Shimano hat oder will ein neues Patent für ein Getriebe

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In den Zeichnungen und im Text ist ziemlich viel, was in den Ansprüchen gar nicht vorkommt, das deutet darauf hin, dass das eine Anmeldung (also noch kein Patent) aus einem größeren Bündel ist. Anhand der Zeichnungen kann man die beschriebene Technik grob in drei Felder unterteilen: (1) Interne Kettenschaltung am Tretlager, (2) Schmierung von Gleitpaarungen (Kette, Bowdenzüge), (3) Betätigung eines Planetengetriebes in einer Nabe.
Hier beansprucht, also potentiell anderen Herstellern verboten, werden nur Sachen aus dem zweiten Feld, also geschmierte Gleitpaarungen, mit diversen Oberflächenmaterialien und Schmiermitteln und ganz am Ende mit einer Anwendung an der Schaltbetätigung einer Getriebenabe. Soweit also sicher keine Revolution auf dem Gebiet der Antriebstechnik.
Abfahren tut bikeradar wohl auf das erste Feld, das zwar in den ersten paar Zeichnungen dargestellt ist, aber in dieser Anmeldung gar nicht beansprucht wird. Wenn das zwar in Patentanmeldungen beschrieben wird, aber letztlich nicht auf ein gültiges Patent führt (weil es nie beansprucht wurde, weil die entsprechenden Anmeldungen nicht durchkamen, oder weil das Patent fallengelassen wurde), ist das für die Konkurrenz eher gut, denn dann ist sicher, dass zumindest auf die veröffentlichten Sachen niemand mehr ein Patent bekommen kann. Auf die Grundidee - also die zwei parallelen Wellen mit gegensinnig gestuften Kassetten darauf, auf denen eine kurze Kette parallelverschoben wird - dürfte es sowieso kein Patent mehr geben. Zu sehen war das definitiv schon, ich weiß nur nicht, ob bei Flevo oder einem anderen Niederländer. Bleibt halt die Frage, welche Details noch patentiert werden (oder werden könnten).
 
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also die zwei parallelen Wellen mit gegensinnig gestuften Kassetten darauf, auf denen eine kurze Kette parallelverschoben wird
Ich erinnere mich dunkel an etwas entfernt ähnliches im Zusammenhang mit Nicolai; allerdings wurde da nicht eine Kette verschoben, sondern alle Kettenradpaare waren mit je einer Kette belegt und wurden mit "magnetisch schaltbaren Freiläufen" ein- oder ausgeklinkt; d.h. nur das für den Gang benötigte Kettenradpaar war scharf, alle anderen freilaufend... oder so in der Art.
 
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der Wirkungsgrad kann ja eigentlich gar nicht soooo schlecht sein, von sowas, oder ?
würde vorne in ein VM passen ;)
Der Wirkungsgrad ist okay, Verluste des zweiten Kettenstrangs kommen halt hinzu. Allerdings bringt das System einiges an Mehrgewicht gegenüber üblicher Kettenschaltung mit einer Kassette und 2-3 Kettenblättern mit.

Interessant werden die gebotenen Möglichkeiten dadurch, wenn an Hinterachse und/oder Kurbel keine Möglichkeit für Schaltwerke besteht, kein Zwischengetriebe untergebracht werden kann oder dessen Entfaltung nicht ausreicht, gleichwohl im Kurbelkreisbereich die Möglichkeit einer custom-fit Aufnahme existiert und ausreichend Bauraum zur Verfügung steht.
 
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So nice ich ja Ingeniörkunst finde, aber einen wirklichen Fortschritt, außer bei den Dirtern (Matschfahrern) sehe ich nicht. Ein gravierenden Nachteil sehe ich aber darin, das ich von der universellen Rahmenkonstruktion abweiche (VMs mal ausgenommen) und somit siehe Bosch und Konsorten Obsoleszenz einbaue.
youst mei 2 Cents (mehr geb ich dafür nicht)
 
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...Ein gravierenden Nachteil sehe ich aber darin, das ich von der universellen Rahmenkonstruktion abweiche (VMs mal ausgenommen) und somit siehe Bosch und Konsorten Obsoleszenz einbaue.
Aber für VMs finde ich es genial! Keine Probleme beim Schalten, Schaltungsbereich riesig, keine Platzprobleme am Hinterrad und weniger ungefederte Masse .
HR-Schwinge könnte man dann evtl sogar mit einer Dynamonabe bauen...
 
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der Wirkungsgrad kann ja eigentlich gar nicht soooo schlecht sein, von sowas, oder ?
würde vorne in ein VM passen ;)
Würde ich nicht drauf wetten. Man hat aufgrund des beschränkten Bauraums recht kleine Ritzel und damit einen geringeren Wirkungsgrad als bei üblichen Zahnradpaarungen. Nicht zu vergessen ist auch der Umstand, daß die Kette auf eines der Ritzel unter Last aufläuft, also wahrscheinlich eher bescheidenes Lastschaltverhalten.
 
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Ganz grob überschlagen sollte der zusätzliche Verlust vergleichbar mit zwei (sehr gut laufenden, perfekt fluchtenden und ziemlich biegesteif gelagerten) Umlenkrollen mehr im Zugtrum vergleichbar sein, oder? Wie viel Einfluss hatte noch mal die Umschlingung? Stand mal irgendwo im Forum ...
 
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