VeloGym Trike: Erfahrungen

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Nachdem der ein oder andere hier im Forum das neuartige Trike schon auf der SPEZI 2024 gesehen hat, ist jetzt eine erste Serie erhältlich.
Ich konnte das Rad nun ausführlich fahren und würde gerne wissen, ob es hier im Forum auch schon Erfahrungen mit dem schnellen Trike gibt.

Antrieb:
Das Potential, den Radantrieb mit einem zusätzlichen Antrieb der Arme zu addieren, machte mich sehr neugierig.
Tatsächlich fordert der zusätzliche Push-Pull-Antrieb die Arme ganz erheblich und macht das Trike gegenüber HP Scorpion u.a. deutlich schneller.
Ausgesprochen vorteilhaft ist dabei, dass der Winkel oben variabel ist, d.h. man kann weit rudern und pressen oder nur kurze Winkel. Das komplexe Getriebe setzt beides um.
Die Ratio zwischen Bein-Antrieb und Arm-Antrieb aber ist fest, kann aber durch Wechsel von Ritzeln oder Kurbelgröße geändert werden. Bei meinem Rad passt das gut. Der Antrieb der beiden wird dann zusammen zum Hinterrad übertragen. Mit der Dura Ace Gruppe von Shimano positioniert sich das VeloGym eher als Rennrad denn als Tourenrad.

Bremsen:
Die beiden Scheibenbremsen von Tekro auf 160mm Scheiben sind gekoppelt. Eine Parkbremse ist vorhanden. Die Bremsleistung war trotz hohem Fahrergewicht sehr gut.

Lenkung:
Die Umsetzung der Oberlenkung mit dem Push-Pull-Antrieb erfordert eine leicht drehende Lenkerbewegung. Das war erst einmal ungewohnt und führte zu eckigen Kurven. Nach einer halben Stunde lief das aber schon ganz flüssig.

Rahmen:
Der Rahmen baut gegenüber einem HP Scorpion FS26 trotz des zusätzlichen Oberkörperantriebs etwas kürzer. Auch ohne Federung lief er auf schmalen Reifen komfortabel. Der Hersteller will wohl demnächst eine zusätzliche kompakte Federung vorn ähnlich ICE optional dazu anbieten.

Insgesamt ist das neuartige Konzept spannend für fitness begeisterte Radler, die zusätzlich ihren Oberkörper trainieren wollen. Die zusätzliche Leistung im Antrieb ist deutlich zu spüren und macht das Trike beim Tempo zum Rennrad-Trike.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hab's auf der Spezi kurz probieren können. Da wirkte die Lenkung auch von der nötigen Gewöhnung unabhängig noch etwas hakelig. (Die Lagerung war vielleicht noch nicht perfekt.) Wenn sie das inzwischen in Griff bekommen haben, wäre es durchaus ein interessantes Gefährt. Probefahrten möglich in München, das kombiniere ich vielleicht mit meinem Spezi-Urlaub.
 
Das Potential, den Radantrieb mit einem zusätzlichen Antrieb der Arme zu addieren, machte mich sehr neugierig.
Tatsächlich fordert der zusätzliche Push-Pull-Antrieb die Arme ganz erheblich und macht das Trike gegenüber HP Scorpion u.a. deutlich schneller.
Eigentlich nicht, denn Dein Kreislauf begrenzt Deine Leistung, nicht die Masse der eingesetzten Muskeln (jedenfalls oberhalb des Sekunden-Bereichs).
Wenn Du die Arme mit trainieren möchtest, möglicherweise ein guter Ansatz, den Du dann mit ein paar Nachteilen 'erkaufen' musst, z.B. mit schneller verschleißenden Brems- und Schaltzügen, evtl. einer komplizierteren /anfälligeren Mechanik, mehr Spezialteilen (Ersatzteilversorgung gesichert?).
Ich möchte Dir das nicht madig machen, möglicherweise ist es genau Dein Ding, aber Du musst halt abwägen.
Es gibt sicher schnellere Trikes als das Scorpion; am zusätzlichen Antrieb liegt das nicht.
 
nur ein paar allgemeine Fakten:
hohe aufrechte Sitzposition und ein tiefes Tretlager = große Stirnfläche, geringere Leistung am Pedal = entspricht nicht der Definition eines schnelles Trike, auch nicht für Kurvenfahrten .
Bewegt man die Arme ist die Umströmung noch schlechter = man ist langsamer

schnelle Trikes sollten eine tiefe Sitzposition von 20 bis 25 cm und min. 20 cm Tretlagerüberhöhung, besser 25 cm, haben, dann sind sie auch gut bergtauglich.
Dazu ein formschlüssiger GFK Schalensitz. Die Unterarme sollten waagrecht sein und nicht nach unten zeigen (passiert wenn die Lenkergriffe zu kurz sind)
Federung ?
Wenn man nicht nur auf Asphalt unterwegs sein will, von Vorteil.....

Aber jeder nach seinem Geschmack .
LG
Thomas
 
Bei mir machen die Beinmuskeln eigentlich oft zuerst schlapp, bevor ich anfange außer Atem zu kommen oder den Eindruck habe, dass mein Herz angestrengt arbeitet. :unsure:
Wäre sicher spannend, das herauszufinden, z.B. ob es Studien dazu gibt. Also ob das Herzkreislauf-System oder die Beinmuskeln der begrenzende Faktor sind. Subjektiv geht bei mir mit dem zusätzlichen Push-Pull-Antrieb mehr Als mit dem reinen Bein-Antrieb.
 
Wäre sicher spannend, das herauszufinden, z.B. ob es Studien dazu gibt. Also ob das Herzkreislauf-System oder die Beinmuskeln der begrenzende Faktor sind.
So oder so. Ich hatte mehrere Leistungstest mit Atemgasanalyse vllt. über 20 Jahre. Zwischendrin hatte ich mit dem Radsport 3 Jahre pausiert und bin gelaufen. Wieder auf's Radfahren konzentriert, hat es etwa 1 1/2 Jahre gedauert, ehe ich meinen Herz-Kreislaufsystem wieder voll fordern konnte, denn durch das Lauftraining war dieses zwar weiterhin gut, die Muskulatur aber nicht mehr dafür ausreichend spezifisch, für den Radsport trainiert. Heißt im Klartext, max. Puls bei Weitem nicht erreicht, Laktat dennoch hoch als Indiz für muskuläre Erschöpfung. Es ist daher davon auszugehen, dass je besser man fürs Radfahren trainiert ist, desto weniger zusätzliche Leistung kann man durch Einbeziehung weiterer Muskelgruppen erbringen, da das Herz-Kreislauf dann eher der limitierende Faktor ist.
 
Weiß man etwas zum Preis? (War auf der Website, aber vielleicht bin ich noch nicht ganz wach)
Es gibt einen Pionier-Kunden bzw. "early bird" - Preis für die erste Serie (Vorbestellung). Der ist aber bisher nicht öffentlich, sondern wird vom VELOGYM-Team erst bei Testfahrt persönlich bekannt gegeben. Qualität und Zusatzfunktion (Push-Pull-Antrieb) werden das ganze auf lange Sicht vermutlich im Bereich hochwertiger Trikes landen lassen.
 
... bei beschränkten Möglichkeiten ist da schon die Frage, ob man da hin möchte, nur um dann wegen des unerreichbaren Preises enttäuscht zu werden ...
 
Hallo in die Runde :giggle:,

wir freuen uns, dass es unser neues Ganzkörper-Trike VELOGYM schon ins velomobilforum geschafft hat, Danke an Samaba77 für den kleinen Erfahrungsbericht.
@BuS velomo und @Thomas Seide , wenn ihr mal in München oder Freiburg seid, lasst uns gerne treffen. Wir freuen uns über jedes kritisches Feedback, insbesondere dann, wenn dem eine Testfahrt vorausgegangen ist.

@HenriP , die Lenkung war auf der Spezi tatsächlich noch optimierungswürdig, im Stand ist es sowieso immer schwierig. Inzwischen sind wir sehr viel weiter, eine Testfahrt würde sich sicherlich lohnen :). Dass die Beinmuskeln zu erst schlapp machen, das geht tatsächlich vielen so.

@Minikettwiesel , zum Preis: Für die erste Serie gibt es einen 20% Pionierkundenrabatt (für genauere Infos bitten wir um Kontaktaufnahme). Das schöne, man gehört nicht nur zu den ersten VELOGYM-Usern der Welt sondern bekommt auch einen besonders guten Service, da wir ein Interesse haben, eng im Austausch mit unseren Pionieren zu sein.

@bergsprint , @Samba77 , wir sind mit der TUM in München dabei, diese Sachen mit kleinen Studien herauszufinden. Am Ende wird es wahrscheinlich ziemlich individuell sein. Grundsätzlich geht es beim VELOGYM nicht nur um Effizienz sondern auch um ein ausgewogenes Training des Körpers, beim Radeln sind klassischerweise eben doch nur die Oberschenkel im Spiel. Oberkörpertraining ist etwas, was passionierte Radel-Fans oft vernachlässigen, Mangels guter Möglichkeiten.

@Minikettwiesel , @Selten Radlos , bei persönlicher Anfrage geben wir den Preis natürlich bekannt, dazu muss man nicht nach München/Freiburg reisen.


Wir freuen uns über einen regen Austausch und über alle Fragen / Anmerkungen.
Liebe Grüße aus München :)
Team VELOGYM

velogym.de
info@velogym.de

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@bergsprint , @Samba77 , wir sind mit der TUM in München dabei, diese Sachen mit kleinen Studien herauszufinden. Am Ende wird es wahrscheinlich ziemlich individuell sein. Grundsätzlich geht es beim VELOGYM nicht nur um Effizienz sondern auch um ein ausgewogenes Training des Körpers, beim Radeln sind klassischerweise eben doch nur die Oberschenkel im Spiel. Oberkörpertraining ist etwas, was passionierte Radel-Fans oft vernachlässigen, Mangels guter Möglichkeiten.
Ja, war mir klar, dass es nicht nur um Effizienz, sondern eher Richtung Ganzkörpertraining geht. Immer schön kreuzkoordinativ ;). Und wenn die Übersetzung noch für Arme und Beine differenziert werden kann, mal eine wirklich koordinative Herausforderung. Aber das wäre dann nix mehr für die Öffentlichkeit :X3:
 
Der Armbügel geht im Ganzen vor und zurück, nicht gegenläufig zu den Pedalen und nicht in der gleichen Frequenz. Wenn ich mich nicht irre, geht beides zusammen auf die Schaltung, das Verhältnis zwischen den Frequenzen bleibt also gleich, kann aber durch die Wahl bestimmter Zahnräder im Setup bestimmt werden.
 
@HenriP , @bergsprint , @Unterwegs Danke für Eure Beiträge,

Also tatsächlich ist die Bewegung parallel (Rudern und Bankdrücken), also nicht gegenläufig wie bei einem Crosstrainer. Das macht die Sache koordinativ deutlich einfacher und ermöglicht auch den sicheren Lenkmechanismus. Die Lenkbewegung ist senkrecht zur Kraftbewegung und wie bei einem Lenkrad, also sehr intuitiv.
Im Video sieht man verschiedene Testfahrende, 4 von denen fahren in dem Moment zum ersten Mal, was zeigt, dass es koordinativ gesehen zwar in den ersten Paar Minuten eine Umgewöhnung ist, dann jedoch - da alle Bewegungen intuitiv und bekannt sind - recht entspannt läuft. Gewöhnlich haben Testfahrer nach 5-15 Minuten Fahrzeug kennenlernen keine Bedenken im Stadtverkehr Münchens zu fahren...

@HenriP , genau, beide Kräfte (Oberkörper und Beine) werden erst addiert um dann mit einer Schaltung geschaltet.
Das Verhältnis zwischen Beinen und Armen kann über die Wahl der Zahnräder individuell eingestellt werden. Bei der Frequenz ist es eine weitere Besonderheit unserer Antriebstechnologie, dass es keinen Totpunkt gibt, denn man zwischen Drücken und Ziehen überwinden muss. D.h. in jedem Moment kann zwischen Drücken und Ziehen gewechselt werden. Wer kleine schnelle Bewegungen bevorzugt, kann dies genauso und jederzeit machen, wie große lange Züge. Dadurch ist die Frequenz der Armbewegung technisch gesehen gar nicht erst festgelegt.

Im Video kann man das vielleicht ein bisschen sehen, um es wirklich zu "fühlen" kommt man allerdings nicht um eine Testfahrt drum rum ;):D


 
Wer kleine schnelle Bewegungen bevorzugt, kann dies genauso und jederzeit machen, wie große lange Züge. Dadurch ist die Frequenz der Armbewegung technisch gesehen gar nicht erst festgelegt.
Ach ja, wollte ich auch gesagt haben: Schneller Wechseln geht, wenn man nicht den ganzen Hub ausnutzt und langsamer geht ja auch, da man zwischen den Bewegungen einfach kurz innehalten kann.
 
Vielen Dank, @Samba77, für Deinen Beitrag.

Ich konnte das Rad nun ausführlich fahren...
Heisst das, Du besitzt nun ein VeloGym Trike?

und macht das Trike beim Tempo zum Rennrad-Trike.
Falls Du eines besitzt: Wie schnell bist Du nun unterwegs (im Flachen, bergrauf bei z.B. bei 4 oder 10%)?

Und wie schnell warst Du mit dem HP Scorpion auf der Strasse? Hast Du schon Touren mit dem VeloGym Trike unternommen? Wie lange war die längste Strecke?


@VELOGYM
Wie schwer ist ein strassentaugliches Modell?

Griessli
Tipsi
 
Hallo @Tipsi ,

es würde uns wundern, wenn Samba77 etwas anderes behauptet, aber bisher kann man nur Vorbestellen, wir haben noch keine Geräte ausgeliefert.
Zu den Fragen zur Geschwindigkeit, da können wir jetzt natürlich alles mögliche erzählen. Im flachen gelingt eine Beschleunigung auf über 40 km/h. Bergauf verweise ich gerne auf unseren Test in den Dolomiten, #SellarondaBikeDay: 2.000 Höhenmeter und 58 km in ca. 5 Stunden. Aber das hängt natürlich von der persönlichen Fitness ab. Mit einem Trike, nur mit Beinantrieb, hätte wir das allerdings nicht geschafft, wie auch Tests im Schwarzwald gezeigt haben.




Zum Gewicht, eine Straßenvariante wird ca. 20 Kg wiegen.
 
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