Sinclair C5 in Potsdam 480€

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Ich habe die Norm nicht im Kopf, sondern habe die Aussagen nur von der DEKRA (die hier in Ostdeutschland zuständig ist für Zulassungen/Prüfung von KFZ) rezitiert. Im Rahmen div. Umbauten an KFZ, welche z.B. Schalensitze betrafen, wurden mir diese Regelungen vor gelegt. Mit meinem Polo BJ91 war das noch ein geringeres Problem, da es keine Notwendigkeit der Festigkeitsnachweise und Crashsicherheit gab. Das der Sitz 20cm längs und +-5° in der Neigung verstellbar sein muss (und bei einem Zweitürer mit 5 Sitzplätzen auch zwangsweise umklappbar), war aber auch schon damals der Fall.

Industrienormen sind nicht zur Förderung "der Kleinen" da, sondern um zu verhindern das die "Großen" nur Mist verzapfen der unsicher, inkompatibel mit allem anderen und umweltschädlich ist. Normen sind meist keine gesetzlichen Vorgaben, dennoch muss man sich dran halten.

Ein Beispiel für ein zugelassenes KFZ ohne jegliche Sitzverstellung : Das City EL. Aber das ist eine Entwicklung aus Anfang der 80er.. Wer weiß was da noch anders war.
 
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Ich schätze mal, für Bestandsfahrzeuge gelten teilweise andere Regeln.
Die haben - wie der Name schon vermuten lässt - Bestandsschutz.
Wenn es zur Zeit der Zulassung zulässig war bleibt es auch zulässig, selbst wenn sich die Vorschriften ändern.
Da gab es schon die kuriosesten Fälle - Leute die Neuwagen gekauft, aber nicht zugelassen haben.
Als das Fahrzeug nach Jahren zugelassen werden sollte war das nicht mehr möglich - u.a. weil die Abgasvorschriften zwischenzeitlich verschärft wurden.
Da das Fahrzeug noch nie zugelassen war wurde es als Neuwagen behandelt - erfüllte die Vorgaben für ein Neufahrzeug aber nicht und hatte auch keinen Bestandsschutz...
 
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Industrienormen sind nicht zur Förderung "der Kleinen" da, sondern um zu verhindern das die "Großen" nur Mist verzapfen der unsicher, inkompatibel mit allem anderen und umweltschädlich ist. Normen sind meist keine gesetzlichen Vorgaben, dennoch muss man sich dran halten.
Schwieriges Statement. Dass Normen nicht explizit zur Förderung der Kleinen da sind - klar. Dass sie explizit und nur da sind "um zu verhindern das die "Großen" nur Mist verzapfen" halte ich für eine stereotype Unterstellung, die inhaltlich falscher nicht sein kann. Oft genug entspringen Normen intital einer Innovation eines Unternehmens und sollen Kompatibilität über Unternehmensgrenzen hinweg sicherstellen. Zum Nutzen der Verbraucher und der Industrie, die dann z.B. Konsortien bildet, die das selbstorganisiert privatwirtschaftlich festlegen (z.B. USB). Aus manchen wird später ein Industriestandard, der ein Produktmerkmal ist (Din Normen, im einfachsten Fall z.B. das Papierformat DIN-A-4). Oder sie legen Sicherheitsmerkmale fest, z.B. die Vorgaben zum Verlegen elektrischer Leitungen - das verhindert, dass die kleinen Handwerksbetriebe Mist bauen, weniger die Grossen. Das Feld ist also recht breit, was Industrienormen machen und wofür sie gut sind. Dran halten muss man sich auch nicht immer - z.B. die erwähnten Tests für Fahrräder, die in der EU vertrieben werden. Kleinserien und Rahmenbauer testen mW ihre Produkte nicht danach, wohl aus pragmatischen Gründen. Es scheint für sie also nicht verbindlich zu sein. Dran halten müssen sie sich also nicht, wie auch, wenn die Norm sagt "muss 100.000 Belastungszyklen aushalten" und das nicht getestet wird wenn Du einen individuellen Maß-Rahmen beim Rahmenbauer bestellst. Der würde ja unbezahlbar, wenn er durch alle Normtests laufen müsste.

Problematisch an der Kostenpflicht für Normen finde ich den Mangel an Transparenz: Wenn es Regelungen gibt, die für uns alle gelten sollten diese auch frei zugänglich sein, damit man weiss, woran man sich halten muss und wie die Welt funktioniert. Stelle Dir vor, das Grundgesetz, das Strafgesetzbuch oder das Bürgerliche Gesetzbuch wären kostenpflichtig. Wäre schon etwas seltsam, oder? Heutzutage gibt es das alles kostenlos im Internet auf Seiten wie "Gesetze im Internet" und anderen, teilweise staatlich, teilweise nicht. Ich habe noch keinen Grund gefunden, warum das bei Industrienormen anders sein sollte, es ist aber anders.
Wären sie transparent und zugänglich hätte das für jeden Vorteile und eben auch für die kleine Unternehmen - weniger im Sinne einer expliziten Förderung als vielmehr im Sinne der Chancengleichheit. Und damit eben auch automatisch innovationsfördernd. Solange sie nicht transparent sind wirkt das wettbewerbs- und innovationsbehindernd und bevorzugt grosse Unternehmen, für die die Kosten irrelevant sind.

Gehen tut das ja - die RFCs zeigen, dass man auch komplexe Standards problemlos kostenlos öffentlich zugänglich machen kann, wenn man nur will.

Ein Beispiel für ein zugelassenes KFZ ohne jegliche Sitzverstellung : Das City EL. Aber das ist eine Entwicklung aus Anfang der 80er.. Wer weiß was da noch anders war.
Ja, Bestandschutz ist eh klar. Ich meine mich wie gesagt an vereinzelte Neufahrzeuge zu erinnern, wo das immer noch so ist. Logischerweise Ausnahmefälle, weil eine Sitzverstellung ja auch schlicht praktisch ist und man sie wohl ohne Not nicht weglassen würde. Könnte mir aber vorstellen, dass es auch hier Ausnahmemöglichkeiten geben könnte von einer ggf. vorhandenen Regulierung. Gibt es ja z.B. bei Autos auch in andren Bereichen (Airbags etc.) und Kleinserienhersteller wie Morgan profitieren davon. Ist aber nun wirklich sehr weit OT hier und wir sollten es gut sein lassen.
 
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Komisch, du meinst meine Aussage ist so falsch wie sie nur sein kann, bestätigst dann aber seitenlang genau die Punkte die ich leicht überspitzt angebracht habe... Normen dienen der Sicherheit der Verbraucher, der Kompatibilität zwischen mehreren Unternehmen und geben einen Rahmen bzgl. Produktionsvorgaben im Bezug auf Umwelt und Mitarbeiterschutz.
Das sind genau meine oben geschriebenen Worte und du hast die einfach noch mal schön formuliert aus geschrieben. Dafür fehlt mir, als Entwicklungsleiter der täglich mit Normen und gesetzlichen Vorgaben zu tun hat, die Zeit...
 
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§35a der StVZO sagt im Satz (1) : "Der Sitz des Fahrzeugführers und sein Betätigungsraum sowie die Einrichtungen zum Führen des Fahrzeugs müssen so angeordnet und beschaffen sein, dass das Fahrzeug – ... – sicher geführt werden kann."

Daraus kann man genau das Interpretieren , was Patrick gesagt hat.

lieben Gruß

Uli
 
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Normen (DIN, EN, ISO etc.) sind zuerst einmal eine Vereinbarung der Privatwirtschaft, die Geld sparen sollen, z. B. durch größere Stückzahlen bei (Standard-) Bauteilen wie Schrauben usw.
Vereinfachen Verträge; wenn ich Stahl nach einer bestimmten Norm (Werkstoff, Ewigenschaften, Abmessungen) bestelle, weiß der Lieferant, was ich will, und ich kann ggf. leichter nachweisen, daß er das Falsche geliefert hat.
Manche Normen dienen der Sicherheit, wobei auch hier im Vordergrund steht, sicherzustellen, daß Lieferant/Dienstleister und Kunde dasselbe meinen.
Es gibt auch Normen, die per Verordnung oder Gesetz verpflichtend werden, aber die Regel ist das nicht.
Und selbst diese Normen müssen dann ggf. kostenpflichtig beschafft werden, während Gesetzestexte gratis eingesehen/heruntergeladen werden können (die Kommentare hierzu muß man dann wieder kaufen).

Nur der Vollständigkeit halber, bevor sich das möglicherweise falsch in den Köpfen festsetzt.

Zulassungsbestimmungen gelten, wie der Name schon sagt, für (Erst-)Zulassungen, danach gibt es meistens Bestandsschutz.
Manchmal gibt es auch eine Verpflichtung zum Nachrüsten (teils Blinker, Gurte, Beleuchtung bei Kfz), auch hier teils mit Ausnahmeregelungen, aber das ist ein sehr komplexes Thema, das zu Recht von Spezialisten bearbeitet wird.
Daher hilft eine Internetrecherche in diesem Themenbereich oft nicht weiter.
Wer ein Sinclair C5 erwerben und nutzen will, sollte daher sicherstellen, daß es eine Zulassung für genau dieses Fahrzeug für sein Land gab und er das nachweisen kann.

Re StVZO: ist sicher, ob und ggf. unter welchen Teil der StVZO ein Sinclair C5 fällt?
 
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Re StVZO: ist sicher, ob und ggf. unter welchen Teil der StVZO ein Sinclair C5 fällt?
Entweder man baut es zum Pedelec um oder darf im abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr damit rumfahren. Auf 6 km/h limitieren geht natürlich auch oder evtl. zum Krankenfahrstuhl bis 15 km/h umbauen.

So wie es ist darf man damit nicht rumfahren. Umbau zum Pedelec ist die einfachste und beste Option.
 
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Komisch, du meinst meine Aussage ist so falsch wie sie nur sein kann, bestätigst dann aber seitenlang genau die Punkte die ich leicht überspitzt angebracht habe... Normen dienen der Sicherheit der Verbraucher, der Kompatibilität zwischen mehreren Unternehmen und geben einen Rahmen bzgl. Produktionsvorgaben im Bezug auf Umwelt und Mitarbeiterschutz.
Äh - leicht überspitzt? Nö. Ich erkenne zwischen dem, was Du jetzt geschrieben hast und der vorherigen Formulierung

Industrienormen sind nicht zur Förderung "der Kleinen" da, sondern um zu verhindern das die "Großen" nur Mist verzapfen
ungefähr gar keine Überlappung. Weder habe ich "seitenlang" geschrieben noch das bestätigt was Du geschrieben hast. Du scheinst ein anderes Forum zu lesen als ich.
Das sind genau meine oben geschriebenen Worte und du hast die einfach noch mal schön formuliert aus geschrieben. Dafür fehlt mir, als Entwicklungsleiter der täglich mit Normen und gesetzlichen Vorgaben zu tun hat, die Zeit...
Wenn Du keine Zeit hast solltest Du nicht posten. Das gibt dann nämlich Raum für Mißverständnisse und solche überkürzten Formulierungen geben auch ein bedenkliches Bild ab, wenn gerade ein Entwicklungsleiter "schlampig arbeitet" (in diesem Fall ein ausgesprochen spitzes Verständnis von Normen äussert was ihren Zweck angeht) und hinterher sich mit "war gar nicht so" und "hatte keine Zeit" "rausredet". Du würdest uns (oder zumindest mir) und vermutlich auch Dir wirklich einen Gefallen tun und definitiv der Diskussionskultur, wenn Du weniger schnell aus der Hüfte schiessen würdest, weniger polemisch, aggressiv und überspitzt formuliertest und auf der Sachebene bliebest anstelle immer wieder Motive zu unterstellen und als Tatsache zu behaupten, die bestenfalls als "sehr phantasievolle Meinung" beschrieben werden können.
 
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@smallwheels : Ich agiere privat und im Forum tatsächlich etwas anders als im Arbeitsleben. Weniger analytisch, deutlich mehr Ironie, Sarkasmus, Überspitzungen. In meiner Freizeit möchte ich gern meinem eigenen Charakter etwas mehr Raum geben ;) Aber selbst die hochanayltische Variante gefällt dir ja nicht und du hast da ständig was zu meckern und miss zu verstehen (@BusVelomo). Und etwas exakter, umfassender und eindeutiger zu formulieren als Steffen ist in vielen Themen echt schwer...

Gruß,
Patrick

PS. Ohne Normen und die Pflicht diese zu nutzen, würden die meisten Hersteller propitäre Systeme anbieten (Kundenbindung), rein auf Gewinnmaximierung gehen (Einbußen in Sicherheit und Umweltschutz), sowie nur so bauen, dass es sich irgendwie verkauft. Normen sorgen für eine gewisse Grundqualität, welches vor Allem dem Endkunden zu Gute kommt. Und nichts anderes hab ich oben geschrieben (du hast da auch fein nur ein Teil meiner Aussage heraus genommen und den Rest geflissentlich ignoriert. So kann man auch dafür sorgen, dass man jemanden aktiv missversteht). Ohne gesetzliche Vorgaben und Normen würde SEHR viel mehr sch*** passieren als jetzt.
 
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