Sigma geht den Weg der Enshittification

So allgemein würde ich das nicht stehen lassen. Es ist alles sehr individuell, alleine, was man mit einem Gerät macht, was für Daten darauf liegen usw. Hersteller verfassen zu jedem Update "Keynotes", in denen drin steht, was geändert wurde. Aber wer liest die schon. Wenn ich z.B. das CPU-Bios updatete, lese ich mir das ganz genau durch.
Wenn man mit den Geräten nur spielt mag das gehen.
Nur was, wenn deine produktive, alternativlose Software, genau dieses Bios Update braucht.
Nicht das mir das gefällt ...
Das CMS auf dem Droplimits läuft, unterliegt dauernden kleinen Updates und, öfter, als mir lieb ist, Majorupdates ... dem kann ich mich gar nicht entziehen, wenn ich nicht Sicherheitslücken aufreißen lassen will, oder Funktionen deutlich einschränke.
Die "Bad Guys" sind der treibende Faktor.
Bei einem Fahrradcomputer könnte man das sicher auf ein kleines ganz persönliches System einschrumpfen (Radcomputer/ PC) ... bei einem Gerät das übers Netz mit anderen kommuniziert seh ich das nicht ohne drastische Funktionseinschränkungen. Ausschalten in Schublade legen = 100% sicher. Selbst kabelgebundene Telefon waren ja nicht (abhören-) sicher.
 
Die "Bad Guys" sind der treibende Faktor.
Das stimmt so nicht, programmiere eine Software, die von Anfang an fertig und lückenlos ist, und dann sind dir auch die "bad guys" egal. Da braucht es keine weiteren Updates. Problem ist nur, dass sämtliche Software inzwischen so komplex ist, dass du sie nicht mehr ohne Drittanbieter oder sonstige Abhängigkeiten programmiert bekommst - und das lässt dann immer irgendwelche Türen offen, die dafür sorgen, dass immer mehr gepatcht werden muss...

Würde ich Straßen so bauen, wie Software programmiert wird, hätten wir bei Neueröffnung Schlaglochpisten, bei denen die Schlaglöcher über die Zeit immer mehr verschlossen werden. Problem ist: Um so öfter du irgendetwas patchst, desto unebener wird es auf Dauer, weil es halt immer nur ein Flicken ist und ein Flicken bleibt. Das reißt dort bei so einem Flicken alles immer wesentlich schneller wieder auf, als wenn ich eine durchgängige glatte Oberfläche geschaffen hätte...
Und wenn man schon dabei ist, dauerhaft Schlaglöcher zu flicken, dann kann man sehr schnell auf die Idee kommen, da noch fix eine Mautstation mit dran zu basteln, die die Benutzenden dafür abkassiert.
 
Du willst mir also erzählen, dass es unumgänglich ist, dass Software essentielle Sicherheitslücken hat? Das es unumgänglich ist, dass man in Software dauerhaft nervige Abo-Services einbauen muss? Das man Software nicht (mehr) fertig kaufen kann, sondern diese beim Kunden zu Ende entwickelt wird?
Bullshit. Das ist ein Fehler im System!
 
Sobald eine Software hinreichend komplex ist, kann man sie tatsächlich nicht mehr wie eine Straße bauen. Einmal bauen, danach fertig für zwanzig Jahre, ist nicht möglich. Es wird immer wieder vorkommen, dass hinterher Dinge auffallen, die man anpassen muss oder auch einfach nur will, weil Nutzer neue Wünsche haben. Von daher ist die Analogie unpassend.
 
Garmin hat nach Kauf von Taxx den Registrierungsserver für die Taxx Trainer Software ausgeschaltet. Meine CDs mit Strecken und meine Hardware Upgrade für den Anschluss an den Computer wurden damit wertlos. Schaden 300€.

Also Hardware mit Software ist ein Problem, weil man kauft keine Software, sondern nur die Lizenz sie zu benutzen.

Zurück zum Problem, selbst ohne Updates hat man spätestens bei Kauf eines neuen Telefons ein Problem, weil dann wird automatisch die neueste Version installiert, zumindest bei Apple.
 
Garmin hat nach Kauf von Taxx den Registrierungsserver für die Taxx Trainer Software ausgeschaltet. Meine CDs mit Strecken und meine Hardware Upgrade für den Anschluss an den Computer wurden damit wertlos. Schaden 300€.
In der Hinsicht ist es übrigens sehr lustig, dass sich der Widerstand dagegen bei Videospielen regt. Dort scheinen es die Hersteller also so weit übertrieben zu haben, dass sich hinreichend Menschen daran gestört haben.

Wobei das etwas abseits vom Thema ist, hier ist ja Enshittification das Problem, nicht geplante Obsoleszenz. Das ist zwar miteinander verwandt, aber eben nicht dasselbe. Mein Fahrradcomputer selbst ist ja nicht funktionslos geworden, er funktioniert sogar weiterhin einwandfrei. Ich kann halt die zugehörige Software nicht mehr wie ursprünglich beworben nutzen, und zwar nicht weil die nicht mehr funktioniert, sondern weil sich das Featureset geändert hat.
 
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Würde ich Straßen so bauen, wie Software programmiert wird, hätten wir bei Neueröffnung Schlaglochpisten, bei denen die Schlaglöcher über die Zeit immer mehr verschlossen werden. Problem ist: Um so öfter du irgendetwas patchst, desto unebener wird es auf Dauer, weil es halt immer nur ein Flicken ist und ein Flicken bleibt.
Ich weiß worauf Du hinaus willst, aber so funktioniert Software nicht. Grundsätzlich ist ein gefixtes Problem in der Software eben nicht vom vornherein nicht existierenden Problem zu unterscheiden, es gibt keinen Flicken. Auch der Verweis auf die Reduktion von Komplexität ist etwas sinnbefreit, weil ich halt nicht statt der Asphaltstraße eine Pflasterstraße bauen kann, da ich bei Software die Ausgangsbestimmungen gar nicht kontrollieren kann. Es reicht ja aus, dass der Betriebssystemhersteller seine Software ändert (z.B. weil eine Funktion des Betriebssystems, die für meine Software wichtig ist, für das System eine Sicherheitslücke darstellt). Und da Programmierung eben ein extrem weitläufiges Feld ist, kann eben auch nicht alles von einer Person geschrieben werden, sodass ohnehin gegenseitige Abhängigkeiten existieren. Im schlimmsten Fall ist das dann eine externe Bibliothek, der ich dann vertrauen muss, weil ich kompatibel mit Standards bleiben muss und nicht die mathematische Grundlage hinter irgendwelchen Kryptographieverfahren wissen geschweige denn implementieren kann.

Dagegen ist Straßenbau geradezu trivial - und das sage ich als jemand, der ganz genau weiß was man dabei alles falsch machen kann, und dazu auch etliche echte Beispiele zeigen kann.
 
ich verstehe eure Punkte, @smö, @plutoniumsulfat , @Spulenfiepen . Aber ihr geht davon aus, dass Komplexität ein "Must have" ist. Ich gehe davon aus, dass wenn man wollte, diese Komplexität nicht notwendig sein müsste. Ich behaupte das viel Nutzer von ihren Apps und Programmen nur einen Kleinstteil der jeweiligen Funktionen kennen. Da stellt sich mir dann die Frage, ob diese Funktionen notwendig sind, oder nicht besser rausgelassen worden wären. Beispiel Betriebssystem Windows: das passte mal auf Disketten (gut, war auch nicht ganz Nutzerfreundlich) - und ist heute bei 100 GB+ Wollt ihr mir ernsthaft erzählen, dass das notwendig ist?
 
ich verstehe eure Punkte, @smö, @plutoniumsulfat , @Spulenfiepen . Aber ihr geht davon aus, dass Komplexität ein "Must have" ist. Ich gehe davon aus, dass wenn man wollte, diese Komplexität nicht notwendig sein müsste. Ich behaupte das viel Nutzer von ihren Apps und Programmen nur einen Kleinstteil der jeweiligen Funktionen kennen. Da stellt sich mir dann die Frage, ob diese Funktionen notwendig sind, oder nicht besser rausgelassen worden wären. Beispiel Betriebssystem Windows: das passte mal auf Disketten (gut, war auch nicht ganz Nutzerfreundlich) - und ist heute bei 100 GB+ Wollt ihr mir ernsthaft erzählen, dass das notwendig ist?
An der Datenmenge die Komplexität festzumachen funktioniert nur bedingt, wenn überhaupt. Bleiben wir mal lieber bei den Funktionen: Als Windows noch auf Disketten passte, war der Funktionsumfang dramatisch begrenzter als heute. Diverse Themen haben sich durch höhere Anforderungen dramatisch in der Komplexität gesteigert, und gleichzeitig soll ein heutiges Windows erheblich mehr solcher Themen abbilden können. Entsprechend haben alle Betriebssysteme, die hinreichend universell einsetzbar sein sollen ihre Gesamtkomplexität um etliche Größenordnungen vervielfacht.

Davon ist sicherlich nicht alles für einen einzelnen Anwendungsfall spezifisch notwendig, aber ohne die anderen Anwendungsfälle ist der Fokus der Software nahe der Unbenutzbarkeit. Niemand würde ein „Windows for Gaming“ kaufen, wenn dann darauf kein Browser mehr läuft. Umgekehrt haben sich aus genau diesem Grund die Chromebooks nicht gegen das iPad durchgesetzt (die kann man zwar noch kaufen, aber ihr Marktanteil ist nahe der Bedeutungslosigkeit).

Um das zum Thema zurückzuführen: Sigma behauptet ja, dass die Änderungen nur die App-Nutzer (ohne Computer) treffen würden, die bislang ggf. gar kein Produkt gekauft haben, und nur die App kostenlos benutzt haben. Das ist entweder gelogen oder fehlerhaft. Und für ein bisher kostenloses Produkt jetzt Geld zu verlangen ist ja auch gar nicht das Problem, sondern dass ich als Kunde, der bereits für ein Produkt bezahlt hat, dieses nicht mehr nutzen kann wie zuvor, als ich es gekauft habe. Die Komplexität der Software spielt dabei also gar keine Rolle, die existiert ja bereits.
 
.... Aber ihr geht davon aus, dass Komplexität ein "Must have" ist. Ich gehe davon aus, dass wenn man wollte, diese Komplexität nicht notwendig sein müsste. ..
Für die benötigte Funktionalität ist es in der Regel für die Nutzenden völlig unwichtig, aber es geht um etwas anderes. Es geht um das Geschäftsmodell, und das basiert heute auf Datenklau und Abofallen. Es steht in der Überschrift: "...Sigma geht den Weg der Enshittification .." Damit ist doch alles gesagt und jeder sollte in Zukunft einen Bogen um die Firma machen
 
Unfortunately I have had an amazing customer service experience from Sigma so I cannot say bad things about them or their bike computers both wireless and wired.

They recently sent me a new cable bracket - for free, without me asking for it! (y)
 
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