Überfahren einer roten Ampel mit den Rad

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von bigonekml, 12.07.2019.

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  1. bigonekml

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    Ich stehe gestern an einer roten Radweg- und Fußgänger Ampel die eigentlich oft durchfahre, da der fließende Verkehr in meiner Richtung grün hat und die Ampel nur bei Schalterbetätigung umspringt.

    Neben mir ein Radfahrer und kommen ins Gespräch. Ich erzähle im das ich bei einem Rotlichtverstoß mit dem Klimax im vergangenen Jahr 225,00 Euro zahlen musste, 1 Monat meinen Führerschein abgegeben durfte und einen Punkt in Flensburg kassiert habe, weil ein S-Pedelec wie ein Kraftfahrzeug eingestuft wird.

    Darauf sagt er mir, dass das Überfahren einer Roten Ampel für „normale“ Radfahrer incl. Pedelecs mit die gleichen Konsequenzen geahndet wird, wenn die Ampel sowohl ein Fußgänger- als auch ein Radfahrersymbol zeigt.
    Handelt es sich um eine reine Fußgängerampel kostet das 10,00 Euro Verwarnung.

    Das war mir neu. Ist das korrekt?

    Ich glaube das schon, da er auf dem weiteren Wag dann zum Dienstantritt an die Dienststelle der Autobahnpolizei gefahren ist.

    Nur gut, dass ich auch stehen geblieben bin – obwohl er war ja in Zivil.
     
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  2. Christoph S

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    Fußgängerampeln gelten seit 2017 nicht für den Radverkehr.
    Hier gibt es eine Übersicht, welche Ampel gerade gilt. Kaum kompliziert o_O.

    Ist bei einer Fahrradampel keine Gelbphase vorhanden und der Vorwurf lautet nicht auf einen qualifizierten Verstoß (mit mehr als einer Sekunde Rotlicht), reicht ein Einspruch für die Einstellung des Verfahrens, da man keine Chance hatte, (Reaktionszeit und Bremsweg sind immer >1 s) rechtzeitig anzuhalten.
    :sneaky:Ich kann mir nicht helfen, aber das klingt irgendwie komisch...:D
    O.K. qualifizierer Rotlichtverstoß mit Gefährdung und 25€ Gebühr wären 225€ :whistle:;)

    Gruß
    Christoph

    Edit: ob jemand Polizist ist, oder nicht hat mit seiner Kenntnissen der StVO eher weniger zu tun.
     
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  3. Klaus d.L.

    Klaus d.L.

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    Hallo Klaus,

    Es wird nicht so eingestuft, es ist ein Kfz!

    Nein, laut https://www.adfc.de/artikel/bussgeldkatalog-fuer-radfahrende/ kostet der Verstoß 60 € (länger als 1 s rot: 100€) und einen Punkt, dazu ggf. Bearbeitungsgebühr. Das Bußgeld erhöht sich auf 100 (160) bei Gefährdung und auf 120 (180) bei Unfall.

    Nein, eine reine Fußgängerampel gilt weder für Radfahrer noch für Kraftfahrer. Hier gibt es allenfalls ein Bußgeld wegen Benutzung des GEhweges mit dem Kfz. Ist ein Radweg vorhanden, muss es seit 1,5 Jahren auch eine Radfahrampel geben.

    Übrigens darfst Du an der von Dir geschilderten Stelle bei Fußgänger- und Radfahrerrot fahren, denn für Dich gilt die Kraftfahrzeugampel und Du gehörst mit Deinem S-Pedelec auf die Fahrbahn und hast auf dem Radweg absolut nichts zu suchen. Mit dem Bußgeld hat man Dich gelinkt, denn das Befahren eines Radweges mit einem Kfz kostet im einfachsten Fall läppische 10 € und ein Rotlichtverstoß lag ja nicht vor. :LOL:


    Nein, s.o.

    Auch ein Autobahnpolizist sollte sich mit allen Verkehrsregeln auskennen. Dieser hatte offenbar erheblichen Nachschulungsbedarf und durch seine Verbalblähungen das Ansehen der Polizei beschädigt. :mad:

    Er hätte Dir auch in Zivil ein Bußgeld wegen Benutzung des Radweges mit dem Kfz aufbrummen können.

    Gruß, Klaus
     
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  4. wormwood

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  5. Christoph S

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    olafg, Klaus d.L. und wormwood gefällt das.
  6. bigonekml

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    Ich denke hier liegt ein Missverständnis vor:

    Der Rotlichtverstoß aus 2018 mit dem Klimax war so wie er war – zwei Polizisten (die übrigens nett und höflich waren) haben das so gesehen und ich habe das so akzeptiert, weil ich dachte ist ja ein Rad, wird nicht so schlimm. Das Erwachen folgte. Aber ist alles gut und vorbei.

    Das Klimax ist seit Freitag Geschichte und der Nachfolger ist ein normales Pedelec. Ein Kettwiesel Evo Steps.

    Ich war mit dem Evo unterwegs. Mit hat nur die Aussage irritiert, dass es zwei verschiedene Ampeln gibt und eine Missachtung des Rotlichtes auch mit einem normalen Rad mit den gleichen Konsequenzen wie dem KFZ oder S-Pedelec geahndet wird. Das müsste ja dann sowohl für die kombinierten Ampeln (Fußgänger-Radfahrer) gelten als auch für Ampeln des Straßenverkehrs.

    Und bei einer Ampel nur für Fußgänger kostet das 10 Euro.

    Ich habe nie auf die Ampeln geachtet – ich die angezeigten Räder immer für einen zusätzlichen Hinweis gehalten.

    Ich weiß auch nicht ob oder wenn ja in welcher Funktion der Mensch bei der Polizei ist. Aber mich hat das zum Nachdenken gebracht – und deswegen habe ich die Aussage mal hier reingestellt.
     
  7. Klaus d.L.

    Klaus d.L.

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    Dieser Satz bleibt trotzdem falsch.
     
  8. Fetzer

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    Heißt das, das Überfahren einer roten Ampel mit einem E-Scooter kostet auch 225€? :)(y)
     
  9. RZwoDzwo

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    Nein. Im Zweifel kostet es das Leben!
     
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  10. RaptoRacer

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    Ich bin immer davon ausgegangen, dass es egal ist ob ich mit einem Rad oder einem KFZ ne Rote Ampel überfahre, und das die Strafen gleich sind...
     
  11. bigonekml

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    Das kam mir auch nicht richtig vor; übrigens auch die andere Aussage nicht. Deswegen ja meine Frage. Klaus, dei Link zum Bussgeldkatalog des ADFC beanwortet alle Fragen. Ausdrucken und am Rad mitführen.:sneaky:
    --- Beitrag zusammengeführt, 13.07.2019 ---
    Hier der Katalog als PDF auf einer Seite
     
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  12. guinness

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    Und gegebenenfalls "Zahlen bitte" rufen.
     
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  13. Fanfan

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    Eher nicht. Hier die entsprechende Verordnung.
    Für einige Tatbestände gibt's für Radfahrer im Katalog eigene Einträge mit im Vergleich zu Kfz etwas niedrigeren Regelsätzen, für die übrigen gilt die Halbierung der Kfz-Regelsätze gemäß §3 Abs. 6 der Verordnung.
     
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  14. smö

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    Also an roten Ampeln am besten absteigen und das Rad als Fußgänger schieben – ist deutlich günstiger ;)
     
  15. RaptoRacer

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    Das bedeute aber doch, dass alle im gleichen Maß Punkte bekommen, nur die Geldbuße wird reduziert, oder?
     
  16. Mueck

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    ... wenn's mit rechten Dingen zugeht.
    Der Betreiber des Radverkehrsforums hatte so einen Fall mal vors Amtsgericht gebracht und verloren, der Weg zum OLG scheiterte leider ...
    Diskussion dazu in seinem Forum und im Verkehrsportal.
     
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  17. Mueck

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    Interessant sind so stellen wie Fußgängerzonenausfahrten mit Ampemln, die ganztags oder zeitweise für Radfahrer frei sind.
    Kenne hier drei, bei denen sind nahe Fußgängerampeln nur mit Fußgängersymbol bestückt, Ampeln "für den Fahrverkehr" gibt es logischerweise keine (auch wenn da Lieferverkehr etc. unterwegs sein darf in zweien, bei der dritten müsste man Poller abräumen ...), also freie Fahrt für freie Radler ...:whistle:
    ... unter Beachtung des § 10 natürlich, der dann ersatzweise bei der Ausfahrt aus Fuzos gilt ...

    Eine temporäre Ampel über die hiesige Kriegsstraße war zuerst auch nur mit Fußgängersymbolen gesegnet bei Beschilderung der Querungsstelle mit "Gehweg, Schleichradler frei". Paar Tage später war vom Polizeikontrollen zu lesen. In der Facebookgruppe dazu habe ich drauf hingewiesen, dass die verhängten Bußgelder allessamt illegal sind, musste dafür viel Haue von anderen Diskutanten einstecken, aber da dort auch ein Polizist aus dem Präsidium mitliest, der im Radlerforum immer die Unfallstatistiken präsentiert, hat' s mich nicht gewundert, dass die Streuscheiben wenige Tage später ausgetauscht wurden.
    Andere solche Stellen verrate ich DORT natürlich nicht ...:whistle:

    Interessant wird's, wenn man auf der "baulichen" Fahrbahn auf einer "Radverkehrsführung" steht (Radfahrstreifen mindestens mal, ob da auch Schutzstreifen dazu zählen?) und eigentlich denkt, die Ampel für den allg. Fahrverkehr gelte für einen, es aber noch eine Fußgängerampel mit Radsymbol gibt, die eigentlich für eine ganz andere Radverkehrsführung gedacht ist, weil die Querstraße bauliche Radwege hat und man von dort über die Fußgängerfurt linksabbiegen können soll, oder die eigene Straße hat noch zusätzlich "Gehweg, Schleichradler frei" o.ä. ...
    Streng nach Gesetz gilt dann eigentlich diese ...
     
  18. Fanfan

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    Davon würde ich ausgehen, der genannte Paragraph spricht ja nur die Geldbußen an.
     
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  19. smö

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    Ach Ampeln, Verkehrsführung und Beschilderungen... Für die Ergonomie des Büroarbeitsplatz ist jedes kleinste Detail geregelt, aber im Straßenverkehr ist man jeder komischen Beliebigkeit ausgesetzt.

    Bin auch schonmal versehentlich voll über die rote Ampel gefahren, weil das vollausgefüllte runde Ampellicht grün gezeigt hat, aber weit daneben rechts noch eins war, dass einen roten Pfil nach oben hatte. Also man hat grün, aber dann doch rot. Die Pfeile auf der Straße waren wegen den Autos natürlich auch nicht zu sehen, also hatte ich mich bestimmt auch falsch eingeordnet.
     
  20. Klaus d.L.

    Klaus d.L.

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    Hallo,

    Exakt: "6. Wer ein Rad fährt, hat die Lichtzeichen für den Fahrverkehr zu beachten. Davon abweichend sind auf Radverkehrsführungen die besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr zu beachten. An Lichtzeichenanlagen mit Radverkehrsführungen ohne besondere Lichtzeichen für Rad Fahrende müssen Rad Fahrende bis zum 31. Dezember 2016 weiterhin die Lichtzeichen für zu Fuß Gehende beachten, soweit eine Radfahrerfurt an eine Fußgängerfurt grenzt." (§37 StVO)

    Das schützt aber nicht vor Pöbeleien wartender Fußgänger. Bei uns endet die Hauptfußgängerzone an beiden Enden jeweils einige Meter vor der Kreuzung, für die Fußgänger gibt es rechts und links je eine Furt mit Ampelanlage wie an einer Kreuzung von Fahrstraßen. Dort war eigentlich immer schon sonnenklar, dass Radfahrende genauso wie ausfahrende Lieferfahrzeuge, Anlieger oder Taxis kein Ampelsignal hatten. Dennoch bin ich einmal auf einer Mitgliederversammlung des ADFC in Anwesenheit des örtlichen Polizeichefs angemacht worden, ich würde "immer" bei rot fahren. Ich habe die Rechtslage erklärt und die Polizei hat genickt.

    Ja, die zählen dazu, ebenso wie Radfahrfurten. Das wird dann spaßig, wenn man als Radfahrer bei Radfahrgrün anhält und der Bus, der hinter einem dem Schutzstreifen mitbenutzt, eben nicht ...
    Da haben die Politiker mal wieder richtig Mist gebaut, genauso wie mit der Folge rot-grün-rot ohne gelb für Radfahrampeln.

    Und halbe Punkte sind nicht vorgesehen, so dass zumindest bei 1-Punkt-Delikten ein gewisses Problem entsteht.

    Gruß, Klaus
     


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