VM zu langsam - Optimierungen und Fehlersuche

roland65

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Hallo,

ich lese das immer nur in div. Threads verteilt. Da man als VM-Fahrer/in schnell mal das Gefühl hat zu langsam unterwegs zu sein, mal die Frage in die Runde, ob es Sinn machen würde in diesem Thread oder einem (auch abschließenden) WIKI-Eintrag die möglichen Verluste zusammenzufassen - vllt sogar als PDF zum Ausdrucken und damit als Arbeitsblatt beim Basteln "vor Ort".
Wobei mich das nicht nur im VM betrifft, sondern auch am Trike. Einspurer scheinen mir da irgendwie weniger problemanfällig zu sein - zumindest beim Up sind mir Verluste kaum mal aufgefallen und wenn, dann ist es deutlich überschaubarer in der Lösungssuche.

VG,
Roland
 
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Könnte ich ja dann sogar einiges beisteuern vom "Lernobjekt Milan SL" :p
Bei selbst aufgebauten Konstruktionen gabs die Probleme nicht, daher hab auch ich etwas suchen müssen um die jetzigen zu finden.
 
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Spur einstellen; Fur grobe reicht das nachmessen ob die beide rader paralel stehen. Mit messband, spureinstellungsgerat, laser vorrichtung, lange leisten am rad oder das fahren uber backpapier. Die feinabstimmung bringt die ausrollprobe, die mann nicht vergessen sollte. Das kann noch weitere extra KM geschwindigkeit bieten.

Velomobil zieht nach einer seite; unbedingt nach messen ob beide rader gleich weit nach aussen stehen und gleich mittig im radkasten stehen.
Dabei ist das rad in derer richtung das velomobil nicht zieht, meist das richtige.

Kette dreht sich nicht gut; Kontrolieren ob man kein Mobiusband hat. Kette fassen und dieser nach links und rechts drehen. Geht es in beide richtungen genau so leicht, oder ist die drehung nach eine richtung schwerer. An mehrere stellen versuchen.
Andere ursache; eins der kettenrohre sitzt nicht optimal und bremst oder rattert. Eins der schellen oder tiewraps um das kettenrohr ist zu stramm angezogen, so dass die kette kaum noch durch passt.
 
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Zumindest für das Go One Evo gilt: Man nimmt immer wieder kleine Steinchen und Dreck an den Schuhen mit in den Innenraum. Dort rutscht alles dann in den Kettentunnel und reibt an der Umlenkrolle. Insbesondere ein Steinchen verklemmte bei mir dann die Umlenkrolle. Dann hörte ich ein Knattern. Nach dem Wegschrauben und Säubern des Kettentunnels ging es spürbar leichter. Ein nicht sauber befestigtes Kettenrohr des Leertrums kann auch an der Umlenkrolle reiben. Bei mir ist das Kettenrohr mit Kabelbinder am Sitzhalter befestigt. Das ist nicht so ideal, weil manchmal der Kabelbinder an der Umlenkrolle reibt .
 

roland65

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Verzichten wir mal auf Spekulation - das meine ich nicht. Wenn die Umgebungsbedingungen nicht passen, fragt sich keiner, warum es nicht läuft. ;) Ich sehe da eher so Fehlerquellen, die sich teils mit der längeren Nutzung ergeben, teils auch Fahrzeugbedingt sind. Meine persönliche Sortierung ungefähr von Einfach lösbar nach Schwierig zu finden und zu lösen.

Laufräder
  • Reifendruck korrekt
  • Wucht stimmt
  • Reibung Schlauch-Reifen (ggf. Talkum od. Latex od. tubeless)
  • Lager in Ordnung (schwer unter Last zu überprüfen)
  • Bremse schleift nicht, Rückstellung o.k.
  • HR schleift nicht im oder am Radkasten (ggf. Dreck)
Kette
  • Öl
  • Schleift irgendwo im Verlauf (Käfig, Kettenkanal, Schwinge)
  • Kettenrohre schwergängig (verdreckt, verölt, zu eng)
  • verdreht - Mobius prüfen.
  • Kettenlinie optimal
Spur
  • Spur vermessen - vorne 2 mm Vorspur
  • Rolltest - siehe z.B. Keller-Rolltest
Schaltwerk + Ritzel
  • Kettendreck an den Röllchen und Ritzeln
  • Schaltwerk nicht gerade (beim VM eher unwahrscheinlich)
Aerodynamik
  • Störungen auf der Karosserie
  • Boden nach hinten ansteigend
Umlenkrolle
  • Lager
  • Käfig schleift
  • ggf. quer gut verschieblich für gute Kettenlinie
  • Reibung durch das Kettenrohr oder dessen Befestigung
Sicher kennt ihr noch weitere Punkte - wenn die im Threadverlauf deutlich markiert werden, lässt sich daraus sicher gut eine rel. vollständige Übersicht erstellen.
 
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@roland65 super Thema! Ich würde sogar noch vorher anfangen: woran erkenne ich, dass das VM nicht läuft. Nach dem Quest kommt mir des Df recht flott vor :), aber wer weiß? Schwer zu sagen ohne Messkurbel oder Vergleichsfahrer. Oder?
 

roland65

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So extrem weit auseinander liegen die VM nicht. Klar dass die modernen aus verschiedenen Gründen konstruktiv und aerodynamisch etwas schneller sind. Das wissen wir ja schon einzuordnen. Mir geht es aber schon manchmal so, dass ich den Eindruck habe, auf derselben Strecke langsamer geworden zu sein. Die Themen füllen gefühlt ja ständig die Threads und doch gibt es alles nur weit verteilt und kann teils gar nicht gefunden werden. Genau dann wäre eine Suchliste ganz angenehm.
 

roland65

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Schwer zu sagen ohne Messkurbel oder Vergleichsfahrer. Oder?
Das ist sicher immer ein Problem. Wie stark ein Vergleichsfahrer ist, weißt Du aber auch nicht - sagt also auch wenig aus. Messkurbel oder Nabe ist da sicher gut - besser wäre sogar beides, weil dann die Verluste im Antrieb gemessen werden können.
 

Ich

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Reifenverschleiß wäre ein Hinweis auf ein nicht optimales VM. Dann Schleifspuren der Komponenten, z.B. Kettenleitrohre, in denen sich die Kette eingegraben hat. Eventuell Schleifgeräusche. Kann ich auf einer bekannten Strecke das Tempo halten, das mir früher mühelos gefallen ist, zu halten?
Was natürlich nicht gerade unter Schnäppchen läuft
Ebay. Meine SRM V hat 250 € gekostet + ein paar Umbauten am Tretlager. Batteriewechsel war noch nicht nötig.
 
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Meine persönliche Sortierung ungefähr von Einfach lösbar nach Schwierig zu finden und zu lösen.
Schöne Liste – aber die Ursachenforschung ist eigentlich schon der zweite Schritt. Zuerst muss man ja mal rauskriegen, ob es ein Problem gibt. Also idealerweise messen, oder vergleichen:
  • Lastunabhängige Reibung im Antriebsstrang: Losbrechmoment der Kette messen
  • Lastabhängige Reibung im Antriebsstrang und Rollreibung: mit Leistungsmesser steilen Berg hochfahren, und Tretleistung mit Steigleistung vergleichen (dazu: VM und Fahrer genau wiegen)
  • Rollwiderstand und Lager/Bremsen: Ausrolltest bei niedriger Geschwindigkeit; idealerweise im direkten Vergleich zu einem zweiten Fahrzeug gleichen Gewichts
  • Luftwiderstand: Rolltest bei hoher Geschwindigkeit, idealerweise im direkten Vergleich mit einem zweiten Fahrzeug gleichen Gewichts
  • Eventuell: Luftwiderstand aus Leistungsmessdaten mittels der Methode von Robert Chung bestimmen; dazu braucht man einen Leistungsmesser, eine hügelige Strecke, die man fahren kann, ohne die Bremsen anzufassen, und z.B. GoldenCheetah.
Während man beim Losbrechmoment eine ungefähre Zahl angeben kann, wird es bei den anderen Leistungsdaten leider schwierig. Hängt zu sehr vom Gewicht von Fahrer und Fahrzeug, von den Reifen und den Wetterbedingungen ab. Da sehe ich eigentlich nur den direkten Vergleich als gute Möglichkeit. Oder eben die prozentualen Verluste im Antriebsstrang und der Luftwiderstandskoeffizient, die sollten auch recht unabhängig vom Fahrer sein.

Mit fremden Leistungsdaten kann ich jedenfalls nicht so viel anfangen; nach einiger Erfahrung weiß ich zwar jetzt, wie viel Leistung ich typischerweise trete und wie schnell es dann wird, aber das kann man eben erst machen, wenn man schon eine Referenzstrecke hat und weiß, wie gut es laufen kann. Aber was macht man, wenn man eine lahme Gurke gekauft hat, und nicht weiß, ob es am Fahrzeug oder der eigenen Fitness liegt? Wenn man Losbrechmoment, Antriebsverluste und cWA-Wert gemessen hat, kann man zumindest diese mit typischen Werten vergleichen.
 
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