden und dies nicht immer ganz gleichmäßig ist "schwänzelt" das trike immer mal wieder bei ordentlichen Bremsungen berg ab. Dieses Problem gibts beim Up nicht.
Hast du gekoppelte Bremsen genommen? Dann gibt's von mir kein Mitleid. ;)
Übrigens: Wenn du ein Up so aggressiv bremsen würdest wie man das beim Trike machen kann und üblicherweise dann auch macht, würdest du die ganze Zeit hinfallen. ;)
Lenkung ist sehr direkt. Vor einem nur das Tretrohr kurz ich fühle mich bergab immer noch nicht so sicher wie auf meinem Up -> meinen Standarberg fahre ich mit trike max 54 km/h runter mit Up 65 km/h
Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Geschwindigkeit ist beide Male schon extrem gefährlich, wenn was passieren sollte, insofern macht das da dann keinen großen Unterschied. Beim Trike hast du doch eine tolle Lenkung, die genau das macht, was man will. Die Antriebssteifigkeit ist da eher das Problem, bei hohen Geschwindigkeiten wackelt das Gekko beim Mittreten etwas. Die Aerodynamik der Trikes ist aber einfach nicht gut, besonders schnell wird man nicht damit. Das Gekko wird meines Erachtens nach so ab etwa 60-65 km/h etwas "unruhig," aber das sei ihm gegönnt, denn viel schneller als 70 fährt man auch bergab nicht damit (zumindest ich).
Vermute bei Regen und im Winter ist Gesicht bzgl Kälte mehr belastet
Da habe ich gegenteilige Erfahrungen gemacht. Da du im Oberkörper kaum Bewegungsfreiheit brauchst, kannst du dich schön einpacken (sofern du die entstehende Wärme dann aushältst). Du mußt ja sowohl auf dem Up als auch auf dem Trike nach vorne gucken, daher ist die Ausrichtung deines Gesichts relativ unabhängig vom Rad. Natürlich, wenn du mit einem Rennrad fährst und nur den Boden 2 Meter vor dir siehst, dann ist das natürlich anders. Wenn dir so viel daran liegt, kannst du die Kopfposition aber auch auf dem Trike einnehmen. ;)
 

BuS velomo

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Also da wir hier eher in einem Forum für Trike-Liebhaber als für Up-Liebhaber sind, kann ich schon verstehen, dass solche (durchaus differenzierten) Nachteil-Listen, wie von @Marchi vorgebracht, sofort beredeten Widerspruch provozieren. Aber plausibel und verallgemeinerbar finde ich diese Liebhaber-Perspektiven nicht wirklich, sondern sie unterschätzen massiv ihren "Gegner" - das gemeine Up-Tourenrad (wir vergleichen hier immerhin keine Rennräder mit Renntrikes ;) )
  • Fahrbahn-Neigung? Natürlich ist das nen Argument für nen Einspurer (egal ob Up oder Liege), ebenso wie unterschiedliche Levels und Beschaffenheit der Spuren - wenn man gleich 3 davon mit sich rumschleppt.
  • Impuls-Anregung? Natürlich hat ein Einspurer weniger mit schlechtem Belag (Schlaglöcher, Feldweg) zu kämpfen als ein Mehrspurer. Federn kann man den genauso und zzgl. auch noch aus dem Sattel gehen und die Extremitäten federn lassen, statt am Rücken zu leiden usw.
  • ... Klappern: auch hier logisch: je weniger Impulsanreger, Spuren und Materialien, desto weniger kann klappern. Es hilft da nicht die älteste Bahnhofsschlampe mit nem Scorpion FS zu vergleichen - wenn dann auch nen gut gefedertes Tourenrad ohne lose Billigteile bitte!
  • Material-Stabilität? Ein Mehrspurer mit Querbelastungen hat natürlich viel mehr zu verarbeiten als Up-Laufräder (und Aufhängungsteile), die stets in die resultierende Kraftrichtung balanciert werden, und mit einer 2x28" Spur über alles hinwegrollen. Die 20" Vorderräder sind gut bzgl. ihrer Eigenstabilität (quer), aber nicht für das Impulsmanagement auf den Rest des Fahrzeugs inkl. Fahrer.
  • Spezialteile, Reparaturen, Anfälligkeiten? ... schlagen damit bei Trikes definitiv teurer zu Buche als bei sinnvollen Massenmarkt-Ups. Und schon im Anschaffungspreis ist das Gekko 1) nicht repräsentativ für Trikes und 2) beim Bauteil-Level auf nem Niveau von vielleicht 700€ Ups.
  • High-Speed-Stabilität? Gerade wenn wir über hohe Trikes reden (Scorpion Plus) hört da ab 50 die allgemeine Wohlfühlzone auf, bei nem ausgewogenen Einspurer liegt die deutlich drüber, weil das (Up) Ausbalancieren von Störimpulsen deutlich humaner abläuft als bspw. der Effekt eines losen oder schwimmenden Hecks beim Tadpole.
  • Kurvengeschwindigkeit? Kippen versus Rutschen. Auch hier muss man gerade gegenüber Hochsitz-Trikes wirklich das Glätte-Argument bemühen, damit ein Up verliert. Wobei ich noch hinzufügen möchte, dass ein Trike nicht wirklich besser beherrschbar ist auf Eis als ein Up mit vernünftigen Reifen (und nem reaktiven Fahrer) - erst das Vierrad bringt hier den absoluten Vorteil (ähnlich bzgl. Gepäcktransport).
  • Kurvengefühl? Gut, das ist Geschmackssache, ob man eher der "Motorrad" oder der "GoCart" Typ ist. Ich find beides nett - aber ein gut gefedertes Trike mit hohem Sitz/ Schwerpunkt hat nicht mehr wirklich viel mit "Schienen" zu tun, eher "mit um die Kurven schwimmen".
  • Übersichtlichkeit? Es gibt sehr sehr wenige Situationen im Straßenverkehr, wo ich mit dem Lieger ne bessere Übersicht hätte als mit dem Up. Es ist geradezu grotesk andersherum, dass ich mich mit einem tiefen Lieger gar nicht mehr in eine Großstadt oder dichten Verkehr traue, weil ich in der tiefen Käferposition wesentlich weniger sehe und wesentlich reaktionsträger bin.
  • Hindernisse? Ich kenne eigentlich keine, bei denen ich mit dem Trike im Vorteil wäre im Vgl. zum Up. Dass Up-Lenker ja eigentlich genauso breit seien wie schmale Trikes, nützt nix wenn man a) breite Trikes fährt (Plus) und b) es einen gehörigen Unterschied macht, wo man breit ist - in der Luft oder am Boden (Single-Trail, schmale Wege, bei denen der Einspurer bis an den Rand rollen kann usw.)
  • Kälte und Wetterfestigkeit? Im Winter ist meine Körpertemperatur und v.a. senkrechte Durchblutung der Extremitäten auf dem Up viel ausgeglichener. Auf nem offenen Trike fallen dir bei Minusgraden den Füße ab, wenn die nicht perfekt eingepackt werden, während der nasse Rücken (wenn man sportlich fährt) ein absoluter Stimmungskiller ist.
  • Sonne, Regen, Gegenverkehr? Dagegen hilft auf dem (hohen) Up nen simples Basecap - auf dem (tiefen) Lieger biste dem voll ausgesetzt und kannst deine Augen kaum schützen. Eine Hand hochnehmen ist da eher ne Verzweiflungstat als nen ernsthaftes Feature.
  • Dass es auf Up-Tourern konterkariert unbedingt zu Schmerzen und schlechter Ergonomie kommt, man nur 2m Straße sieht, ständig auf die Fresse fliegt, im Winter friert und sowieso nicht so dolle aerodynamisch ist... nee, dann macht man irgendwas falsch.
Also für mich - der beruflich Trikes verkauft und die Dinger ja unbedingt liebhaben muss - bleiben für das Trike nur sehr wenige Argumente übrig, die man hervorheben sollte (und auch differenzieren, welche Bauart was leisten kann, und was nicht). Aber diese Abwehr und Entkräftung der durchaus stichhaltigen Nachteil-Aufzählung da oben, ordne ich eher unter "gewolltes Positivdenken" ein als unter "überzeugend verallgemeinerbar". Wenn man mit solchen Null-Problemo-Erwartungshaltungen an Trikes herantritt, kann man m.E. nur enttäuscht werden.

VG Steffen
 
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Also da wir hier eher in einem Forum für Trike-Liebhaber als für Up-Liebhaber sind, kann ich schon verstehen, dass solche (durchaus differenzierten) Nachteil-Listen, wie von @Marchi vorgebracht, sofort beredeten Widerspruch provozieren. Aber plausibel und verallgemeinerbar finde ich diese Liebhaber-Perspektiven nicht wirklich, sondern sie unterschätzen massiv ihren "Gegner" - das gemeine Up-Tourenrad (wir vergleichen hier immerhin keine Rennräder mit Renntrikes ;) )

Wir haben viele der Punkte schon vor einigen Wochen durchgekaut und darauf hingewiesen. Ein Up ist "besser" als ein Trike, weil die Wege eher auf Ups ausgerichtet sind. Durch die schlechte Federung von Liegerädern im Vergleich zu Ups, die einfach eine extrem gute Federung haben, eignen sie sich prinzipbedingt weniger für sehr schlechte Wege, wie sie mit Fahrrädern gern mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden.

Insofern ist es durchaus lohnenswert, unterschiedliche Vergleichsräder heranzuziehen, zumal hier ja auch überhaupt nicht spezifiziert wird, womit verglichen wird. Beim Fahren auf 25% Feldwegen wird das wohl kein Straßen-Rennrad sein, aber vielleicht wird hier auch "ein" Trike mit mehreren Ups verglichen in dem Versuch, allgemeine Eigenschaften herauszuarbeiten--klar, daß das nicht funktioniert, genauso wenig, wie es funktioniert, mehrere Trikes mit "einem" Up zu vergleichen.

Impuls-Anregung? Natürlich hat ein Einspurer weniger mit schlechtem Belag (Schlaglöcher, Feldweg) zu kämpfen als ein Mehrspurer. Federn kann man den genauso und zzgl. auch noch aus dem Sattel gehen und die Extremitäten federn lassen, statt am Rücken zu leiden usw.
Das bezieht sich aber auf ein Up, nicht auf Einspurer als solche. Die meisten Wege sind nicht für dreispurige Fahrzeuge ausgelegt, sondern für zweispurige mit entsprechender Spurbreite, und das sind meist Autos. Da hilft dann nur, sich entweder ein geeignetes Fahrzeug oder andere Wege zu suchen. Fahrräder sind nicht extrem universell, bei Ups gelingt es aber recht gut, einigermaßen brauchbare Kompromisse für unterschiedliche Wegbeschaffenheit zu finden, solange man nicht zu ambitioniert ist. Bei Liegerädern gelingt das nicht--warum, weiß ich nicht, ich vermute aber, daß niemand ein Universal-Liegerad haben will, weil das nicht universell ist und dadurch Spaß macht, sondern überall höchstens mittelmäßig und dadurch nervt.

Material-Stabilität? Ein Mehrspurer mit Querbelastungen hat natürlich viel mehr zu verarbeiten als Up-Laufräder (und Aufhängungsteile), die stets in die resultierende Kraftrichtung balanciert werden, und mit einer 2x28" Spur über alles hinwegrollen. Die 20" Vorderräder sind gut bzgl. ihrer Eigenstabilität (quer), aber nicht für das Impulsmanagement auf den Rest des Fahrzeugs inkl. Fahrer.
Hier ging's doch ganz konkret darum, daß man sich Sorgen machte, daß die Räder die Querkräfte in Kurven nicht aushalten, weil man sich nicht in die Kurven lehnen kann. Dem muß man ganz klar widersprechen.

Spezialteile, Reparaturen, Anfälligkeiten? ... schlagen damit bei Trikes definitiv teurer zu Buche als bei sinnvollen Massenmarkt-Ups. Und schon im Anschaffungspreis ist das Gekko 1) nicht repräsentativ für Trikes und 2) beim Bauteil-Level auf nem Niveau von vielleicht 700€ Ups.
Das Gekko ist ungefedert und hat keinen tollen Sitz, dafür kostet es weniger. Du magst vielleicht tolle Sachen an deine Fahrzeuge bauen, die Trikes von HP Velotechnik sind ausstattungsmäßig aber alle auf ziemlich niedrigem Niveau, ob nun die Gekkos oder die Scorpions. Fahren kann man damit trotzdem, die Technik begeistert halt nicht.

High-Speed-Stabilität? Gerade wenn wir über hohe Trikes reden (Scorpion Plus) hört da ab 50 die allgemeine Wohlfühlzone auf, bei nem ausgewogenen Einspurer liegt die deutlich drüber, weil das (Up) Ausbalancieren von Störimpulsen deutlich humaner abläuft als bspw. der Effekt eines losen oder schwimmenden Hecks beim Tadpole.
45 fahre ich mit meinem klapprigen und fragwürdigen Trekkingrad, erst darüber hinaus fühle ich mich langsam nicht mehr wohl. Beim Gekko habe ich das Gefühl, daß so bis 60, 65 alles problemlos ist, danach wird die Lenkung sehr sehr feinfühlig und dadurch anstrengend. Mit dem Hurricane kann ich sehr entspannt mäßig schnell fahren, die hohen Geschwindigkeiten kenne ich allerdings nicht, da ich damit die dafür notwendigen Anstiege nicht hochfahren kann.

Letztendlich ist das aber alles ein Kompromiß: Hohe Trikes sind eben kippanfällig und damit bei höheren Geschwindigkeiten auch schwieriger handzuhaben. Das hat man dem Autor gesagt und erläutert und er hat sich trotzdem ein besonders hohes Trike gekauft.

Übersichtlichkeit? Es gibt sehr sehr wenige Situationen im Straßenverkehr, wo ich mit dem Lieger ne bessere Übersicht hätte als mit dem Up. Es ist geradezu grotesk andersherum, dass ich mich mit einem tiefen Lieger gar nicht mehr in eine Großstadt oder dichten Verkehr traue, weil ich in der tiefen Käferposition wesentlich weniger sehe und wesentlich reaktionsträger bin.
Das ist natürlich eine individuelle Sache. Viele moderne Autos sind so hoch, daß ich auf dem Up auch nicht sinnvoll drüberschauen kann. Insofern hat da das Up für mich keinen Vorteil. Mit meinen Liegerädern habe ich gefühlt keine schlechtere bessere Übersicht im Straßenverkehr, außer eben an zugestellten Ausfahrten. Gefährlich ist aber sowieso nicht, wenn du wenig Übersicht hast, sondern eher, wenn du schlecht wahrgenommen wirst.

Hindernisse? Ich kenne eigentlich keine, bei denen ich mit dem Trike im Vorteil wäre im Vgl. zum Up. Dass Up-Lenker ja eigentlich genauso breit seien wie schmale Trikes, nützt nix wenn man a) breite Trikes fährt (Plus) und b) es einen gehörigen Unterschied macht, wo man breit ist - in der Luft oder am Boden (Single-Trail, schmale Wege, bei denen der Einspurer bis an den Rand rollen kann usw.)
Hindernisse sind für breite Fahrzeuge ein Problem. Die Lösung, wie so oft: Keine ungeeigneten Wege fahren! Ja, es gibt für Trikes mehr ungeeignete Wege als z.B. für ein Fully-MTB, aber das liegt eben in der Natur der Sache.

Kälte und Wetterfestigkeit? Im Winter ist meine Körpertemperatur und v.a. senkrechte Durchblutung der Extremitäten auf dem Up viel ausgeglichener. Auf nem offenen Trike fallen dir bei Minusgraden den Füße ab, wenn die nicht perfekt eingepackt werden, während der nasse Rücken (wenn man sportlich fährt) ein absoluter Stimmungskiller ist.
Das ist sehr interessant, aber eben auch wieder individuell: Auf dem Up frieren mir sofort die Extremitäten ein, außerdem wird mir kalt. Auf dem Trike wird mir nicht so schnell kalt, außerdem ist die Handhaltung entspannter und dadurch frieren mir die Hände nicht sofort ein. Die Füße sind schlimm, das kann ich aber nicht mit dem Up vergleichen: Auf dem Up schaffe ich im Winter keine Fahrt länger als etwa 45 Minuten, auf dem Trike schon. Der Rücken ist glaube ich bei jedem Liegerad ein Problem, damit muß man zurechtkommen. Viel nerviger an Liegerädern finde ich die Pfütze, die sich bei Regen auf dem Bauch bildet und sich irgendwann mal einen Weg durch die Reißverschlüsse sucht. Andererseits ist das eben auch eine Geisteshaltung, die man sich angewöhnen muß: Wenn es regnet, dann wird man halt naß. Genauso muß man das Fahren am Berg erst mental überwinden, weil man eben sehr sehr langsam ist.

Dass es auf Up-Tourern konterkariert unbedingt zu Schmerzen und schlechter Ergonomie kommt, man nur 2m Straße sieht, ständig auf die Fresse fliegt, im Winter friert und sowieso nicht so dolle aerodynamisch ist... nee, dann macht man irgendwas falsch.
Willst du uns verraten, was?

Trikes sind spezielle Fahrzeuge mit anderen Eigenschaften als einspurige Liegeräder oder Ups. Je nachdem, wie und wo man unterwegs sein will, kann das ein Problem sein oder eben auch nicht. Mir sind Ups mittlerweile zu hoch und zu wackelig, außerdem wird man unverschämt überholt. Für das Fahren im Gelände konnte ich mich auch mit dem Up nie großartig begeistern. An Einspurern finde ich die Aerodynamik nervig, die sorgt für schlechte Belüftung bei schneller Fahrt, dann muß man die Kleidung entsprechend anpassen. Sobald man langsam ist und auch nur ein wenig Wind aufkommt, friert man dann aber sofort unangenehm. Außerdem ist längeres Warten an Ampeln nervig, weil man das ganze Gefährt komisch balancieren muß (gegebenenfalls liegt das aber auch hauptsächlich an mir, weil ich nur einen Fuß ausklicke). Beim Trike nervt die Breite und der schlechte Antriebsschlupf; andererseits fährt man damit bequem Anstiege hoch, die man mit anderen Rädern allerhöchstens im Wiegetritt schaffen würde, vorausgesetzt, der Untergrund gestattet dies. Wenn ich mir eines meiner Fahrräder aussuchen müßte, mit dem ich das nächste Jahr alles erledigen müßte, dann wäre das garantiert das Trike, trotz aller Unhandlichkeit. Das Gekko ist das universellste Fahrrad, das ich habe: Ich kann bequem größere Mengen an Gepäck transportieren, da der nutzbare Übersetzungsbereich so groß ist, daß ich keine Probleme mit der Stabilität habe, wenn es mal einen Berg hochgeht (selbst beladen); ich kann längere Strecken fahren, weil es sehr bequem ist; und ich kann auch einigermaßen zügig fahren, aber nicht zu zügig, denn das Ding hat so eine große Stirnfläche, daß der Luftwiderstand schon recht hoch ist.


Also für mich - der beruflich Trikes verkauft und die Dinger ja unbedingt liebhaben muss - bleiben für das Trike nur sehr wenige Argumente übrig, die man hervorheben sollte (und auch differenzieren, welche Bauart was leisten kann, und was nicht). Aber diese Abwehr und Entkräftung der durchaus stichhaltigen Nachteil-Aufzählung da oben, ordne ich eher unter "gewolltes Positivdenken" ein als unter "überzeugend verallgemeinerbar". Wenn man mit solchen Null-Problemo-Erwartungshaltungen an Trikes herantritt, kann man m.E. nur enttäuscht werden.
Es ist ja keine Abwehr und Entkräftung, sondern nur eine Darstellung anderer Erfahrungen und Wahrnehmungen. Ich will niemandem seine Erfahrungen ausreden, aber ich denke, daß einige Punkte sich bessern, wenn man mehr Erfahrung gesammelt hat--bei mir hat es etwa 9 Monate und ein paar tausend Kilometer gedauert, bis ich mit dem Gekko wirklich entspannt fahren konnte.
Allerdings: Man kann die Technik nicht ohne ihren Kontext betrachten. Ein Trike "braucht" andere Wege, andere Infrastruktur und andere Fahrtechnik als ein Up. (Wobei es auch unter den Ups eine so große Bandbreite gibt, daß man das eigentlich gar nicht so pauschal sagen kann; Rennradwege sind i.a. aber auch für Trikes geeignet, außer bei zu starker Kurvenneigung.) Wenn ich das mit aller Gewalt nicht mag, dann gibt es natürlich nur Nachteile.
Ich finde, daß es genauso unproblematisch ist, ein Trike zu fahren, wie es unproblematisch ist, ein Up zu fahren, oder wie es unproblematisch ist, ein Auto zu fahren: Nämlich überhaupt nicht. Man muß sich eben mit den Eigenschaften arrangieren oder sich ein anderes Fahrzeug suchen. Das ist aber irgendwie immer so und daher meines Erachtens nach nicht gesondert erwähnenswert.
Ich weiß, daß du große Vierräder magst. Das mag für viele Anwendungen sinnvoll sein, das zusätzliche Gewicht und die zusätzliche Reibung wären für mich jedoch uninteressant. Du mußt Trikes natürlich nicht unbedingt liebhaben, ich traue dir zu, die auch ordentlich zu konstruieren, wenn du sie nicht magst. Ich weiß, daß du große Vierräder magst. Das mag für viele Anwendungen sinnvoll sein, mir wären die jedoch zu unahndlich, das zusätzliche Gewicht und die zusätzliche Reibung wären für mich ebenfalls uninteressant.
 
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Aber diese Abwehr und Entkräftung der durchaus stichhaltigen Nachteil-Aufzählung da oben, ordne ich eher unter "gewolltes Positivdenken" ein als unter "überzeugend verallgemeinerbar". Wenn man mit solchen Null-Problemo-Erwartungshaltungen an Trikes herantritt, kann man m.E. nur enttäuscht werden.
Letzteres hat bei mir bisher jedenfalls noch nicht funktioniert ;) … Ich denke, dass auch das Empfinden von Vor- und Nachteilen höchst individuell und gar nicht "verallgemeinerbar" ist. Ich habe versucht, das in meiner Antwort zu berücksichtigen – möglicherweise nicht klar genug. Ob ich etwas, was ein anderer als Nachteil empfindet, ebenfalls so erlebe oder ganz anders, hängt von sehr vielen Faktoren ab: Wo bin ich vor allem unterwegs? Welchen Fahrstil pflege ich – eher schonend oder materialverschleißend? Was erwarte ich von meinem Fahrrad, gemütliches Pedalieren oder sportliche Höchstleistungen? Und so weiter, und so fort. Und nicht zuletzt gibt es eben nicht nur Menschen mit einer "Null-Problemo-Erwartungshaltung" (was ich mir durchaus anziehen würde), sondern auch solche, die erst dann glücklich sind, wenn sie in irgendeiner Suppe auch noch das allerletzte Haar gefunden haben. Kurzum: Ich fand und finde es richtig, wenn hier unterschiedliche (immer subjektive) Erfahrungen beschrieben werden. Und die im Eingangspost beschriebenen Erfahrungen wollte ich einfach so unkommentiert nicht stehen lassen.

:) Wolfgang
 
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D.h. so ein Scorpion Plus ist dann mal eben doppelt so schwer und deutlich langsamer als ein normales Up-Tourenrad.
Die meisten "normalen" Aufrechtourer dürften es aber nicht auf weniger als 13 kg bringen, sondern eher bei 18 kg liegen.

oder auch innerstädtisch über Bordsteine springen.
Ich habe immer noch nicht den Sinn dieser Aussage erfasst, weil ich nicht über Gehwege heize, folglich das Springen über Bordsteine für mich schlicht nicht erforderlich ist.

der nasse Rücken
Den hatte ich nur, als ich die Husse in der Tasche des Netzsitzes hatte.

Verkehr in Dunkelheit und Nässe ist in einer tiefen Position ätzend (Blenden, Spritzen usw.)
Tiefe Position beim Plus? O.k., Alles ist relativ. Das Angspritzt werden finde ich mit dem Aufrechten viel unangenehmer, beim Plus ist der Körper weitgehend aus dem Spritzbereich raus, beim Aufrechten werden Schuhe und Hose nass. Beim Durchqueren des bis auf den Uferradweg reichenden Rheins war ich auf dem Ostrad Presto mit vergleichbarer Sitzhöhe einst der einzige, der trocken geblieben ist, alle Aufrechten hatten Wasser in den Schuhen, weil die Überschwemmung nicht ohne zu treten durchquert werden konnte.

unhandlicher bei ner Panne
Inwiefern?

Autofahrer sind vorsichtiger als beim Up
Das relativiert sich mit zunehmender Trikeerfahrung der Kraftfahrer/innen.

Erhebelich unangenehmeres Gefühl in Kurven weil man das Rad nicht kippen kann.
Vermutlich sitzt Du zu steif im Sessel, anstatt Deinen Körper in die Kurve zu legen.

Reperaturen werden teuerer werden weil durch die beiden Räder vorn einfach ein anspruchsvolleres Gebilde gepflegt werden muss, was in Kurven ordentlich durch die Zentrifugalkraft gestresst wird. Da ist beim Up gar nichts.
Das kann ich so pauschal nicht bestätigen. Nach schätzungsweise 15000 bis 20000 km in drei Jahren ist kaum etwas verschlissen, und das ist vergleichbar mit dem Aufrechten: Reifen (halten gefühlt länger als am Zweirad, so dass die Kosten nicht höher sind), Bremsbeläge, -scheiben und -züge verschleißen exakt wie beim Up, die Schaltung ebenfalls. An den Spezialteilen habe ich noch nichts machen müssen, vermute aber, dass es kaum teurer sein wird als an einem anderen Fully. Bleibt der Sitz, der sicher nicht so lange hält wie ein Kernledersattel und zudem deutlich teurer ist.

Durch das ewige rütteln, fahre 25% Feldwege reperaturanfällig, immer wieder Klappert was, löst sich was
Ist die Federung auf Dein Gewicht abgestimmt? Außerdem hilft es, die Schrauben richtig anzuziehen und zu sichern.

Stark befahrene Straße überqueren ist schwieriger
Definitiv leichter, da man die Füße schon in der Anfahrposition hat.

Stressigeres balancieren bei Absprerrstöcken
Verstehe ich nicht.

Sonne scheint mehr in die Augen - blendet mehr
Klar, der Blick auf das Vorderrad des Rennrades schützt vor der Sonne.

Dabeide Vorderräder gebremst werden und dies nicht immer ganz gleichmäßig ist "schwänzelt" das trike immer mal wieder bei ordentlichen Bremsungen berg ab. Dieses Problem gibts beim Up nicht.
Das Problem gibt es bei allen Trikes, auch bei aufrechten.

Beidseitig gleichmäßiges Bremsen kann man üben (ich habe auch auf meinen einspurigen Rädern immer schon gleichmäßig beide Bremsen betätigt).
Wobei gleichmäßiges Bremsen und gleichmäßiges Betätigen nicht dasselbe ist, da die gebremsten Räder selten die gleiche Bodenhaftung haben. Daher bin ist ziemlich schnell von mit einem Hebel betätigten Vorderradbremen auf einen Hebel pro Bremse umgestiegen.

Lenkung ist sehr direkt. Vor einem nur das Tretrohr kurz ich fühle mich bergab immer noch nicht so sicher wie auf meinem Up -> meinen Standarberg fahre ich mit trike max 54 km/h runter mit Up 65 km/h
Wie lange hast Du gebraucht, bis Du Dich mit dem Up bei dieser Geschwindigkeit wohlfühltest, mal abgesehen davon, dass diese Lernphase in einer Lebensphase lag, in der mann risikofreudiger ist?

Andererseits ändert sich bei Beladung auch die Fahrdynamik erheblich. Gerade die Kippneigung nimmt stark zu, da muß man in schnellen Kurven aufpassen.
Beim Plus eher nicht, zumindest, solange der Gepäckträger nicht überladen oder die gesamte zulässige Ladung obendrauf gepackt statt seitlich angehängt ist.

Man kann Trikes auch auf zwei Rädern fahren.
Selbst das ist beim Plus nicht so einfach, weil erst der größte Tel des Federweges überwunden werden muss.

Vorwärts schieben (längere Strecken) ist allerdings sehr nervtötend, weil man nicht lenken kann,
Längere Strecken musste ich noch nicht (ich klopfe auf Holz), aber gerade beim Plus mit Netzsitz geht es gut: Hinter dem Trike herlaufen und die Oberkante der Lehne ganz rechts und ganz links fassen, dann kann man es auf ebenem Boden problemlos geradeaus schieben und durch nicht zu enge Kurvenradien lenken.

bei Ups gelingt es aber recht gut, einigermaßen brauchbare Kompromisse für unterschiedliche Wegbeschaffenheit zu finden, solange man nicht zu ambitioniert ist. Bei Liegerädern gelingt das nicht
Ich habe den Eindruck, dass permanent Liegerad und Trike sowie Up und Bike gleichgesetzt werden. Und dann werden die Nachteile der drei Räder den Liegerädern zugeordnet und die Vorteile der Zweiräder den Ups. Mit meinem zweirädrigen Ostrad Presto kann man Feldwege oder Singletrails genauso gut befahren wie mit einem Aufrechttourer, lediglich bei Tiefsand geht es wegen der kleinen Räder nicht voran - das betrifft dann aber aufrechte Falträder genauso. Und mit einem Aufrechttrike wird man auf Singletrails und Feldwegen viel eher scheitern als mit Liegetrikes.
 

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Naja, die Liege-Zweiräder sterben ja grad aus - wie wir es in anderen Threads bedauern - u.a. weil die Trikes besser mit den zielgruppenadäquaten Eigenschaften des Liegens harmonieren. Und Dreirad-Ups... nee, brauchen wir gar nicht erst drüber reden - daher ist die praktische Wahl für die meisten (Nicht-Alten-Szene-Hasen) hier schon Up-Bike vs. Liege-Trike.

Sorry @WolfF und @tomate - wenn ich eure Textvorlage etwas zu verallgemeinernd ausgelesen hab. Natürlich geht es hier um individuelle Erfahrungsberichte, ebenso wie meine Beiträge auch aus meinem Erfahrungsschatz resultieren - der eben durch eure Aussagen angespornt wurde, dem vehement zu widersprechen :D
 

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Das sind interessante und natürlich persönliche Sichtweisen. Für mich persönlich war das Trike im Nachhinein ein Fehlkauf, mir macht das Flux S900 eindeutig mehr Spaß. Es erlaubt einen besseren Überblick in der Stadt, der Transport ist natürlich einfacher, schmale Wege lassen sich besser fahren und Drängelgitter sind kein fieses Hindernis.

Das Up ist in der City aber unschlagbar was die Wendigkeit angeht. Im Schanzenviertel ist man mit dem Up besser unterwegs, bei mir hier draußen ist das Flux die erste Wahl.

Und wenn ich mal nicht weiß, wohin mit dem Geld lasse ich mir hier ein Traumrad schweißen:


P.S. Es lohnt sich die Fotos zu zoomen und die feine Verarbeitung zu genießen.
 
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Sorry @WolfF und @tomate - wenn ich eure Textvorlage etwas zu verallgemeinernd ausgelesen hab. Natürlich geht es hier um individuelle Erfahrungsberichte, ebenso wie meine Beiträge auch aus meinem Erfahrungsschatz resultieren - der eben durch eure Aussagen angespornt wurde, dem vehement zu widersprechen :D
Ich habe damit kein Problem und finde es gut, wenn man mir vehement widerspricht. :)
So lernt man wenigstens was.

Ich habe natürlich vergleichsweise wenig Fahrrad-Erfahrung und bin auch vergleichsweise wenig sportlich und ambitioniert, daher ist meine Sichtweise vielleicht für andere Fahrer wenig relevant. Außerdem bin ich vergleichsweise jung. ;)

Ich habe ein uraltes Up aus der "einfachen" Kategorie, ein Trekkingrad, das wahrscheinlich am Ehesten einem "klassischen" Mountainbike entspricht (26", ungefedert!). Es wurde wenig gefahren und immer gut behandelt, außerdem habe ich ihm ein schönes Teile-Upgrade spendiert (Laufräder, vernünftige Bremsen, guter Sattel, ordentliches Licht, so Zeug halt). Damit kann man wunderbar fahren, es ist anspruchslos, macht man dünne Reifen drauf, wird es schnell, macht man breite profilierte Reifen drauf, wird es etwas schottertauglicher, macht man Spikes drauf, fährt man im Winter auf Schnee und Eis wie auf Schienen. Es macht mit Freude, wenn einem nach 1, 2 Stunden der Hintern weh tut, dann macht man eine kurze Pause und wartet ein paar Minuten, dann geht das schon wieder. Kurzum: Man kann damit fahren. Ich merke aber, daß ich ungern abseits von vernünftigen Wegen fahre und lieber zügig vorankommen will. Ich bin halt einfach kein Naturmensch. ;) Ich hätte mir ja gerne ein anderes Rad gekauft, aber dann gab's hier nichts Ungefedertes und danach wollte ich ein Trike. Also dann eben das Gekko.
Das Gekko entspricht nicht dem, was ich will, aber dem, was ich brauche. Das Gekko hat ein paar Vorteile: Es ist kostengünstig und es ist unglaublich gut transportierbar. Wenn man oft weite Strecken im Zug fahren muß und es nirgendwo vernünftig abstellen kann, dann freut man sich über ein Rad, das man schnell zusammenklappen und im Aufzug mitnehmen oder auch mal eine enge Treppe hochtragen kann. Deshalb brauche ich das. Mehr Spaß würde mir sicher ein deutlich schnelleres ICE Sprint X, VTX oder QNT bereiten.
Mit den 3x20"-Rädern und der Dualdrive muß man nur sehr wenige Ersatzteile mitnehmen, hat vorne keinen empfindlichen Umwerfer, der beim Transport verbogen werden könnte (beim Transport sind mir schon so viele Sachen kaputtgegangen, unglaublich!) und dennoch einen guten Übersetzungsbereich.
Das einspurige Hurricane habe ich mir aus Neugier und Langeweile gekauft und weil es mir optisch sehr gut gefällt. Es ist ein tolles Rad, aber ein reines Freizeitrad. Ich habe es noch nicht so lange, wir müssen uns noch aneinander gewöhnen, aber ich habe ernsthafte Probleme, damit umzugehen, weil es sich so anders verhält als das Trike oder das Up. Ich will das ausführen: Mit dem Hurricane muß ich Strecken minutiös genau planen, damit es funktioniert. Das dürfte wahrscheinlich bei anderen Einspurern ähnlich sein. Mit dem Up kann man Berge zur Not im Wiegetritt fahren und ist zur Not bei niedrigen Geschwindigkeiten zumindest immer sofort abstiegsbereit. Mit dem Trike muß man zunächst lernen, es auszuhalten, langsam zu fahren und kurbelt dann die Berge einfach hoch. Mit dem Einspurer geht das nicht: Der wird bei langsamer Fahrt instabil, nur läßt er sich lang nicht so leicht stabilisieren wie ein Up. Im Wiegetritt kann man so ein Fahrrad ja im Grunde genommen so schräg stellen, daß es auf der Stelle steht oder man mit sehr wenig Geschwindigkeit auskommt, mit dem Einspurer geht das nicht. Der Einspurer braucht eine gewisse (recht hohe) Mindestgeschwindigkeit. Wird die unterschritten, fängt man an, herumzueiern, und irgendwann fällt man um, wenn man nicht schnell genug die Füße auf dem Boden hat. Beim Up geht das aus einer Bewegung heraus, beim Einspurer ist der Abstand von Pedalen zum Boden sehr lang und dann sind die Beine auch noch komisch angewinkelt, daß man kaum Kraft hat. Kurzum: Es ist einfach schwierig. Mit dem Einspurer zu fahren macht trotzdem viel Spaß, aber ich muß alles planen und kann nicht einfach (wie mit dem Up oder dem Trike) irgendwo hinfahren. Es macht natürlich Spaß, wenn ich mit dem Hurricane ein paar Minuten lang mal 45 km/h schnell fahren kann, mit dem Gekko kriege ich eher so 32 km/h hin. Dennoch ist das "Drumherum" einfach anstrengender als mit dem Trike, wo ich mir einfach keine Sorgen machen muß. Gut, Waldstrecken sollte man vermeiden, denn wenn das Hinterrad am Berg durchdreht, dann macht das auch echt keinen Spaß. Ich vermute, daß das mit dem Hurricane alles mit mehr Erfahrung besser wird, weiß aber auch von zumindest einer anderen Person, die schon lange Einspurer fährt, daß sie am Berg oder bei langsamen Geschwindigkeiten gerne mehr Platz hat. Beim Einspurer läßt sich natürlich die Übersetzung auch entsprechend anpassen, aber ein Up ist bei wirklich niedrigen Geschwindigkeiten einfach stabiler, weil man damit deutlich besser balancieren kann; man kann ja auch einen viel größeren Teil des Körpers zum Balancieren nutzen.
Ich glaube, einspurige Liegeräder abseits von Renn-Liegerädern hatten ihre Nische, weil sie bequem und dennoch schnell waren. Diese Nische wird mittlerweile zunehmend von klassischen Pedelecs ausgefüllt. Liegeräder sind weiterhin bessere Reiseräder, wenn man irgendwie mit den Bergen zurechtkommt (z.B. durch entsprechende sportliche Kondition bzw. Kraft in den Beinen), aber mit der zunehmenden Akkureichweite von Pedelecs kommen wir langsam in Regionen, die man als mäßig ambitionierter Fahrer wohl als Tagesetappe vorsieht. Der zunehmende Verkehr macht instabile Räder in der Stadt immer unpraktischer, weil man immer mehr anhalten oder langsam fahren muß: Das ist ungünstig für einspurige Liegeräder, die zudem auch noch durch die höhere Masse schlechter beschleunigen als moderne Ups. Durch Leichtbau läßt sich das natürlich alles lösen, das ist mir durchaus klar. Aus rein praktischen Gründen ist ein modernes Pedelec-Up sicher das geeignetste Rad für Strecken bis sagen wir mal ca. 20-30 km.
Ein einspuriges Liegerad fährt sich, zumindest meiner Erfahrung nach, eigentlich im Grunde genommen genauso wie ein Up, mit Ausnahme des etwas schwierigeren Anfahrens. Ein Trike fährt sich total anders, macht aber natürlich auch Spaß. Mir ist schon klar, warum Trikes beliebt sind: Es ist einfach (im Gegensatz zum Einspurer) offensichtlich, daß man damit fahren kann. Einspurer wirken abschreckend, Trikes sind viel zugänglicher. Mit dem Trike fährt man sofort entspannt, mit dem Einspurer muß man erstmal das Anfahren wieder erlernen, wenn man's überhaupt ohne Hilfe hinkriegt. Das mag banal klingen, aber sind Aspekte in den ersten Sekunden bis Minuten einer Probefahrt, die man schwer wieder wegkriegt. Ich mochte das Gekko bei meiner ersten Fahrt damit übrigens nicht, da saß ich zu hoch. Das ICE Sprint X war viel angenehmer. Jetzt habe ich trotzdem ein Gekko und komme gut damit zurecht, diese Dinge sind nicht in Stein gemeißelt, man kann sich daran gewöhnen und auch die Vorteile erkennen. Ich kann ja Einspurer fahren, muß aber zugeben, daß mich der Gedanke, einen Pedelec-Einspurer zu fahren, erschaudern läßt: Direkt beim Anfahren springt dann der Pedelec-Motor ein, der das wackelige Gebilde erstmal auf Geschwindigkeit bringt. ;)--ich bin mir sicher, daß sich daher rein aus diesen psychologischen Gründen sehr viele Interessierte für ein Trike entscheiden. Für einige davon ist es sicherlich die falsche Entscheidung, weil sie sich eben doch Anderes erhofft haben. Ich muß z.B. auch damit zurechtkommen, daß ich jetzt (für meine Verhältnisse) ordentlich trainiert bin und das Gekko trotzdem mein langsamstes Rad ist, wenn ich auf dem Up nicht gerade mit den Spikes fahre. Und das, obwohl ich beim Gekko keinerlei Bedenken habe, es bergab auf die maximale Geschwindigkeit zu beschleunigen, die es hergibt, im Gegensatz zum Up (mit dem Hurricane komme ich die Anstiege erst gar nicht hoch, daher weiß ich auch nicht, ob ich bergab dann bremsen würde ;))
 
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Hallo

oi oi oi, da habeich ja was angesprochen.

Ich habe meine Liste gepostet weil ich darlegen wollte wie meine Bilanz nach 2 Monaten aussieht.
Im Grunde hat mich dabei ein Punkt angesprochen.
Es wurde bzgl trike hier immer wieder von einer Panorama Perspektive gesprochen und dass jeder der so ein trike fährt mit einem breiten grinsen zurückt.
Das finde ich aber ganz und gar nicht und wenn ich noch tiefer seitzen würde noch weniger. Alleine die Höhe des Kopfes auf einem Up erlaubt einen wesentlich besseren Panorma Blick, den sehr oft stehen am Rand Sträucher u.ä. über die ich vom trike aus überhaupt nicht schauen kann.
Ich kann mir nur vorstellen dass Rennräder als vergleich gemeint sind.

Wie angesprochen muss ich ergänzen was ich vergleiche:

A - trike)
Scorpion Plus mit hohem Sitz und Shimano 8000 Motor.
Gefharen nun 3000 km

B - Upright
Veltraum Räder mit denen ich 100 000 km gefaheren bin.
599-50 Reifen Starrgabel, Suntour Sattelstütze, Sitzposition 10-30 ° = Sattelüberhöhung mittels Up &down von Humpert ( wegen Rücken).

und dem Pedelec Flyer Gotour 6 was ich vor einemJahr ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen kaufen musste und mit dem ich 12000 km gefahren bin

Durch die hohe Sitzposition, die ich aus gesundheitlichen Gründen benötige, erhöhen sich die Probleme meines trikes bzgl.
- Kurvenfahrt
- schräge Fahrbahn
- Unruhe auf dem Feldweg

Pedelec speziefisch ist nur Punkt 17.

BuS velmo erläutert die Nachteile brilliant wie ich meine.

  • Fahrbahn-Neigung? Natürlich ist das nen Argument für nen Einspurer (egal ob Up oder Liege), ebenso wie unterschiedliche Levels und Beschaffenheit der Spuren - wenn man gleich 3 davon mit sich rumschleppt.
  • Impuls-Anregung? Natürlich hat ein Einspurer weniger mit schlechtem Belag (Schlaglöcher, Feldweg) zu kämpfen als ein Mehrspurer. Federn kann man den genauso und zzgl. auch noch aus dem Sattel gehen und die Extremitäten federn lassen, statt am Rücken zu leiden usw.
  • ... Klappern: auch hier logisch: je weniger Impulsanreger, Spuren und Materialien, desto weniger kann klappern. Es hilft da nicht die älteste Bahnhofsschlampe mit nem Scorpion FS zu vergleichen - wenn dann auch nen gut gefedertes Tourenrad ohne lose Billigteile bitte!
  • Material-Stabilität? Ein Mehrspurer mit Querbelastungen hat natürlich viel mehr zu verarbeiten als Up-Laufräder (und Aufhängungsteile), die stets in die resultierende Kraftrichtung balanciert werden, und mit einer 2x28" Spur über alles hinwegrollen. Die 20" Vorderräder sind gut bzgl. ihrer Eigenstabilität (quer), aber nicht für das Impulsmanagement auf den Rest des Fahrzeugs inkl. Fahrer.
  • Spezialteile, Reparaturen, Anfälligkeiten? ... schlagen damit bei Trikes definitiv teurer zu Buche als bei sinnvollen Massenmarkt-Ups. Und schon im Anschaffungspreis ist das Gekko 1) nicht repräsentativ für Trikes und 2) beim Bauteil-Level auf nem Niveau von vielleicht 700€ Ups.
  • High-Speed-Stabilität? Gerade wenn wir über hohe Trikes reden (Scorpion Plus) hört da ab 50 die allgemeine Wohlfühlzone auf, bei nem ausgewogenen Einspurer liegt die deutlich drüber, weil das (Up) Ausbalancieren von Störimpulsen deutlich humaner abläuft als bspw. der Effekt eines losen oder schwimmenden Hecks beim Tadpole.
  • Kurvengeschwindigkeit? Kippen versus Rutschen. Auch hier muss man gerade gegenüber Hochsitz-Trikes wirklich das Glätte-Argument bemühen, damit ein Up verliert. Wobei ich noch hinzufügen möchte, dass ein Trike nicht wirklich besser beherrschbar ist auf Eis als ein Up mit vernünftigen Reifen (und nem reaktiven Fahrer) - erst das Vierrad bringt hier den absoluten Vorteil (ähnlich bzgl. Gepäcktransport).
  • Kurvengefühl? Gut, das ist Geschmackssache, ob man eher der "Motorrad" oder der "GoCart" Typ ist. Ich find beides nett - aber ein gut gefedertes Trike mit hohem Sitz/ Schwerpunkt hat nicht mehr wirklich viel mit "Schienen" zu tun, eher "mit um die Kurven schwimmen".
  • Übersichtlichkeit? Es gibt sehr sehr wenige Situationen im Straßenverkehr, wo ich mit dem Lieger ne bessere Übersicht hätte als mit dem Up. Es ist geradezu grotesk andersherum, dass ich mich mit einem tiefen Lieger gar nicht mehr in eine Großstadt oder dichten Verkehr traue, weil ich in der tiefen Käferposition wesentlich weniger sehe und wesentlich reaktionsträger bin.
  • Hindernisse? Ich kenne eigentlich keine, bei denen ich mit dem Trike im Vorteil wäre im Vgl. zum Up. Dass Up-Lenker ja eigentlich genauso breit seien wie schmale Trikes, nützt nix wenn man a) breite Trikes fährt (Plus) und b) es einen gehörigen Unterschied macht, wo man breit ist - in der Luft oder am Boden (Single-Trail, schmale Wege, bei denen der Einspurer bis an den Rand rollen kann usw.)
Ich möchte noch kurz schreiben dass ich mich mit den Dingen die mich interessieren immer sehr kritisch auseinader setze und dabei die Freude und Lust beibehalte, sie ja sogar größer wird je mahr die Dinge möglichst objektiv auf dem Tisch liegen.

Ich bin sehr glücklich dass ich den Schritt mit dem trike gemacht habe und das mir das fahren gefällt. Ansonsten wäre ich vom Radfahren nach all den Jahrenb weggekommen denn dauerhaft was unschönes, das macht niemand.


Es gibt ja auch Vorteile
Eines kam mir noch. Ich kann im trike wunderbar so vor mivh herdösen, meine Gedanken schweifen lassen und nebenbei vor mich her pedalieren. Das ging beim UP nicht so gut

vG
Marchi
 
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macht man Spikes drauf, fährt man im Winter auf Schnee und Eis wie auf Schienen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Spikes bei Schnee genau gar nichts bringen, weil sie keinen Halt finden, es sei denn, er ist festgefahren und entspricht damit eher Eis.

Der zunehmende Verkehr macht instabile Räder in der Stadt immer unpraktischer, weil man immer mehr anhalten oder langsam fahren muß: Das ist ungünstig für einspurige Liegeräder, die zudem auch noch durch die höhere Masse schlechter beschleunigen als moderne Ups.
Komisch, ich war mit meinem Kurzlieger an der Ampel immer schneller weg als die Stadträder, sogar als die Rennräder, weil die schlechter übersetzt waren (Vergangenheitsform, weil der Kurzlieger noch immer nicht fahrbereit ist und mein rechtes Bein deutlich weniger Kraft hat als früher). Die höhere Rahmenmasse wird zum Teil wohl kompensiert durch die geringere Masse der Räder, die ja auch beschleunigt werden will.
 
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... Und wenn ich mal nicht weiß, wohin mit dem Geld lasse ich mir hier ein Traumrad schweißen:


P.S. Es lohnt sich die Fotos zu zoomen und die feine Verarbeitung zu genießen.
Sehr schön! Ich mag diese klassischen Rennräder/Randonneure. Und um das auch mal zu sagen: Irgendwo schrieb ich schon mal, dass "alles seine Zeit hat" – wie der olle Paulus so treffend geschrieben hat ;). Und jetzt ist bei mir eben das Trike dran und ich fahre es mit Begeisterung. Aber meine schönste Fahrradzeit hatte ich 15 Jahre lang mit meinem letzten Rennrad. Das war perfekt auf mich eingestellt, hatte einen gut eingerittenen Ledersattel, und ich hatte – zusammen mit einem befreundeten Fahrradhändler – praktisch jedes einzelne Ausstattungsdetail (bis hin zur letzten Inbus-Schraube) lange überlegt und ausgesucht. Sommers wie winters war ich jeden Tag damit unterwegs und geradezu damit verwachsen (jetzt fährt übrigens mein jüngster Sohn seine langen Touren damit). Im Vergleich dazu habe ich mein Trike sozusagen nebenbei und nach nur ein parar Tagen Bedenkzeit allein aufgrund der Papierform ausgesucht. Ich werde nie die Bindung an dieses Trike haben wie ich sie zu meinem alten "Schlachtross" empfunden habe. Aber es ist jetzt das ideale Rad für mich und ich freue mich jeden Tag, wenn ich mich darauf setze, um meine täglichen Touren zu machen. Was will man mehr …

:) Wolfgang
 
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