Tandem-Quad

BuS velomo

gewerblich
Beiträge
2.568
Ort
07381 Oppurg
Hallo zusammen,

wie hier schonmal angesetzt, hab ich kürzlich 2 Tandem-Quads vollendet und will das mal gesondert vorstellen, v.a. weil es Tandem auf 4 Rädern so eigentlich noch gar nicht gibt, d.h. ich hier die ersten ihrer Art erschaffen hab...

Insofern es im Vgl. zu Trike-Tandem bemerkenswerte Unterschiede in Fahrstabilität und Lasttauglichkeit gibt, ist ein Quad-Tandem als Produkt eigentlich längst überfällig. Und so ist die Motivation hier auch zu einem Quadvelo-Serien-Produkt vorzudringen, bzw. es zumindest via Velomo als vordefinierte, individualisierbare Projekte auf der Basis von Quadvelo- und Pony-Serienmodulen anzubieten.

Das stahlblaue Kundenprojekt lief unter dem Arbeitstitel "Pony42" - ist auf der Basis von 60x1 CrMo-Rohr gebaut und (erstmal) für den motorlosen Betrieb mit 2 Pinion auf 1 Kettenstrang vorgesehen. Der Umbau der Quadvelo-Plattform zum Tandem ist der funktionale Prototyp - gleiches Antriebsdesign - und wird über den Winter nochmal in hübsch aufgebaut, um ihn im April auf die Spezi ausführen zu können.

Pony42-TandemQuad-1.jpeg
QVC-TandemQuad-1.jpeg
Pony42-TandemQuad-2.jpegPony42-TandemQuad-3.jpegPony42-TandemQuad-4.jpegQVC-TandemQuad-2.jpegQVC-TandemQuad-3.jpeg

VG Steffen
 
Ach ja, über ein Tandem überlege ich auch immer. Einspurer eher nicht, da es ohne viel Übung zu fahren sein muss. Eigentlich denke ich eher an Sociable (nebeneinander), aber so ist man schneller und schmaler. (Jetzt fange ich an, mir "Sprechspiegel" auszudenken, um besser miteinander zu reden. :unsure: ) Getrennte Schaltungen und Freiläufe finde ich gut, nur dass man bei synchronisierten Kurbeln wohl einen intuitiven Kommunikationsweg hat. Trotz getrennter Schaltungen und Freiläufe nur eine Kette ist Klasse - Doppelte Pinion, man gönnt sich ja sonst nichts :D Der Kettenlauf ist ja krass. (Würde mir das Leertrum und den Spanner etwas höher wünschen. Vielleicht Spanner am vorderen Tratlager/Kettenblatt?)
Auch interessant, dass der Stoker hinten bremsen darf.

Gewicht, Wendigkeit und natürlich Preis, sowie auch Tragkraft würden mich auch brennend interessieren, aber ich schätze, da ist Warten angesagt. Noch habe ich eh keine richtige Garage. Spezi wird wieder spannend.

Motor fand' ich wahrscheinlich attraktiv, besonders in Kombination mit einer Möglichkeit, statt des zweiten Sitzes mit größerer Ladefläche zu fahren. (Und auch wenn man mitndem schweren Fahrzeig den Stoker erst von zu Hause abholen und am Ende nach Hause bringen muss.) Von der Länge her könnte man ohne Stoker vielleicht eine komplette Liegefläche für's Solo-Camping draufbauen, zumindest beinklappbarem Vordersitz müsste es reichen.
Habe neulich gedacht, dass man bei Pinion dank des Freilaufes am Kettenblatt ja auch einen Motor einfach in den Kettenlauf setzen können müsste, oder? Oder natürlich die Variante mit Kurbelantrieb auf ein Hinterrad und Motoranteieb auf das andere Hinterrad.
 
Ein paar Eckdaten zu dem generellen Quadvelo-Plattform-Konzept habe ich hier beschrieben: https://www.velomobilforum.de/forum...attform-fuer-diy-aufbauten.61495/post-1682595 -

Der hypothetische Möglichkeitsraum für Motorisierung sieht in etwa so aus:
Design Effizienz/ Berg/ BremseKraftverteilungPreislevel
Pinion Captain, Mittelmotor Stoker (3s auf Diff)1 Kette, 15%alles auf Diff3000
2x Pinion - Getriebenabenmotor in Leertrum1 Kette, 10%alles auf Diff4000
2x Pinion - Getriebenabenmotor in extra Kette1 Kette, 10%Diff + Motorkette4000
2x Pinion - Direktläufer in einem Hinterrad (Split)1 Kette, 8%, RekuHuman + Motor4500
2x Pinion - 2 Direktläufer in Vorderrädern (EBS-System)1 Kette, 15%, RekuAllrad6000
Mittelmotor Captain, Freilaufkurbel Stoker - Zwischengetriebe Pinion2 Ketten, 15%alles auf Diff4500
Pendix-kettenlos - 2 Generatoren, 2 Direktläufer in HR1 Kabel, 10%, RekuE-System6000

Freilich hab ich wenig Lust, jede Variante einmal umzusetzen, sondern die Serienkonfig auf 2 Optionen zu beschränken. Diejenige mit den 2 Grin in den Vorderrädern wird von EBS-Heidelberg eh schon für WoMo-Cargo-Zwecke umgesetzt, weshalb sie auch fürs Tandem gesetzt ist. Die leichtere Variante wäre eine von 1-3. (die Prozentzahlen sind ne Abschätzung, bis wohin man ein vollbeladenes 300kg-System herstellerseitig garantieren könnte).

Die allerersten "Tandem-Quads" in der Welt sind das natürlich nicht. Von den Berg-Promenadenfahrzeugen über Kai's Sidebyside (Plycar) oder unser Ouicycle-Proto ... bis hin zu Einzelprojekten von Utah-Trikes oder sogar nen eigenes Projekt von 2018 (Bild unten) gabs hier und da schon mal was. Aber als diese Art "tandemtrike-ähnliches" kaufbares Produkt, gibt es eben nix. Den (überschaubar kleinen) Markt bedient derzeit eigentlich Bambuk allein mit den Nachteilen eines Dreirades.
Tandem-Quad-2018.jpg

Zu anderen Aspekten kann ich später noch mehr ausführen... jetzt geht mir grad erstmal die Zeit aus... VG Steffen
 
Zuletzt bearbeitet:
Die leichtere Variante wäre eine von 1-3
Glaube, mir wäre die sympathischte immernoch:
2x Pinion - Getriebenabenmotor in Leertrum
, wobei ich vielleicht nicht unbedingt vom Leertrum ausgehen würde. Zum Einen belastet das dann die Pinions stärker (Achse, auf der das Kettenblatt sitzt; vorne mit 180° Umschlingung und hinten wo drei Antriebskräfte auf der Kette ziehen), zum anderen bedeutet das, dass bei Motorleerlauf der Kettenspanner die Kette genug spannen muss, um den Motor mitzudrehen.
Im einen Bild, wo man den Kettenlauf vom Weißen sieht, ist hinten eine Umlenkrolle, die wahrscheinlich nur verhinden soll, dass die Kette über die Achse der Schwinge läuft? Würde da vielleicht stattdessen der Nabenmotor in die Öffnung im Rahmen passen? - Ach Moment, Nabenmotor mit Freilauf und Ausgangsritzel ist an der Bremsscheibenaufnahme? Dann sollte der Motor wahrscheinlich verkehrt herum eingebaut werden, damit der Motor mittig sitzt und das Ritzel rechts liegt. Dann müsste das Zugtrum an der Unterseite des Ritzels langlaufen. Ebenso müsste das Leertrum über dem Ritzel lang laufen. Wenn man den Motor außermittig nach rechts baut und das Ritzel auf seiner linken Seite Liegen darf, umgekehrt. Bei außermittiger Halterung des Motors könnte sein Ausgangsritzel vielleicht tatsächlich an der Stelle landen, wo im Bild die Umlenkrolle sitzt?

Wahrscheinlich hast du / habt ihr da aber auch schon genug Gedanken gemacht, sorry wenn ich nur bereits gedachtes wiederhole. :D
 
Tolles Fahrzeug! Irgendwann, wenn 1-spurig nicht mehr geht, brauchen wir auch sowas. Ich hoffe, das verschwinder nicht in der Klamottenkiiste....
Hartmut
 
Auf den Bildern sieht man einmal vier Scheibenbrems-Räder (das alte türkise), einmal vier Trommelbrems-Räder (was weiße) und einmal gemischt (das blaue). Ich wäre sehr stark dafür, dass ein einziges Ersatzrad an beliebiger Stelle eingebaut werden könnte. Ich weiß jetzt nicht wie ihr die Hinterräder antreibt, ob das geht. Gegebenenfalls könnten die Hinterräder ja trotzdem modifiziert sein, solange ein modifiziertes Rad als Ersatzteil immernoch auch vorne passt.

Achso und du schreibst "Diff" in der Tabelle. Ist ein Differential geplant oder in Wirklichkeit Doppelfreilauf und das Wort ist nur gebräuchlich? Oder heißt das hier was anderes? Falls Differential: Wäre das Ganze so nachgiebig, das beim Überfahren von Hinternissen und Kanten immer beide Antriebsräder am Boden bleiben und das Differential nicht den kompletten Antrieb auf das abgehobene Rad verliert? (Ich weiß jetzt nicht, wie ihr das bei euren bisherigen Entwicklungen so gemacht habt und für die meisten Leute wäre es wahrscheinlich die meiste Zeit irrelevant. Für mich ware es auch kein absolutes No-Go, aber plötzliches Durchtreten ohne Drehmoment finde ich doof.)
 
Ein Vorteil von Tandemquads ist ja dass man die Sitze direkt über die Achsen legen kann. Dann sollten ja nur geringe Kräfte auf die Verbindung der Achsen wirken oder sehe ich das falsch? Kann man die Verbindung dann nicht deutlich leichter machen? Oder sind die Kräfte die ins Tretlager gehen zu hoch?

Mit freundlichen Grüßen

Günter
 
Du meinst, wenn das Gewicht direkt auf der Achse aufliegt, muss der Längsrahmen es nicht mehr tragen? Wie man beim Anhänger die Deichsel und Kupplung entlastet, wenn man auf die Achse lädt.
Das nimmt sicherlich ein Bisschen Belastung weg, aber du hast immer noch wie du sagst die Kräfte am Tretlager, den den Zug der Kette und vor allem die dynamischen Belastungen beim Anfahren und bergauf, Kurven, und besonders beim Bremsen. Das Drehmoment von Antrieb und Bremse geht ja auf die Achse und muss dann vom Rahmen abgestürzt werden und die Trägheit der Menschen geht auf den Sitz oder wieder das Tretlager. Da wird so'n bisschen Verschieben der Sitze vermutlich nicht sehr viel Gewicht sparen können. Und dann würde das Lenkgestänge mit der neuen Position der Hebel komplexer und das Fahrgefühl wenn man auf der Vorderachse sitzt bestimmt seltsam.
 
Ja, der Zentralrohrrahmen muss nicht allzu stabil sein, weil die Hauptbelastung über den jeweiligen Achsen sitzt. Theoretisch könnte man es sogar torsionsoffen designen. Aber mit Einbezug aller "hebelnder Fahrdynamiken" ist die Steifheit aus 60x1 CrMo oder 80x60 Alu schon sicherer. Die Ober- oder Unterzüge auf den Beispielbildern haben hingegen wenig zzgl. statische Bewandtnis, sondern eher funktionale: durchgehende Sitzschiene, Gepäckhalter usw.

Ich überlege noch, ob ich das Quadvelo-Tandem wirklich auf den vorhandenen QV-Kabinen-Rahmen ("Unterrohr") setze oder ihm einen eigenen spendiere im Pony-Design ("Oberrohr") aus 80x60 Alu. Beide Designs haben Vor- und Nachteile, die ich abwägen muss. Das nächste Kunden-Projekt (bis Frühjahr) wird "Oberrohr" und maximal kompakt, damit es mit 2,20m Gesamt hinten quer auf nen WoMo passt.

Diff meint schon Differential, insofern die schwereren Konzepte mit mehr Last und Allrad-Bremse eher auf der QVC-Plattform basieren:
  • Quadvelo = Differential
  • Pony4 = Doppelfreilauf
Ja, das Pony4-System ist offroad besser geeignet. Ein Differential ohne Sperrfunktion kann bei zu viel Verschränkung freidrehen, dafür kommt der DF auf z.B. nasser Straße schneller an die Durchrutschgrenze. Hat alles Vor- und Nachteile - gut fahrbar ist beides und die Grenzerfahrung muss man jeweils schon aktiv provozieren.

Bevorzugte Laufräder der QVC-Bauten sind die Samagaga-Hardcore mit 4x hydraulischer Disc aus der Quadvelo-Serie und hier gezeigt/ beschrieben. Die Laufräder vorn/ hinten sind da zwar grundsätzlich gleich und leicht abnehmbar - der Unterschied von Kugellagerung (vorn) und Mitnehmerachse (hinten) setzt aber zumindest ein kurzes Adapter-Einpressen/Auspressen im Felde voraus, um 1 Uni-Ersatzrad vorn oder hinten einzusetzen.

Ich hoffe, das verschwinder nicht in der Klamottenkiiste....
Als Serienprodukt wird es solange überleben wie Quadvelo oder Pony. Als Velomo-Auftragsbau solange wie Velomo (immerhin schon 13 Jahre).

VG Steffen
 
... und wie es mit der Serien-Idee so läuft, kommt direkt der Erste und will es wieder anders :rolleyes:

1742928166855.png
Derzeit auf meinem Tisch, grad 2 Wochen Pause, dann gehts nach Berlin zu Hofrad zur Vollendung. Besonderheiten des Konzeptes:
  • so kurz, dass es hinten quer auf ein Wohnmobil-Heckträger passt (2,05m)
  • dafür ist der Radstand 1,50m, der Ausleger kann eingeklappt werden und es kommt eine demontierbare Heckbox ran.
  • Captain hat Motor, Stoker ne Freilaufkurbel, beide gehen auf Pinion-Zwischengetriebe
  • Sonstige Fahrwerksmodule sind QVC-Plattform, auch wenn der Rahmen individuell ist.
Ich hab das jetzt auch so umgesetzt, um am Objekt zu evaluieren, ob dieses "Oberrohr" Konzept nicht der bessere Serienansatz für Tandem sei als der gegebene Quadvelo-Rahmen. Antwort = eher nein. Nur wenn es wirklich um dieses Klappausleger-Zwischengetriebe-Design geht. Ästhetischer ist es so ggfs., aber ansonsten das Unterrohr wesentlich flexibler für alle denkbaren Aufbauten... d.h. Serie (Spezi und so) geht erstmal mit dem alten Rahmendesign weiter, während das hier individuell bleibt.

VG Steffen

PS: das stahlblaue Tandem im Titel ist mittlerweile von EBS-Heidelberg motorisiert worden - Getriebemotor mit kurzer Kette aufs Diff-links.
 
Tandem-Flotte wächst.
1745390074369.png
Das Schwarze wäre dann die QVC-Serien-Vorlage und geht jetzt auf die Spezi, falls noch jemand ne Motivation braucht ;)
Das Rote wäre die (deutlich aufwändigere) Spezial-Velomo-WoMo-Edition mit Klappausleger und Zwischengetriebe.
 

Anhänge

  • 1745390328637.png
    1745390328637.png
    4,2 MB · Aufrufe: 125
Insofern Hofrad auch schon regulär Ponys vertreibt, können die als Berliner Ansprechpartner auch für den Rest des Quadvelo-Katanga-Velomo-Netzwerks dienen. Wenn es zu spezifisch im Einzelradbau ist, kann ein "Zwischenhändler" wenig tun, und man muss das schon direkt Endkunde-Hersteller händeln. Aber für die Abwicklung, Ergänzung und insb. wenn es seriengängiger mit den Plattformen wird, ist das schon ein Modell...

... ähnlich verhält es sich i.Ü. mit Ebike-Solutions Heidelberg (via Oliver) für den Rhein-Main-Neckar-Raum. Wer sich ansonsten noch mit der Liegerad-Tandem-Cargo-Zwischenwelt beschäftigt und Vertriebs-Interesse an unseren Plattformen hat, kann sich melden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Handelt es sich bei dem WoMo-Träger für das rote Tandem um eine Plattform, oder habt Ihr den auch konzipiert?
 
Zurück
Oben Unten