Sturmey Archer Nabe - Auflage am Radträger

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Für ein Velo-trike hatte ich ja schon mal wegen der Sturmey Archer Trommelbrems-Naben hier gefragt, und den Hinweis bekommen, dass es spezielle "SD" Typen für Trikes gibt.
Nun habe ich diese Naben und die verschiedenen speziellen Buchsen dazu bekommen und frage mich, wie das gedacht ist, an einen Radträger, wie auch immer konstruiert, zu montieren.
So ragt die Mutter des Bremshebels über die Ebene des Abstand-Rings, und auch der Bowdenzug würde damit schneiden:
SA_Auflage_P8290063.JPG

Da muss der Radträger - der ja auch noch die Spur-/Lenkstange, Federung und Brems-Abstützung trägt, recht schmal konstruiert sein .. oder trickreich.
Was mir auch etwas Sorgen macht, ist die etwas wackelige Konstruktion - die Bremsplatte ist nur auf einem schmalen Ring in der Mitte abgestützt, und setzt dem Kippen - anders als beim Fahrrad gibts beim Trike ein seitliches Kippmoment in Kurven - nichts entgegen.
Die Kräfte gehen dann komplett in den Radbolzen anstatt in die Lager:
SA_Kippen_P8290068.JPG
Kann mal jemand, der diese Bremsnaben in einem Trike fährt, berichten, gern mit Foto, wie die auf dem Radträger montiert sind - und wie die Lager/Bolzen tausende Kilometer auf der Straße halten?
Ich habe gerade etwas Zweifel, wie die Konstruktion der Naben dauerhaft an einem Trike funktioniert.
 
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Was mir auch etwas Sorgen macht, ist die etwas wackelige Konstruktion - die Bremsplatte ist nur auf einem schmalen Ring in der Mitte abgestützt, und setzt dem Kippen - anders als beim Fahrrad gibts beim Trike ein seitliches Kippmoment in Kurven - nichts entgegen.
Die Kräfte gehen dann komplett in den Radbolzen anstatt in die Lager:
SA_Kippen_P8290068.JPG
Sorry, aber da verstehe ich nicht, was Du meinst.
Kurvenfahrt am Trike bringt Querkräfte in das Rad. Diese gehen über die Radlager, etc... in die Radträger.
Was hat die Bremsplatte damit zu tun? Die betrifft das ja nicht.

Gruß, Harald
 
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Und die Radlager stützen sich am Radbolzen und über den kleinen silbernen Abstands-Ring am Radträger ab.
Der Ring wiederum sitzt in einer 2mm breiten Nut in der Bremsplatte.
Wenn sich der Ring in die Bremsplatte - aus Alu-Guss - einarbeitet, verliert die Verschraubung ihre Spannung.
Oder auch die Bremsplatte bricht, da wirken ständig feine Vibrationen, Lastspitzen von Schlaglöchern usw.
Das ist schon eine ganz andere 'Konstruktion' als bei Radträgern von PKW, ganz unabhängig von den Lasten.

Die gesamte Kraft, die zwischen Rad und Radträger übertragen wird, lastet auf dieser 2mm Nut:
 

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@BB123 bau das Ding einfach ein, wir fahren alle so rum. Das funktioniert.

Vielleicht kann mir aber einer der hier anwesenden SA-Spezialisten erklären wie ich bei einer Sturmey Archer X-RD die Achse rausbekomme? Ich dachte ich könnte die wie bei den SD einfach rausziehen - Fehlanzeige. Aufgeschrumpft, eingepresst - jedenfalls sitzt die bombenfest. So kann man ja auch die Lager nicht wechseln. Ich brauche eine lose Achse (Steckachse) und will deshalb umbauen.

Sorry BB123 fürs Kapern, wer mir antwortet kann das ggf per PN tun, dann ist es nicht so viel OT.
 
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Kein Problem mit dem Kapern, die Antwort interessiert mich auch, ich hatte die gleiche Frage, als die normale Nabe vor mir lag.
Vermutlich will die Achse zusammen mit den Lagern mit einem Abzieher entfernt werden, dass soll aber jemand sagen, der das schon praktiziert hat.
Die Achse hat auch, wenn ich recht entsinne, kein metrisches Maß.

"Wir fahren alle so" - okay, es wär toll wenn jemand ein Foto von seinem Radträger posten könnte, oder einen Link.
Vor dem Einbau steht bei mir ja noch die (Um-) Konstruktion des Radträgers.
Insbesondere wie da Platz für den Bremshebel + Widerlager ist; bei Velomobilen gabs teilweise einen Umbau auf Hydraulik-Zylinder, nur werden die Teile (bei Ginkgo) nicht mehr angeboten.
 
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Die gesamte Kraft, die zwischen Rad und Radträger übertragen wird, lastet auf dieser 2mm Nut:
Ich kenn jetzt deine Spezilelle Nabe nicht sondern nur die am VM.
Aber die Bremsplatte muss keine seitlichen Kräfte aufnehmen, sondern nur radiale beim Bremsen, gegen Verdrehen..
Bei mirist die Platte daher an einem Schwarzen Ausleger am Federbein festgeschraubt.
Die Nabe mit der Trommel muss auf der Achse sitzen und seitlich fest mit dem Federbein verbunden sein.
dafür halt radial also in drehbewegung frei...

evtl hilft das Bild
 
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Danke fürs Foto, also da wird das Federbein als Radträger eingesetzt, nennt man auch "McPherson" Bauweise AFAIK.
Ich setze dagegen auf Doppel-Querlenker, wo die Räder freistehen und die Aufhängung nur zur Mitte hin und nicht nach oben abgestützt wird.
Hat noch den Vorteil, dass man einige fahrdynamische Effekte (Sturz, Nicken) kompensieren kann.
QL_R_Dr7.jpg

Ansonsten "Bremsplatte muss keine seitlichen Kräfte aufnehmen" - sorry, die ist mit dem Radbolzen zum inneren Teil des Radlagers (Festlager) verspannt, und bei einem mehrspurigen Fahrzeug muss jedes Radlager durchaus seitliche Kräfte aufnehmen - bei Kurvenfahrt.
Oder wie will man die Fliehkraft da vertreiben?
Und da sich das Rad nur unten auf der Straße abstützen kann, wird aus der axialen Kraft auch ein Kippmoment.
Das geht bei dieser Konstruktion voll auf Radbolzen--2mm-Nut--Bremsplatte.
Aber klar, Bremsen ist eh .. so .. uncool ..
 
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Diese 2 mm dient nur als unterlegscheibe zum positionieren der platte. Viel mehr als eine unterlegscheibe ist es nicht. Das fest schwarze teil dient dazu um die bremskrafte auf zu nehmen, zu verhindern das die platte sich dreht wenn die bremse betatigt wird.

Schau dir die bilder mall besser an, bei die velomobil federbeine geht die achse quer durch das federbein und wird von beide aussenwande unterstutzt. Da die nabe zwei lager hatt werden die auftretende krafte vermutlich eher auf die 12mm stahlachse arbeiten. Erst wenn diese sich verbiegt konnte etwas druck auf dieses teil auftreten, die hoher ist als nur die klemmkraft. Ich versteh nicht wieso diese unterlegscheibe so viel krafte zu tragen kriegen sollte das dabei was kaput gehen sollte. Hier wird viel mit diese naben gefahren, und es geht ab und zu auch was kaput, oder funktioniert nicht optimal. Aber uber ein beschadigung dieses teil hab ich noch nie was gelesen. Und das bei einige milionen gefahrene kilometer.

Normalerweise wird die achse in einen teil verschaubt was etwa 30 bis 40 mm breit ist. Dabei ist es dann kein problem die drehende hebel und kabelverlauf so zu legen das die neben dieses teil verlaufen.

Bei deinen entwurf fällt mir auf das viele teile recht filigran aussehen. Wie stark ist das winkelblech zur achsaufnahme? 3mm, 4 mm? Da druber wurde ich mir eher sorgen machen. Auch wurde ich dir raten die abmessungen und bewegungen bei einen gewunschten federweg von diesen doppelquerlenker mal gut durch zu modelieren.

Hier mal einen link zu ein anderen Trike mit doppelquerlenker. Die rahmenteile sind ziemlich sicher aus chromo stahl, und doch deutlich robuster dimensioniert als bei dir.


Grusse, Jeroen
 
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Tieflieger, die Auflage ist 2 mm breit, die Hülse hat 4 mm Wandstärke.
Mein Punkt ist einfach, dass die Kräfte bei Kurvenfahrt kaum abgestützt werden und fast 100% in den Bolzen gehen.
Das wird bei KFZ sonst so gelöst, dass das Radlager die Kräfte aufnimmt - auch damit man bei einem Bruch dieses 'single point of failure' nicht im Graben (oder Gegenverkehr) landet. PKW-oder Motorrad-Radlager geben auch mal den Geist auf, dann kommt ein laut rührendes Geräusch, aber man kann erstmal weiter rollen.
Auch dass bei den Naben Rillenkugellager verbaut sind, was nach dem "Stand der Technik" Schräglager sein sollten, zeigt IMO, dass da etwas halbherzig auf Trike-Betrieb umgemodelt wurde. Anders gesagt, vielleicht möchte der Hersteller noch eine "Heavy Duty" Variante anbieten; ein Schrägkugellager gibts einzeln für 5 Taler, daran kann's nicht liegen.
Aber gut, ich nehme die Erfahrungen der Gemeinde auf und bastele da vorerst nicht weiter herum.

Zu meiner Konstruktion: Der Achsträger-Winkel hat 6 mm Materialstärke - welche Wandstärke haben denn die Rohre des 'Wild One'?
Und klar, "abmessungen und bewegungen bei einen gewunschten federweg" müssen natürlich passen - bei mir ist das auf 60 mm ausgelegt.
Komfort steht auf der Anforderungsliste ziemlich weit unten ;-)

Die Vorderachse vom Wild One ist sehr schön "klassisch" gebaut, das kann sich auch in der Formula Student sehen lassen - da ist die elektrische Leistung auf 80 kW begrenzt. Also, sportliche Rundenzeiten stehen bei meiner Konstruktion auf der Anforderungsliste auch ziemlich weit unten.
Anders gesagt, die Vorderachse des Wild One ist vielleicht eeetwas over-sized für den Zweck, aber das mag man auch als Kultur buchen.
 
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Es geht mir nicht so um die wandstarke, sondern eher um die breite auf demm das ganze rustet. Bei die velombiel.nl federbeine geht die achse durch ein rohr mit etwa 5 mm wandstarke, das ein durchmesser von etwa 30 mm hatt. Also 30 mm breite/tiefe um das kippmoment auf zu fangen, bei dir ist das 6 mm.

Da ich heute was an die federbeine machen musste, und dabei hab ich auch die bremsplatten mal abgebaut. Die haben so um die 40.000 km gemacht an ein velomobil, mit ein gesammtgewicht incl fahrer von um die 120 kilo. Nichts zu sehen.

Die ganze krafte werden indertat auf denn bolzen ubertragen. Die kann es haben. Wenn ein lager kaput geht machen sich auch beim velomobil oder beim trike gerausche bemerkbar. Was bei komplettes festfressen von ein lager passieren wurde, keine ahnung.

Hier noch mal ein deutliches bild von eine trommelbremsachsen trager beim trike. https://www.icetrikes.co/tech/braking

Auch hier ist die aufnahme vom achse/bolzen, deutlich breiter (oder tiefer) als 6 mm, musste auch so um die 30mm sein.

Ich bin kein techniker, wir konnen uns vermutlich aber einig sein das die gezeichte achsaufnahmen deutlich grossere krafte ertragen konnen als eine 6 mm starke aluplatte?

p.s. Hier die Englische technische daten, zum ausbauen von achsen; http://www.sturmey-archer.com/files/catalog/files/327/SERVICE - X-FD XL-FD X-RD X-SD XL-SD.pdf

Grusse, Jeroen
 
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Ich stelle hier einmal meine Überschlagsrechnung zur Diskusssion:
Die maximale Belastung eines Laufrades liegt bei rund 120 kg. Darüber hinaus dürften die Felge und/oder Speichen versagen. Macht an der Stelle, an der der Distanzring an der Bremsplatte aufliegt, eine maximales Drehmoment von rund 36000 Nmm. Das Flächenwiderstansmoment eines Kreises mit 20 mm Durchmesser beträgt 780 mm³. Daraus ergibt sich eine Druck/Zugbelastung in der äußeren Faser von 46 N/mm². Die Zugbelastung muss noch durch eine Vorspannung der Achse aufgefangen werden. Ich nehme mal den doppelten Wert von 100 N/mm². Damit würde sich eine maximale Druckbelastung von rund 150 N/mm² im Bereich des 2mm Alu-Rings ergeben.
Die Literatur, die ich gesehen habe, gibt für die verschiedenen Alugusslegierungen überwiegend mehr als 200 N/mm² als maximale Druckbelastung an.
 
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@lotharko, cool, mein Physiklehrer sagte mal "Deutschland braucht Männer wie sie", und grinste dabei breit.
Ohne Quatsch, solche Rechnungen gehen mir nicht so flüssig von der Hand, Respekt dafür.
Was mir zu dem Ring noch einfiel - da geht auch die Kraft des angezogenen Bolzens drauf - bei M12 Feingewinde, Festigkeit 10.9 sind das .. 170 Nm - heftig.

@tieflieger (ohne ff !) - 30 mm Rohr und 6 mm Aluplatte sind nicht gleichzusetzen, sondern eher Wandstärke 5 vs 6 mm.
Aber richtig, deine Beispiele sind stabiler - da gehen die Konstrukteure offenbar von unterschiedlichen Kräften aus, die sie ableiten müssen ;)
Hier mal exemplarisch ein entsprechendes Teil (engl. 'Upright') für einen Ariel Atom:
Und das ist auch nur 6061-T6 aluminum, also kein 7075 oder gar Stahl.
"On 23 January 2011, the Atom 500 set the lap record around the Top Gear test track, with a time of 1:15.1, making it the fastest road-legal car to go around the track."
Du verstehst meinen Punkt ...
 
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Haha, genau an der Baustelle sitze ich gerade - die Teile der Trägerplatte markieren, die man absägen muss, damit der Bremshebel und -zug da Platz bekommt.
Nebenbei - was ist das denn für eine schwarze Füllung in den Vierkant-Rohren, geschäumt?
 
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Was mir zu dem Ring noch einfiel - da geht auch die Kraft des angezogenen Bolzens drauf - bei M12 Feingewinde, Festigkeit 10.9 sind das .. 170 Nm - heftig.
Das ist halt eine andere Art der Abstützung. Im VM-Federbein braucht's überhaupt keine Vorspannung in der Achse, um das Kippmoment des Rades aufzufangen. Das wird über die Löcher im Federbeinrohr in Radialrichtung abgestützt. Du willst es offenbar über Zug in der Achse und Druck in den 2mm Ringauflage auffangen.
Kann jemand die resultierende Belastung der Achse genauer beleuchten? Da wirken dann ja Biegemoment und Zug an derselben Stelle.
 
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