VM 1x1: Klettern kann jede(r)

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Es gibt immer wieder Fäden, in denen künftige Velomobilistinnen und -isten ihre Fragen stellen, die sich häufig ähneln und von vielen hier gern auch x-fach beantwortet werden. Dabei kommt häufiger der Gedanke auf, ob es nicht eine Art Einführung geben sollte. Zu den Modellen gibt es das Wiki, aber zum Fahren?

Ich nenne das: VM 1x1 -- das kleine Einmaleins des Velomobilierens.
Themen gibt es reichlich: realistische Geschwindigkeiten, Wendigkeit, Gepäckkapazität und -transport, Standfestigkeit von Trommelbremsen, Motor ja order nein, VMs am Berg, und so weiter und so weiter ...

Ich fange an mit dem Thema Klettern.
(Wenn ihr weitere Themen ergänzt, bitte mit "VM 1x1" einleiten, dann kann man mit der Suche alle entsprechenden Fäden finden)

Was sind Eure Erfahrungen mit Klettern im VM, Tips und Tricks -- was sollte jemand von Euch hören, die oder der sich fragt: Die Berge hoch mit einem Gefährt, dass 25, 30, 35 oder 40 kg wiegt?

Ich zeige hier mal einen KM den Berg hoch, so 90 Höhenmeter, also 9% Steigung im Schnitt. Einmal gefahren mit dem Quest, einmal mit dem Quattrovelo. Systemgewicht beim Quattrovelo lag runde 15 kg höher als beim Quest , dafür treibt der kleinste Gang 30/32 20 Zoll und nicht 26 Zoll an.
QV braucht runde 50 Sekunden länger.
E-Motor braucht man aus meiner Sicht dafür nicht (auch wenn der Anstieg es in sich hat, denn er liegt keine 2 km von zuhause und ich bin noch nicht warm in den Beinen wenn ich da ankomme). Wäre das meine tägliche Pendelstrecke, würde ich oft die Straße nehmen, die in der Nähe verläuft und die gleiche Steigung auf 1,7 km nimmt.

Quest 2012:


Quattrovelo 2018:


Eure Erfahrungen, bitte!
 
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Servus Jupp,
super Idee mit dem VM 1x1, kann sicher noch ergänzt werden mit z.B. was muß unbedingt an Pannenhilfe mit.
Aber bezüglich Deiner Videos gleich mal die Frage: was bringt es die Arme aus dem VM zu holen? Schränkt das nicht die Atmung ein, weil der Brustkorb gequetscht wird?
 
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was bringt es die Arme aus dem VM zu holen? Schränkt das nicht die Atmung ein, weil der Brustkorb gequetscht wird?
in erster Linie Kühlung; in Doppelmantahaltung kann man sich zudem etwas aufrechter setzen wenn man mag, verringert den Körperöffnungswinkel und gibt einen Tick mehr Kraft (hier nicht wirklich zu sehen weil ich nur ganz leicht nach vorn komme)

Und das mit dein df? Hast du da keine Erfahrung?
ist mehr Arbeit, habe ich schon mehrfach gemacht, nur noch nicht gefilmt.

Für mich ist beim Klettern im VM wichtig: entspannen, nicht beissen. Augen weg vom Tacho und einfach hochfahren. Man kommt an.
Hier ist es nur ein Kilometer, aber anderswo sind es 10 oder 15, oder immer wieder 1,2,4 oder mehr, den ganzen Tag.
 
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Lobenswert für Neulinge finde ich das zweite Video im QV, da die Einblendung von Geschwindigkeit, Höhe und Steigung eingeblendet werden. So kann ein am VM interessierter ehr einschätzen wie eine Rappelkiste sich am Berg verhält.

Magst Du uns sagen, welche Software dafür notwendig ist, (gerne anderer Faden)bdamit diejenigen die vergleichbare Videos (zB bergab, Kurvenfahrten) machen wollen, wissen was sie nutzen können?
 
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"Doppelmantahaltung" heißt das jetzt warum!?
- Warum sollen Mantas jetzt nur noch 80 cm breit gebaut werden? – Damit die Fahrer auch rechts den Arm ‚raushängen können.
- Warum wird der 80 cm breite Manta nun doch nicht gebaut? – Weil der 1 m breite „Kennwood“-Aufkleber nicht draufpassen würde!
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Augen weg vom Tacho und einfach hochfahren. Man kommt an.
meine Rede. Einfach locker einen Tritt nach dem anderen und irgendwann ist man oben und wartet auf die anderen.
 
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Hätte jetzt echt nicht für möglich gehalten, daß sich das vom Mantafahrer ableitet, hätte nichtmal gedacht, daß hier noch viele dieses Auto meiner Jugendzeit kennen...
Sind hier eigentlich nur so alte Säcke wie ich unterwegs :D

Ansonsten und um zurück auf das Video zu kommen, ist die Fahrweise im VM am Berg anscheinend nicht sehr unterschiedlich zum Liegerad.
Ausser den ausbleibenden Schlingerbewegungen bei unter 5 Km/h Tempo:ROFLMAO:
 
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Zum Klettern sind VM mit guter Belüftung, also großer Fuß- und Einstiegsöffnung ein wahrer Segen, obwohl sie die Stromlinienform deutlich verschlechtern. Ein Grund, weshalb ich meinem FAW immer noch die Treue halte und meine X-Stream nicht gegen etwas Schnelleres eintausche, da am Ende meines Arbeitsrückweges eine zähe Steigung ist. Weiterhin löse ich vor Angang einer Steigung immer die hinteren Verschlüsse meines Versatiledachs, da ich weiß, dass ich es früher oder später japsend nach vorne klappen werde. Last but not least lernt man dabei kurze Oberbekleidung sehr zu schätzen!
Ich schalte vor Beginn des Anstiegs in der Hinterradnabe auf den kleinsten Nabengang, gehe dafür auf ein kleines Ritzel und beschleunige so weit es damit bei ziviler Trittfrequenz geht. Dann "füttere" ich im Laufe der Steigung immer größere Ritzel "nach", gehe also in immer kleinere Gänge, bis ich eine Trittfrequenz habe, die ich auf Dauer halten kann.
Manta: Ich habe den Begriff "Doppelmanta" zum ersten Mal von Arno Rückwardt für sein FAW gehört. Die Dreiecksholme, die beim FAW die Oberkante der Einstiegsöffnung stabilisieren, heißen in der holländischen Bauanleitung nicht umsonst "Armleggers", also etwa Armablagen. Ich habe sie mit dicker Evazotematte deutlich bequemer gemacht.
 
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Hallo @Jupp,

Berge mag ich nicht. Weder hoch noch runter.
Hoch fehlen mir gefühlt von ein bis zwei kleinere Gänge (kleinster derzeit 39 vorne x 34 hinten bei 140er Kurbeln).
Auf meiner ersten Langstrecke letztes Jahr (600km Süd-Nord) habe ich auch gemerkt, dass mir das langsame rumgeeiere extrem auf die Psyche schlägt. Wenn man alle halbe Stunde auf den Kilometerzähler schaut und sich da gefühlt nichts verändert ist das nicht gut für die Motivation.
Dabei Autos ausbremsen stresst mich noch zusätzlich. Vielleicht gibt sich das aber mit dem Alter ;).
Runter werde ich immer so schnell. Üblicherweise gibt es da auch extrem schlecht einzusehende Kurven, die den Adrenalinpegel in ungeahnte Höhen steigen lassen.
Ausnahme der Abfahrtsangst war eine Tour durch den Pfälzerwald bei dem die Bremsen meines Stradas defekt waren und nicht mehr richtig aufgemacht haben. Da musste ich dann auch bergab noch reintreten, damit ich nicht stehenbleibe :rolleyes:.
 
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Was fährst Du denn für Bremsen an Deinem Milan? Ich stelle mir die Kühlung an dem Raubvogel genauso schwierig vor wie beim Quest. Vor allem, wenn es Trommelbremsen sind.
Oder ist das ein Thema für den nächsten Thread: Velomobile - Wie bringe ich sie zum Stehen? :D
 
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Was doch schön erkennbar wird, ist die Kopfsache des Bergfahrens mit dem VM. Es ist umgekehrt wie beim Fahren mit dem Rennrad, wo am Berg attackiert wird.
Es gibt hier die cracks, deren kleines Blatt ein 53er ist, auf dem sie alles hochdrücken. Nicht meins; machen weder die Beine noch der Kreislauf mit.

Ich gehe auf die kleinen Gänge und kurbele hoch, schaue nicht auf den Tacho, und nur auf langen Touren gucke ich auf dem Garmin nach wie lang die Steigung ist.

Renn- und Tourenfahrer überschätzen üblicherweise den Einfluss des Gewichts. Sie sind gewohnt, dass schon 100 gr eine Menge ausmachen. Sie können nicht glauben, dass ein VM mit dem 3-5fachen Gewicht eines Rennrads über die Berge kommt. Doch es geht, sogar ganz gut, wenn man nicht auf die Uhr guckt.
 
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Wenn man alle halbe Stunde auf den Kilometerzähler schaut und sich da gefühlt nichts verändert ist das nicht gut für die Motivation
dann stell die Anzeige des Tachos doch einfach auf Uhrzeit. Dann geht immer was voran ;). (mach ich tatsächlich so - wofür muss ich unterwegs wissen wie weit ich schon gefahren bin, interessant ist doch eher, ob die Restzeit noch für die Reststrecke reicht).
 
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Vielleicht hilft auch die Umkehr des Gedankens "wie viele hm hindern mich daran, km zu machen" in "wie viele km muss ich noch fahren, bis ich endlich x hm höher bin". Dann ist der Oderdeichradweg der blanke Horror und die Honauer Steige ein Gedicht.
 

Ich

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Renn- und Tourenfahrer überschätzen üblicherweise den Einfluss des Gewichts. Sie sind gewohnt, dass schon 100 gr eine Menge ausmachen.
100g machen bei renn unt Tourenfahrer genauso wenig aus wie bei Velomobil Fahrer.
 
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Da ich einen wesentlichen Berg Teil meiner Tour absolviert habe, meine Erfahrung aus Österreich, Südost Bayern und tschechien: Bär kam hoch. Gerade in den bergigen Regionen trifft man bremsaspalt (gefälle unter 40km/h). Ohne dualdrive hätte ich das DF mit dem Gepäck nicht hochgewuchtet. Und ja, man braucht Training (kommt von alleine). Ich bin zumindest Einstellung hochgekrochen.
Dafür ist der Weg aus dem Gebirge schöner, wenn man Glück hat. Leider ist der Speed ggf. Durch Wind, einsehbarkeit und Oberfläche begrenzt (bis 50 ohne kurbeln ist ok).
Näheres, wenn ich daheim bin und Zeit finde.
 
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