Velomobil in Holzbauweise

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hier ein lebenszeichen vom holz-vm

das letzte halbe jahr habe ich ohne gedanken ans bauen verbracht, bin täglich zur arbeit (EF-WE-EF) mit dem df (u.a. aber auch spreewaldmarathon 200km+einzelzeitfahren und brocken-hero 315km/3.800hm) oder noch die alte 4 (u.a. erztaler 200km/2.700hm) gefahren.
ditte5 erwachte erst kurz vor dem „brelinger berg“.
bis auf kurze fahrten daheim also feuertaufe, jetzt mußte es mal auf die strecke: komplett mit klappe, aber – wegen der wärme - ohne die seitenscheiben. es wurden gesamt 730km in knapp 19stunden bei 140watt schnitt, es lief top&schnell durch die kurven und die nacht - meine ersten vollständigen 24h ohne rad-scherereien. hatte über nacht allerdings etwas das ziel aus den augen verloren, zuviel gequtascht und probleme mit meinem wohl doch zu alten lupine-rücklichtakku, bin rumgerannt und musste noch eines borgen, dank nochmal dem leider grad unbekannten spender !
seitdem blieb das df stehen.
nun vogtlandmarathon: 208km mit 3.650hm, ditte5 ohne klappe mit übersetzung vorn/hinten 38/42, steigungen bis 17% (u.a. klingenthal „lämpelwand“), spitze 800watt, puuuuh, das war heftig ... aber ging auch im vm !
fazit nach nunmehr 2.000km:
- in änderung zum vorgänger (der breiten 4) ja bewußt schmal gebaut, in bewegung innen aber immer noch zu breit, so aber doch ausreichend lüftung
- im tretlager steifer als das df (das „eiert“ ja dann doch schon mal ab 300watt oder wird der mast nach 20.000km weich ?)
- der sitz als gegenpol ist supersteif und dauerhaft sitzbar, dreh- und herausnehmbar
- die nun großvolumige zweiarmschwinge ist stabil und weist in der fahrweise keinen unterschied zum df auf, bisher wohlgemerkt: ein test auf zwei rädern stände noch aus
- der fauxpas: die front-radhäuser hatte ich für 23mm breite reifen konstruiert, da es ja heutzutage nur noch 28er gibt, dreht sich das graaaaad so ohne schleifen, knappest
- der tiefe einschnitt liefert im sommer einen top-kühleffekt bei formbedingt annehmbarem geschwindigkeitsverlust, im nahezu geschlossenen df ist zwar weniger kraft erforderlich, die mentale kraft schwindet bei mir ob des ganzen schwitzens allerdings gewaltig

alles in allem bin ich/ sind wir sehr zufrieden !
nächstes ziel im fahren wäre ein bahnrennen z.b. renntag köln
nächstes ziel beim bauen ist „ditta“ - für die frau !

danke, das wollt ich mal loswerden ...
 

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Hallo efeu325,

ich hab zwar noch nicht den ganzen Faden gelesen aber bin jetzt schon total fasziniert von diesem Projekt.

Ich hätte mal zwei Newbie-Fragen zum "Karroserie"-Design:

- macht es aerodynamisch vorne einen großen Unterschied, ob man die in meinen Augen gefälligere Form mit den Kanten wählt oder eine wirklich rundliche Tropfenform?

- wie wäre es hinten statt der spitzen Tropfenform mit einer breiteren offenen Endung?

Vorteile: Mehr Platz für Gepäck, Bessere Luft durch "Zwangsablüftung", leichter durch weniger Material

Es wurde doch mal bei Autos die sogenannte Abrißkante als aerodynamisch vorteilhaft erfunden oder gilt das nur für Fahrzeuge jenseits einer bestimmten Geschwindigkeit?

ich hab mal eine kleine Zeichnung beigefügt, um zu verdeutlichen, was ich meine.

Für jegliche Infos zu diesen Punkten wäre ich sehr dankbar
AerodynamicX.jpg


Jake
 
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Vorteile: Mehr Platz für Gepäck, Bessere Luft durch "Zwangsablüftung", leichter durch weniger Material
Wie verhinderst Du mit "weniger Material", dass die Ecken hinten unten bei höherem Tempo zu flattern beginnen?
Mein Bauch sagt, die nötigen Versteifungen werden die Gewichtseinsparung annähernd wieder aufheben.
Oder?
 
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Sorry, schlecht gezeichnet, es müßte wohl auch untenrum röhrenmäßig geschlossen sein...
 
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@Jake : ich denk mir das immer so: die masse luft sollte eigentlich garnicht merken das man durch sie durch wollte. also wenigstens hinten spitz. wegen seitenwindanfall ist vorn kugelkurz besser, es wirken immer mehrere sachen gleichzeitig, muß man abwägen. ansonsten siehe auch #43. für taschen und kästen sind vierräder wohl besser geeignet, dreirad heißt für mich sporttasche stopfen ...
die kanten sind baubedingt. vorgefertigtes sperrholz kann man nur begrenzt in alle richtungen winden. bei früheren modellen gab es da auch eine "aufgeschnittene" lösung, das war in der ausführung immer mit einem leichten herzflimmern verbunden, hat sich nicht bewährt.
gruß
 
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Hallo @efeu325,
dann warst Du es, der beim Spreewaldmarathon Einzelzeitfahren gesehen wurde (ok falsche Rubrik). Mich hat letztens einer beim "Rund um die Calauer Schweiz"-RTF darauf angesprochen, als dieser mein VM begutachtet hat. Ich konnte das VM nicht zuordnen.

Grüße
Maik

Ach ja. Bin schon auf Dein neues ditte gespannt.
 
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>da reisst eben die Strömung ab und gemäss meinen unmassgeblichen Kenntnissen gibt's ne Wirbelschleppe.

< ja und bei der Abrißkante der Sportwagen drückt dann dieser Wirbel das Fahrzeug zusätzlich nach vorne, meine ich mal irgendwo gelesen zu haben.
(aber ist vielleicht auch totaler Quatsch oder hängt von der Geschwindigkeit ab, deswegen ja meine Frage...
 
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Es gab ja mal diesen hübschen Entwurf
deeen habe ich total heiß verfolgt,

...bis zum "hull break" :(

Hatte mir gleich allerlei Flugsperrholz-Muster und -Proben besorgt, mit Epoxy experimentiert, und natürlich Kaseinleim gekauft (aber nie angerührt (im doppelten Sinne :ROFLMAO: )).

Danach in klein mit Pappe weitergemacht, irgendwann den Faden verloren.
Ein Quest gekauft.

Aber, wenn ich demnächst viel mehr Zeit habe .... :cool:

Screenshot from 2019-08-07 15-24-13.png Screenshot from 2019-08-07 15-24-38.png
Grüße,
Christian
 
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>da reisst eben die Strömung ab und gemäss meinen unmassgeblichen Kenntnissen gibt's ne Wirbelschleppe.

< ja und bei der Abrißkante der Sportwagen drückt dann dieser Wirbel das Fahrzeug zusätzlich nach vorne, meine ich mal irgendwo gelesen zu haben.
(aber ist vielleicht auch totaler Quatsch oder hängt von der Geschwindigkeit ab, deswegen ja meine Frage...
Hast Du auch die Anfang vom Threat gelesen? Und wie es dann doch zum spitzen Ende kam? Mit welchem Geschwindigkeitsvorteil dann?
 
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ja, hab ich gelesen. so wie ich das verstanden habe, gings dabei mehr um die Seitenwindempfindlichkeit und geradeausfahrstabilität. Der Abriß war ja gleich hineter dem Kopf und vorm Hinterrad. Bei einem Strömungsabriß ein Stück hinter dem Hinterrad stellt es sich vielleicht anders dar...
 
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... die jungs mussten mal wieder raus
und auf die bäume klettern,
den freien fall wollten sie schon selbst erfahren ...​

am 15.11. haben wir auf einer strecke von ca. 2000m einen rolltest durchgeführt. die strecke hat am start im ort ein gefälle von 5%, fast geradeaus runter, lange strecke mit 2%, dann aufs freie feld und auf null, nach 2000m ein anstieg von 1%, bestes herbstwetter, geringer seitenwind, später leicht drehend auf rückenwind. das original chassis wurde dabei nach 4 abfahrten mit einem heckflügel bekleidet und es wurden weitere 3 abfahrten gefahren. das fahrzeuggewicht bei beiden karosserieformen war durch gewichtsentnahme (akkus, werkzeug etc.) analog. natürlich war vorher klar, das die heckverkleidung alles schneller machen würde, aber wie schnell ?
das ergebnis ist unglaublich : der fast akribisch geführte vergleich ergab eine zunahme von vmax um nahezu 20% !!!, die vmax wurde erst zu einem wesentlich späteren zeitpunkt auf der wegstrecke erreicht. der gegenanstieg hat das ausrollen begrenzt, leider, könnte man sagen.
fazit : luft ist zwar ein nicht sichtbares material, an einem „abgeschnittenen“ heck aber verdammt klebrig und hemmend. will man schnell bzw. krafteffizient fahren muß die aerodynamik ala „tropfenform“ geschlossen werden !
werden wir unsere konstruktion ändern ? es bleibt spannend.
eure selbstbauer aus thüringen
 
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Und dennoch ist selbst beim Mango eine Verbesserung durch spitzes Ende zu erzielen. Wie auch beim Quest von Wim Schwermer.
Wer dennoch daraus interpretiert, es wird nur durch die größere Länge schnittiger, sollte sich ein Alleweder zum experimentieren kaufen.
 
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